Mit seinen eleganten Rosetten und der spektakulären Sommerblüte ist die  Beschornerie oder Mexikanische Lilie eine so attraktive Pflanze, dass Sie sie unbedingt vermehren möchten. Nach der Blüte bildet diese sukkulente, exotische Staude, die mit Agaven und der Palmlilie verwandt ist, ganz natürlich gut entwickelte Wurzelschösslinge rund um die Hauptrosette. Das bietet eine ausgezeichnete Möglichkeit für die Vermehrung. Teilen Sie die Pflanze, sobald sie kräftig wächst. Auch eine Aussaat ist möglich. So vermehren Sie die Beschornerie im Garten und gewinnen neue Jungpflanzen!

Warum die Beschornerie vermehren?

Die Beschornerie wird im Laufe der Jahre üppiger, weil ihre Rhizome zahlreiche Wurzelschösslinge rund um die ursprüngliche Rosette bilden. Diese kleinen Seitenrosetten blühen in den folgenden Jahren ebenfalls und sichern so den Fortbestand der Pflanze. Da die Beschornerie viele Wurzelschösslinge bildet, kann sie sich an einem passenden Standort stark ausbreiten. Durch die Teilung erhalten Sie die Pflanze und begrenzen zugleich ihre Ausbreitung. Bei einigen Arten, etwa bei der Beschorneria albiflora, entwickeln sich aus den Blüten anschließend aufspringende Kapseln mit Samen. Dadurch ist auch eine Vermehrung durch Aussaat möglich.

Mexikanische Lilie
Beschorneria albiflora

Methode 1: Teilung

Wann teilen Sie die Beschornerie?

Teilen Sie die Wurzelschösslinge der Beschornerie im Frühjahr, von März bis April. Zu diesem Zeitpunkt sind die jungen Rosetten gut ausgebildet und groß genug zum Verpflanzen. Teilen Sie die Pflanze, wenn die Mutterpflanze gut eingewurzelt ist, also nach 3–4 Jahren Kultur. Haben Sie Geduld, denn die abgenommenen Rosetten brauchen ebenfalls mehrere Jahre bis zur ersten Blüte.

Das benötigte Material:

Wie teilen Sie die Beschornerie?

Junge Rosetten lassen sich leicht abtrennen und vermehren:

  • Heben Sie den Wurzelschössling vorsichtig mit einer Grabegabel an.
  • Graben Sie ausreichend breit und tief, damit Sie die Wurzeln nicht beschädigen.
  • Trennen Sie ihn mit einer Gartenschere von der Mutterpflanze.
  • Entfernen Sie beschädigte oder abgestorbene Blätter. Kürzen Sie lange Wurzeln leicht ein, damit die Pflanze besser anwächst.
  • Pflanzen Sie den Wurzelschössling sofort in ein leichtes, gut drainierendes Substrat, zum Beispiel in eine Mischung aus Blumenerde, Flusssand und Gartenerde. Für die Topfkultur verwenden Sie Töpfe mit Blumenerde und legen eine ausreichend dicke Drainageschicht auf den Boden.
  • Pflanzen Sie den Beschornerien-Wurzelschössling ein, ohne den Hals zu tief zu setzen.
  • Gießen Sie großzügig.

Halten Sie die Blumenerde in den ersten Wochen nach dem Pflanzen leicht feucht. Reduzieren Sie die Wassergaben, sobald die Pflanzen Anzeichen des Anwachsens zeigen. Die Beschornerie bevorzugt einen gut durchlässigen Boden und verträgt keine Staunässe. Die Rosetten brauchen möglicherweise etwas Zeit, um sich zu etablieren. Mit etwas Geduld bilden sie bald kräftige neue Triebe. Sie können außerdem eine mineralische Mulchschicht aus Lava ausbringen. Sie hält den Boden um die jungen Rosetten frisch und gibt nachts Wärme ab.

Beschornerie teilen
Die Beschornerie bildet große Horste. Daher lässt sich leicht eine Rosette entnehmen und an einen anderen Standort verpflanzen!

Methode 2: Aussaat

Die Aussaat ist eine langwierigere und anspruchsvollere Methode als die Teilung der Wurzelschösslinge. Dafür können Sie aus Samen eine große Anzahl an Jungpflanzen gewinnen. Allerdings ist das Ergebnis nicht immer sortenecht und die Aussaat bleibt oft erfolglos.

Wann säen Sie die Beschornerie?

Ernten Sie die Samen von einer blühenden Pflanze und säen Sie sie im Spätwinter, im Februar oder März, aus.

Das benötigte Material

  • Töpfe oder eine Saatschale
  • Aussaaterde
  • Sand
  • Eine Sprühflasche
Beschornerie: Blüte und Fruchtbildung
Auf die Blüten der Beschornerie folgen Früchte, die die Samen enthalten. Sammeln Sie sie und säen Sie sie aus!

Wie säen Sie die Beschornerie?

So gelingt Ihnen die Aussaat der Beschornerie:

  • Nach der Blüte bilden sich Samen. Ernten Sie sie, sobald sie reif und trocken sind.
  • Mischen Sie in Töpfen oder einer Saatschale Aussaaterde mit etwas Sand, um die Drainage zu verbessern.
  • Säen Sie die Samen auf der Oberfläche des Substrats aus und lassen Sie dabei etwas Abstand. Bedecken Sie sie mit einer dünnen Schicht Blumenerde.
  • Besprühen Sie das Substrat, damit die Samen nicht verrutschen.
  • Stellen Sie die Saatschale an einen warmen, hellen Standort mit 21 °C und schützen Sie sie vor direkter Sonne.
  • Halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht, ohne es zu durchnässen.
  • Die Keimung kann einige Wochen bis mehrere Monate dauern. Haben Sie Geduld und kontrollieren Sie regelmäßig die Feuchtigkeit des Substrats.
  • Sobald die Keimlinge mehrere Blätter entwickelt haben, pikieren Sie sie in einzelne Töpfe mit gut drainierender Blumenerde. Pflanzen Sie sie im folgenden Jahr, im späten Frühjahr, in den Garten. Der ideale Zeitraum liegt zwischen April und Mai.