Gründach, Blaudach: Vorteile ökologischer Dächer
Ökodächer vergleichen: 2 Typen und Vorteile
Inhaltsverzeichnis
Dachbegrünung liegt im Trend. Gründächer sind bekannt, Blaudächer noch neu: Prinzipien und Vorteile beider Dachkonzepte im Vergleich.
Gründächer: Was ist das?
Merkmale und Funktionen
Bei Gründächern werden geeignete Pflanzen auf dem Dach eines Gebäudes angebracht. Sie sind in den skandinavischen Ländern, aber auch in anderen europäischen Ländern verbreitet. Deutschland gilt dabei als einer der Vorreiter. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine sehr alte Form der Dachbegrünung, die bereits seit Jahrtausenden genutzt werden soll.

Gründächer sind in den nördlichen Ländern häufiger
Gründächer verbreiten sich, weil sie zahlreiche Vorteile bieten.
- Sie sind besonders für die Wärmedämmung interessant. Sie wirken gegen Wärmeinseln und binden vor allem in Städten Luftschadstoffe. Durch die Verdunstung der Pflanzen steigt die Luftfeuchtigkeit, wodurch die Umgebung kühler bleibt. So lässt sich Energie sparen.
- Sie bieten Schallschutz, indem sie Schallwellen absorbieren und dadurch Umgebungsgeräusche wie Verkehrslärm mindern.
- Sie speichern Wasser besonders gut, indem Substrat und Pflanzenwurzeln einen Teil des Niederschlags zurückhalten. Das begrenzt den Wasserabfluss, senkt die Überschwemmungsgefahr und entlastet die Entwässerungsanlagen wie Kanalisation und Kläranlagen.
- Sie verbessern die Luft- und Wasserdichtheit des Dachs und erhöhen seine Widerstandsfähigkeit gegen UV-Strahlung, Feuer und Wind. Dadurch kann die Zahl der Schadensfälle sinken.
- Sie sind sehr dekorativ und fügen sich leicht in jede Umgebung ein.
- Sie fördern die Biodiversität, besonders in stark bebauten Gebieten, in denen sie gefährdet ist.
- Sie benötigen nur wenig Pflege.
- Sie eignen sich für kleine wie große Flächen. Sie beanspruchen keinen Boden und schaffen so Platz für andere Nutzungen.
- Sie entsprechen den Grundsätzen der Nachhaltigkeit und können mit regionalen Materialien angelegt werden.
Es gibt drei Arten von Gründächern: extensive, semi-intensive und intensive Dachbegrünung. Diese drei Formen unterscheiden sich in der Substratdicke, dem Gesamtgewicht, der Entwicklung der Pflanzen und dem Bewässerungssystem.
Anlage
Gründächer lassen sich auf Einfamilienhäusern ebenso wie auf Mehrfamilienhäusern, öffentlichen Gebäuden (insbesondere Schulen), Bürogebäuden oder sogar Verkehrsmitteln anlegen (zum Beispiel auf einem Hausboot). Sie eignen sich ideal für Neubauten, können aber auch auf bestehenden Dächern angelegt werden. Gründächer sind auf verschiedenen Untergründen möglich, etwa Holz, Stahl oder Beton.
Ein kleines Gründach lässt sich meist ohne großen Aufwand anlegen. Bei größeren Flächen, etwa dem Dach eines Hauses oder Mehrfamilienhauses, sind jedoch mehr Fachkenntnisse erforderlich.
Bei der Anlage sind verschiedene Faktoren zu berücksichtigen:
- die natürliche Neigung der zu begrünenden Fläche (idealerweise mit geringer Neigung);
- die Tragfähigkeit der Konstruktion (unter Berücksichtigung des Gewichts der Dachbegrünung sowie von Wasser und Schnee);
- die Zugänglichkeit für die Pflege der Pflanzen.
Die Anlage eines Gründachs erfolgt anschließend in mehreren Schritten.
- Eine wasserdichte Schicht wird verlegt, die das Verrotten der Dachkonstruktion verhindert (Planen, Platten, spezielle Ziegel oder Membranen). Sie kann mit einer Wurzelsperre kombiniert werden.
- Eine Schicht zur Optimierung von Drainage und Filterung wird eingebaut, etwa aus Blähton, Kies oder Noppenplatten; bei Bedarf können zusätzliche Dachrinnen angelegt werden.
- Ein Rahmen wird angebracht, der Pflanzen und Substrat hält.
- Wachstumssubstrat wird aufgebracht und die Pflanzen werden gesetzt. Für die Pflanzenauswahl eignen sich genügsame, widerstandsfähige Sorten am besten, die mit wenig Substrat und Pflege auskommen. Sie überstehen auch extreme Bedingungen und halten Hitze, Trockenheit und Frost stand. Steingartenpflanzen, Sukkulenten, einige Bodendecker und alpine Pflanzen sind daher ideal, etwa Fetthenne, Hauswurz, Steinbrech, Flammenblume, Blaukissen und Segge.
Pflege
Der Vorteil eines Gründachs ist, dass es weitgehend selbstständig funktioniert. Es braucht keine wöchentliche Pflege, sondern nur gelegentliche Pflegemaßnahmen.
Im ersten Jahr muss bei Trockenheit jedoch unbedingt gegossen werden, damit sich die Pflanzen gut etablieren können. Auch genügsame Pflanzen brauchen zunächst Zeit, um widerstandsfähig gegen Wassermangel zu werden.
Anschließend reicht meist eine jährliche Pflege im Herbst oder Frühjahr aus. Dazu gehören bei Bedarf das Entfernen unerwünschter Pflanzen, damit diese nicht in Konkurrenz treten, der Rückschnitt beschädigter oder verblühter Pflanzenteile sowie die Kontrolle des ungehinderten Wasserabflusses.
Mehr erfahren: Wie legt man ein Gründach an?
Nachteile
Die Anlage kann teuer sein, insbesondere wenn sie beim Bau des Dachs nicht von Anfang an eingeplant wurde. Diese Dachform erfordert eine ebene oder leicht geneigte Fläche, die in Deutschland nicht unbedingt am häufigsten vorkommt, vor allem bei Einfamilienhäusern.
Ein Gründach braucht etwas Zeit, bis es seine volle Wirkung entfaltet, da sich die Pflanzen erst entwickeln müssen.

Für ein Gründach eignen sich besonders trockenheitsverträgliche Pflanzen
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Merkmale und Funktionen
Das blaue Dach ist ein neueres Konzept, das sich in Frankreich noch wenig verbreitet hat. Ziel ist es, Regenwasser zurückzuhalten und besser zu bewirtschaften. Durch den Klimawandel wird die Wasserbewirtschaftung immer wichtiger. Wir sind sowohl mit Hitzewellen und Wassermangel als auch mit Überschwemmungen und überschüssigem Wasser konfrontiert.
Diese wasserdichte Dachkonstruktion kontrolliert den Abfluss, indem sie Regenwasser auffängt und nach und nach wieder abgibt. Das blaue Dach bietet somit mehrere Vorteile.
- Bei starken Niederschlägen entlastet es herkömmliche Entwässerungssysteme. Es hält Wasser zurück und verringert den Abfluss sowie die am Boden ankommende Wassermenge. Dadurch sinkt das Risiko von Überschwemmungen und Versickerung. Anschließend wird das Regenwasser schrittweise in die Kanalisation und Leitungen geleitet. Dank ihrer Struktur halten blaue Dächer mehr Regenwasser zurück als Gründächer.
- Das blaue Dach ermöglicht die Wiederverwendung des Wassers im Haushalt: etwa für Toiletten, die Bewässerung von Pflanzen oder die Autowäsche. Das ist in Trockenperioden besonders sinnvoll und spart das ganze Jahr über Kosten.
- Durch die Regulierung der Temperatur schützt es vor Hitze und Kälte und senkt dadurch den Energiebedarf für Kühlung und Heizung.
- Seine Installation soll bis zu zehnmal günstiger sein als die eines Gründachs.
Installation
Die Einrichtung eines blauen Dachs erfordert eine geeignete Konstruktion und wird in der Regel durch eine Machbarkeitsstudie vorbereitet. Das Dach muss zunächst flach sein, damit es Niederschlag zurückhalten kann. Selbst ein geringes Gefälle verhindert eine wirksame Wasserrückhaltung.
Es muss außerdem stabil genug sein, um das Gewicht der Materialien und des Wassers zu tragen. Diese Maßnahme ist sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen möglich.
Für die Installation eines blauen Dachs sind außerdem mehrere Elemente erforderlich:
- ein Durchflussbegrenzer (manuelle oder elektronische Ventile);
- eine Isolierschicht;
- eine Drainageschicht (sie verhindert Wasseransammlungen);
- eine leichte Wabenstruktur, die die natürliche Verdunstung des Wassers fördert.
Das System kann mit Dachrinnen und Wassersammlern verbunden werden.
Es gibt mehrere Arten blauer Dächer:
- passive Dächer (das Wasser wird vorübergehend zurückgehalten und fließt nach und nach durch die Abläufe ab);
- aktive Dächer (der Wasserabfluss wird mechanisch durch ein elektronisches Ventil oder eine Zeitschaltuhr gesteuert);
- modulare blaue Dächer mit zusätzlichen Speichermodulen.
Einige sogenannte „intelligente“ blaue Dächer sind außerdem mit Sensoren ausgestattet. Sie erkennen Lecks oder Versickerungen, messen die Wassermenge, kontrollieren den Abfluss, berechnen die erzielten Energieeinsparungen und berücksichtigen die Wetterbedingungen.
Pflege
Regelmäßige Kontrollen und Wartungsarbeiten sorgen dafür, dass das blaue Dach über Jahre leistungsfähig bleibt.
Nachteile
Das Konzept ist in Frankreich noch neu: Nur wenige Fachbetriebe scheinen diese Dienstleistung anzubieten. Diese Art der Dachkonstruktion ist offenbar vor allem für große Gewerbe- und Industriegebäude gedacht, bislang jedoch weniger für Ein- und Privathäuser. Die Installation erfordert mehr Fachwissen als ein Gründach und setzt ein Flachdach voraus.
Ein blaues Dach ist weniger ästhetisch als ein begrüntes Dach. Auch seine Lebensdauer scheint kürzer zu sein (30 bis 35 Jahre), da synthetische Materialien zahlreichen Belastungen ausgesetzt sind, insbesondere durch Sonneneinstrahlung.

Ein blaues Dach kann nur auf einem Flachdach installiert werden
Welche Dachgestaltung wählen?
Blaudach oder Gründach? Die Wahl hängt von Bedarf, Dachform und Budget ab. Kombiniert speichern sie mehr Regenwasser, dämmen besser und bewässern Pflanzen.
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