Als Gemüseart aus der Familie der Korbblütler und ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammend, ist die Kardy (Cynara cardunculus) mit ihrem Verwandten, der Artischocke, eng verwandt. Das zeigt sich an ihrem majestätischen, imposanten Laub, ihrer Blüte mit großen violetten Blütenkörbchen und am Geschmack ihrer fleischigen Blattstiele, die als Kardy-Stiele bezeichnet werden. Obwohl Kardy nur selten verzehrt wird – außer in der Region Lyon, wo sie besonders zu Weihnachten eine echte Tradition ist –, lässt sie sich im Gemüsegarten leicht kultivieren. Die einzige Besonderheit besteht darin, die essbaren Stiele unbedingt zu bleichen; die Blätter sind dagegen nicht essbar. Kardy kommt in zwei Arten vor, mit oder ohne Dornen, und verdient vielleicht auch in Ihrem Gemüsegarten einen (großen) Platz. 

Welche Sorte sollten Sie wählen?

Es ist kaum zu übersehen, dass Kardy und Distel miteinander verwandt sind. Diese Verwandtschaft wird angesichts der beiden am häufigsten angebotenen Arten noch deutlicher: 

  • Dornige Kardy mit kräftigeren Stielen, intensiverem Geschmack, die sich jedoch schwerer schälen lassen. Zu den wichtigsten Sorten gehören ‘Épineux argenté de Plainpalais’ mit AOC-Status und die Sorte ‘Épineux genevois’ mit AOP-Status. ‘Cardon rouge d'Alger’ ist mäßig bedornt und besitzt an der Basis rötliche Stiele.
  • Dornlose Kardy, die sich leichter kultivieren und schälen lässt. Zu den verschiedenen Sorten gehören ‘Cardon plein blanc inerme’ mit besonders fleischigen Stielen, ‘Blanc amélioré’ sowie ‘Vert de Vaulx-en-Velin’, die sich besonders für Regionen mit strengen Wintern eignet.

Wann wird Kardy gesät?

Die Samen von Kardy werden ab Mitte Mai direkt ins Freiland gesät, sobald jede Frostgefahr endgültig vorüber ist. Der Boden muss gut erwärmt sein. 

Sie können die Aussaat etwas vorziehen, indem Sie die Samen in Anzuchttöpfe unter einem Kalthaus aussäen. Dann ist die Aussaat bereits im April oder Mai möglich. 

Zwischen Aussaat und Ernte der Stiele müssen fünf Monate liegen. Die Ernte beginnt ab September und dauert in Regionen mit milden Wintern den ganzen Winter über an.

Wo wird Kardy gesät?

Kardy benötigt einen fruchtbaren, humusreichen und gut durchlässigen Boden, der ausreichend frisch bleibt. Der Boden darf jedoch weder Staunässe aufweisen noch dauerhaft zu feucht sein. Aufgrund ihrer südlichen Herkunft liebt Kardy Wärme. Deshalb sollten Sie sie unbedingt in der Sonne pflanzen. Wählen Sie außerdem einen vor Wind und kalter Zugluft geschützten Standort. Andernfalls können starke Böen die Pflanze umwerfen. 

Mit ihrem imposanten Wuchs – Kardy kann 2 m hoch und 1 bis 1,5 m breit werden – braucht die Pflanze viel Platz. Geben Sie ihr in Ihrem Gemüsegarten einen großzügigen, isolierten Bereich, damit sie sich ungestört entwickeln kann. Ihre graugrünen oder graublauen Blätter sind auffällig geadert, tief eingeschnitten und gewellt. Deshalb lässt sich Kardy auch in ein Zierbeet integrieren. Zudem bildet sie recht ansehnliche violette Blütenkörbchen.

Wie wird Kardy gesät?

Die Aussaat ins Freiland erfolgt in Horsten

  • Bearbeiten und lockern Sie den Boden mit dem Spaten tiefgründig. Entfernen Sie dabei Unkraut und Steine.
  • Arbeiten Sie Kompost tief in den Boden ein.
  • Ziehen Sie Reihen mit einem Abstand von mindestens 1,50 m.
  • Legen Sie in jeden Horst 3 oder 4 Samen. Zwischen den Horsten muss ein Abstand von mindestens 1 m liegen.
  • Bedecken Sie die Samen mit Erde und drücken Sie den Boden leicht an.
  • Gießen Sie vorsichtig mit feinem Wasserstrahl.

Sobald die Keimlinge einige Blätter entwickelt haben, sollten Sie sie ausdünnen. Lassen Sie in jeder Pflanzstelle nur die kräftigste Jungpflanze stehen. 

Um Ihre Erfolgschancen zu erhöhen, können Sie einige Kardy-Samen unter einem Kalthaus in Anzuchttöpfe säen. Im Mai können Sie die Jungpflanzen dann auspflanzen und Lücken in den Beeten schließen.

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