Mariendistel anbauen: Heilpflanze mit Wirkung
Früchte und Blätter: Vorteile der zweijährigen Pflanze
Inhaltsverzeichnis
Mariendistel (Silybum marianum) ist eine seit der Antike bekannte Heilpflanze. Erfahren Sie mehr über Wirkung, Anwendungen und Gegenanzeigen.
Vorstellung der Mariendistel
Es gibt Distel und Distel! Hinter ihrem stacheligen Erscheinungsbild verbergen sich von den Blättern bis zu den Blütenständen mehrere krautige Pflanzen aus verschiedenen Gattungen, die größtenteils zur großen Familie der Korbblütler gehören. Dazu zählen die echten Disteln (Carduus), die Kugeldisteln (Echinops), die Kratzdisteln (Cirsium), die Eberwurzen (Carlina), außerdem die Mannstreu-Arten (Eryngium) und die Karden. Unter diesen stacheligen Pflanzen nimmt die Mariendistel (Sylibum marianum) eine Sonderstellung ein. Sie ist nämlich der einzige Vertreter der Gattung Sylibum! Dennoch vereint sie zahlreiche ästhetische und medizinische Vorzüge.
Um von den Vorzügen der Mariendistel zu profitieren, muss man sie zunächst gut kennen.
Krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler
Die aus dem Mittelmeerraum und einigen asiatischen Regionen stammende Mariendistel ist eine ziemlich robuste krautige Pflanze, denn sie besitzt eine dicke, kugelige und verzweigte Wurzel. Als zweijährige Pflanze bildet sie im ersten Jahr eine Rosette aus ovalen, derben Blättern mit unregelmäßigen Zähnen und Dornen. Die glänzend grünen Blätter sind entlang der Blattadern weiß marmoriert. Im zweiten Jahr entwickelt die Mariendistel einen aufrechten Stängel, der an der Basis beblättert und im oberen Bereich filzig behaart ist. Im Sommer, zwischen Juni und Juli sowie August und September, öffnen sich einzelne Blütenkörbchen an den Stängelspitzen. Die purpurfarbenen Blüten sind von gezähnten, dornigen Hochblättern umgeben und bilden braune, gefleckte Früchte in Form von Achänen, die von einem weißen, glänzenden Pappus gekrönt werden.
In freier Natur findet man die Mariendistel häufig an Wegrändern, auf Schuttplätzen und Brachflächen sowie an steinigen Hängen. Sie lässt sich aber auch aussäen und in einem naturnahen oder städtischen Garten kultivieren. Dort kann sie eine Höhe von 1,50 bis 2 m erreichen.
Mariendistel aussäen und kultivieren
Die Mariendistel ist als Saatgut erhältlich. Die Aussaat erfolgt im Februar unter Schutz oder im April direkt ins Freiland. Die Februar-Aussaat wird im März in Anzuchttöpfe pikiert und im April an ihren endgültigen Standort gepflanzt. Im Freiland werden die Samen in Reihen mit 50 bis 60 cm Abstand ausgesät. Später werden die Jungpflanzen auf 60 cm Abstand vereinzelt.
Die Mariendistel ist aufgrund ihrer Herkunft gut an trockene, kalkhaltige und nährstoffarme Böden angepasst, gedeiht aber in einem nährstoffreichen Boden besser. Entscheidend ist eine sehr gute Drainage; bei Bedarf kann der Boden mit Sand aufgelockert werden. Außerdem benötigt sie volle Sonne.
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Wenn alle zarten Teile der Mariendistel (junge Blätter und Stängel, Blütenkörbchen, Wurzeln) essbar sind, werden in der Phytotherapie vor allem Blätter und Achänen verwendet, da sie die Wirkstoffe enthalten. Diese Früchte sind besonders reich an Flavonoiden, insbesondere an Silybin, dem eine leberschützende Wirkung zugeschrieben wird. Diese Heilwirkung ist zudem offiziell von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) anerkannt.
Wie erntet man Mariendistel?
Die Blätter werden während der Blütezeit der Mariendistel zwischen Juni und September geerntet, je nach Region. Es handelt sich um kleine Blattrosetten, die sich an den Blütenstängeln entwickeln. Sie sollten jung geerntet werden, bevor sie zäh und stachelig werden. Anschließend lässt man sie in einem dunklen, gut belüfteten Raum vor Feuchtigkeit geschützt trocknen. Falls kein geeigneter Ort vorhanden ist, können die Blätter bei 50 °C im Ofen bei leicht geöffneter Tür getrocknet werden.
Die Samen werden aus den verblühten, trockenen und braun gefärbten Blütenkörbchen gewonnen. Oft lösen sich die Samen von selbst aus den Großen Sauerampfern, die die Achänen krönen. Schneiden Sie einfach die trockenen Blütenstände ab und legen Sie sie auf ein altes Tuch oder in einen großen Beutel, damit sie einen Monat lang weiter trocknen. Die weißen Haare sind gut sichtbar und können allergieauslösend sein. Ziehen Sie Handschuhe an und entfernen Sie die Großen Sauerampfer, um die Samen zu gewinnen. Mit einem Haartrockner lassen sich die Großen Sauerampfer entfernen.

Getrocknete Mariendistelblüte
Wie verwendet man Mariendistelsamen und -blätter?
- Getrocknete Blätter werden als Aufguss getrunken: 1 Teelöffel auf 250 ml kochendes Wasser. 10 Minuten ziehen lassen und vor dem Trinken abseihen. 3 Tassen täglich, eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten.
- Ganze Samen werden als Abkochung zubereitet: 1 Teelöffel in 150 ml kaltes Wasser geben. 5 Minuten kochen, abseihen und trinken. 3 Tassen täglich, 30 Minuten vor der Mahlzeit.
- Die Samen können gemahlen und zu Pulver verarbeitet werden, das als Aufguss getrunken wird. Nehmen Sie 2 Teelöffel Pulver täglich.
Es wird empfohlen, Mariendistel nicht über längere Zeit ununterbrochen einzunehmen. In der Regel wird eine Kur von 3 bis 6 Wochen empfohlen, gefolgt von einer mehrwöchigen Pause, bevor die Anwendung bei Bedarf fortgesetzt wird. Die Pause verhindert, dass sich der Körper an die Wirkstoffe gewöhnt, und erhält die Wirksamkeit der Pflanze.
Mariendistel: Wirkung auf den Körper?
Seit der Antike von den Griechen und Römern sowie in der ayurvedischen Medizin verwendet, gilt die Mariendistel als wichtige Pflanze zum Schutz der Leber. Sie wird traditionell zur Behandlung von Lebererkrankungen eingesetzt. Die Vorteile der Mariendistel beschränken sich jedoch nicht auf diesen Bereich.
Die leberschützende Wirkung
Der wichtigste Wirkstoff der Mariendistel, das Silymarin, soll auf die Leberzellen wirken. Es soll die Regeneration und Entgiftung der Leber unterstützen und durch die Beseitigung von Giftstoffen zur Reparatur der Leberzellen beitragen. Dies gilt insbesondere nach hohem Alkohol- oder Medikamentenkonsum sowie bei einer Lebervergiftung. Diese Flavonoide sollen außerdem die Bildung neuer Leberzellen fördern.
Die Mariendistel gilt daher zu Recht als wichtiger Verbündeter bei der Behandlung von Lebererkrankungen wie Hepatitis, Leberzirrhose oder Lebererkrankungen im Zusammenhang mit Gallensteinen …
Die WHO erkennt offiziell die leberschützenden Eigenschaften der Mariendistel in Chemotherapieprotokollen gegen Krebs an, um Nebenwirkungen zu verringern.

Die Samen der Mariendistel sollen Silymarin, den wichtigsten Wirkstoff, enthalten
Unterstützung der Verdauung
Die Mariendistel ist auch dafür bekannt, die Verdauung und eine gute Darmtätigkeit zu unterstützen. Sie soll die Gallenproduktion in der Leber anregen. Durch die erhöhte Gallensekretion werden Fette besser verdaut und fettlösliche Nährstoffe wirksamer aufgenommen. Die Mariendistel soll daher ebenso wie Artischockenblätter als Tee eine choleretische Wirkung haben.
Die Mariendistel ist außerdem dafür bekannt, Verdauungsbeschwerden zu lindern, etwa bei Darmträgheit, einer erschwerten Verdauung oder Verdauungsentzündungen. Zudem unterstützt sie auf natürliche Weise das Darmmikrobiom.
Antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften
Wenn sich im Körper zu viele freie Radikale ansammeln, die durch Umweltverschmutzung, unausgewogene Ernährung oder Rauchen entstehen, gerät der Körper in oxidativen Stress. Dank ihres hohen Gehalts an Antioxidantien soll die Mariendistel freie Radikale neutralisieren und das Immunsystem unterstützen.
Dank des Silymarins soll die Mariendistel zudem entzündungshemmende Eigenschaften besitzen. Zusammen mit ihrer antioxidativen Wirkung könnte dies zum Schutz vor chronischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder neurodegenerativen Krankheiten beitragen.
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Obwohl Mariendistel meist gut verträglich ist, sollten Sie einige Vorsichtsmaßnahmen beachten.
Mögliche Nebenwirkungen
Leichte Verdauungsbeschwerden können auftreten, etwa Blähungen, leichter Durchfall oder Übelkeit. Sie sind meist vorübergehend und klingen nach wenigen Tagen ab.
Gegenanzeigen
- Allergie gegen Korbblütler
- Schwangerschaft oder Stillzeit
- Hormonabhängiger Krebs
- Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten (Blutverdünner, Antidiabetika, lebertoxische Mittel)
In diesen Fällen sollten Sie vor der Einnahme von Mariendistel unbedingt ärztlichen Rat einholen.
Schon gewusst?
Die Mariendistel, auch Benediktenkraut und Milchdistel genannt, verdankt ihren Namen einer Legende: Milch der Jungfrau Maria soll ihre Blätter weiß marmoriert haben.
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