Die Helichrysum, auch unter den Namen „Strohblume“ oder „Currykraut“ bekannt, ist eine kleine mehrjährige mediterrane Pflanze. Es gibt auch einjährige Arten: die Garten-Strohblume (Helichrysum bracteatum).

Die Strohblume wird für ihre farbenfrohe Sommerblüte sowie bei mehrjährigen Arten für ihr graues, silbriges, immergrünes und aromatisches Laub geschätzt. Die pflegeleichten und anspruchslosen Strohblumen gedeihen in voller Sonne auf trockenem, gut durchlässigem, auch magerem und steinigem Boden. Sie lassen sich außerdem einfach durch Stecklingsvermehrung, Teilung oder Aussaat vermehren.

Entdecken Sie unsere Tipps, wie Sie Helichrysum erfolgreich vermehren und ganz einfach kostenlos neue Jungpflanzen gewinnen.

Helichrysum vermehren

Die Strohblume in ihrem natürlichen mediterranen Verbreitungsgebiet

Wenn Sie alles über die Kultur der Strohblume erfahren möchten, lesen Sie auch unseren Artikel: „Helichrysum, Currykraut und Strohblumen: säen, pflanzen und pflegen“.

Helichrysum durch Stecklinge vermehren

Die Stecklingsvermehrung ist die wirksamste Methode, um mehrjährige Strohblumen zu vermehren (Helichrysum italicum, Helichrysum stoechas und Helichrysum petiolare). Dabei entsteht ein exakter Klon der Ausgangspflanze, die als „Mutterpflanze“ bezeichnet wird. Die neue Jungpflanze besitzt daher dieselben genetischen Eigenschaften wie die Pflanze, von der sie stammt.

Die Stecklingsvermehrung gelingt einfach und ist auch für Anfänger geeignet. So können Sie schnell und kostengünstig mehrere neue Strohblumen gewinnen.

Benötigtes Material

  • Ein Anzuchttopf oder ein Topf mit Abzugsloch (aus herkömmlichem Kunststoff oder biologisch abbaubar)
  • Eine Sprühflasche für eine sanfte Bewässerung
  • Ein Bleistift oder ein Holzstäbchen zum Vorbereiten des Pflanzlochs
  • Eine Gartenschere, die scharf und zuvor desinfiziert wurde, um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden
  • Ein leichtes Substrat: Aussaat- und Pikiererde, Blumenerde für mediterrane Pflanzen oder eine Mischung aus gleichen Teilen Universalerde und Sand

Wann sollten Sie vorgehen?

Die Stecklingsvermehrung erfolgt im Sommer, von Juli bis September, mit halbverholzten oder teilweise verholzten Trieben. Die Triebe sind dann nicht mehr ganz jung, also keine grünen oder krautigen Triebe mehr. Sie bleiben jedoch noch etwas biegsam und sind noch nicht vollständig zu hartem Holz geworden.

Stecklinge, die im späten Frühjahr (Mai bis Juni) von diesjährigen Trieben genommen werden, können ebenfalls bewurzeln. Ihre Erfolgschancen sind jedoch meist geringer.

Wie vermehren Sie Helichrysum durch Stecklinge?

  1. Nehmen Sie mit der Gartenschere einen oder mehrere nicht blühende Triebe von der Mutterpflanze. Sie sollten etwa 10 cm lang sein.
  2. Entfernen Sie die Blätter vom unteren Drittel des Triebs. Dieser Teil wird später in die Erde gesteckt. Diesen Vorgang nennt man Zurückschneiden oder Entblättern.
  3. Füllen Sie den Anzuchttopf oder Topf mit Substrat.
  4. Feuchten Sie das Substrat mit der Sprühflasche an, idealerweise mit Regenwasser.
  5. Bereiten Sie mit dem Bleistift ein oder mehrere Pflanzlöcher vor. Sie sollten etwa 5 cm tief sein.
  6. Stecken Sie den oder die Stecklinge in die Löcher.
  7. Drücken Sie das Substrat vorsichtig mit den Fingern an. So bleibt der Trieb aufrecht und es entstehen keine Lufteinschlüsse.
  8. Stellen Sie den Anzuchttopf oder Topf an einen warmen, geschützten Standort. Schützen Sie ihn vor Wind, Regen und direkter Sonne.
Helichrysum, Strohblume und Currykraut vermehren

Vorbereitung des Materials und Schneiden der Stecklinge, Entblättern der Triebe und Pflanzen in das Substrat

Halten Sie das Substrat bis zur Bewurzelung feucht. Das dauert ungefähr 3 bis 4 Wochen. Dann sollten neue Triebe erscheinen. Sie zeigen, dass die Stecklingsvermehrung erfolgreich war.

Um die Erfolgschancen zu erhöhen, können Sie die Stecklinge auch unter gespannter Luft bewurzeln. Stülpen Sie dafür einen transparenten Beutel, zum Beispiel einen Gefrierbeutel, eine Anzuchtglocke oder eine Plastikflasche, deren Boden Sie abgeschnitten haben, über den Anzuchttopf. Diese Methode schafft Wärme und Feuchtigkeit wie in einem Mini-Gewächshaus. Lüften Sie jedoch regelmäßig, damit überschüssige Feuchtigkeit entweicht und sich keine Krankheiten entwickeln.

Stellen Sie die bewurzelten Jungpflanzen anschließend an einen hellen Standort. Sie werden den gesamten Winter über geschützt aufbewahrt. Reduzieren Sie in dieser Zeit das Gießen. Warten Sie immer, bis das Substrat an der Oberfläche gut abgetrocknet ist.

Setzen Sie die Strohblumen-Stecklinge im Frühjahr, sobald keine Spätfröste mehr drohen, entweder in einen Topf mit mindestens 30 bis 40 cm Durchmesser oder direkt ins Freiland.

Möchten Sie mehr über die Stecklingsvermehrung erfahren? Lesen Sie Alexandras Artikel: „Stecklingsvermehrung: Alles über die verschiedenen Methoden und unsere Tipps“.

Helichrysum teilen

Bei der Teilung wird das Wurzelsystem einer Pflanze in einen oder mehrere Teile geteilt. Die abgetrennten Teilstücke besitzen bereits eigene Wurzeln, was das Anwachsen erleichtert. Teilen Sie Pflanzen, die seit mehreren Jahren am selben Standort wachsen, im Durchschnitt nach 3 oder 4 Jahren. Die Teilung verjüngt außerdem Pflanzen, die zu viel Platz beanspruchen oder in der Mitte kahl werden.

Beachten Sie, dass diese Methode weniger erfolgversprechend ist als die Stecklingsvermehrung. Viele mediterrane Pflanzen vertragen es nicht gut, wenn man sie nach dem Anwachsen verpflanzt. Dazu gehören beispielsweise Lavendel, Rosmarin und Thymian. Das Umpflanzen bedeutet für sie mehr Stress als für andere Pflanzen und verringert die Erfolgschancen. Daher kann auch die Strohblume nach einer Teilung nur schwer wieder anwachsen.

Helichrysum teilen

Durch die Teilung können Sie die Horste der Strohblume verjüngen und neue Jungpflanzen für den Garten gewinnen

Benötigtes Material

Wann sollten Sie vorgehen?

Teilen Sie mehrjährige Helichrysum im Frühjahr. Warten Sie, bis keine Spätfröste mehr drohen.

Teilen Sie die Pflanzen nicht im Herbst. Der feuchtere Boden und das feuchtere Umfeld würden die Wurzeln zusätzlich schwächen.

Wie teilen Sie Helichrysum?

Wenn Sie eines der Teilstücke im Topf kultivieren möchten, benötigen Sie ein Gefäß mit Abzugsloch und einem Durchmesser von etwa 30 bis 40 cm. Füllen Sie es mit Substrat und feuchten Sie dieses vorher an. Wenn Sie die Pflanze dagegen direkt ins Freiland setzen möchten, bereiten Sie die betreffende Fläche vor. Entfernen Sie Unkraut und Steine. Lockern Sie den Boden bei Bedarf auf und mischen Sie Substrat unter.

  1. Graben Sie die Pflanze mit dem Spaten aus. Heben Sie sie vorsichtig mit einer Hebelbewegung an und achten Sie darauf, möglichst wenige Wurzeln zu beschädigen.
  2. Teilen Sie den Wurzelballen mit dem Messer in zwei Teile.
  3. Pflanzen Sie eine Hälfte wieder an den ursprünglichen Standort. Die andere Hälfte kommt in einen Topf oder ins Freiland.
  4. Gießen Sie reichlich, damit die Pflanze anwächst. Gießen Sie anschließend drei Wochen lang regelmäßig, damit sich die Wurzeln gut entwickeln.

Mehrjähriges oder einjähriges Helichrysum aussäen

Die Aussaat ist die einzige Möglichkeit, einjährige Garten-Strohblumen zu vermehren (Helichrysum bracteatum). Diese Vermehrungsmethode eignet sich jedoch ebenso einfach für mehrjährige Arten.

Die Aussaat ist die natürlichste Methode, eine Pflanze zu vermehren. Sie erfordert etwas mehr Geduld, ermöglicht aber die Anzucht kräftiger Jungpflanzen. Außerdem ist es eine besondere Freude, eine Strohblume vom Samen bis zur ausgewachsenen Pflanze zu begleiten.

Benötigtes Material

  • Eine Samentüte aus dem Gartencenter, Fachhandel oder Internet oder im vergangenen Jahr im Garten gesammelte Samen
  • Für die Aussaat unter Schutz mehrere Anzuchttöpfe mit Abzugsloch oder eine Saatschale
  • Eine Sprühflasche für eine sanfte Bewässerung
  • Ein leichtes Substrat: Aussaat- und Pikiererde, Blumenerde für mediterrane Pflanzen oder eine Mischung aus gleichen Teilen Universalerde und Sand

Wann sollten Sie vorgehen?

Die Aussaat direkt ins Freiland erfolgt im Frühjahr. Warten Sie, bis die Temperaturen milder geworden sind, also bei ungefähr über 12 °C liegen, und keine Spätfröste mehr drohen. Je nach Region ist das im April oder Mai der Fall. Bei einer späteren Aussaat kann sich die Blüte der Garten-Strohblumen bis in den Sommer hinein verzögern.

Unter Schutz können Sie bereits ab Februar oder März aussäen. Die ideale Keimtemperatur liegt bei etwa 16 bis 20 °C.

Helichrysum aussäen, Strohblume

Die Samen der Strohblume können Sie direkt im Garten ernten

Wie säen Sie Helichrysum aus?

Unter Schutz

  1. Füllen Sie die Anzuchttöpfe oder die Saatschale mit Substrat.
  2. Säen Sie die Samen oberflächlich aus: eine kleine Prise pro Anzuchttopf, mehrere Prisen locker verteilt in der Saatschale.
  3. Bedecken Sie die Samen leicht mit Blumenerde, ohne sie zu tief einzugraben.
  4. Feuchten Sie das Substrat großzügig mit der Sprühflasche an.
  5. Stellen Sie die Aussaat an einen warmen und hellen Standort.
  6. Halten Sie das Substrat bis zur Keimung feucht. Die Keimlinge erscheinen meist nach 2 bis 3 Wochen.
  7. Wenn die Keimlinge etwa 5 cm groß sind und zu dicht stehen, topfen Sie sie in einzelne Anzuchttöpfe um.
  8. Pflanzen Sie sie am Ende des Frühjahrs ins Freiland.

Im Freiland

  1. Bereiten Sie die Fläche für die Aussaat vor. Entfernen Sie Unkraut und gegebenenfalls Steine. Lockern Sie den Boden mit Substrat auf.
  2. Säen Sie die Samen breitwürfig aus. Verteilen Sie sie gleichmäßig, ohne zu dicht zu säen.
  3. Bedecken Sie die Samen leicht mit Blumenerde, ohne sie zu tief einzugraben.
  4. Feuchten Sie das Substrat großzügig mit der Sprühflasche an.
  5. Halten Sie das Substrat bis zur Keimung feucht.
  6. Vereinzeln Sie die Keimlinge. Lassen Sie nur die kräftigsten Pflanzen stehen. Halten Sie einen Abstand von etwa 30 bis 40 cm ein. Die schwächeren Pflanzen können Sie problemlos in einzelne Anzuchttöpfe oder an einen anderen Platz im Freiland verpflanzen.

Möchten Sie mehr über die Aussaat erfahren? Lesen Sie den Artikel von Virginie „Einjährige Pflanzen aussäen: So gelingt die Aussaat im Freiland oder in einer Saatschale“ oder Alexandras Artikel „Mehrjährige Pflanzen erfolgreich aussäen“.