Moos auf Steinen wachsen lassen?
Natürliche Patina für Steine, Platten und Beton
Inhaltsverzeichnis
Moos verleiht den von ihm besiedelten Elementen im Garten sofort einen etwas altmodischen, verwitterten Charme: alten Steinen, Pflastersteinen, Steinplatten, Mauern, Beton, Holzpfählen und sogar … alter Baumrinde. Moos kommt mit wenig aus und wächst dort, wo sich kaum eine andere Pflanze hingewagt hätte. Und selbst wenn das der Fall wäre, ist Moos ein hervorragender Bodendecker, der „Unkraut“ zurückhält und so den Aufwand beim Jäten verringert. Oft genügt es, der Natur ihren Lauf zu lassen, und schon zeigt es sich. Doch manchmal dauert es sehr lange … Zum Glück ist es ganz einfach und schnell, Moos auf Steinen oder anderen unbelebten Oberflächen wachsen zu lassen. Sehen wir uns in diesem Ratgeber an, wie das geht!

Moos im Garten
Moos: ein äußerst dekoratives Element!
Moos verleiht einem Ziergarten schnell einen besonderen Charme, sobald es Steine, Fugen zwischen Platten, alte Mauern, Beton- oder Holzpfosten oder sogar die Rinde alter Bäume besiedelt. Manche Gärtner bekämpfen es, vor allem im Rasen. Bedeckt Moos jedoch unbelebte Elemente im Garten, verleiht es ihnen eine märchenhafte, reife Note: halb Brocéliande, halb Auenland. Die Japaner schätzen es sehr und gestalten sogar ganze Gärten damit, etwa in Kyoto: den Saihō-ji, den Moosgarten. Moos bildet dabei einen sehr wirksamen Mulch, den Unkräuter nur schwer durchdringen. Zugleich hält es den Fuß von Sträuchern und Stauden kühl und feucht.
Moos: unverzichtbar für die Biodiversität
Außerdem ist Moos auch für die Kleintierwelt im Garten sehr nützlich. Es dient manchen Vögeln und Kleinsäugern als Nistmaterial und einigen Insekten, Gliederfüßern und Mikroorganismen als Unterschlupf. Hinzu kommt, dass es sich angenehm anfühlt und schön anzusehen ist, dass Moos mit äußerst wenig auskommt und für jeden Standort geeignet ist. Man müsste wirklich schlecht gelaunt sein, um es nicht im eigenen Garten wachsen zu lassen.
Hinweis: Verwechseln Sie künftig nicht mehr Flechten und Moos. Moose oder Bryophyten sind zwar ursprünglich (ohne Blüten und ohne echtes Wurzelsystem), aber durchaus Pflanzen. Flechten hingegen gehören zum Reich der Fungi (Pilze im weiteren Sinn), da sie aus einer Symbiose zwischen einer Alge (in über 90 % der Fälle) und einem geschlechtlichen Teil, dem Pilz, hervorgehen. Anders gesagt: Flechten und Moos zu verwechseln ist ungefähr so, als würde man eine Giraffe mit einer Tomatenpflanze verwechseln. Dennoch sollten beide Gruppen in meinem Garten geduldet werden, denn sie sind nützlich für die Natur und keineswegs schädlich für Pflanzen.

Moos auf Holzzäunen, Pflasterflächen und Mauern verleiht ihnen viel Charme
Moos auf Steinen ansiedeln?
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Erste Methode: Nichts tun!
Die Natur einfach machen zu lassen, ist leichter, aber auch deutlich langsamer. Kommen wir also zur zweiten Methode.
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Zweite Methode für Ungeduldige
Zunächst müssen Sie Moos sammeln. Dabei sind zwei wichtige Punkte zu beachten.
Moose gehören zum Stamm der Bryophyta. Weltweit gibt es mindestens 20.000 erfasste Arten, davon allein 1.300 Arten in Frankreich (weltweit werden jedes Jahr mehr als hundert neue entdeckt). Nicht alle diese Arten haben dieselben Bedürfnisse: Manche bevorzugen einen stets feuchten Standort, andere vertragen gelegentliche Trockenheit. Einige mögen Schatten, während andere in der Sonne gut gedeihen. Anders gesagt: Wenn Sie keine Bryologen sind, beobachten Sie genau, wo das gesammelte Moos wächst, und bieten Sie ihm dieselben Kulturbedingungen.
Der zweite wichtige Punkt: Das Sammeln von Moosen in freier Natur ist entweder verboten oder streng geregelt. Suchen Sie sie daher lieber im eigenen Garten oder bei Freunden!
Die „Stecklingsvermehrung“ von Moos erfolgt möglichst in feuchten und recht milden Zeiten: im Spätsommer bis Frühherbst oder im späten Frühjahr.
- Sammeln Sie das Moos, das Sie vermehren möchten;
- Moos lässt sich erstaunlich leicht vermehren: Schon ein kleines Stück wächst weiter und bildet ein eigenständiges Individuum. Geben Sie deshalb eine gute Handvoll Moos in einen Mixer. Wenn Sie wie ich keinen Mixer dafür opfern möchten, hacken Sie es einfach mit einem Messer oder einer Schere sehr fein;
- Geben Sie in den Mixer oder eine Schüssel 500 ml Wasser und einen guten Esslöffel Joghurt oder einige Milliliter Buttermilch* (sie dient als Klebstoff);
- Streichen Sie diese Mischung mit einem großen, flachen Pinsel auf die zu begrünende Fläche: Stein, Rinde, Platten …;
- Bis neue Triebe erscheinen (nach etwa sechs Wochen), halten Sie die Fläche feucht, indem Sie regelmäßig Regenwasser aufsprühen;
- Nach dem ersten Sommer kommen die Moose allein zurecht.
*Ein Autor empfiehlt, den Joghurt durch Töpferton zu ersetzen. Seiner Meinung nach ist die Mischung klebriger und lässt das Moos daher besser wachsen. Ich habe es nicht ausprobiert. Falls Sie es versuchen, berichten Sie gern in einem Kommentar von Ihren Erfahrungen.

Moosgarten mit Steinplatten (© Kim Unertl)
Für mehr...
Wenn Sie mehr über Moose erfahren möchten, ist die deutschsprachige Literatur leider recht begrenzt. Die Wikipedia-Seite bietet Ihnen bereits die wichtigsten Informationen, einige Bücher können das Thema jedoch ergänzen.
- Moose, Flechten und Farne: Diese unbekannten und unverzichtbaren Lebewesen des Waldes von Franck Massé, CNPF, 2020, ist ein guter Einstieg, um den Nutzen dieser kaum bekannten Lebewesen zu verstehen.
- Einführung in die Bryologie von Stéphane Leblond und Annabelle Boucher ist kostenlos als PDF im Internet verfügbar und behandelt die Biologie der Moose sehr umfassend.
- Neue Flora der Moose und Lebermoose von Charles Isidore Douin, erschienen bei Belin, ist … sehr gut, aber ohne sechs Jahre Bryologie-Studium kaum zu benutzen. Wir warten daher auf einen Moosführer in der Reihe „Fous de Nature“ bei Belin, wie die hervorragenden Bände über Flechten und Farne.
- Moose und Flechten von Volkmar Wirth, erschienen bei Delachaux und Niestlé, ist nach wie vor das einzige wirklich umfassende französische Buch zu diesem Thema, obwohl es selbst nur sehr lückenhaft ist. Aber besser als nichts …

© David Geitgey Sierralupe
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