Sommergrünes, immergrünes oder marzeszentes Laub
Unterschiede verschiedener Blattformen: Überblick
Inhaltsverzeichnis
Sommergrün, immergrün oder marzeszent? Laubtypen und Pflanzenwahl für Garten, Klima und Pflege.
Was ist sommergrünes Laub?
Beginnen wir mit dem Bekanntesten: sommergrünes Laub. Sie haben sicher schon Bäume oder Sträucher beobachtet, die im Herbst jedes Jahr ihre Blätter verlieren. Diese Pflanzen haben sommergrünes Laub.
Warum tritt dieses Phänomen auf?
Im Herbst signalisieren weniger Tageslicht und sinkende Temperaturen den Pflanzen, dass der Winter naht. In dieser Zeit werden die Bedingungen für die Photosynthese ungünstiger – den Prozess, bei dem Pflanzen Energie erzeugen. Die Pflanze geht daher in die Winterruhe und verliert ihre Blätter, um während des Winters Energie- und Wasserbedarf zu senken, da diese Ressourcen dann oft knapp sind.
Außerdem enthalten Blätter viel Wasser und könnten im Winter gefrieren und der Pflanze erheblichen Schaden zufügen. Indem die Pflanze ihre Blätter abwirft, schützt sie sich vor Frostschäden und verringert das Risiko, dass ihre Gewebe durch die Kälte austrocknen.
Im Winter ist der Boden zudem oft gefroren, was den Zugang zu Wasser erschwert. Über ihre Stomata sind die Blätter an der sogenannten „Evapotranspiration“ beteiligt – einem Prozess, bei dem die Pflanze Wasser verliert, also „schwitzt“. Durch den Blattverlust verringert die Pflanze diesen Wasserverlust erheblich und kann mit den begrenzten Wasservorräten im Boden überleben. Dieses Phänomen kann auch im Sommer auftreten, wenn der Boden zu lange trocken bleibt.
Beispiele für Pflanzen mit sommergrünem Laub:
Zu den sommergrünen Bäumen zählen bekannte Arten wie Eiche, Ahorn und Birke. Bei den Sträuchern denkt man an Rose, Hortensie, Flieder und viele weitere.

Die Eiche ist ein sommergrüner Baum, der im Herbst seine Blätter verliert.
Vorteile sommergrüner Pflanzen im Garten:
- Sommergrünes Laub ist im Garten besonders reizvoll, denn es bringt im Herbst eine prachtvolle Farbenfülle, bevor die Blätter fallen, und verleiht den Jahreszeiten ihren Rhythmus.
- Der Laubfall lässt im Winter mehr Licht durch und schafft günstige Bedingungen für mehrjährige oder Zwiebelpflanzen, die im Frühjahr austreiben. Das zusätzliche Licht ist auch für das Haus vorteilhaft, da in den kalten Monaten mehr Sonne hineingelangt.
- Auf den Boden gefallene Blätter zersetzen sich und reichern den Boden auf natürliche Weise mit Nährstoffen an. Dadurch verbessern sich Bodenfruchtbarkeit und Bodenstruktur, was der Gesundheit der Pflanzen im Garten zugutekommt.
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Immergrüne Pflanzen behalten im Gegensatz zu sommergrünen Pflanzen das ganze Jahr über ihre grünen, aktiven Blätter. Das bedeutet nicht, dass sie nie Blätter verlieren. Ihr Blattwechsel erfolgt jedoch schrittweise über mehrere Jahre, besonders im Frühjahr, sodass die Pflanze nicht kahl wird.
Im Gegensatz zu sommergrünen Pflanzen sind die Blätter immergrüner Pflanzen oft dicker und widerstandsfähiger, manchmal auch von einer Wachsschicht überzogen.
Warum tritt dieses Phänomen auf?
Immergrünes Laub hat sich als Anpassungsmechanismus in Regionen mit milderen Wintern und längerer Sonnenscheindauer im Winter entwickelt. Meist handelt es sich um Pflanzen aus mediterranen oder tropischen Klimazonen, in denen die Winter nicht extrem kalt, die Trockenperioden jedoch lang sein können. Immergrünes Laub ermöglicht der Pflanze, das ganze Jahr über Photosynthese zu betreiben, auch wenn ihre Aktivität in den kältesten Monaten reduziert ist.
Dank ihrer dickeren und manchmal glänzenden Blätter begrenzen diese Pflanzen den Wasserverlust durch Verdunstung. Dadurch können sie Trockenheit und starken Wind besser verkraften.
Beispiele für immergrüne Pflanzen:
Lorbeer (Lorbeerschneeball, Oleander usw.), Stechpalme, Kiefer und Zypresse sind klassische Beispiele für immergrüne Pflanzen. Diese Pflanzen werden besonders geschätzt, weil sie den Garten auch im Winter grün halten.

Der Oleander ist ein immergrüner Strauch.
Vorteile immergrüner Pflanzen im Garten:
- Der offensichtlichste Vorteil immergrüner Pflanzen ist, dass sie das ganze Jahr über, auch im Winter, eine grüne Pflanzendecke bewahren. Sie sorgen für eine durchgehend dekorative Wirkung und geben dem Garten Struktur während der kältesten Monate, wenn andere Pflanzen in Dormanz sind.
- Als Hecke dienen diese Pflanzen außerdem als Windschutz für empfindlichere Pflanzen. Sie werden auch als Sichtschutz verwendet, um den Garten vor den Blicken der Nachbarn zu schützen.
- Darüber hinaus bieten sie der heimischen Tierwelt einen dauerhaften Lebensraum, insbesondere Vögeln, Insekten und kleinen Tieren, die dort das ganze Jahr über, auch im Winter, Zuflucht finden.
- Da sie ihre Blätter das ganze Jahr über behalten, müssen diese Pflanzen im Herbst weniger Laub abgeworfen werden, wodurch sich der Pflegeaufwand im Garten verringert.
Und was ist mit halbimmergrünem Laub?
Halbimmergrünes Laub liegt zwischen sommergrünem und immergrünem Laub. In milden Klimazonen können diese Pflanzen den Großteil ihrer Blätter über den Winter behalten, während sie in kälteren Regionen mehr Blätter verlieren und sich damit dem Verhalten sommergrüner Pflanzen annähern.
Was ist marzeszentes Laub?
Marzeszentes Laub bezeichnet Laub, das trotz seines Absterbens im Winter an den Zweigen bleibt, statt wie sommergrünes Laub im Herbst abzufallen. Die marzeszenten Blätter fallen erst im Frühjahr ab, wenn neue Triebe erscheinen. Diese abgestorbenen, trockenen Blätter sind für die Photosynthese nicht mehr funktionsfähig.
Warum tritt dieses Phänomen auf?
Zunächst gehen Pflanzen mit marzeszentem Laub ebenso wie sommergrüne Pflanzen im Winter in die Dormanz. So begrenzen sie ihren Energieverbrauch, der aufgrund der Kälte und der kurzen Tage nicht mehr gedeckt werden kann. Das Laub nimmt vor dem Verwelken goldene, purpurrote und braune Farbtöne an.
Doch warum behält die Pflanze dieses abgestorbene Laub? Obwohl das Phänomen der Marzeszenz von Botanikern beobachtet und beschrieben wird, ist sein Zweck noch nicht eindeutig geklärt. Mehrere Hypothesen versuchen, die Gründe zu erklären.
Indem die Pflanze ihre abgestorbenen Blätter behält, scheint sie eine Art Schutzbarriere gegen Wind und starke Kälte für ihre Knospen zu bilden, aus denen später neue Triebe entstehen.
Möglicherweise ist die Marzeszenz auch eine Anpassung, die den Verbiss durch Pflanzenfresser begrenzt. Abgestorbene, trockene und nährstoffarme Blätter sind für Tiere wie Hirsche oder Ziegen weniger attraktiv. Sie fressen lieber die jungen Triebe der Sträucher.
Indem diese Pflanzen ihre abgestorbenen Blätter bis zum Frühjahr behalten, könnten sie deren Zersetzung und damit die Freisetzung von Nährstoffen in den Boden verzögern. Wenn die Blätter im Frühjahr zu Boden fallen, zersetzen sie sich und setzen Nährstoffe frei, genau dann, wenn die Pflanze sie für ihr Wachstum am dringendsten benötigt.
Beispiele für Pflanzen mit marzeszentem Laub:
Mehrere Arten von Bäumen und Sträuchern weisen marzeszentes Laub auf. Zu den bekanntesten zählen die Hainbuche und die Rotbuche.

Eine Hainbuchenhecke mit marzeszentem Laub
Vorteile von Pflanzen mit marzeszentem Laub im Garten:
- Wie immergrünes Laub können die trockenen Blätter marzeszenter Pflanzen, oft in Braun-, Gold- oder Kupfertönen, dem Garten während der Wintersaison Farbe und Struktur verleihen.
- Außerdem kann das noch vorhandene Laub im Winter als Sicht- oder Windschutz dienen.
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Nachdem Sie die Unterschiede zwischen den Laubarten kennen, ist es Zeit für Ihren Garten. Jede hat Vor- und Nachteile – entscheidend sind mehrere Kriterien:
Je nach Klima
In trockenem oder mediterranem Klima eignen sich immergrüne Pflanzen oft besser, da sie Trockenperioden besser überstehen. In Regionen mit strengen Wintern sind dagegen sommergrüne Pflanzen geeigneter und widerstandsfähiger gegen Kälte und Frost.
Je nach Ästhetik
Für einen ganzjährig grünen Garten wählen Sie immergrüne Pflanzen. Sommergrüne Pflanzen ermöglichen dagegen Gärten mit wechselnden Farben und Strukturen im Jahresverlauf. Marzeszente Pflanzen sorgen im Winter mit ihren braunen und goldenen Blättern, die an den Zweigen bleiben, für zusätzliches Interesse.
Eine sommergrüne Pflanze lässt im Winter, wenn die Sonne tief steht und seltener scheint, zudem mehr Licht durch.
Je nach Pflegeaufwand
Sommergrüne Pflanzen erfordern oft mehr Laubrechen, besonders bei vielen Pflanzen im Garten. Immergrüne hingegen verlieren weniger Blätter, benötigen aber möglicherweise mehr Rückschnitt.
Verschiedene Laubarten kombinieren: eine gute Wahl für den Garten
Durch die Kombination sommergrüner, immergrüner und marzeszenter Pflanzen entsteht ein zugleich strukturierter und wandelbarer Garten. Sommergrüne Pflanzen erneuern sein Erscheinungsbild mit jeder Jahreszeit, während immergrüne Pflanzen besonders im Winter für visuelle Beständigkeit sorgen.
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