Gaura lindheimeri ist eine pflegeleichte Staude, die bei Gärtnerinnen und Gärtnern besonders beliebt ist. Wie könnte man diese Pflanze nicht mögen und ihren kleinen, zarten Blüten widerstehen, die in Weiß und Rosa erscheinen und von März bis Oktober Farbe in den Garten bringen? Gaura gedeiht außerdem sowohl im Beet als auch im Topf. Die Pflanze verleiht floralen Arrangements Leichtigkeit und Volumen. Vermehren Sie sie, damit Ihr grüner Rückzugsort noch üppiger blüht. Wie lässt sich Gaura vermehren?

Gaura passt perfekt in sommerliche Beete. © S.Chaillot
Mit dieser Anleitung lernen Sie die verschiedenen Methoden zur Vermehrung von Gaura kennen und erfahren, wann und wie Sie dabei vorgehen.
Wie lässt sich Gaura durch Aussaat vermehren?
Wann wird Gaura ausgesät?
Die Samen von Gaura werden gewöhnlich im Frühjahr, von März oder April bis Juni, direkt an ihrem endgültigen Standort oder in Anzuchttöpfe ausgesät, um die Jungpflanzen später umzusetzen. Wenn Sie es kaum erwarten können, Gaura blühen zu sehen, können Sie die Samen von Februar bis April geschützt aussäen. Stellen Sie die Jungpflanzen nach den Eisheiligen ins Freie.
Das benötigte Material
- ein Samentütchen mit Gaura-Samen
- ein oder mehrere Anzuchttöpfe
- Blumenerde
- eine Gießkanne
- einen Rechen
- einen Spaten
Die Schritte bei der Aussaat von Gaura
- Lockern Sie den Boden mit einem Spaten. Zerkrümeln Sie dabei die Erdschollen und entfernen Sie vorhandene Steine.
- Ebnen Sie die Bodenoberfläche mit einem Rechen.
- Verwenden Sie für die Aussaat im Topf eine sehr feine Aussaaterde.
- Verteilen Sie einige Samen auf der Oberfläche.
- Bedecken Sie sie mit 1 cm Erde oder Blumenerde.
- Verdichten Sie die Oberfläche mit der Hand oder einem Brett.
- Gießen Sie die Aussaat mit einer Gießkanne mit Brause vorsichtig an.
- Halten Sie die Erde sowohl im Freiland als auch in den Anzuchttöpfen frisch.
- Stellen Sie die Anzuchttöpfe in einen Raum mit einer Temperatur zwischen 20 und 24 °C.
Sobald die Jungpflanzen in den Anzuchttöpfen eine Höhe von 10 bis 15 cm erreicht haben, setzen Sie sie um.
So können Sie bereits im Aussaatjahr die erste, noch verhaltene Blüte bewundern. In den folgenden Jahren fällt sie üppiger aus.
Stéphanies Tipps: Wenn Sie am Ende der Saison einige Blüten an der Pflanze verblühen lassen, kann sich Gaura selbst aussäen. Mit etwas Glück entdecken Sie dann kleine Prachtkerzen im Beet. Bei rosafarbenen Gaura funktioniert dies nicht, da diese Sorten steril sind. Ernten Sie die Samen außerdem im Oktober oder November und lassen Sie sie trocknen, bevor Sie sie für Ihre eigene Aussaat einlagern.
Wie lässt sich Gaura durch Teilung vermehren?
Wann wird Gaura geteilt?
Nach einigen Jahren kann diese gut eingewachsene Gaura eine dichte Horstbildung entwickeln. Die Blüte lässt dann allmählich nach. Nach 3 bis 4 Jahren ist im Frühjahr der richtige Zeitpunkt gekommen, um den Horst zu teilen. Die Pfahlwurzel erschwert allerdings die Teilung. Die Stecklingsvermehrung ist einfacher durchzuführen als die Teilung. Außerdem lässt sich die rosa Blütenfarbe der Mutterpflanze nur durch Teilung oder Stecklingsvermehrung erhalten. Wenn Sie eine Gaura teilen, gehen Sie im Frühjahr vor. Dann lässt sich die Pflanze besonders gut vermehren.

Teilen Sie die Mutterpflanze in zwei Teile. © S.Dionet
Das benötigte Material
- ein Messer
- eine Grabegabel
- eine Gießkanne
- Mulchmaterial
Die Schritte bei der Teilung von Gaura
- Gießen Sie die Pflanze reichlich, damit sie sich leichter teilen lässt.
- Heben Sie den gesamten Wurzelstock aus dem Boden.
- Teilen Sie den Wurzelstock mit der Grabegabel oder einem Messer in zwei Teile. Achten Sie dabei auf das Wurzelsystem.
- Pflanzen Sie die beiden Teilstücke ins Freiland oder in einen Topf.
- Drücken Sie die Bodenoberfläche an, gießen Sie großzügig und mulchen Sie anschließend mit Stroh, Flachsstroh, Holzhäckseln oder einer Kiesschicht aus Laub.
Wie lässt sich Gaura durch Stecklingsvermehrung vermehren?
Wann werden Gaura-Stecklinge geschnitten?
Die Stecklingsvermehrung von Gaura kann Anfang März vor der Blüte oder am Ende des Sommers nach der Blüte beginnen. Diese Methode ist besonders einfach und eignet sich für alle Gärtnerinnen und Gärtner. Sie erhält die Blütenfarbe der Mutterpflanze und ermöglicht eine schnelle Blüte der Jungpflanzen. Schon bald tanzen sie wie ein Schwarm Schmetterlinge.
Das benötigte Material
- eine Gartenschere
- ein Anzuchttopf oder Topf
- Bewurzelungshormon
- ein Bleistift
- eine Sprühflasche
Die Schritte bei der Stecklingsvermehrung von Gaura
- Wählen Sie eine gesunde, krankheitsfreie Pflanze.
- Füllen Sie einen Anzuchttopf mit spezieller Stecklingserde. Geben Sie zuvor eine Schicht Kies oder Sand auf den Topfboden.
- Feuchten Sie die Blumenerde an.
- Schneiden Sie den Steckling von einem nicht blühenden Trieb.
- Schneiden Sie mit der Gartenschere einen etwa 10 cm langen Trieb direkt über einem Knoten ab.
- Entfernen Sie für die Vorbereitung des Stecklings 2 bis 3 Blätter im unteren Bereich.
- Tauchen Sie das Ende des Triebs etwa 0,5 cm tief in Bewurzelungshormon oder verzichten Sie darauf.
- Stecken Sie den Steckling mit dem behandelten Ende in ein zuvor mit dem Bleistift gebohrtes Loch in der Blumenerde.
- Drücken Sie die Erde rund um den Steckling gut an, damit er sicheren Halt bekommt.
Gießen Sie vorsichtig, damit die Erde gut am Steckling anliegt.
Stellen Sie die Stecklinge in einen temperierten Raum bei 20 °C und halten Sie die Erde frisch. Sie können die Stecklinge auch unter gespannter Luft bewurzeln. Umgeben Sie den Anzuchttopf oder Topf dafür mit einer durchsichtigen Folie oder stülpen Sie eine Glasglocke darüber. Lüften Sie regelmäßig. Diese Methode beschleunigt die Bewurzelung. Nach 3 Wochen bis 1 Monat ist das Wurzelsystem gut entwickelt. Setzen Sie den Steckling bei Bedarf in einen größeren Topf um.
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