Leinen, Hanf, Jute, Wolle: Was sind neue biologisch abbaubare Mulchgewebe?
Alternativen zum klassischen Unkrautvlies
Inhaltsverzeichnis
Die Auswahl an Mulchmaterialien ist groß: Zur Wahl stehen organische Materialien (Stroh, Rasenschnitt, Rinde, Häckselgut aus Zweigen …), mineralische und sogar … synthetische Materialien wie synthetische Mulchfolien. Doch es gibt auch andere Mulchvliese und -filze, die vollständig biologisch abbaubar sind. Diese Mulchvliese werden aus Jute, Kokosfaser, Flachs, Hanf … hergestellt. Welche Vorteile bieten sie gegenüber synthetischen Mulchfolien? Welches biologisch abbaubare Mulchvlies sollte man wählen? Darum geht es in diesem Ratgeber.

Mulchen gehört im Garten unbedingt dazu!
Warum mulchen? Kurz aufgefrischt
Offener Boden im Garten sollte endgültig tabu sein: Er schadet Pflanzen und Bodenleben. Mulchen bietet viele Vorteile:
- Begrenzt Unkrautwuchs;
- Verringert Wasserverlust und hält den Boden kühl und feucht;
- Verhindert Bodenerosion (Auswaschung löslicher und feiner Bodenteilchen) sowie Verschlämmung;
- Schafft einen „Wärmepuffer“, indem es nachts einen Teil der tagsüber gespeicherten Wärme abgibt;
- Verhindert Schlammspritzer auf Gemüse und Obst;
- Nährt den Boden, wenn sich organisches Mulchmaterial zersetzt;
- Ist auch ästhetisch unbestreitbar attraktiv.
All diese Vorteile zeigen, dass man auf Mulchen besser nicht verzichten sollte. Vergessen wir jedoch auch Bodendecker nicht – echte „lebende Mulchschichten“!
Oli erklärt: Bei der Auswaschung werden durch Wasser feine feste Teilchen (etwa Ton) abtransportiert, während bei der Lösungsverlagerung wasserlösliche Stoffe (etwa Stickstoff, Phosphor oder Kalium) ausgewaschen werden.

Mulchen mit Häckselgut, Stroh oder Bodendeckern (hier Aegopodium)
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Je nach verwendetem Material gibt es verschiedene Arten biologisch abbaubarer Mulchvliese und -filze.
- Jute: Jute wird aus zwei tropischen krautigen Pflanzen gewonnen und ist daher kein regionales Produkt. Dennoch sind Juteplatten oder -rollen sehr wirksam als Mulch. Jute ist meist relativ dick (zwischen 8 und 10 mm), lässt jedoch Regenwasser durch und erweist sich als hervorragender Wärmeschutz. Jute zersetzt sich durchschnittlich innerhalb von 24 Monaten. Achtung: Aufgrund ihrer Dicke und Struktur lässt sich Jute nur schwer schneiden. Sie benötigen ein Cuttermesser;
- Wolle: Schafwolle wird teilweise in Frankreich produziert. Diese Art der Mulchabdeckung hat zwei große Vorteile: Das Material ist leicht und daher besonders einfach zu verlegen. Vor allem aber hält sie länger als Vliese aus Pflanzenfasern. Die Lebensdauer beträgt mindestens durchschnittlich 36 Monate. Bei der Zersetzung werden Stickstoff und Proteine freigesetzt;
- Hanf: Hanf wird häufig regional produziert (Frankreich und Belgien). Hanf speichert Wasser hervorragend und dunkelt den Boden gut ab, wodurch die Keimung von Unkraut stark eingeschränkt wird. Aufgrund seiner Dicke (etwa 5 mm) lässt er sich als Platte leichter verlegen als als Rolle. Hanffaserplatten halten je nach Boden und Witterung zwischen 12 und 24 Monate. Bei der Zersetzung verbessern sie den Boden wirksam, indem sie hochwertigen Humus bilden, ohne ihn zu versauern;
- Flachs: Flachs ist vor allem als herkömmlicher Mulch bekannt. In Frankreich produzierter Flachs kann jedoch auch gewebt und als Platte oder Rolle verlegt werden. Er zersetzt sich relativ schnell innerhalb von 12 bis 24 Monaten und verbessert die Bodenstruktur durch die Bildung von hochwertigem Humus;
- Kokosfaser: Filze aus Kokosfaser, kurz „Kokosfilze“ genannt, sind am langlebigsten. Sie können je nach Bodenleben und Witterung zwischen 5 und 10 Jahre halten. Kokosfaser eignet sich ebenso gut als Mulch wie andere Pflanzenfasern, ist in der Anschaffung jedoch deutlich teurer.

Links eine Mulchscheibe aus Wolle, rechts eine geschlitzte Hanfmulchplatte
Für diese Arten von Mulchvlies und -filz gibt es inzwischen auch „Verbundmaterialien“, etwa Chanvrelin aus 70 % Hanf und 30 % Flachs, das die Vorzüge beider Pflanzenfasern vereint. Chanvrelin ist robust und leicht, hält die Feuchtigkeit im Boden und lässt Wasser durch. Es unterdrückt Unkraut hervorragend und verbessert bei seiner Zersetzung zudem die Bodenstruktur und das Bodenleben.

Natürlicher Mulch aus Chanvrelin
Zusammenfassend lässt sich sagen: Jute, Hanf und Flachs eignen sich hervorragend für Pflanzungen mit Stauden (Bodendeckern oder anderen Stauden), Erdbeeren, Beerensträuchern und sogar im Gemüsegarten. Jute- oder Hanfplatten sind sehr praktisch, um den Fuß junger Bäume und Sträucher abzudecken. Wolle oder Kokosfaser sollten Sie für den Fuß von Hecken oder andere Stellen verwenden, an denen das Vlies länger liegen bleiben soll.
Alle diese Vliese sind als Rolle, Platte oder kleiner Kreis (Baumscheibe) erhältlich, der um die Pflanzen gelegt wird: Stauden, Bäume, Sträucher und sogar im Gemüsegarten. Diese Arten von Mulchfilz gibt es außerdem in verschiedenen Grammaturen (g/m²): Je höher das Flächengewicht, desto länger hält das Vlies, aber desto schwerer und schwieriger ist es zu verlegen. Eine schnelle Zersetzung des Filzes kann jedoch manchmal von Vorteil sein, insbesondere bei der Pflanzung von Bodendeckern oder im Gemüsegarten.

Mulchrolle aus Jutefilz
Aus ökologischer Sicht wäre es am sinnvollsten, ein natürliches Material zu wählen, das in der Nähe angebaut und verarbeitet wird, zum Beispiel Hanf oder Flachs aus unserer Region.
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Das Verlegen eines biologisch abbaubaren Mulchgewebes sollte außerhalb der Frostperiode erfolgen, damit es sich leichter auslegen und befestigen lässt. Ansonsten kann ein biologisch abbaubares Mul####gewebe jederzeit im Jahr verlegt werden. Am besten wird es vor der Pflanzung im Frühjahr oder Herbst ausgelegt.
Bodenvorbereitung
- Lockern und lüften Sie den Boden mit einer Grabegabel oder einer Doppelgrabegabel.
- Entfernen Sie die Wurzeln von Unkräutern, Steine und sonstige Rückstände.
- Ebnen Sie den Boden zunächst mit einer Hacke und anschließend mit einem Rechen.
Mulchgewebe verlegen
Ihr Boden ist nun bereit für das Mulchgewebe. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Sie können Matten oder eine Gewebebahn verlegen.
- Verlegen Sie die Matten oder rollen Sie das Mulchgewebe über der zu bedeckenden Fläche aus. Lassen Sie es an den Rändern mindestens 30 cm überstehen. Berücksichtigen Sie diese zusätzliche Fläche beim Kauf des Gewebes.
- Wenn Sie mehrere Mulchgewebe verwenden oder Matten verlegen, lassen Sie die Bahnen 20 cm überlappen und befestigen Sie sie mit U-förmigen Klammern oder speziellen Nägeln aus Polypropylen oder Metall.
Mulchgewebe befestigen
- Auf ebener Fläche: Spannen Sie das Gewebe möglichst straff und befestigen Sie es an den Rändern mit Klammern. Setzen Sie die Klammern an den Rändern senkrecht zum Geweberand etwa alle 20 cm. Bedecken Sie die Ränder des Gewebes mit Erde.
- Am Hang: Heben Sie am oberen Ende des Hangs einen 20 cm tiefen Graben aus und vergraben Sie darin den ersten Rand des Gewebes. Befestigen Sie es alle 20 cm senkrecht zum Geweberand mit Klammern am Boden. Befestigen Sie das Gewebe am unteren Ende des Hangs mit Klammern und achten Sie darauf, dass es straff gespannt ist. Befestigen Sie die übrigen Ränder auf die gleiche Weise.
Wie pflanzt man mit Mulchgewebe?
Das Gewebe liegt, nun kann gepflanzt werden!
- Schneiden Sie an den Pflanzstellen ein Kreuz, dessen Diagonalen etwas länger sind als der Wurzelballen der Pflanzen. Klappen Sie die vier entstandenen Laschen nach außen.
- Heben Sie ein Pflanzloch aus und setzen Sie die Pflanze hinein. Drücken Sie die Erde am Fuß der Pflanze fest und gießen Sie sie gründlich.
- Schneiden Sie entweder den überschüssigen Stoff (die Kreuzlaschen) ab, vergraben Sie ihn in der Erde oder befestigen Sie die Laschen mit Klammern. Die letzte Lösung ist am besten, da das Gewebe rund um die Pflanze an dieser Stelle gut fixiert bleibt.
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