Invasive Prunkwinde bändigen?
Prunkwinden bändigen: Tipps gegen die Ausbreitung in Nachbargärten
Inhaltsverzeichnis
Prunkwinde: Üppige Blüte und schnelles Wachstum, doch manchmal invasiv. Erfahren Sie, wann sie sich ausbreitet und wie Sie sie wirksam bändigen.
Prunkwinde: wertvolle Kletter- oder Kriechpflanze
Mitte Mai direkt ins Freiland gesät, ist die Prunkwinde eine spektakuläre Zierpflanze. Sie begrünt rasch Mauern und Pergolen, spendet Schatten und kaschiert unschöne Bereiche. Sie passt in naturnahe Gärten, an blühende Zäune oder in einen Topf auf der Terrasse.
Ihr schnelles Wachstum macht sie auch zu einem hervorragenden, temporären Bodendecker oder saisonalen Pflanzenschirm in Regionen, wo sie den Winter nicht übersteht. Sie ist eine natürliche, kostengünstige und dekorative Lösung, um Brachland zu verschönern oder eine Gartenecke bis zu späteren, perennierenden Pflanzungen zu strukturieren.
Allerdings kann sie mitunter invasiv werden…

Die Prunkwinde wird als Kletterpflanze oder kriechend wachsend kultiviert
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Der Begriff „Prunkwinde“ umfasst tatsächlich mehrere hundert Pflanzenarten der Gattung Ipomoea aus der Familie der Windengewächse. In tropischen und subtropischen Regionen weit verbreitet, können diese krautigen Pflanzen in Regionen mit milden Wintern einjährig oder mehrjährig, kletternd oder kriechend sein. Zu den bekanntesten Arten im Garten zählen Ipomoea purpurea, Ipomoea tricolor, Ipomoea lobata sowie Ipomoea indica oder learii, wobei Letztere wegen ihres invasiven Wuchses besonders gefürchtet ist.
Die Windengewächse umfassen auch weitere Pflanzen, die für ihre Wuchskraft und ihre Fähigkeit bekannt sind, Flächen rasch zu besiedeln und dadurch in bestimmten Situationen unerwünscht werden können. Dazu gehört insbesondere die Acker-Winde (Convolvulus arvensis), ein unter Gärtnern bekanntes Unkraut, das sich nach der Ansiedlung wegen seiner langen, ausläuferbildenden Wurzeln nur sehr schwer beseitigen lässt. Diese Staude windet sich um Kulturpflanzen und Zierstauden, hemmt deren Wachstum und erschwert das Unkrautjäten. Ihre Verwandte, die Zaunwinde (Calystegia sepium), zeigt ein ähnliches Verhalten.

Drei besonders invasive Pflanzen aus der Familie der Windengewächse: im Uhrzeigersinn die Indische Prunkwinde (Ipomoea indica oder learii), die Zaunwinde und die Acker-Winde.
Was Ipomoea batatas, besser bekannt als Zier-Süßkartoffel, betrifft, so gehört sie zwar zur Gattung Ipomoea, zeigt jedoch ein völlig anderes Verhalten als die Zier-Prunkwinden. Diese mehrjährige Pflanze mit Knollen wird in unseren Breiten meist einjährig kultiviert. Sie wächst schnell, gilt aber nicht als invasiv. Sie ist frostempfindlich, sät sich nicht selbst aus und vermehrt sich durch Knollen.

Ipomoea batatas zeigt kein ebenso invasives Verhalten
Warum kann die Prunkwinde invasiv werden?
Die Wuchskraft, die den Charme der Prunkwinde ausmacht, kann im Garten auch zum Problem werden. Die windenden Triebe schlingen sich um jede verfügbare Stütze: Gitter, Stäbe, Sträucher oder sogar benachbarte Pflanzen. Fühlt sie sich wohl, kann sie weniger wüchsige Pflanzen überwuchern oder deren Entwicklung hemmen, indem sie ihnen das Licht nimmt.
Einige Arten sind besonders hartnäckig. Dazu gehört Ipomoea indica, die aus Südamerika stammt und sich durch natürliches Absenken vermehren kann, indem ihre Triebe bei Bodenkontakt Wurzeln bilden. In milden Klimazonen bleibt sie, obwohl sie als einjährig gilt, das ganze Jahr über belaubt und kann schnell einen dichten, schwer zu beseitigenden Teppich bilden. Sie kann auch aus Gärten entkommen und natürliche Lebensräume besiedeln, insbesondere Brachland, Böschungen und Hecken, was die lokale Biodiversität beeinträchtigt. Ihr kräftiges Wurzelsystem macht sie schwer zu entfernen, sobald sie sich etabliert hat.
Andere Arten wie Ipomoea purpurea oder Ipomoea tricolor sind in gemäßigten Klimazonen weniger problematisch, da sie frostempfindlich sind. Allerdings säen sie sich reichlich aus, wenn man ihre Kapseln ausreifen lässt, und können im Folgejahr massenhaft wieder auftauchen, manchmal weit über die ursprünglich eingesäten Bereiche hinaus.

Ipomoea purpurea und tricolor sind deutlich weniger invasiv
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Die Schönheit der Prunkwinde lässt sich genießen, ohne dass sie sich ausbreitet – vorausgesetzt, Sie beachten einige einfache Kulturregeln.
Zunächst sollten Sie weniger invasive Arten wählen, etwa Ipomoea purpurea mit begrenzter Lebensdauer oder sterile Zuchtsorten, die keine oder nur wenige Samen bilden.
Auch die Topfkultur hilft, die Wurzelausbreitung zu begrenzen. In großen Pflanzgefäßen oder Kübeln verhindern Sie, dass die Prunkwinde Beete oder Gartenboden erobert. So lässt sich ihr Wachstum besser kontrollieren und die Pflanze bei Bedarf leicht entfernen.
Außerdem sollten Sie verblühte Blüten vor der Samenbildung abschneiden, besonders am Saisonende. Dieser Rückschnitt verhindert Selbstaussaat und begrenzt eine unerwünschte Ausbreitung.

Verblühte Blüten der Prunkwinde vor der Samenbildung abschneiden.
Schließlich sollten Sie die umliegenden Bereiche regelmäßig kontrollieren: Jede abgesenkte Triebspitze und jede unerwünschte Aussaat sollte schnell entfernt werden, solange die Pflanze noch jung und leicht zu beseitigen ist.
Prunkwinde überwuchert den Garten: Was tun?
Hat eine zu wuchsfreudige Prunkwinde einen Gartenbereich überwuchert, bleibt regelmäßiges manuelles Ausreißen die beste Strategie, die mehrmals pro Saison wiederholt werden sollte. Entfernen Sie unbedingt Wurzeln und bewurzelte Triebe, aus denen neue Triebe entstehen können.
In manchen Fällen kann es helfen, den Boden mehrere Wochen mit einer dicken Plane abzudecken, um die unterirdischen Pflanzenteile zu schwächen. Chemische Mittel sollten Sie vermeiden: Sie beseitigen die Pflanze nicht immer vollständig und schädigen das Bodengleichgewicht.
Geduld ist gefragt: Eine etablierte Prunkwinde kann zwei bis drei Saisons brauchen, bis sie vollständig verschwunden ist – besonders, wenn sie sich durch Absenken vermehrt. Kontrollieren Sie den Bereich auch nach starkem Ausreißen regelmäßig.
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