Land Art – was ist das?
Ursprünge und Künstler: gestern bis heute
Inhaltsverzeichnis
Land Art nutzt seit über 50 Jahren Natur als Rahmen und Materialien wie Holz, Erde, Stein, Wasser und Sand. Vergängliche Werke für alle.
Woher stammt diese Bewegung?
Land Art ist eine historische Bewegung, die im Oktober 1968 mit der Ausstellung „Earth Works“ in der Dwan Gallery in New York ihren Anfang nahm. Parallel dazu machte Robert Smithsons Essay „The Sedimentation of the Mind: Earth Projects“ ihn zu einer Symbolfigur dieser neuen Kunstrichtung, da er darin ihre ersten Künstler vorstellte. Im Februar 1969 bestätigte eine zweite Ausstellung mit dem Titel „Earth Art“ die Entstehung des Land Art.
Ursprünglich sollte der einengende Rahmen der Galerie gesprengt werden: Kunst sollte nicht länger der Elite in einem geschlossenen Raum vorbehalten sein, sondern sich grenzenlos mit vor Ort vorgefundenen Materialien ausdrücken. Die Natur gibt dem Werk seine Bedeutung; sie wird nicht mehr nur dargestellt, sondern ist fester Bestandteil der Gestaltung. Heute greift Street Art diese Prinzipien auf und nutzt Stadtmobiliar als Ausdrucksmittel.

Land Art
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Land Art: Herbstmandala gestalten?Wer sind seine prägenden Künstler?
Mit der Natur als Partner nehmen Land-Art-Künstler Orte in Besitz, um dort ihre Botschaft zu hinterlassen. Hier sind drei bedeutende Vertreter dieser Kunstform mit ihrem bekanntesten Werk:
- Walter de Maria
Der im Oktober 1935 geborene US-amerikanische Künstler ließ nicht weniger als 400 über fünf Meter hohe Metallstäbe in einem ein Kilometer langen Rechteck in der Wüste von New Mexico aufstellen. Sein 1977 vollendetes Projekt „The Lightning Field“ soll Blitze auffangen und an einem bestimmten Ort bündeln. Eine Erfahrung des Erhabenen, die das Warten und die Geduld – zwei zentrale Themen des Künstlers – inszeniert.
- Michael Heizer
Der im November 1944 geborene US-amerikanische Bildhauer schuf in einem Canyon des Virgin River Mesa (Nevada, USA) einen 457 Meter langen, 13 Meter breiten und 15 Meter tiefen Erdgraben. Für „Double Negative“ mussten 244.800 Tonnen Sandstein und Rhyolith abgetragen werden: Die ganze Kraft dieses Werks liegt jedoch gerade in dem, was bewegt wurde, in dem, was nicht mehr vorhanden ist. Diese Schöpfung machte den jungen Künstler zu einer der wichtigsten Figuren der Land Art.
- Robert Smithson
Der im Januar 1938 geborene US-amerikanische Künstler schuf 1970 am Großen Salzsee in Utah einen spiralförmigen Damm: „Spiral Jetty“. Dafür mussten mehr als 6.500 Tonnen Erde und Gestein bewegt werden. Als Symbol für den Beginn von Lebensprozessen erinnert die Spirale zugleich an den See, an Wasserwirbel und an die Form von Salzkristallen.
Viele weitere Künstler haben sich diese Form der Naturkunst zu eigen gemacht, etwa Nancy Holt mit ihren „Sun Tunnels“, die so ausgerichtet sind, dass man zur Sonnenwende den Sonnenauf- und -untergang beobachten kann. Die menschengroßen Werke von Andy Goldsworthy spielen mit der Vergänglichkeit der Land Art: Sie überdauern oft nur wenige Tage oder sogar Stunden und entstehen aus Eis, Moos, Farnen, Holz …
Davon ließ sich auch Ludovic Fesson inspirieren. Der junge französische Künstler erschafft mit Stöcken, Steinen und anderen Materialien geometrische Formen. Geoffroy Mottard setzt dagegen gern Blumen als Kopfschmuck auf Statuen. Er verbindet Street Art und Land Art und bringt so etwas Farbe in unsere städtische Umgebung.

Land Art im Garten: Warum und wie?
Doch Land Art ist nicht nur etwas für große Künstler: Jeder kann es ausprobieren und davon profitieren:
- Kreativität in jedem Alter ausleben: Land Art ist auch ohne künstlerische Ausbildung möglich. Sie beobachten die Natur und lassen sich von Ihrer Fantasie leiten. Stapeln, Aneinanderlegen, Übereinanderschichten, Zerreißen, Gravieren … Die Techniken sind einfach und schon für kleine Kinder geeignet.
- Um des Schaffens willen gestalten: Dieser besondere Moment mit der Natur und mit sich selbst braucht kein Ziel und keine Vorgaben. Lassen Sie Ihren Ideen freien Lauf. Das Wissen, dass die Kreation mit der Zeit verschwindet, befreit, beruhigt und entspannt.
- Einen gemeinsamen Moment erleben: Ob mit Freunden, als Paar oder mit Ihren Kindern – Land Art macht gemeinsam Freude und wird durch ein gemeinsames Werk zu einem schönen Erlebnis.
Da kein Material nötig ist, lässt sich eine Land-Art-Session jederzeit und überall spontan gestalten – bei einem Spaziergang und ganz nach Ihren Inspirationen. Sammeln Sie einfach hier und da einige Naturmaterialien und spielen Sie mit Formen, Farben, Licht und Düften …
Einige Magnolien-Blütenblätter auf dem Gras, eine Komposition mit den Farben von Gänseblümchen, eine spiralförmige Anordnung aus Steinen und Scharfem Hahnenfuß, ein Spiel mit bunten Kieseln … Ihre Kreation kann nur 5 Minuten dauern oder einen ganzen Nachmittag in Anspruch nehmen. Sie kann an einem Ort entstehen, der Ihnen besonders gefällt, etwa am Strand oder auf einer Lichtung, oder an einem bedeutungslosen Ort, der Sie plötzlich inspiriert …
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