Maikäfer: Erkennen, Schäden und Bekämpfung

Maikäfer: Erkennen, Schäden und Bekämpfung

gegen dieses kuriose Insekt...

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 13. August 2025  durch Olivier 4 min.

Welches laute, etwas tollpatschige Insekt stößt abends gegen Ihr Fenster? Wahrscheinlich ist es ein Feldmaikäfer.

Dieser nachtaktive Käfer war einst wegen seiner Fähigkeit gefürchtet, vor allem in Obstgärten ganze Ernten zu vernichten. Doch sein Bestand ist in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen, und er ist längst nicht mehr so problematisch wie früher.

Da sich die Larven des Maikäfers von Wurzeln ernähren, bleibt jedoch eine gewisse Sorge, wenn wir sie in der Erde entdecken.

Wie erkennt man ihn, vor allem im Stadium des „Engerlings“? Welche Schäden sind zu befürchten? Sollte man eingreifen oder ihn in Ruhe lassen? In unserem Ratgeber erfahren Sie alles!

Schwierigkeit

Was ist der Feldmaikäfer?

Der Feldmaikäfer oder Melolontha melolontha ist ein 20 bis 30 mm großer Käfer mit rotbraunen Flügeldecken, den man von Mai bis Anfang Juli gelegentlich in unseren Gärten sieht. Männchen und Weibchen lassen sich anhand der Fühler mehr oder weniger leicht unterscheiden: Das Männchen hat 7 Fühlerblättchen, das Weibchen nur 6.

Im Larvenstadium, das mehrere Jahre dauert, kann man den Maikäfer mit dem Goldkäfer verwechseln, einem anderen Käfer mit metallisch grünem Körper, der jedoch deutlich weniger problematisch ist als der Feldmaikäfer. Die beiden lassen sich aber leicht unterscheiden:

  • Larve des Feldmaikäfers, auch Engerling genannt: weißlich bis gelblich, kommaförmig, mit einem schwarzen Fleck am Hinterende und einem großen Kopf.
  • Larve des Goldkäfers: weißlich-grau, mit kleinem Kopf, kurzen Beinen und einem dicken Hinterende.

Maikäfer und Goldkäfer

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel: „Goldkäfer: Alles über dieses große Garteninsekt“

Der gesamte Entwicklungszyklus dieses Insekts dauert 3 Jahre. Die Larven schlüpfen 4 oder 5 Wochen nach der Eiablage im Frühjahr und dringen anschließend zum Überwintern in den Boden ein. Im darauffolgenden Frühjahr kommen die Larven wieder nach oben und ernähren sich von den Wurzeln der Pflanzen. Danach überwintern sie ein weiteres Mal und verpuppen sich erst im darauffolgenden Sommer. Der Imago (das junge erwachsene Tier) schlüpft aus der Puppe, bleibt aber weiterhin unter der Erde. Erst im nächsten Frühjahr kommt es aus dem Boden und fliegt im Garten umher. Das Auftreten von Maikäfern ist daher periodisch: In manchen Jahren sieht man sehr viele, vor allem an den wärmsten Tagen.

Gartenschäden und Bekämpfung

Mögliche Schäden im Garten:

  • Larven oder Engerlinge fressen die Wurzeln von Pflanzen. Bei geringer Anzahl bleiben die „Schäden“ sehr begrenzt. Bei sehr großer Anzahl (was heute praktisch nie mehr vorkommt!) kann die Situation problematisch werden.
  • Die Larven können auch den Rasen „beschädigen“, indem sie einige Erdschollen anheben.
  • Die adulten Käfer knabbern etwas an den Blättern sommergrüner Bäume oder Sträucher, gelegentlich auch an einigen Blüten oder Früchten.

Maßnahmen zur Bekämpfung:

  • Im Gemüsegarten hilft tiefes Umgraben im Winter bis 50 cm, einen großen Teil der Maikäferlarven abzutöten. Übertreiben Sie es jedoch nicht: Ihr Boden ist empfindlich, und zu starkes Umgraben stört sein empfindliches Gleichgewicht.
  • Auflockern oder Hacken, selbst oberflächlich, reicht aus, um einen Teil der Eier zu zerstören oder die Larvenzahl zu verringern.
  • Die natürlichen Feinde nicht zu bekämpfen, ist der beste Weg, um eine Maikäferplage zu vermeiden. Ein igelfreundlicher Garten oder ein alter Kultur-Apfel als Nistplatz für Steinkäuze sind beispielsweise gute Lösungen.
  • Im September kann auf einer befallenen Fläche eine Lösung aus Wasser und Nematoden Heterorhabditis bacteriophora ausgebracht werden, die sich von Maikäferlarven ernähren.

Maikäfer

Ökologischer Nutzen des Feldmaikäfers

Der ausgewachsene Feldmaikäfer dient vielen fliegenden Tieren als Nahrung: zahlreichen insektenfressenden Vögeln und sogar nachtaktiven Greifvögeln während der Brutzeit, etwa dem Steinkauz, sowie Fledermäusen wie der Breitflügelfledermaus. Die Larven wiederum werden von Igeln, Wühlmäusen und Maulwürfen gefressen. Der Feldmaikäfer spielt daher eine wichtige Rolle in der Nahrungskette.

Maikäfer sind für den Menschen völlig harmlos: Sie stechen nicht, beißen nicht und kratzen nicht … Abends werden sie einfach vom Licht angezogen. Deshalb nähern sie sich Häusern und scheinen großen Spaß daran zu haben, an die Fenster zu „klopfen“.

Die Larven tragen wie die gesamte Bodenmakrofauna auch zur Bodenbelüftung bei. Außerdem helfen sie, wenn auch unfreiwillig, organische Substanz in den Boden einzubringen, indem sie Pflanzenwurzeln fressen und anschließend ihre kleinen Kotkrümel hinterlassen. Diese organische Substanz wird dann für die verbleibenden Pflanzen verfügbar.

Nota bene: Wie viele Insekten sind Feldmaikäfer in Europa aus verschiedenen Gründen seltener geworden, etwa durch den Verlust natürlicher Lebensräume, den langjährigen Einsatz von Pestiziden und die zunehmende Mechanisierung des Pflügens. Doch auch die regelrechte „Hexenjagd“ auf alle vermeintlichen Gartenschädlinge ist nicht harmlos. Kurz gesagt: Lassen wir diesen sympathischen Tieren und den anderen Gartenbewohnern ihren Platz.

hanneton

Wussten Sie das?

  • Die Unterfamilie Melolonthinae umfasst weltweit 11.000 Arten von Blatthornkäfern, darunter Gartenlaubkäfer und Junikäfer.
  • Früher banden Kinder eine Schnur um den Körper des Insekts und ließen es über ihren Köpfen kreisen.
  • Als gefürchteter Kulturschädling wurde der Maikäfer Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts eifrig bekämpft. Besonders in Obstgärten sollten Kinder ihn fangen und töten. Diese Praxis hieß Maikäferbekämpfung.
  • Noch vor Kurzem standen Maikäfer in Frankreich und Belgien unter Artenschutz. Dank besserer Anbaumethoden und deutlich weniger Insektiziden erholen sie sich langsam. Zum Glück!

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