Kopfbaum schneiden und pflegen?
Eine uralte Technik
Inhaltsverzeichnis
Der Kopfbaumschnitt ist eine uralte Technik mit vielen Regionalnamen. Er schützt Triebe, verlängert das Baumleben und verlangt fachgerechten Rückschnitt.
Für welche Gehölze ist dieser Rückschnitt geeignet?
Kopfbäume
Im Allgemeinen können alle Gehölze, die einen starken Rückschnitt gut vertragen und kräftig wieder austreiben, zu Kopfbäumen erzogen werden.
Die meisten Laubbäume eignen sich für diese Technik, etwa Erle, Eukalyptus, Esche, Platane, Ahorn, Rotbuche, Esskastanie und weitere. Besonders häufig sind Kopfweiden, deren junge, farbige Rinde dadurch zur Geltung kommt. Einige Gehölze erfordern jedoch Anpassungen bei der Häufigkeit des Rückschnitts, etwa Eiche oder Linde. Die Kopf-Ulme ist heute aufgrund der Ulmenkrankheit verschwunden.
Nur Walnuss, Steinobst und die meisten Nadelgehölze werden wegen ihres langsamen Wachstums und ihrer geringen Verträglichkeit für einen starken Rückschnitt nicht empfohlen.
Außerdem hängt die Auswahl von der Region ab: Im französischen Département Isère (38) sind Kopfbäume beispielsweise oft Korb-Weiden (Salix alba subsp. vitellina), Silber-Weiden (Salix alba), Weiße Maulbeerbäume (Morus alba), Gemeine Eschen (Fraxinus excelsior) und Schwarz-Pappeln (Populus nigra).
Der Nutzen von Kopfbäumen
Oft in Reihen gepflanzt, markieren Kopfbäume Grundstücksgrenzen, betonen die Linien eines Wasserlaufs und zeichnen die Kurven einer Straße oder eines Weges nach. Ihre außergewöhnliche Langlebigkeit von über 200 Jahren ermöglichte es lange Zeit, das eigene Land ansprechend vom Nachbargrundstück abzugrenzen.
Manche Kopfbäume wurden auch mitten auf einem Grundstück oder in der Nähe eines landwirtschaftlichen Gebäudes oder Gartens gepflanzt – ihre Verwendung war entscheidend. So konnten die dünnen, biegsamen Zweige der Silber-Weide Landwirten als Bindematerial für ihre Weinreben, zum Binden von Reisigbündeln oder zum Befestigen von Obstbaumstützen dienen. Die Korb-Weide wurde außerdem zur Herstellung von Körben verwendet. Andere Gehölze lieferten schließlich Brennholz, etwa Esche, Platane, Hainbuche oder Feld-Ahorn.
Heute werden Kopfbäume nur noch wenig genutzt, ausgenommen die Zweige von Weiden. Doch neue Nutzungsmöglichkeiten eröffnen sich: Kopfbäume gelten als erneuerbare Quelle für Hackschnitzel und für Frischholzhäcksel (BRF), das wegen seines Ligningehalts gern zur Bodenabdeckung eingesetzt wird.

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Erster Rückschnitt des Kopfbaums: ab 8–15 cm Stammdurchmesser auf 2 m Höhe. 3 Jahre jährlich schneiden; Wurzelschösslinge und Seitenknospen entfernen.
Kopfbaum pflegen?
Wie oft wird ein Kopfbaum geschnitten?
Nach der Bildung des Kopfes muss der Kopfbaum sorgfältig und regelmäßig gepflegt werden: Im Durchschnitt liegen zwischen den Rückschnitten je nach Baumart, Standort und Holznutzung 5 bis 8 Jahre (Futter- oder Brennholz). Diese Arbeiten werden als Schneitelung bezeichnet.
„Harthölzer“ wie die Eiche benötigen alle 8 Jahre einen Rückschnitt, während schnell wachsende Gehölze wie die Weide oder die Espe alle 5 Jahre geschnitten werden müssen.
Gut zu wissen: Häufigere Rückschnitte fördern die Vitalität des Baumes, verhindern jedoch die Bildung von Höhlungen, die für die Biodiversität nützlich sind.
Welche Regeln sind zu beachten?
Die Pflege eines Kopfbaums erfolgt im Winter, wenn sich Pflanzensaft und Reserven in die Wurzeln zurückgezogen haben. Außerdem wird so vermieden, die Brutzeit der Vögel zu stören.
Bei jedem Rückschnitt ist darauf zu achten, keine Teile des Kopfes zu entfernen, die zu große Wunden verursachen würden. Dagegen müssen die Aststummel entfernt werden, da diese abgestorbenen Holzstücke die Wundheilung und den Neuaustrieb behindern können.
Bei dicken Ästen sind beim Schneiden unbedingt einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten: Idealerweise werden sie von oben aus in mehreren Abschnitten abgesägt.
Sonderfall: Bei einer alten Kopf-Eiche empfiehlt es sich, einen „Saftzieher“ stehen zu lassen, um den Neuaustrieb zu fördern. Im folgenden Winter muss er jedoch zugunsten eines neuen Astes entfernt werden, damit der Baum nicht aus dem Gleichgewicht gerät.
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