Was nach einem Brand pflanzen?
Garten nach einem Brand: Verstehen und handeln
Inhaltsverzeichnis
Die regelmäßig auftretenden Brände in Frankreich zeigen eindringlich: Die Feuergefahr betrifft immer größere Gebiete. Trockenheit, Hitze und Klimawandel begünstigen die Brände, die in wenigen Stunden Wälder zerstören und Häuser sowie Gärten erreichen können. Wie lässt sich der Garten danach regenerieren, und wann darf neu gepflanzt werden? Wer die natürliche Regenerationsfähigkeit der Pflanzen und die Schäden am Boden kennt, kann zum richtigen Zeitpunkt handeln.
Wie kann sich die Natur nach einem solchen Trauma erholen? Welche Pflanzen lassen sich nach einem Brand setzen? Was tun mit stark geschädigten Bäumen? Wie kann sich der Boden wieder ins Gleichgewicht bringen? Wir geben Tipps zur Wiederherstellung Ihres Gartens oder Grundstücks nach einem Brand.

Verheerende Brände machen längst nicht mehr nur vor den Villen im Süden des Landes halt
Vegetation nach einem Brand: Neuaustrieb
Ein Feuer kann alles in seinem Weg zu vernichten scheinen, doch die Natur bringt das Leben früher oder später zurück. Manche Pflanzen treiben wieder aus. Tatsächlich sind bestimmte Ökosysteme wie Nadelwälder an Brände angepasst und können sich danach regenerieren. Ihre Samen keimen erst nach großer Hitze – für ihre Erneuerung sind sie also auf Brände angewiesen.
Abgesehen davon findet die Natur Wege, sich nach einem Brand zu erholen. Krautige Pflanzen und Gräser treiben oft als Erste wieder aus. Sie bilden eine grüne Decke, die den Boden stabilisiert und Erosion verhindert. Schnell wachsende Pflanzen wie Espen und Weiden können sich nach einem Brand ebenfalls rasch regenerieren.

Nach einem Brand erscheinen zwischen den verkohlten Wurzelstöcken schnell die ersten Gräser …
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Brandgefahr: 10 leicht entflammbare Pflanzen meidenWann nach einem Brand neu pflanzen?
Der Zeitpunkt für die Neupflanzung nach einem Brand hängt von mehreren Faktoren ab, darunter der Brandintensität, der Jahreszeit und der Art des Ökosystems. Generell empfiehlt es sich, nach einem Brand mindestens eine Wachstumsperiode abzuwarten, damit die Natur mit der Regeneration beginnen kann.
So erhält der Boden zwar nicht die Möglichkeit, sich vollständig zu regenerieren, da dieser Prozess sehr langsam verläuft, doch ein Teil der Asche kann durch Herbstregen, Wind und Oberflächenabfluss abgetragen werden. Auch der Abbau und Verlust von Nährstoffen sowie die Veränderung der biologischen Aktivität im Boden sind vor der Neupflanzung zu berücksichtigen. Bei Bränden, die schnell unter Kontrolle gebracht wurden und den Boden nur oberflächlich geschädigt haben, können sich die Mykorrhiza-Beziehungen jedoch relativ rasch erneuern und die Bodenfruchtbarkeit allmählich zurückkehren. Häufig steigt der pH-Wert des Bodens zunächst an, was jedoch vorübergehend ist. Bei schweren Bränden kann sich zudem die Bodenstruktur verändern.
Diese Zeit ermöglicht es außerdem, die Schäden zu beurteilen und zu bestimmen, welche Arten sich am besten für die Neupflanzung eignen. Hat der Brand im Spätsommer oder Herbst stattgefunden, sollte man mit der Neupflanzung bis zum folgenden Frühjahr warten. So haben die neuen Pflanzen die gesamte Wachstumsperiode, um sich vor dem Winter zu etablieren.

Hier ist der Boden nur oberflächlich verbrannt und kann bald wieder von der Natur besiedelt werden
Was tun mit verbrannten Bäumen?
Nach einem Brand: Jeden Baum prüfen. Tote, standfeste Bäume können bleiben und Tieren Lebensraum bieten; gefährlich instabile aus Sicherheitsgründen fällen.
Feuerresistente Pflanzen
Bei der Wiederbepflanzung nach einem Brand und wenn Ihr Haus erneut durch Flammen gefährdet sein könnte, etwa weil es am Waldrand oder in einem Risikogebiet liegt, sollten Sie am besten Pflanzen wählen, die von Natur aus feuerresistent oder sogar feuerangepasst sind. Sie werden Pyrophyten (oder Pyrophilen) genannt. Diese Pflanzen besitzen Eigenschaften, die ihnen helfen, einen Brand zu überleben oder sich danach relativ schnell zu regenerieren:
- Entweder haben sie eine dicke, besonders schützende Rinde (wie die Eiche, der Ölbaum oder bestimmte Palmen), die sie vor Hitze schützt und das Vordringen zum Splintholz verlangsamt (bei der Kork-Eiche ist sie korkbildend), oder ihr Holz ist dicht (Rotbuche, Esche, Eiche …)
- oder sie besitzen einen Ausläufer treibenden Wurzelstock oder treiben weiter entfernt wieder aus (etwa Eukalypten – doch Vorsicht: Sie gelten als sehr gefährlich, da sie wie Kiefern leicht entflammbar sind. Ihre Rindenstreifen wirken als „Feuerspringer“, zudem setzen sie brennbare Dämpfe frei),
- oder sie verfügen über eine außergewöhnliche Fähigkeit zur Zellregeneration, die den Neuaustrieb entlang des Stammes und der Zweige begünstigt,
- oder ihre Ausbreitungsstrategie nutzt Feuer zur Fortpflanzung und setzt Samen frei, die anschließend keimen (bekannt etwa beim Callistemon oder Zylinderputzer sowie bei der Zistrose).
Zu den feuerresistentesten Bäumen zählen die Eiche (darunter die Stein-Eiche und vor allem die Kork-Eiche), die Rotbuche, die Platane und der Ahorn. Diese Bäume besitzen eine dicke Rinde, die der Hitze eines Brandes standhalten kann, sofern dieser nicht zu intensiv ist. Außerdem können sie nach teilweisem Verbrennen aus ihrem Wurzelstock oder ihren Zweigen neu austreiben.
Bei den Sträuchern gelten Klebsame, der Steinliguster (Phillyrea) und der Westliche Erdbeerbaum als relativ feuerresistent. Diese Pflanzen haben oft dicke, immergrüne Blätter, die Feuchtigkeit speichern und ihnen helfen, der Hitze zu widerstehen. Ebenso gelten viele Sukkulenten und Kakteen (Agaven insbesondere) als relativ feuerresistent: Sie können im Garten als echte Brandschutzpflanzen wirken, indem sie die Ausbreitung der Flammen verlangsamen.

Resiliente Cordylinen (© Gwenaëlle David-Authier) links. In der Mitte und rechts: Cistus pulverulentus und Pittosporum tobira
Pflanzentipps und richtiges Umpflanzen?
Um Ihr Zuhause bestmöglich zu schützen, sollten Sie am Rand keine Hecken pflanzen. Die Anordnung der Zierpflanzen ist entscheidend, um Brände einzudämmen: Hecken bilden eine gefährliche brennbare Grenze. Kleine Hecken aus mehreren Arten können Schäden begrenzen. Auch dichte, belaubte Bereiche sind zu vermeiden, da sie die Ausbreitung des Feuers fördern können, etwa Bambus.
Die Pflege muss im Mittelpunkt stehen: Achten Sie besonders auf Baumschnitt, Freischneiden und das Sammeln von trockenem Laub sowie auf Äste und Streu (besonders von Bambus), die zur Brandausbreitung beitragen.
Verzichten Sie natürlich darauf, besonders leicht entflammbare Pflanzen wie Nadelgehölze mit Harzen oder Pflanzen mit Ölen und Gerbstoffen zu setzen (Zypresse, Mimose der Gärtner, Wacholder, Rosmarin … ebenso Dictamnus albus, auch Feuerdorn genannt).
Gräser sind für die Wiederbepflanzung nach einem Brand zugleich eine gute und schlechte Idee. Sie treiben zwar schnell wieder aus und besiedeln verbrannte Böden oft als Erste. Doch sie entzünden sich ebenfalls rasch und wirken wie ein Strohfeuer. Rund um Wohnhäuser sollten sie daher vermieden werden.
Für weitere widerstandsfähige Pflanzen können Sie sich an Arten orientieren, die auf verbrannten Flächen spontan wieder austreiben: Engelwurz, Englische Heide usw.
Vor der Neubepflanzung können Sie Kompost oder Mist einarbeiten, um den Gehalt an organischer Substanz zu erhöhen und den Boden schneller zu regenerieren. Eine Bodenanalyse zeigt, welche Nährstoffe fehlen und welche Bodenverbesserer nötig sind.
Lassen Sie der Natur nach einem Brand Zeit, sich zu erholen und neues Leben hervorzubringen. Nichts ist endgültig – die Widerstandskraft der Natur überrascht uns immer wieder …
Mehr erfahren
Hervorragende Publikation „Brandrisiko an Siedlungs-Wald-Grenzen“ von Anne Ganteaumme: Pflanzenbrennbarkeit, Feuerausbreitung usw.
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