Umfallkrankheit: erkennen, bekämpfen, vorbeugen

Umfallkrankheit: erkennen, bekämpfen, vorbeugen

Tipps und Tricks

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 7. Dezember 2025  durch Jean-Christophe 3 min.

Aussaat ist günstig und bringt viele Pflanzen. Doch bei Fehlern droht Umfallkrankheit. Ursachen und Vorbeugung: unsere Tipps!

Schwierigkeit

Umfallkrankheit erkennen

Die Umfallkrankheit kann zwei Formen annehmen:

  • Die Aussaat ist nicht gekeimt und es erscheinen keine Keimlinge.
  • Erste Blätter erscheinen, dann werden die Stängel dünner, besonders an der Basis, verfärben sich manchmal bräunlich, knicken um und sterben ab.

Umfallkrankheit: So beugen Sie vor

Umfallkrankheit: viele Ursachen

Umfallkrankheit: verschiedene Pilze, darunter Pythium, Phytophthora, Botrytis, Rhizoctonia, Fusarium

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Faktoren, die die Umfallkrankheit fördern

Sind diese Pilze überall natürlich vorhanden, fördern bestimmte Bedingungen ihre Vermehrung und gefährden Ihre Aussaat:

  • ungeeignetes Kultursubstrat
  • zu viel Feuchtigkeit im Kultursubstrat oder in der Luft
  • minderwertiges Saatgut
  • infiziertes Material (Töpfe, Saatschalen, Hände)
  • zu tief oder dicht gesäte Samen
  • zu niedrige Temperaturen

Umfallkrankheit bekämpfen und behandeln

Schlechte Nachricht: Gegen das Umfallen der Keimlinge gibt es kein wirksames Heilmittel. Sobald sich der Pilz ausgebreitet hat, bleibt nur eine erneute Aussaat (mit neuer Blumenerde). Das Risiko ist besonders groß, wenn Sie in einer Aussaatschale säen, da benachbarte Pflanzen sehr schnell infiziert werden können.

Die einzige Möglichkeit ist Vorbeugung. Mit einigen einfach umzusetzenden Vorsichtsmaßnahmen entwickeln sich Ihre Aussaaten unter optimalen Bedingungen und bilden kräftige Jungpflanzen, die Beete und Pflanzgefäße lange verschönern.

Hier sind 10 Tipps gegen das Umfallen der Keimlinge:

  1. Verwenden Sie geeignete Blumenerde, gekennzeichnet als ’spezielle Aussaaterde‘. Sie ist leicht, drainierend und nährstoffarm, denn Samen benötigen zum Keimen keine großen Nährstoffmengen. Außerdem enthält sie keine groben Stücke, die das Wurzelwachstum behindern. Bei Bedarf können Sie Perlite oder Vermiculit untermischen, die für eine gute Belüftung des Substrats sorgen.
  2. Verwenden Sie niemals Gartenerde oder eigenen Kompost! Darin können sich Keime befinden, die sich nur zu gern ausbreiten.
  3. Kaufen Sie hochwertiges Saatgut. Wenn Sie eigenes Saatgut verwenden und befürchten, dass es Keime trägt, weichen Sie es einige Minuten in 50 °C warmem Wasser ein. Bei sehr feinem Saatgut ist diese Methode allerdings unpraktisch.
  4. Verwenden Sie sauberes und desinfiziertes Zubehör. Wenn Sie keine neuen Gefäße (Töpfe, Aussaatschalen, Saatschalen) benutzen, desinfizieren Sie sie mit einer Bürste, warmem Wasser und 10-prozentiger Bleiche. Spülen Sie alles gründlich ab. Waschen Sie auch Ihre Hände, besonders nach der Gartenarbeit oder dem Umgang mit Gartengeräten.
  5. Säen Sie in der richtigen Tiefe. Manche Samen müssen einige Zentimeter mit Erde bedeckt werden, andere keimen fast an der Oberfläche. Lesen Sie die Hinweise auf der Verpackung genau!
  6. Vereinzeln Sie die Keimlinge. Je dichter die Aussaat, desto größer das Risiko. Sobald die ersten Keimlinge erscheinen, entfernen Sie vorsichtig einige davon, damit der Abstand zwischen den Jungpflanzen ausreicht.
  7. Stellen Sie Ihre Aussaat an einen ausreichend warmen (aber nicht heißen) Ort mit möglichst gleichmäßiger Temperatur. Sofern keine besonderen Ansprüche bestehen, keimen Samen meist bei 15 °C bis 20 °C.
  8. Lüften Sie regelmäßig. Eine abgeschlossene Umgebung begünstigt Pilzkrankheiten. Öffnen Sie Ihr Gewächshaus oder heben Sie die Abdeckungen an, wenn Sie unter gespannter Luft säen – mindestens einige Stunden täglich.
  9. Gießen Sie sparsam. Samen brauchen zwar Feuchtigkeit zum Keimen, doch nasses Substrat ist für viele Pilze ideal! Gießen Sie nicht mit der Gießkanne. Besser regelmäßig und leicht besprühen, sodass die obersten Zentimeter feucht, aber nicht durchnässt bleiben. Die Blumenerde darf jedoch nicht austrocknen.
  10. Streuen Sie Holzkohle auf die Blumenerde, da sie pilzhemmend wirkt. Achtung! Verwenden Sie keinesfalls Grillkohle, da sie behandelt worden sein kann. Nutzen Sie Holzkohle aus dem Kamin. Zum Zermahlen eignen sich Stößel oder Reibe. Alternativ können Sie die Kohle in ein Tuch legen und mit einem schweren Gegenstand zerstoßen. Eine dünne Schicht genügt!

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