Minierfliegen an Pflanzen loswerden?

Minierfliegen an Pflanzen loswerden?

Schädlinge erkennen und natürlich bekämpfen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 19. Januar 2026  durch Pascale 7 min.

Minierer umfasst viele Arten. Ihre Larven schädigen Ziergarten, Gemüsebeet und Obstgarten. Erkennen, bekämpfen, Befall vorbeugen.

Schwierigkeit

Verschiedene Miniermotten-Arten und ihr Lebenszyklus

Es gibt nicht nur eine einzige Minierfliege oder einen einzigen Minierer, sondern mehrere Arten von Minierern, die verschiedenen Familien parasitischer Insekten angehören.

Minierer verschiedener Arten

Wie dem auch sei: Bei allen handelt es sich um Larven, die mit bloßem Auge meist unsichtbar und wurmartig sind und mehrere Entwicklungsstadien durchlaufen. Ihre ausgewachsenen Formen gehören jedoch hauptsächlich zu zwei unterschiedlichen Gruppen:

  • Schmetterlinge: Es handelt sich um kleine Raupen, also um Larven verschiedener Schmetterlingsarten. So befällt Lyonetia clerkella vor allem Obstbäume, Cameraria ohridella die Rosskastanie, Phyllocnistis citrella Zitrusfrüchte, Tuta absoluta Tomaten und Nachtschattengewächse, Acrolepiopsis assectella Lauch, Stigmella Brombeeren und Rosengewächse. Anarsia lineatella bevorzugt die Blätter von Pfirsichbäumen, aber auch von Aprikosen-, Pflaumen-, Mandel- und Kirschbäumen.
  • Zweiflügler: Es handelt sich um kleine Fliegen, etwa Phytomyza gymnostoma, die vor allem Lauchgewächse (Lauch, Knoblauch, Zwiebel, Schalotte …), aber auch Tomaten oder Kohl befallen (Liriomyza). Phytomyza ilicis befällt die Blätter der Stechpalme, Chromatomyia syngenesiae bevorzugt Chrysanthemenblätter und Acromyza Getreide.

    Bestimmung von Minierern

    Minierer gehören verschiedenen Arten an. Es handelt sich um Schmetterlinge oder Zweiflügler

Seltener findet man Minierer, die zu den Hautflüglern oder Käfern gehören. Hautflügler-Minierer befallen Laubbäume wie Ulmen und Birken.

Um den Schädling zu bestimmen, genügt es, die „Minen“, also die von ihm hinterlassenen Fraßgänge zu beobachten. Alle Minierer haben nämlich die Besonderheit, Gänge zwischen den beiden Epidermisschichten der Blätter anzulegen. Ihr Lebenszyklus ist bei allen recht ähnlich.

Ein mehr oder weniger gleicher Lebenszyklus

Die erwachsenen Tiere schlüpfen im Frühjahr zwischen April und Mai und führen ihren Hochzeitsflug durch. Dieses Schlüpfen hängt oft von den klimatischen Bedingungen und der Temperatur ab. Anschließend werden die Eier meist direkt auf der Wirtspflanze unter der Epidermis abgelegt. Jede Art wählt den Ablageort sorgfältig aus: am Blattrand oder auf den mittleren beziehungsweise seitlichen Blattadern. Die Larven dringen in das Blattgewebe und manchmal auch in Knospen, Wurzeln, Blüten oder Früchte ein. Dort durchlaufen sie mehrere Stadien und ernähren sich vom Gewebe der befallenen Pflanzen. Im letzten Entwicklungsstadium bereiten sich die Larven auf die Verpuppung vor. Einige verpuppen sich, andere fallen zu Boden und graben sich dort zum Überwintern ein.

Woran erkennt man Miniermottenbefall?

Miniermotten gehören zu einer großen Insektengruppe, haben aber alle gemeinsam, dass sie Blattminen anlegen. Ihre Larven fressen das Pflanzengewebe von innen, zwischen zwei Epidermisschichten. Es handelt sich also um eine Form der Endophagie (aus dem Altgriechischen endo für „innen“ und phagos: „Fresser“), im Gegensatz zur Ektophagie, also dem oberflächlichen Blattfraß. Da sie im Blattgewebe verborgen sind, bleiben diese Larven für das bloße Auge unsichtbar. Sie lassen sich jedoch an den Spuren erkennen, die sie auf den Blättern hinterlassen. Blattminen bilden wunderschöne Arabesken mit zahlreichen Windungen. Ob Sie ihren Sinn für Kunst allerdings zu schätzen wissen, sei dahingestellt!

Verschiedene Formen von Blattminen

Es gibt verschiedene Formen von Blattminen, die zudem bei der Bestimmung des Schädlings helfen können. Manche Larven fressen geradlinig vorwärts und bilden schmale Minen, die manchmal gerade, meist jedoch gebogen, gewunden oder spiralförmig sind. Diese Gänge werden als „Gangminen“ bezeichnet. Andere fressen rund um ihren Eiablageort in alle Richtungen und bilden so breite, plattenartige Minen. Die meisten werden jedoch von den Blattadern aufgehalten und können diese nicht überwinden. Einige wenige Minierer bleiben an der Oberfläche und schützen sich in einem aus Seide gefertigten Gespinst. Diese Minen werden als Platzminen bezeichnet.

All diese Minen sind meist weiß, grau oder hellbraun und von braunen, schwarzen oder grünlichen Punkten und Flecken durchsetzt. Dabei handelt es sich um Ausscheidungen, auch Frass genannt. Eine vollständig weiße Mine ist meist verlassen.

mineuses symptômes

Blattminen können unterschiedliche Formen haben, gewunden oder breiter und plattenartig sein

Mehr oder weniger starke Schäden

Diese Minen verursachen mehr oder weniger schwere Schäden. Zierpflanzen werden vor allem optisch beeinträchtigt. Die Blätter können außerdem vertrocknen und vorzeitig abfallen, ohne jedoch das Wachstum des Strauchs oder Baums zu beeinträchtigen. Befallen Miniermotten Obstbäume oder Gemüse, können die Folgen gravierender sein. Denn der Ertrag kann sinken und die Ernte sehr mager ausfallen. Zumal sich in einem Jahr zwei bis drei Generationen entwickeln können und die Larvenzahl zunimmt.

Zu den schädlichsten Miniermotten zählt die Rosskastanienminiermotte, auch Rosskastanien-Miniermotte genannt, mit dem lateinischen Namen Cameraria ohridellia. Die Blätter der Rosskastanie (Aesculus) verfärben sich vorzeitig braun und fallen schließlich ab – fast so, als hielte der Baum den Hochsommer für den Herbst. Bei starkem Befall kann das Überleben des Baums gefährdet sein. Dieselbe Miniermotte kann sich auch in den Blättern des Berg-Ahorns (Acer pseudoplatanus) oder des Spitz-Ahorns (Acer platanoides) ansiedeln.

mineuse du marronnier dégâts

Auf den Blättern der Rosskastanie kann Cameraria ohridellia schwere Schäden verursachen

Minierfliegen bekämpfen?

Eine heilende Behandlung gegen Minierfliegen ist sehr schwierig, da diese gut verborgen unter der Epidermis der Blätter leben. Deshalb kann man nur auf die natürlichen Feinde der Minierfliegen zählen, also auf einige parasitoide Wespen oder Gartenvögel. So erweist sich beispielsweise die kleine Wespe Diglyphus isaea als sehr wirksam gegen Minierfliegen der Art Liriomyza, die besonders gern Nachtschattengewächse (Tomaten, Auberginen …) oder Zierpflanzen befällt. Auch Macrolophus pygmaeus ist ein nützlicher Helfer und frisst die Larven der Minierfliegen. Diese polyphage Wanze ernährt sich außerdem von Weißen Fliegen, Milben und bestimmten Thripsen … Sie ist besonders wirksam bei der Bekämpfung der Tomatenminiermotte (Tuta absoluta). Diese räuberischen Insekten siedeln sich als Larven oder ausgewachsene Tiere direkt im Bestand an. Sie lassen sich aber auch durch den Anbau bienenfreundlicher Pflanzen anlocken, etwa durch Gemeine Schafgarbe, Flockenblumen oder Borretsch

Zu den weiteren natürlichen Feinden der Minierfliegen zählen auch Meisen, darunter Blaumeisen und Gewöhnliche Braunellen. Ihre Wirksamkeit ist jedoch sehr begrenzt, da Minierfliegen unter der Epidermis der Blätter schwer zugänglich und kaum sichtbar sind.

Bestimmte Pflanzenjauchen oder -auszüge können gegen einige Minierfliegenarten ebenfalls eine gewisse Wirkung haben. Dazu gehören insbesondere Rhabarberjauche oder ein Auszug aus Balsamkraut. Diese Behandlungen sind jedoch sehr unzuverlässig, vor allem wenn die Minierfliege nicht eindeutig bestimmt wurde. Außerdem müssen die Spritzungen mehrmals wiederholt werden.

Minierfliegen bekämpfen und vorbeugen?

Da eine direkte Bekämpfung nach dem Auftreten der Miniermotten und Minierfliegen schwierig ist, ist es manchmal sinnvoller, von einer Populationskontrolle zu sprechen. Ebenso ist Vorbeugung entscheidend, um die verschiedenen Minierer möglichst wirksam zu bekämpfen.

Dafür stehen zahlreiche Maßnahmen zur Verfügung:

  • Das Anbringen von Insektenschutznetzen ist sicherlich eine der wirksamsten Lösungen, um die Eiablage auf dem Laub zu verhindern. Diese Insektenschutznetze werden vor allem im Gemüsegarten eingesetzt, um für Minierer anfällige Gemüsepflanzen wie Tomate, Lauch, Zwiebel und Kohl zu schützen. Wichtig sind feinmaschige Netze, die zum Flugbeginn im Frühjahr aufgelegt werden. Damit sie zu 100 % wirksam sind, dürfen sie niemals auf den Pflanzen aufliegen. Die Netze sollten bis zur Ernte liegen bleiben, da mehrere Generationen aufeinanderfolgen können.
  • Das Aufstellen von Pheromonfallen ist ebenfalls von April bis Anfang Oktober möglich, um die männlichen Tiere zu fangen und Paarungen sowie damit die Eiablage zu verringern. Spezielle Pheromonfallen gibt es für Rosskastanienminierer und andere für Zitrusfrucht-Minierer.
  • Einige erwachsene Minierer werden von der Farbe Gelb angezogen. Daher können sich gelbe Leimtafeln als hilfreich erweisen. Gegebenenfalls lassen sich auch gelbe Schalenfallen oder Boxfallen gegen bestimmte Fliegenarten einsetzen.
  • Um die Baumstämme gelegte Leimstreifen verhindern, dass bestimmte weibliche Minierer zur Eiablage hinaufklettern. Diese Methode kann gegen den Rosskastanienminierer eingesetzt werden.

    Bekämpfung und Vorbeugung gegen Minierer

    Verschiedene Maßnahmen zur Vorbeugung gegen Minierer

Am wichtigsten ist es, befallenes Falllaub aufzusammeln und sorgfältig zu entsorgen, um die künftigen Populationen zu reduzieren. Das Laub kann kompostiert werden, wenn der Kompost eine ausreichend hohe Temperatur erreicht (mindestens 60 °C). Im Zweifel bringen Sie die Blätter besser zur Deponie – ebenso wie befallene Lauchreste.

Im Gemüsegarten hilft eine strenge Fruchtfolge, einen Befall im Folgejahr zu vermeiden.

Um alle Chancen zu nutzen, reicht es manchmal aus, diese Maßnahmen der biologischen Vorbeugung miteinander zu kombinieren.

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Blattminierer, Ratschläge und Behandlungen