Der Schnitt der Forsythie ist für ihre gesunde Entwicklung nicht unbedingt erforderlich. Er trägt jedoch dazu bei, ihre buschige, ansprechende und dekorative Wuchsform, ihre Vitalität und ihre reiche Blüte im zeitigen Frühjahr zu erhalten. Dafür ist ein Pflegeschnitt nötig, der zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt werden muss, damit die Blüte dieses sommergrünen, im Frühjahr blühenden Strauchs nicht beeinträchtigt wird. Außerdem hängt die Schnittmethode vom Alter und von der bisherigen Pflege des Strauchs ab. Ein über viele Jahre vernachlässigter Zierstrauch benötigt einen Verjüngungsschnitt, damit sich seine Silhouette wieder ausgleicht und neue Zweige entstehen. Hier finden Sie alle unsere Tipps, damit Sie die Forsythie erfolgreich schneiden und ihre leuchtend gelbe Blüte genießen können!

Forsythie als Strauch, Forsythienbusch

Forsythien mit natürlicher Wuchsform

Wann sollte man die Forsythie schneiden?

Der Schnitt der Forsythie ist nicht zwingend erforderlich, wird aber empfohlen, damit der Strauch seine harmonische Wuchsform behält. Ein jährlicher Pflegeschnitt sorgt für eine gleichmäßige Wuchsform und begrenzt die Ausbreitung der Forsythie.

Schneiden Sie die Forsythie innerhalb von 1 bis 2 Monaten nach dem Ende der Blüte, also von Mai bis Mitte Juni. Vor dem Winter bildet die Forsythie ihre Blütenknospen am einjährigen Holz. Im folgenden Frühjahr öffnen sich die Knospen und eine Vielzahl gelber Blüten erscheint. Ein Winterschnitt würde einen großen Teil der Blüte verhindern. Wird der Strauch dagegen erst spät im Sommer, im Juli oder August, geschnitten, hat er nicht genügend Zeit, vor dem Winter neue Triebe mit Blütenknospen zu bilden. Im folgenden Jahr fällt die Blüte dann nahezu aus.

Wie schneidet man die Forsythie?

Das benötigte Werkzeug

Zum Schneiden der Forsythie benötigen Sie folgende Werkzeuge:

  • Eine Gartenschere
  • Eine Baumsäge, zum Beispiel eine japanische Säge mit gebogenem Sägeblatt
  • Einen Astschneider, auch als Astschere oder Baumschere bezeichnet
  • Ein Paar Handschuhe

Überprüfen Sie, ob Ihre Schnittwerkzeuge in einwandfreiem Zustand sind. Schärfen und desinfizieren Sie sie gründlich. So erzielen Sie saubere Schnitte, fördern eine gute Wundheilung und verringern das Infektionsrisiko für Ihre Forsythie.

Einige wichtige Hinweise

Bei einer jungen Pflanze, die neu gepflanzt wird, nehmen Sie einen leichten Erziehungsschnitt im oberirdischen Bereich vor. Entfernen Sie abgestorbene und schwache Zweige. Kürzen Sie kranke oder abgebrochene Zweige oberhalb der beschädigten Stelle ein. Die verbleibenden Triebe kürzen Sie um ein Drittel.

Lassen Sie Ihren Blütenstrauch in den beiden Jahren nach der Pflanzung frei wachsen. Falls nötig, können Sie abgestorbene, dünne oder ineinander verflochtene Triebe leicht zurückschneiden. Erst ab dem dritten Jahr ist ein Pflegeschnitt sinnvoll.

Sträucher aus der Baumschule sind in der Regel bereits geformt und besitzen zwischen 5 und 10 Hauptäste. Ein Erziehungsschnitt ist daher nicht erforderlich.

Der Pflegeschnitt

  • Entfernen Sie zunächst kranke oder abgebrochene Zweige sowie abgestorbenes Holz.
  • Schneiden Sie vollständig abgeblühte und zu lange Zweige heraus. Kürzen Sie frisch abgeblühte, mäßig lange Zweige um ein Drittel ein. Schneiden Sie die Zweige dazu 5 mm bis 1 cm oberhalb einer Knospe schräg ab. Die Schnittfläche sollte von der Knospe weg geneigt sein. So bleibt Regenwasser nicht auf der Schnittwunde stehen und läuft nicht über die Knospe.
  • Entfernen Sie dünne, schwache Zweige, indem Sie sie an der Basis abschneiden.
  • Damit mehr Licht in das Innere des Wurzelstocks gelangt, lichten Sie das Zentrum der Forsythie aus. Entfernen Sie Zweige, die durch die Verzweigung des Strauchs wachsen und andere Zweige kreuzen. Durch Reibung können an diesen Zweigen Wunden entstehen.
  • Entfernen Sie herabhängende Zweige, die zu dicht über dem Boden wachsen.
  • Graben Sie zum Schluss die Wurzelschösslinge aus, die sich am Fuß des Strauchs gebildet haben. Andernfalls entziehen sie der Pflanze unnötig Kraft.

Nach dem Schnitt sollte der Strauch eine harmonische, gleichmäßige Silhouette mit gut verteilten Zweigen haben.

Links eine Forsythie mit zahlreichen ineinander verflochtenen Zweigen, die nur wenige Blüten hervorbringt. Rechts eine Forsythie mit üppiger Blüte dank eines fachgerechten Schnitts.

Wann sollte man eine alte Forsythie schneiden?

Nach einigen Jahren, meist ab dem vierten Jahr, blüht die Forsythie weniger. Wird sie vernachlässigt, verliert sie ihre schöne Silhouette, wächst übermäßig in die Höhe und verkahlt an der Basis. Außerdem wird sie anfälliger für Krankheiten. Ein kräftiger Rückschnitt regt die Bildung neuer Triebe an und verjüngt den Strauch. Durch diesen radikalen Schnitt erhält die Forsythie wieder eine kompaktere, dekorative Wuchsform und eine üppigere Blüte.

Der Verjüngungsschnitt oder das Auf-den-Stock-Setzen ist sinnvoll, wenn Ihr Strauch zu groß und unansehnlich geworden ist. Führen Sie ihn alle vier bis fünf Jahre und immer nach der Blüte durch. So haben die neuen Zweige genügend Zeit, sich vor dem Winter zu bilden und zu kräftigen. Im folgenden Frühjahr kann die Forsythie weniger Blüten tragen, im darauffolgenden Jahr erholt sie sich jedoch wieder. In einigen Regionen können im Frühjahr hohe Temperaturen auftreten. Schneiden Sie deshalb nicht an heißen Tagen.

Wie verjüngt man eine alte Forsythie?

Beim Auf-den-Stock-Setzen schneiden Sie die wichtigsten Hauptäste sehr stark zurück. Die Forsythie verträgt diesen kräftigen Schnitt bis knapp über dem Boden problemlos. Danach bildet der Strauch an seiner Basis neue, kräftige braune Triebe. Zahlreiche unter der Rinde ruhende Knospen treiben aus.

Der Verjüngungsschnitt

Verwenden Sie je nach Durchmesser des zu schneidenden Zweigs das passende Schnittwerkzeug, also eine Astschere oder eine Baumsäge. Schneiden Sie wie beim Pflegeschnitt immer schräg.

  • Bei einem vier bis fünf Jahre alten Strauch kürzen Sie alle Triebe auf etwa 30 bis 40 cm über dem Boden ein.
  • Bei einer Forsythie, die älter als fünf Jahre ist, schneiden Sie etwa zwei Drittel der ältesten Zweige im Inneren des Strauchs direkt am Wurzelstock ab. Dabei handelt es sich um die dicken, grauen Äste. Achten Sie darauf, die verbleibenden Zweige mit dem Werkzeug nicht zu verletzen. Die über dem Boden verbleibenden Hauptäste dienen als „Saftzieher“. Sie fördern den Saftstrom und den Austrieb neuer Triebe.
Verzweigung der Forsythie, Forsythie verjüngen

Der Schnitt regt die Bildung neuer Zweige an der Basis des Strauchs an (Foto: sk – Flickr)

Eine weitere Methode: der schonende Schnitt

Sie können auch über drei Jahre verteilt einen weniger radikalen Schnitt durchführen. Entfernen Sie jedes Jahr höchstens ein Drittel der ältesten Zweige. So kann sich der Strauch nach und nach regenerieren, ohne dass Sie – anders als bei einem vollständigen Rückschnitt – auf Blüten und neue Triebe verzichten müssen.

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