Feigenkakteenfrüchte sind außergewöhnliche Früchte, die von einem Kaktus, dem Opuntia ficus-indica, stammen. Dieser bildet breite, abgeflachte Glieder, die großen Schlägerkellen ähneln. Daher trägt er auch den Namen Feigenkaktus. Der aus Mexiko stammende Kaktus hat sich in den Mittelmeerregionen Frankreichs eingebürgert. Sie können ihn dort in freier Natur ernten, aber auch im Garten anbauen. Feigenkakteenfrüchte sind außerdem im Handel erhältlich. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, wann und wie Sie sie ernten. Außerdem geben wir Ihnen Tipps zur Aufbewahrung und Zubereitung.

Der Feigenkaktus: Was ist das?

Der Feigenkaktus gehört zur Gruppe der Feigenkakteen oder Opuntien. Gemeint ist insbesondere Opuntia ficus-indica. Der Kaktus stammt ursprünglich aus Mexiko, wo er Nopal genannt wird. Er hat sich jedoch in mehreren Regionen der Welt eingebürgert, vor allem rund um das Mittelmeer. Sein Name bedeutet Feigenbaum aus Indien. Christoph Kolumbus brachte ihn aus Amerika mit, weil er glaubte, Indien erreicht zu haben. Der Feigenkaktus bildet hübsche gelb-orangefarbene Blüten. Sie erscheinen direkt auf den Kaktusgliedern, meist an deren Spitzen. Danach bilden sich die Früchte, die Feigenkakteenfrüchte. Sie sind fleischig, rundlich bis eiförmig und meist gelb, orange oder rötlich, manchmal auch violett gefärbt. Ihre Länge beträgt 5 bis 8 cm. Ihr Fruchtfleisch schmeckt sehr mild und leicht süßlich. Es enthält zahlreiche kleine schwarze Samen. Im Englischen heißen sie Prickly pears, wörtlich „stachelige Birnen“. Feigenkakteenfrüchte sind wegen ihres Nährstoffgehalts beliebt, insbesondere wegen ihres hohen Gehalts an Ballaststoffen, Vitamin C und Magnesium. Ihnen werden außerdem durchfallhemmende, entzündungshemmende, wundheilende und antioxidative Eigenschaften zugeschrieben.

In Mexiko werden die Früchte auf verschiedene Weise verzehrt, unter anderem in Salaten. Daraus wird sogar ein überraschendes alkoholisches Getränk namens Colonche hergestellt. Es wird aus fermentierten Feigenkakteenfrüchten zubereitet.

Alles über den Anbau erfahren Sie in unserem ausführlichen Steckbrief: „Opuntia, Feigenkaktus: Pflanzen, Anbau und Pflege“

Feigenkakteenfrüchte: Früchte von Opuntia ficus-indica
Die Feigenkakteenfrüchte entwickeln sich an den Spitzen der Feigenkakteen. Ihre Farben sind oft leuchtend: gelb, orange, rot oder violett.

Welche Art eignet sich für die Küche?

In der Regel verzehrt man die Früchte von Opuntia ficus-indica, dem eigentlichen Feigenkaktus. Allerdings können Sie auch die Früchte von Opuntia humifusa verwenden. Diese Art bildet etwas kleinere Früchte. Sie stammt aus dem Osten der Vereinigten Staaten und aus Kanada. Wie Opuntia ficus-indica hat sie sich jedoch in Frankreich und mehreren Regionen Europas eingebürgert.

Wann ernten Sie die Feigenkakteenfrüchte?

Die Früchte werden im Spätsommer zwischen August und September, manchmal auch noch im Oktober, geerntet. Wählen Sie gut ausgereifte Früchte, die sich leicht lösen. Sie erkennen sie an ihrer kräftigen Farbe, die dunkelrot, violett oder orange sein kann, und an ihrer leichten Nachgiebigkeit beim Berühren. Beim Ernten der Feigenkakteenfrüchte ist wegen der kleinen Dornen Vorsicht geboten. Verwenden Sie dicke Handschuhe und ein Messer, um die Früchte vom Kaktus zu lösen.

Feigenkakteenfrüchte ernten und verzehren

Wie bewahren Sie sie auf?

Wenn die Feigenkakteenfrüchte bei der Ernte oder beim Kauf noch nicht vollständig reif sind, können Sie sie mehrere Tage bei Raumtemperatur lagern. So reifen sie nach. Sobald sie reif sind, legen Sie die Früchte in das Gemüsefach Ihres Kühlschranks. Sie sollten sie bald verzehren, da sie sich nur wenige Tage halten. Sie können die Früchte aber auch einfrieren und bis zu einem Jahr aufbewahren. Legen Sie sie im Ganzen oder geschält und geschnitten in das Gefrierfach.

Wie bereiten Sie sie zu?

Die Früchte tragen kleine Dornen, die sogenannten Glochiden . Deshalb müssen Sie sie vor dem Verzehr schälen. Denken Sie daran, Handschuhe zu tragen! Sie können die Dornen entfernen, indem Sie die Früchte mit einer Bürste abreiben. Seien Sie vorsichtig, denn kleine, mit bloßem Auge schwer erkennbare Stacheln können zurückbleiben.

Feigenkakteenfrüchte können frisch verzehrt werden, zum Beispiel in Scheiben oder Würfel geschnitten. Sie können sie in einen Obstsalat geben oder zu einem Smoothie verarbeiten. Ihr mildes, leicht säuerliches Aroma kommt darin besonders gut zur Geltung. Für Saft oder einen Smoothie schneiden Sie die Früchte in Stücke und pürieren sie im Mixer. Anschließend gießen Sie die Flüssigkeit durch ein feines Sieb, um die Samen zu entfernen. Für eine kreativere Zubereitung können Sie die Früchte zu Marmelade, Gelee oder Sirup verarbeiten. Sie eignen sich auch für Desserts oder als Beilage zu herzhaften Gerichten. Außerdem können Sie daraus Sorbet zubereiten.

Feigenkakteenfrüchte: So bereiten Sie sie zu
Feigenkakteenfrüchte können roh verzehrt werden, zum Beispiel in Scheiben geschnitten im Salat.