Rotesgauchheil loswerden?

Rotesgauchheil loswerden?

Erkennen, im Garten eindämmen oder natürlich beseitigen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 11. Januar 2026  durch Marion 5 min.

Roter Gauchheil (Anagallis arvensis) ist giftig, breitet sich schnell aus und verdrängt andere Pflanzen. So bekämpfen Sie ihn natürlich und ohne Chemie.

Schwierigkeit

Rote Sternmiere erkennen

Die Pflanze erkennen

Es gibt verschiedene Arten von Gauchheil, die in mehreren Farben vorkommen. Der Rote Gauchheil oder Acker-Gauchheil ist Anagallis arvensis beziehungsweise Lysimachia arvensis. Er gehört zur Familie der Primelgewächse (Primulaceae). Es handelt sich um eine kleine, einjährige, bodendeckende Pflanze mit kompakter Wuchsform, die 10 bis 30 cm hoch wird. Sie trägt kleine grüne Blätter mit ovaler oder leicht lanzettlicher Form, die auf der Innenseite schwarze Punkte aufweisen. Ab dem Frühjahr und über viele Wochen hinweg bildet dieser Gauchheil kleine rote Blüten mit 5 Blütenblättern, in deren Mitte ebenso viele gelbe Staubblätter zu sehen sind.

Anagallis arvensis

Anagallis arvensis oder Roter Gauchheil

Die oberirdischen Pflanzenteile werden gelegentlich in der Phytotherapie verwendet. Der Rote Gauchheil gilt jedoch als giftig, da seine Samen Saponin enthalten. Dieses Molekül ist unter anderem für bestimmte Haustiere wie Kaninchen oder für Nutztiere schädlich, auch wenn die Tiere ihn vermutlich instinktiv meiden.

Die als „Vogelmiere“ oder „Weiße Vogelmiere“ bezeichnete Pflanze gehört tatsächlich zu einer anderen Pflanzenart (Stellaria media). Sie ist dagegen essbar und wird beim Sammeln von Wildkräutern oft wegen ihrer jungen Triebe geschätzt, die sich für Salate verwenden lassen. Auch ihre Samen sind bei Vögeln beliebt – daher der deutsche Name.

Stellaria media

Stellaria media oder Vogelmiere. Wenn die Pflanze nicht blüht, ähnelt ihr Laub dem des Roten Gauchheils

Es gibt außerdem weitere Gauchheil-Arten, die wegen ihrer dekorativen Eigenschaften geschätzt werden. Dazu gehören der Großblütige Gauchheil ‚Blue Noon‘ (Anagallis monelli) und der Leinblättrige Gauchheil (Anagallis monelli ‘Skylover’). Beide sind kleine mediterrane, einjährige Pflanzen, die im Sommer hübsche Blütenteppiche bilden. In durchlässigem Boden an einem warmen, sonnigen Standort können sie sich allerdings auch stark ausbreiten.

Anagallis monelli

Anagallis monelli, als Zierpflanze kultiviert

Wie breitet er sich aus?

Der Rote Gauchheil wächst spontan fast überall. Man findet ihn auf Brachflächen, in bewirtschafteten Feldern, an Böschungen und an Wegrändern. Doch er neigt auch dazu, Gärten, Gemüsegärten, Obstgärten und Rasen zu besiedeln.

Dank seiner dünnen, kriechenden Triebe breitet sich der Rote Gauchheil schnell aus und bildet ein dichtes Pflanzenpolster. Jeder Trieb kann außerdem leicht Wurzeln bilden.

Die Pflanze nutzt jedoch noch eine weitere Vermehrungsmethode, die ihr den Ruf eines wuchernden Wildkrauts eingebracht hat. Nach der Blüte bildet sie nämlich Kapseln mit zahlreichen Samen – zwischen 500 und 1.000 pro Pflanze –, die sich spontan aussäen und ihre Ausbreitung fördern. Außerdem besitzt sie zwittrige, selbstbestäubende Fortpflanzungsorgane. Für die Befruchtung benötigt sie weder bestäubende Insekten noch Wind. Es handelt sich also um Selbstbefruchtung. Schließlich haben ihre Samen eine gute Keimfähigkeit und können eine lange Dormanz überstehen, bevor sie wieder keimen.

Der Rote Gauchheil konkurriert dadurch mit anderen Pflanzen, insbesondere um Stickstoff und Wasser.

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Acker-Gauchheil im Garten eindämmen

Um die Ausbreitung des Roten Gauchheils einzudämmen und eine zu schnelle Vermehrung zu verhindern, können Sie:

  • im Frühjahr den Boden aufrauen, um die oberirdischen Pflanzenteile zu schwächen;
  • die Blüten entfernen, bevor sie Samen bilden, indem Sie den Boden aufrauen oder einen Rasenmäher auf geringe Schnitthöhe einstellen;
  • den Boden durch weniger organische Dünger (Mist, Kompost) oder Mineraldünger ins Gleichgewicht bringen, da der Rote Gauchheil nährstoffreiche Böden bevorzugt.
Boden aufrauen

Die Gartenkralle

Roter Gauchheil natürlich bekämpfen

Der Rote Gauchheil wächst zwar schnell, bildet aber kein tiefes, zähes Wurzelsystem wie andere „Unkräuter“. Seine Entfernung kann zwar zeitaufwendig und mühsam sein, ist daher aber nicht besonders schwierig.

Wir raten grundsätzlich von Herbiziden und Unkrautvernichtern ab, da sie das Bodenleben aus dem Gleichgewicht bringen und der Biodiversität schaden.

Unerwünschte Pflanze ausreißen

Da die Wurzeln des Roten Gauchheils oberflächlich wachsen, müssen Sie zum Entfernen nicht sehr tief graben. Es ist jedoch unbedingt nötig, alle kriechenden Triebe und Wurzeln zu entfernen, damit die Pflanze nicht erneut austreibt. Werfen Sie sie natürlich nicht auf den Kompost!

Gehen Sie im Frühjahr vor, sobald der Boden abgetrocknet ist (feucht, aber nicht zu nass, etwa am Tag nach einem Regenschauer). Sie können das Unkraut direkt von Hand jäten oder eine Hacke oder einen Unkrautstecher beziehungsweise eine Gartenhacke verwenden.

Wiederholen Sie den Vorgang im Laufe des Jahres, sobald neue Triebe erscheinen.

Falsches Saatbett

Das falsche Saatbett ist eine häufig angewandte Methode im Gemüsegarten, um den Boden vorzubereiten und die Konkurrenz durch andere Pflanzen zu beseitigen. Dabei wird die Erde so vorbereitet, als würde anschließend Gemüse oder eine Zierpflanze ausgesät. Gehen Sie dazu wie folgt vor:

  • Bearbeiten Sie die Bodenoberfläche, um alle vorhandenen Unkräuter zu entfernen;
  • Harken Sie den Boden, bis eine feine, ebene Oberfläche entsteht;
  • Warten Sie etwa 10 bis 15 Tage.

Sobald die ersten neuen Triebe des Roten Gauchheils erscheinen, reißen Sie sie von Hand aus.

Mulchen

Sobald die Pflanze entfernt ist, bringen Sie einen organischen Mulch aus, damit der Boden nicht offen liegt und die unerwünschte Pflanze nicht zurückkehrt. Sie können auch Gründüngung aussäen.

Gründüngung

Luzerne und Rainfarn-Büschelschön sind zwei Gründüngungspflanzen

Hausmittel

Es gibt mehrere natürliche Hausmittel zum Unkrautjäten im Garten: kochendes Wasser oder Kochwasser von stärkehaltigen Lebensmitteln, grobes Salz, Essig, Natron …

Auch wenn diese Methoden natürlicher sind als Unkrautvernichter, sind sie nicht selektiv und können bei großen Mengen und regelmäßiger Anwendung mit der Zeit das Gleichgewicht stören.

Rote Sternmiere als Bioindikator

Roter Gauchheil zeigt nährstoffreichen, sauren Boden an und kündigt als natürlicher Regenanzeiger Niederschlag an.

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