Mit ihren großen, hübsch gegliederten, fedrigen Wedeln sind Farne ideal, um schattige oder vernachlässigte Ecken im Garten üppig und dekorativ zu gestalten. Sie gedeihen im Schatten sowie in einem nährstoffreichen, frischen Boden. Farne sind winterhart und wuchsfreudig und benötigen nur wenig Pflege. Immergrüne Farne brauchen lediglich eine leichte Pflege, während sommergrüne Farne regelmäßiger zurückgeschnitten werden müssen. Der Rückschnitt hält die Pflanze sauber und gepflegt und regt das Wachstum neuer Wedel an. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihren Farn richtig zurückschneiden!

Farne in Kürze

Als Pflanzen aus der Gruppe der Pteridophyten bilden Farne eine äußerst vielfältige Pflanzenfamilie mit 9.000 bis 13.000 Arten, die auf fast allen Kontinenten vorkommen. Die meisten Farne stammen zwar aus tropischen Regionen und werden dort häufig als Zimmerpflanzen kultiviert. Viele winterharte Arten gedeihen jedoch auch in den gemäßigten Regionen, insbesondere in Frankreich, wo sie sich von Natur aus im Unterholz und in feuchten Wäldern entwickeln. In freier Natur finden Sie beispielsweise den Gewöhnlichen Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) oder den Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium). Beide wachsen natürlicherweise an feuchten und schattigen Standorten.

Farne zeigen eine große Vielfalt an Wuchsformen. Einige bilden aufrechte Horste und entwickeln bei baumartigen Arten wie Dicksonia sogar einen echten Stamm. Andere, die als Bodendecker verwendet werden, breiten sich mithilfe ausläuferbildender Rhizome aus und bedecken den Boden.

Die Größe der Farne variiert je nach Art erheblich. Asplenium gehören beispielsweise zu den kleinsten Arten und haben eine niedrige Wuchsform. Dryopteris wie der Gewöhnliche Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) sind dagegen stattlicher und beeindrucken mit üppigem Laub. Osmunda regalis, der Königsfarn, ist eine der eindrucksvollsten winterharten Arten und kann bis zu zwei Meter hoch werden.

Welche Farne sollten Sie zurückschneiden?

Farne überraschen durch ihre Vielfalt. Nicht alle Farne benötigen beim Rückschnitt die gleiche Pflege. Sie lassen sich in zwei große Gruppen einteilen:

  • Sommergrüne Farne: Diese Farne verlieren im Winter ihre Blätter. Dazu gehören der Gewöhnliche Adlerfarn (Pteridium aquilinum) und der Gewöhnliche Wurmfarn (Dryopteris filix-mas). Ihr braunes, vertrocknetes Laub sollte jedes Jahr zurückgeschnitten werden, damit sich neue Wedel entwickeln können.
  • Immergrüne Farne: Diese Farne behalten ihr Laub das ganze Jahr über. Beispiele sind der Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium) und der Borstige Schildfarn (Polystichum setiferum). Bei diesen Sorten genügt ein leichter Rückschnitt, um beschädigte Wedel zu entfernen.
Sommergrüner oder immergrüner Farn
Links ein sommergrüner Farn (Dryopteris filix-mas), dessen trockenes Laub jedes Jahr zurückgeschnitten werden sollte. Rechts ein immergrüner Farn (Asplenium scolopendrium), bei dem es genügt, die beschädigten Wedel zu entfernen.

Wann sollten Sie einen Farn zurückschneiden?

Sommergrüne Farne werden normalerweise am Ende des Winters oder zu Beginn des Frühjahrs zurückgeschnitten, bevor die neuen Wedel erscheinen. So schaffen Sie Platz für die jungen Triebe. Gleichzeitig schützen die abgestorbenen Wedel die Pflanze im Winter. Immergrüne Farne sollten Sie zu Beginn des Frühjahrs zurückschneiden, bevor die Pflanze neue Blätter entwickelt. Beschädigte oder vergilbte Wedel können Sie bei Bedarf zu jeder Jahreszeit entfernen.

Neue Wedel von Farnen
Im Frühjahr erscheinen die neuen Triebe inmitten der alten, trockenen Wedel, die zurückgeschnitten wurden.

Wie schneiden Sie die Wedel eines Farns zurück?

Das benötigte Material:

  • eine gut geschärfte und zuvor mit Alkohol gereinigte Gartenschere, um eine Übertragung von Krankheiten zu verhindern
  • ein Paar Handschuhe

Der Rückschnitt von Farnen ist relativ einfach. Sie müssen dabei jedoch vorsichtig vorgehen, damit Sie die Pflanze nicht beschädigen. Die alten Wedel schützen die jungen Triebe vor Kälte, insbesondere die kleinen eingerollten Farnwedel in der Mitte des Horstes. In kalten Regionen sollten Sie deshalb nicht zu früh zurückschneiden.

  • Schneiden Sie bei sommergrünen Farnen die Wedel mithilfe der Gartenschere an der Basis dicht über dem Boden ab. Vermeiden Sie es, die Wedel mit der Hand abzubrechen, damit Sie die Wurzeln nicht herausreißen. Achten Sie außerdem darauf, die jungen Triebe und eingerollten Farnwedel nicht zu schneiden. Sie sind an ihrer eingerollten Form zu erkennen und entwickeln sich zu neuen Wedeln.
  • Entfernen Sie bei immergrünen Farnen nur abgestorbene, welke oder beschädigte Wedel. Gesunde Wedel sollten erhalten bleiben, damit sich die Pflanze weiterentwickeln kann.
  • Nach dem Rückschnitt können Sie den Fuß der Farne mulchen, um die jungen Triebe zu schützen und die Feuchtigkeit im Boden zu halten, insbesondere im Frühjahr.
Wie Sie Farnwedel zurückschneiden
Schneiden Sie die vertrockneten Wedel mithilfe einer Gartenschere an der Basis ab.

Sonderfall: der Rückschnitt von Baumfarnen

Der Rückschnitt von Baumfarnen unterscheidet sich leicht vom Rückschnitt gewöhnlicher Farne. Diese Farne entwickeln einen Stamm, der als Stipe bezeichnet wird, wie beispielsweise Dicksonia antarctica. Sie benötigen einen besonders schonenden Rückschnitt. Entfernen Sie am besten nur welke oder beschädigte Wedel, die sich am Stammfuß befinden. Die Wedel von Baumfarnen sollten so lange am Stipe bleiben, wie sie noch grün sind, da sie zum Wachstum der Pflanze beitragen. Abgestorbene Wedel können nach dem Rückschnitt außerdem die Krone und den Stamm im Winter vor Kälte schützen.