Hortensie nach Frosthärte wählen

Hortensie nach Frosthärte wählen

Nicht jede Hortensie ist gleich winterhart

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 8. Dezember 2025  durch Leïla 6 min.

Hortensien sind je nach Herkunft unterschiedlich winterhart. Welche Hortensien-Arten passen zu Ihrem Klima?

Schwierigkeit

Vollkommen winterharte Hortensien (-20 °C und kälter)

Im Gebirge und in Regionen mit sehr kalten Wintern sollte man die Hortensien-Art sorgfältig auswählen. Nicht alle sind gleichermaßen frosthart. Zu den winterhärtesten Hortensien oder Hydrangea gehören Hydrangea arborescens, paniculata und quercifolia. Sie unterscheiden sich von der klassischen Hortensie, wie man sie vor bretonischen Häusern an schattigen oder nordseitigen Standorten sieht: Hydrangea macrophylla. Diese Arten wachsen in der nicht zu heißen Sonne und vertragen einen etwas trockenen Boden. arborescens und quercifolia kommen auch mit kalkhaltigem Boden zurecht. Diese drei Arten werden meist mindestens der USDA-Zone 6a oder 6b zugeordnet, in der Temperaturen bis -20 bis -25 °C auftreten. Zu den winterharten Hortensien kann man auch Hydrangea serrata zählen, die Hydrangea macrophylla ähnlicher ist.

  • Hydrangea arborescens bildet schöne Sträucher mit großen, oft weißen oder rosafarbenen Blütenständen. Sie verträgt sommerliche Trockenheit recht gut. Zu ihren bekannten Kultivaren gehören ‚Annabelle‘ und ‚Strong Annabelle‘ mit üppigen, runden weißen Blüten, die schon von Weitem auffallen. ‚Invincibelle‘ ist die rosafarbene Variante von ‚Annabelle‘. Entdecken Sie auch die weiteren schönen Kultivare dieser robusten Art.
  • Hydrangea quercifolia verdankt ihren Namen dem schönen, eichenblattähnlichen Laub, das sich im Herbst leuchtend braun, rot oder bronzefarben färbt. Ihre aufrechten oder überhängenden Blütenstände sind weiß, cremefarben oder rosa. Sehen Sie sich zum Beispiel ‚Snowflake‘ mit gefüllten Blüten oder ‚Burgundy‘ mit intensiver Herbstfärbung an.
  • Hydrangea paniculata wächst in normalem Boden und verträgt etwas Kalk, jedoch weniger als die beiden anderen sonnenverträglichen Arten. Die länglichen Rispen sind grün, rosa oder weiß und ändern im Herbst ihre Farbe – wie bei der bekannten ‚Fraise Melba‘, die sich von Weißrosa zu Rot verfärbt, oder bei ‚Skyfall‘ mit riesigen Rispen.
  • Hydrangea serrata, die recht winterhart ist, kommt je nach Sorte oder Kultivar dennoch manchmal an die Grenze von -20 °C. Ihre flachen oder runden Dolden ähneln denen von Hydrangea macrophylla; der Wuchs bleibt eher klein.

Kommen wir nun zu zwei mehr oder weniger seltenen, sehr winterharten botanischen Arten.

  • Hydrangea anomala ist eine sommergrüne Kletter-Hortensie, die im Schatten wächst und sich mit flachen, weißen oder rosafarbenen Dolden bedeckt. Entdecken Sie zum Beispiel Hydrangea anomala ‚Crug Coral‘, mit leuchtend grünem Laub und rosafarbenen Blüten. Vielleicht kennen Sie Hydrangea petiolaris, eine schöne Kletter-Hortensie und Unterart von Hydrangea anomala. Mit ihren Haftwurzeln begrünt sie schattige Mauern bis in 8 m Höhe und schmückt sich mit weißen Dolden. Sie ist auch als panaschierte Variante oder mit im Winter rot getöntem Laub erhältlich.
  • Wahrscheinlich weniger bekannt ist Hydrangea heteromalla: ein bis zu 4 m hoher Strauch mit im Herbst gefärbtem Laub und flachen Blütenständen.

    hortensia

    Durch Frost geschädigte Hortensie

Mäßig winterharte Hortensien (-10 bis -20 °C)

 Sehen wir uns nun die Hortensien mit etwas schwankenderer Winterhärte an. Sie können beispielsweise an ihren Knospen schneller Frostschäden erleiden, was die Blüte beeinträchtigt. Im Durchschnitt sind alle in diesem Kapitel vorgestellten Hortensien bis -15 °C ohne Schäden winterhart.

  • Hydrangea macrophylla: Hydrangea macrophylla sind die bekannten blauen Hortensien der bretonischen Gärten. Sie bevorzugen ein mildes, gemäßigtes Klima und wachsen im Schatten oder an einem Nordstandort. Zahlreiche Kultivare wurden gezüchtet. Bei Hydrangea macrophylla kann der oberirdische Teil der Pflanze unterhalb von -15 °C und ohne schützende Schneedecke leichte Schäden erleiden, vor allem an den Blütenknospen. Einige natürliche Sorten aus Küstenregionen wie Ayesha erfrieren jedoch ohne schützende Schneedecke, bevor die Temperaturen -10 °C erreichen. Zu den frostempfindlichsten zählen auch Hydrangea macrophylla ‚Madame Plumecoq‘ ‚Leuchtfeuer‘,  ‚Mirai‘,  ‚Lanarth White‚,  ‚Buchfink‘.
  • Hydrangea serrata gehört ebenfalls hierher, da diese Art zwischen die beiden Kapitel fällt und die Winterhärte je nach Kultivar variiert. Aufgrund ihrer Herkunft aus Bergregionen sind sie winterhärter als Hydrangea macrophylla.
  • Hydrangea aspera: Diese wenig kultivierten, schönen Hortensien schmücken sich mit edlen flachen Dolden in Weiß, Violett, Mauve oder Rosa über elegantem, dunkelgrünem Laub. Hydrangea aspera ist eine Unterholzpflanze und bevorzugt halbschattige, frische Böden, geschützt vor kalten, austrocknenden Winden. Einige sind über -15 °C und sogar bis -20 °C winterhart. Werfen Sie einen Blick auf Hydrangea aspera villosa ‚Velvet & Lace‘ oder auf die braunblättrige Hydrangea aspera ‚Hot Chocolate‘.
  • Hydrangea involucrata: Kleine Hortensien mit einer den Hydrangea aspera ähnlichen Blüte. Sie vertragen Fröste von etwa -15 bis -18 °C. Zu beachten ist, dass sie einen leicht kalkhaltigen Boden tolerieren.
  • Schizophragma: Als Angehörige der Familie der Hortensiengewächse und nahe Verwandte der Kletterhortensien können Schizophragma mit Hydrangea petiolaris verwechselt werden. Ihre Blüte ist mit großen Hochblättern und kleinen, luftigen Blüten spektakulärer. Sie wachsen ebenfalls im Schatten, profitieren für eine üppige Blüte jedoch von etwas Sonne. Insgesamt winterhart, reagiert Schizophragma wegen des frühen Laubaustriebs dennoch recht empfindlich auf die ersten Frühjahrsfröste. Sehen Sie sich zum Beispiel die Sorten ‚Angel Wing‘ und ‚Rose Sensation‘ an.
  • Ein Wort zu Cardiandra: Die aus Taiwan stammende Staude ist mit der Hortensie verwandt und verträgt Fröste bis -18 °C. Die Art Cardiandra formosana ist besonders für ihre Schönheit bekannt.
hortensia

Blüte von Hydrangea unter einer Schneedecke

Kälteempfindliche Hortensien (bis -10 °C)

  • Erwähnen wir hier noch einmal Hydrangea macrophylla ‚Ayesha‘ aus den oben genannten Gründen sowie einige weitere macrophylla, wenn sie aus denselben Regionen stammen (zum Beispiel: ‚Domotoï‘, ‚Hanabi‘, ‚Izu-no-Hana‘, ‚Mikamba‘, ‚Seafoam‘).
  • Entdecken wir außerdem Hydrangea seemanii: eine weitere, 4 m hohe Kletterpflanze mit weißen Dolden, dekorativem, immergrünem Laub. Sie wächst im Schatten oder Halbschatten und ist bis etwa -10 °C frosthart.
  • Zum Schluss Hydrangea angustipetala : Diese wilde Hortensie blüht mehr oder weniger duftend und verträgt ebenfalls Frost bis -10 °C. Zu nennen ist Hydrangea angustipetala ‚Golden Crane‘ mit weißen bis gelben, stark nach Honig und Jasmin duftenden Blüten.
Hortensie

Rosa Hortensie nach Frost

Hortensien: frostempfindlich (ab -5 °C)

Erwähnt sei hier Dichroa, die keine Hortensie, sondern ein Strauch aus der Familie der Hortensiengewächse ist. In Kultur und Verhalten ähnelt sie den Hortensien. Der immergrüne Strauch stammt aus China und dem Himalaja. Er hat braune Triebe und eine den Hortensien ähnliche Sommerblüte. Er unterscheidet sich durch kleine Beerenfrüchte. Da er deutlich weniger winterhart ist, sollte er nicht in Regionen mit Temperaturen unter -5 °C gepflanzt werden. Zu nennen ist ‚Marie‘, eine Dichroa-Form mit zartrosa bis enzianblauer Blüte, je nach Boden.

Hortensie

Ende des Frosts

Kommentare

Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.