Stadtgarten gestalten
Kleiner Stadtgarten: Tipps für mehr Platz
Inhaltsverzeichnis
Einen Garten in der Stadt zu besitzen, ist ein Luxus: Er schenkt täglich frische Luft und schützt vor Lärm – mit einer grünen, oft kleinen, aber wertvollen Oase! Dieser meist abgeschirmte kleine Garten ist ein echtes Zimmer im Freien: Als Patio oder Innenhof kann er manchmal um einige Quadratmeter erweitert werden, sogar mit Rasenfläche, und sich in ein wahres Paradies verwandeln.
Wenig Platz, störende Blicke, mehr Schatten als anderswo, eine deutlich dichtere Bebauung, städtische Verschmutzung, ausgelaugter Boden … ein kleiner Stadtgarten stellt vor viele Herausforderungen – und bietet dennoch zahlreiche attraktive Gestaltungsmöglichkeiten.
Entdecken Sie unsere Tipps und Ideen, um Ihre kleine grüne Oase harmonisch und originell zu gestalten und Ihren Rückzugsort größer wirken zu lassen.
→ Entdecken Sie auch unsere Ratgeber zu 7 Bäumen für den Stadtgarten und 7 Sträuchern für den Stadtgarten
Licht hereinlassen
In einem Patio, einem wenig beleuchteten, gepflasterten Innenhof oder einem von Häusern umgebenen kleinen Garten dringt selbst im Hochsommer oft nur wenige Stunden Sonne durch.
Schneiden und lichten Sie zunächst Bäume, die das Licht stark behindern. Entfernen Sie an Bäumen und großen Sträuchern die unteren Zweige, um die Kronen möglichst hoch anzusetzen. So schaffen Sie mehr Platz am Boden für eine Sitzgelegenheit, angenehme Bodendecker oder eine Kletterpflanze, die den Stamm belebt.
→ Lesen Sie auch: Licht im Garten: Standort, Sonne, Schatten und Helligkeit

Vermutlich müssen Sie einige zu dicht gewachsene Bäume oder Sträucher in Ihrem Garten auslichten
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Pflanzen anpassen
Ihr Garten, auch wenn er klein ist, ist vor allem eine Pflanzenwelt, die an Bodenverhältnisse, städtische Luftverschmutzung, wenig Sonne, neugierige Blicke usw. angepasst sein muss. Bei diesem rein pflanzlichen Aspekt gibt es daher einiges zu beachten:
Setzen Sie auf mehr immergrüne Pflanzen als in einem größeren Garten: Sie haben weniger Platz und können daher weniger auf den Wechsel sommergrüner Pflanzen setzen. Außerdem fällt Ihr Blick das ganze Jahr über auf dieselben Pflanzen, die daher besonders sorgfältig ausgewählt werden sollten: Bei Moorbeetpflanzen, Nadelgehölzen, Buchsbaum, Pittosporum, Strauchveronika, Himmelsbambus, Säckelblume, Wolfsmilch, Storchschnabel und vielen anderen ist die Auswahl groß.
Ihre Pflanzen müssen nicht alle klein oder niedrig sein, um sich an die Größe Ihres kleinen Gartens anzupassen – eher im Gegenteil: Verwenden Sie verschiedenartige Blätter (große, feine, geschlitzte, strukturierte …), aufrechte und ausgebreitete Wuchsformen und schaffen Sie eine üppige Pflanzenmasse, in der Sie sich im Garten verlieren können! Ordnen Sie Ihre Pflanzen wie japanische Landschaftsgestalter in drei Schichten an.
Lenken Sie den Blick mit einem oder zwei skulpturalen, dekorativen und strukturgebenden Gehölzen oder solchen mit ungewöhnlicher Wuchsform: Hartriegel mit etagenförmiger Wuchsform, Fächer-Ahorn oder Korkenzieher-Weide, Gewöhnlicher Trompetenbaum ‚Nana‘ in Kugelform, mehrstämmige Magnolie, Neuseelandflachs oder Kaktus in mildem Klima, Banane, Palme, kegelförmige Formschnittgehölze, Honigstrauch …
Mittelgroße Sträucher sind für kleine Stadtgärten besonders gefragt: Fächer-Ahorn, Magnolia stellata, Rhododendron, Kräuselmyrte, Blasenbäume, Zwergkoniferen … es gibt viele! Auch Stämmchen und Säulenbäume sind beliebt, da sie wenig Raum beanspruchen und den Schattenwurf am Boden begrenzen (Formschnittgehölze auf Stamm, bestimmte Birken …). Spalierobst ist ebenfalls ideal, um noch mehr Platz zu gewinnen und manchmal eine Mauer zu kaschieren!
Die Pflanzenauswahl, ob Stauden, Sträucher oder Bäume, sollte einen zwei- oder sogar dreifachen saisonalen Nutzen bieten: Blüte, herbstliche Laubfärbung, Beeren, Duft … So lassen sich mehrere Vorteile verbinden, etwa eine Frühlingsblüte mit attraktiver Herbstfärbung oder eine Sommerblüte mit winterlichen Beeren. Auch die Wuchsform von Sträuchern und Stauden ist ausgesprochen wichtig! Achten Sie natürlich darauf, die Blütezeiten zu staffeln.
Bevorzugen Sie Pflanzen, die städtische Luftverschmutzung gut vertragen. Davon gibt es viele: Lonicera nitida, Pfaffenhütchen, Liguster, Berberitze, Efeu, Blasenspiere, Schattenglöckchen, Eberesche, Wacholder …
Als Sichtschutz eignen sich stark abschirmende Pflanzen mit möglichst geringem Platzbedarf: ausschließlich nicht ausläuferbildender Bambus (Fargesia rufa), Liguster usw.
Um einen zu dominanten und wenig attraktiven Belag zu kaschieren, den Sie nicht verändern können, pflanzen Sie einen Strauch mit ausgebreiteter Wuchsform oder kriechende Stauden.
Wenn Sie sich für ein bestimmtes Gestaltungskonzept entscheiden (japanischer Garten, kolonialer Garten, Naturgarten, exotischer Garten, einfarbiger Garten …), lässt sich die Pflanzenauswahl leicht einschränken – für ein stets elegantes und zeitloses Ergebnis!
Verwenden Sie reichlich Zwiebeln, die das ganze Jahr über für neue Blüten sorgen, ohne Platz zu beanspruchen: von frühjahrsblühendem Träubel bis zur Zeitlosen als Herbstbotin und zu sommerblühenden Lilien.

Kombinieren Sie geschickt verschiedene Blattformen, Blüten und Silhouetten. Hier von oben links nach unten rechts: Daphne aureomarginata, Birke (Foto: L. Enking), Liebesperlenstrauch, Banane (Musa sikkimensis ‚Red Tiger‘), Abies koreana ‚Kohout’s Icebreaker‘, Chinesischer Sternjasmin, Funkien und Frauenmantel
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Höhenstufen machen kleine Gärten optisch größer, lenken den Blick, bringen mehr Licht, ersetzen schlechten Boden und schaffen Sitzplätze.
Farben nutzen
Farben schaffen Tiefe im Garten: Blau, Purpur, silbriges und graues Laub. Helle, panaschierte Blätter erhellen Schatten. Ein Blickfang im Vordergrund vergrößert den Raum.
Die Überraschung bewahren
Kleine Gärten wirken größer: Raum teilen mit Hecken, Sichtschutz oder Möbeln. Gräser und Immergrüne lenken den Blick weiter.
Gartengrenzen verwischen
Im Stadtgarten kaschieren dichte Pflanzungen unschöne Mauern und lassen den Garten größer wirken. Alternativ schafft ein minimalistischer Stil Weite.
Topfgarten anlegen
Parkgärten auf Tiefgaragendecken bieten oft zu wenig Erdvolumen für viele Pflanzen. Ein Topfgarten ist hier eine dekorative Lösung, etwa im Stil eines Tropengartens. Funkien, Farne, Aronstab und Gräser wirken arrangiert besonders schön. Beachten Sie jedoch: Pflanzen sind im Topf weniger winterhart und müssen im Winter gut vor Kälte geschützt werden.

Mehrere Pflanzgefäße machen die schlechte Erde eines kleinen Stadtgartens vergessen (Fotos: G. David, oben rechts S. A. O’Hara)
Sich etwas gönnen
Einer der großen Vorteile eines kleinen Stadtgartens (abgesehen vom geringeren Pflegeaufwand!) ist, dass Sie aufgrund der begrenzten Größe in etwas ausgefallenere Pflanzen investieren oder beispielsweise zwei bis drei kostspieligere Exemplare pflanzen können – etwa ausgewachsene Pflanzen, die sofort Wirkung zeigen. Gönnen Sie sich in diesen kleinen Räumen gut entwickelte Sträucher, Baumfarne, Zierbäume oder außergewöhnliche Pflanzen, die Ihren Garten in einen gut gehüteten geheimen Ort verwandeln …

Ein Baumfarn (Dicksonia antartica) und eine Magnolie : Nutzen Sie den begrenzten Platz Ihres Stadtgartens, um schöne Exemplare zu pflanzen!
Planung, Wege und Materialien
Kleiner Stadtgarten: Diagonalen schaffen Raum, Kurven Freiheit. Einheitliche Materialien, Klappmöbel und Licht setzen Stauden und Sträucher in Szene.
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