Wurmkompost in der Praxis
In 4 großen Fragen und Antworten
Inhaltsverzeichnis
Beim Wurmkompostieren zersetzen Kompostwürmer organische Abfälle. Ihr 100 % natürlicher Dünger nährt Blumen, Pflanzen, Rasen und Gemüsebeet – auch im Bio-Anbau.
Wurmkomposter im Alltag nutzen?
Für den Wurmkompost bestimmte Abfälle müssen in kleine Stücke geschnitten werden (etwa 2 Zentimeter groß), damit sie schneller verrotten. Auch wenn dies nicht unbedingt notwendig ist, verbessert es die Effizienz des Prozesses.
Idealerweise empfehlen wir, diese Abfälle in einem kleinen Eimer mit Deckel im Haus zu sammeln. So erhalten die Würmer bereits angetrocknete Nahrung, in der sich schon Mikroorganismen entwickelt haben. Außerdem müssen Sie nicht wegen jedes einzelnen gesammelten Schalenabfalls zum Wurmkomposter gehen.
Je nach Bedarf wird dieser Zwischenbehälter ein- bis dreimal pro Woche geleert und mit einer dünnen Schicht Streu bedeckt. Wechseln Sie dabei ruhig die Stellen, an denen Sie die Abfälle ablegen.

Geben Sie Küchenabfälle in den Wurmkompost und schneiden Sie sie in kleine Stücke, um den Zersetzungsprozess zu erleichtern
Welche Abfälle gehören hinein?
Der Wurmkomposter kann die meisten verdorbenen oder abgelaufenen Lebensmittel, Käserinden, Eierschalen, aber auch gebrauchte Küchenrolle und Taschentücher, Kaffeesatz, Teereste sowie trockenes Laub, welke Blumen und vertrocknete Pflanzen zersetzen.
Nicht hinein gehören dagegen Knoblauch, Zwiebeln, Zitrusfrüchte, Milchprodukte, Fleisch, ölhaltige Produkte sowie Asche, Stoffe und Erde.
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Kompostieren in 5 SchrittenWie lässt sich die einwandfreie Funktion prüfen?
Beim Wurmkompostieren kommt es auf das richtige Gleichgewicht an. Daher sind einige Faktoren zu überwachen:
- Das Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis
Die Würmer benötigen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen kohlenstoffreichen Materialien (Falllaub, Karton, Papier …) und stickstoffreichen Materialien (Obst- und Gemüseabfälle, Rasenschnitt …). Konkret gilt: ein Teil stickstoffreiche Materialien auf einen Teil kohlenstoffreiche Materialien (50 %–50 %).
- Der Säuregehalt
Bei der Zersetzung organischer Materialien steigt der Säuregehalt des gesamten Inhalts: Regelmäßig zerdrückte Eierschalen hinzufügen, um diesen Effekt auszugleichen. Der pH-Wert sollte neutral bleiben, also zwischen 6,5 und 8 liegen.
- Die Feuchtigkeit
Normalerweise reicht die Feuchtigkeit der Abfälle allein aus, um den Wurmkomposter mit genügend Wasser zu versorgen und einen Feuchtigkeitsgehalt von 75 % bis 85 % zu erreichen. Andernfalls etwas Wasser aufsprühen, aber nicht zu viel, damit die Würmer nicht ertrinken.
Riecht Wurmkompost stark?
Wurmkompost wird von mehreren Vorurteilen begleitet, darunter die angeblich schlechten Gerüche. Tatsächlich treten diese nur selten auf, und zwar wenn das System nicht richtig im Gleichgewicht ist: Wird im Verhältnis zur Wurmzahl zu viel Futter eingefüllt, kann dies unangenehme Gerüche verursachen. Dann einige Tage nichts nachfüllen, den Behälter durch Umrühren belüften und kohlenstoffreiches Material (Karton) hinzufügen.

Für eine gute Verarbeitung benötigen die Würmer eine ausgewogene Mischung verschiedener Materialien
Wie funktioniert ein Wurmkomposter?
Optisch besteht der Wurmkomposter aus mehreren Stufen. Von oben nach unten gibt es:
- 1. Schicht: die Abfälle der Nutzer, in kleine Stücke geschnitten.
- 2. Schicht: der entstehende Wurmkompost.
- 3. Schicht: der gebrauchsfertige Kompost.
- 4. Schicht: der Flüssigdünger, auch „Perkolat“, „Komposttee“, „Wurmtee“ oder „Wurmkomposttee“ genannt.
Nach 3 bis 6 Monaten Wurmkompostierung kann die 3. Schicht zur Düngung von Pflanzungen, Blumen oder Gemüsebeeten verwendet werden: Sie besteht aus einem dunkelbraunen, krümeligen Material. Je weiter die Zersetzung fortgeschritten ist, desto nährstoffreicher ist das gewonnene Produkt.
Das Perkolat wird am Boden des Geräts aufgefangen. Als Flüssigdünger muss es unbedingt verdünnt werden – mit einem Teil Perkolat auf zehn Teile Wasser. Anschließend genügt es, das Gemisch dem Gießwasser beizugeben oder es gelegentlich direkt auf die Blätter der Pflanzen zu sprühen – unabhängig davon, ob sie sich in der Wachstums- oder Blütephase befinden. Unverdünnt kann es als Unkrautvernichter dienen.

Der Kompost ist fast reif für die Verwendung im Garten oder Gemüsebeet
Wie lässt sich Wurmkompost im Gemüsebeet und Garten verwenden?
Im Gemüsebeet kann Wurmkompost (in Belgien und Québec auch Vermikompost genannt) zum Abdecken der Aussaat verwendet werden, um die Keimung zu fördern, da er Wasser speichert und den Boden erwärmt. Unverdünnt kann er die Pflanzung von Erdbeeren oder Tomaten begleiten. Beim Verpflanzen von Gemüse schließlich gibt man eine Handvoll in jedes Pflanzloch.
Im Ziergarten werden Pflanzungen mit 1,5 bis 3 kg Wurmkompost pro Loch angereichert, der mit der Erde vermischt wird. Bei Blumen sollten höchstens 1 kg pro Quadratmeter verwendet werden. Für die Aussaat eines Rasens empfiehlt es sich, 1 bis 2 kg pro Quadratmeter oberflächlich einzuarbeiten.
Wurmkomposter starten?
Nach dem Aufstellen am geeigneten Standort (10–25 °C, vor Regen und Licht geschützt, gut belüftet und ruhig) benötigt der Wurmkomposter mehrere Elemente:
- Die Würmer: Ideal sind Mistwürmer, die sich von zersetztem Material ernähren, und Kompostwürmer, die frische organische Stoffe bevorzugen. Sie benötigen die doppelte Menge Ihres täglichen Abfallaufkommens: etwa 500 g Würmer für 250 g Abfälle.
- Die Streu dient als Lebensraum der Würmer: Auf 20–25 cm Höhe werden kohlenstoffhaltige Materialien (zerkleinertes Zeitungspapier, Toilettenpapier, zerrissene Eierkartons …), eine 4 cm dicke Schicht Blumenerde, eine Handvoll Sand und etwas Wasser gegeben, um sie zu befeuchten, ohne sie zu durchnässen. Darauf setzt man die Würmer und wartet, bis sie sich eingegraben haben, bevor etwas organisches Material und Streu hinzugefügt werden.
Nach dem Einrichten ist der Wurmkomposter nach etwa 2 Wochen einsatzbereit.
Wie gewinnt man Wurmkompost ohne Würmer?
Damit die Wurmpopulation bei jeder Entnahme nicht stark reduziert wird, gibt es einen einfachen Trick: Locken Sie die Würmer mit Futter an! Schieben Sie den Inhalt in eine Hälfte des Behälters und füllen Sie den freien Bereich mit neuer Streu und zersetzbarem Futter. Nach und nach wandern die Würmer dorthin. Warten Sie etwa 3 Wochen, bevor Sie den beiseitegelegten Wurmkompost entnehmen.
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