Getrocknete Blumen: Welche wählen, wie trocknen und Ihre Sträuße pflegen
Die besten Sorten und unsere Tipps
Inhaltsverzeichnis
Lange als hässliche Staubfänger verschrien, erleben die Trockenblumen derzeit ein echtes Comeback. Sie sind überall zu finden: im Haus als Dekoration, wo sie in minimalistischer Form oder in Kompositionen mit Vintage-Charme daherkommen, aber auch in den trendigen Boho-Sträußen und -Kränzen der Bräute. Langlebig, beinahe unvergänglich, feiern Trockenblumen endgültig ihr großes Comeback. Warum also nicht im Garten anbauen und selbst trocknen? Das ist ganz einfach! Hier finden Sie eine Liste der besten Sorten sowie unsere Erklärungen und Tipps!
Welche Blumen zum Trocknen anbauen
Fast alle Blumen lassen sich trocknen, aber für hübsche, farbenfrohe und lange haltbare Sträuße kultivieren Sie besser Sorten, die sich besonders dafür eignen. Hier finden Sie eine Auswahl an Blumen, die Sie aus Samen oder als Jungpflanzen bei sich zu Hause kultivieren können und mit denen Sie die besten Ergebnisse erzielen.
Die Strohblumen
Die Garten-Strohblumen (Xerochrysum oder Helichrysum bracteatum) gehören zu den bekanntesten Arten. Sie blühen sehr üppig und ihre Farben sind leuchtend. Sie sind die Trockenblume schlechthin! Etwas weniger verbreitet, aber ebenfalls sehr interessant ist die Australische Strohblume oder Acroclinium (Helipterum roseum) mit ihrem Kontrast zwischen der schwarzen und gelben Mitte und den weißen oder rosafarbenen Blütenblättern mit ihrer glänzenden Papierstruktur. Beide Pflanzen sind einjährig und einfach auszusäen. Das Große Perlkörbchen (Anaphalis margaritacea) ist mehrjährig, ebenso einfach zu kultivieren und trägt eine Fülle kleiner silberweißer Blütenköpfchen, die in Sträußen zusammenstehen.
- Einjährig oder mehrjährig – Blüte von Juli bis September – An einem sonnigen Standort auch in trockenem Boden zu kultivieren

Das Silberblatt
Das Silberblatt (Lunaria annua) wird wegen seiner mauvefarbenen oder weißen Blüte im Frühjahr sehr geschätzt, vor allem aber wegen seiner durchscheinenden, scheibenförmigen Früchte, die das Licht mit einer unvergleichlichen Anmut einfangen. Diese schöne zweijährige Pflanze lässt sich sehr einfach trocknen und hat außerdem den Vorteil, sich leicht selbst auszusäen. In einem Trockenblumenstrauß harmoniert sie mit fast allem und wirkt sogar allein besonders schön, am besten in einer Vase mit klaren Linien für einen minimalistischen Effekt.
- Zweijährige Pflanze – Blüte im Mai und Juni, Fruchtbildung im September und Oktober – An einem sonnigen, nicht zu heißen Standort oder im Halbschatten in eher frischem, nährstoffreichem Boden zu kultivieren

Die Steppenschleier oder Limonium
Wie die Strohblumen sind auch die Steppenschleier zuverlässige Blüher. Den ganzen Sommer über bilden sie winzige Blüten, die hübsche farbige Wolken formen. Getrocknet haben sie den Vorteil, ihre Farben gut zu bewahren. Steppenschleier können als Grundlage für zahlreiche Sträuße dienen. Sie zeigen sich in kräftigen oder zarten Farben, wie die Sorte ‚QIS Apricot‘ mit ihrem zarten Lachsrosa.
- Wenig winterharte Staude (bei statice sinuatum), die einjährig kultiviert wird – Blüte von Juli bis September – An einem sonnigen Standort in leichtem, gut durchlässigem Boden zu kultivieren.

Das Gipskraut
Bei Floristen sehr beliebt, wird das Gipskraut auch von Liebhabern getrockneter Blumen geschätzt. Es bildet einen feinen Schleier, so zart wie der Atem eines Babys (daher auch sein Name in Nordamerika). Seine wolkige Silhouette ergänzt Pflanzen mit straffem Wuchs wunderbar und bringt solche zur Geltung, die wegen ihrer dekorativen Früchte ausgewählt wurden.
- Mehrjährige Pflanze – Blüte von Juni bis August – An einem sonnigen Standort in leichtem, auch kalkhaltigem Boden zu kultivieren.
→ Gwenaëlle erklärt Ihnen Wie Sie Gipskraut trocknen.

Disteln und Mannstreu
Ihre Stacheln sind manchmal gefürchtet, doch Disteln, Mannstreu und Karden verleihen Trockenblumenarrangements eine unvergleichliche Struktur. Die Auswahl ist groß, und wir schätzen sowohl die dekorative Gestalt der Elfenbeindistel ‚Willmotts Ghost‘ als auch die hübschen blauen Kugeln der Ruthenischen Kugeldistel, auch Banater Kugeldistel genannt. Die Karde, Dipsacus sylvestris, erinnert an die Landschaft und die Wegränder und verleiht Sträußen sofort eine wilde Note.

Eryngium giganteum ‚Miss Willmotts Ghost‘ – Echinops ritro – Dipsacus sylvestris
- Mehrjährige oder zweijährige Pflanzen – Sommerblüte – Einfache Kultur an einem sonnigen Standort in jedem Boden
Mohn und Jungfer im Grünen: dekorative Kapseln
Die Schlafmohnpflanzen (Papaver somniferum) und die Jungfern im Grünen (Nigella damascena) sind schöne einjährige Pflanzen, die mit ihren Farben und der Zartheit ihrer Blütenblätter bezaubern. In Trockenblumensträußen werden vor allem ihre bemerkenswerten Kapseln geschätzt. Beim Mohn sind sie unterschiedlich groß und mehr oder weniger bereift und setzen elegante Akzente in den Sträußen.
- Einjährige Pflanzen, die sich leicht selbst aussäen – Blüte im späten Frühjahr – An einem sonnigen Standort in jedem Boden zu kultivieren

Mohn- und Jungfer-im-Grünen-Kapseln
Lampionblume oder Physalis alkekengi
Die Physalis alkekengii oder „Lampionblume“ ist eine Zier-Physalis, die sich von der essbaren Art (P. peruviana) durch ihre leuchtend orangeroten Kelche unterscheidet. Als mehrjährige, Ausläufer bildende Pflanze ist sie etwas üppig und breitet sich im Garten gerne aus. Im Herbst bildet sie hübsche, laternenförmige Früchte in leuchtendem Orange, die beim Trocknen nicht verblassen.
- Ausläufer bildende mehrjährige Pflanze – Sommerblüte – Kultur an einem sonnigen Standort in jedem Boden

Gräser: Weizen, Briza maxima und Hasenschwanzgras
Als Symbol des Wohlstands ist Weizen in Sträußen immer willkommen. Er lässt sich sehr einfach kultivieren, und wenn Sie Hühner haben, die Sie mit Getreide füttern, kann es sogar sein, dass er in Ihrem Garten „spontan“ wächst! Sie können ihn problemlos in großen Sträußen verwenden. In kleineren Arrangements sind die Zittergräser (Briza media und Briza maxima) perfekt! Und wenn Sie eine kuschelige Note hinzufügen möchten, scheuen Sie sich nicht, einige Halme von Lagurus ovatus dazuzugeben. Dieses Samtgras, das an der Küste spontan wächst, können Sie problemlos bei sich zu Hause kultivieren, bei Bedarf auch im Topf.

Weizen, Zittergras (Briza maxima) und Hasenschwanzgras (Lagurus ovatus)
Diese Liste ist natürlich nicht vollständig. In unserem Shop finden Sie eine große Auswahl an Samen für Trockenblumen. Viele Blüten mehrjähriger Pflanzen, die Sie vielleicht bereits im Garten haben, lassen sich ebenfalls trocknen: Rosen, Lavendel, Hortensien-, Garben-, Balsamkraut-, Sonnenhut- und Ritterspornblüten … Auch Gräser wie Federgräser, Federborstengräser und Chinaschilf eignen sich sehr gut für Trockenblumensträuße. Zögern Sie nicht, es auszuprobieren: Es kostet Sie nichts und ermöglicht Ihnen sicherlich einige schöne Entdeckungen!
Lesetipp: Wie trocknet man Grindkraut für gelungene Sträuße?
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Das schöne Aussehen und die gute Haltbarkeit getrockneter Blumen werden hauptsächlich durch die Qualität des Trocknens bestimmt.
Für schöne getrocknete Blumen:
- Pflücken Sie sie kurz vor dem vollständigen Aufblühen am Ende eines sonnigen Tages.
- Widerstehen Sie der Versuchung, sie in eine Vase zu stellen: Eine selbst leicht welke Blume ergibt niemals etwas Gutes.
- Seien Sie wählerisch: Wählen Sie immer die schönsten Blumen aus und entfernen Sie gegebenenfalls beschädigte Teile.
Sie können zwischen diesen beiden Haupttechniken wählen:
Das Trocknen an der Luft
Das Trocknen von Blumen an der Luft ist die einfachste Methode. Es erfolgt in einem trockenen Raum (einem Raum im Haus, auf dem Dachboden, in der Garage oder im Keller, sofern die Luft dort trocken ist), vorzugsweise an einem eher dunklen Ort, damit die Blumen durch das Licht nicht verblassen, und in einem gut belüfteten Raum. Gehen Sie dazu folgendermaßen vor:
- Bringen Sie bei Bedarf eine Aufhängung wie eine Wäscheleine an.
- Binden Sie Ihre Blumen zu kleinen, nicht zu festen Sträußen mit 5 bis 10 Blumen zusammen.
- Hängen Sie Ihre Blumen kopfüber auf.
- Warten Sie (einige Tage bis mehrere Wochen), bis Ihre Blumen vollständig trocken sind: Sie müssen spüren, dass sie unter den Fingern knistern.

Das Trocknen an der Luft, eine einfache und natürliche Methode
Das Trocknen in Silikagel
Das Trocknen in Silikagel ist eine schnellere Methode, eignet sich jedoch nur zum Trocknen kleiner Mengen an Blumen. Silikagel ist ein Trockenmittel, das in Form von Kristallen oder kleinen Kügelchen erhältlich ist. Es ist im Internet und in Geschäften für Bastelbedarf relativ leicht erhältlich.
Gehen Sie beim Trocknen folgendermaßen vor:
- Bereiten Sie eine luftdichte, ausreichend große und verschließbare Box vor.
- Geben Sie eine Schicht Silikagelkristalle auf den Boden der Box.
- Legen Sie die zu trocknenden Blumen auf diese Schicht.
- Bedecken Sie die Blumen mit einer weiteren Schicht Silikagel.
- Schließen Sie den Deckel.
- Warten Sie 2 bis 3 Tage oder gegebenenfalls noch ein bis zwei Tage länger, bis Ihre Blumen vollständig trocken sind.
- Entnehmen Sie die Blumen mit Handschuhen und entfernen Sie mögliche Silikagelreste.
Diese Methode ist zwar komplizierter als das Trocknen an der Luft, hat jedoch den Vorteil, die ursprünglichen Farben der Blumen besser zu erhalten. Zögern Sie nicht, sie auch für Blumen mit sehr dicht gefüllten Blütenkörbchen zu verwenden, die selbst an der Luft leicht faulen.
Beachten Sie, dass das Trocknen in der Mikrowelle manchmal empfohlen wird. Es handelt sich um einen etwas heiklen und sogar riskanten Vorgang, den wir nicht empfehlen, da eine Überhitzung die Blumen schlicht verkohlen kann.
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Trockenblumensträuße pflegen
Nach dem Trocknen empfehlen wir Ihnen, Ihre Blumen in Papiertüten an einem trockenen, vor Licht geschützten Ort aufzubewahren.
Auch zu Sträußen oder Gestecken zusammengestellt, sind Ihre Blumen weiterhin lichtempfindlich: Setzen Sie sie nicht der direkten Sonne aus, wenn Sie ihre schöne Färbung lange erhalten möchten.
Der Ruf getrockneter Blumensträuße als Staubfänger ist leider nicht ganz unberechtigt. Hat sich der Staub erst einmal festgesetzt, lässt er sich nur schwer entfernen. Um dies zu vermeiden, empfehlen wir Ihnen, regelmäßig einen Haartrockner auf einer sanften, kalten Stufe zu verwenden. Gehen Sie vorsichtig vor und halten Sie Ihre Blumen möglichst kopfüber.

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