Der Rhabarber (Rheum rhabarbarum) gehört mit seinem schönen, großen, gekräuselten Laub und seinen meist roten, essbaren Stielen zu den unbestrittenen Stars im Gemüsegarten. Die winterharte, üppige und mehrjährige Pflanze verwöhnt Sie ab dem Frühjahr mit ihren säuerlichen Stielen. Obwohl sie sehr niedrige Temperaturen, manchmal bis zu -20 °C, verträgt, kann eine schlecht vorbereitete Überwinterung die Pflanze schwächen, Fäulnis am Hals begünstigen oder die nächste Ernte verzögern.
Erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie Ihren Rhabarber vor den winterlichen Unbilden schützen und ihm einen kräftigen Austrieb im Frühjahr sichern.
Warum sollten Sie Rhabarber im Winter schützen?
Rhabarber hat keine besondere Angst vor Kälte. Er ist bis etwa -20 °C winterhart. Diese Temperaturen werden in unseren Breiten nur selten erreicht. Paradoxerweise benötigt er sogar Kälte, um seine Dormanz zu beenden. Trotzdem sollten Sie den Winter nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn Rhabarber hat im Winter zwei große natürliche Feinde:
- Staunässe: Wenn der Boden nicht ausreichend durchlässig ist oder es sehr viel regnet, sammelt sich Wasser rund um die Krone des Rhabarbers. Diese überschüssige Feuchtigkeit kann Pilzkrankheiten und Fäulnis begünstigen.
- Wechsel von Frost und Tauwetter: Die wiederholten Frost-Tauwechsel können den Boden anheben und den empfindlichen Wurzelstock der Luft aussetzen.
Schritt 1: Rhabarber am Saisonende zurückschneiden
Bevor Sie den Rhabarber für den Winter schützen, sollten Sie ihn noch einmal gründlich pflegen. Diese Reinigung erfolgt normalerweise zwischen Ende Oktober und Ende November, je nach Region.
- Ernten Sie ab August keine Stiele mehr. Die Pflanze benötigt ihre Blätter, um vor dem Winter Nährstoffreserven in ihrer fleischigen Wurzel einzulagern.
- Wenn die ersten Fröste das Laub getroffen haben und es zu Boden liegt, schneiden Sie die Stiele 5 cm über dem Boden ab. Ziehen Sie keinesfalls daran, damit Sie den Wurzelstock nicht aus der Erde lösen.
- Sammeln Sie die Blätter vorsichtig auf, damit sie nicht direkt an der Pflanze verrotten. Sie enthalten viel Wasser und würden die Feuchtigkeit am Fuß der Pflanze nur erhöhen. Geben Sie sie stattdessen auf den Kompost.

Schritt 2: Bodenpflege und Düngung des Rhabarbers
Rhabarber ist eine äußerst nährstoffbedürftige Pflanze. Der Herbst, wenn Sie das Laub entfernen, ist der ideale Zeitpunkt, um den Boden zu pflegen und anzureichern.
- Entfernen Sie sorgfältig das Unkraut rund um die Pflanze. Im Winter konkurriert es um Nährstoffe und hält unnötige Feuchtigkeit zurück.
- Lockern Sie die Erde rund um die Pflanze nur sehr oberflächlich. Achtung: Die Wurzeln des Rhabarbers liegen nahe an der Oberfläche. Arbeiten Sie nicht zu tief.
- Bringen Sie rund um die Krone eine 5 bis 10 cm dicke Schicht gut verrotteten Komposts oder Kompostmist aus. Bedecken Sie die Mitte, die Endknospe, jedoch nicht vollständig, damit sie nicht erstickt.
Schritt 2: Schutz durch Mulch
Nachdem Sie Ihren Rhabarber gut mit Nährstoffen versorgt haben, ist es Zeit, den Wurzelstock vor Feuchtigkeit zu schützen und die Pflanze gesund zu erhalten.
Welchen Mulch sollten Sie wählen?
- Stroh isoliert hervorragend und ist luftdurchlässig. Der einzige Nachteil: Es lockt kleine Nagetiere an.
- Trockenes Laub ist kostenlos und liefert durch seine Zersetzung Humus. Allerdings verdichtet es sich bei Regen leicht und hält Feuchtigkeit zurück.
- Mulch aus Flachs oder Hanf isoliert sehr gut und wirkt dekorativ, ist aber teurer.
- Kiefernrinde ist langlebig und säuert den Boden leicht an, was Rhabarber schätzt.
Wie gehen Sie vor?
- Bringen Sie auf der gesamten Fläche, die das sommerliche Laub bedeckt hat, eine großzügige 15 bis 20 cm dicke Mulchschicht aus.
- Häufen Sie den Mulch rund um die Pflanze an, aber lassen Sie genau in der Mitte der Krone einen kleinen luftigen Bereich frei. So kann Feuchtigkeit verdunsten, und die frühen Knospen beginnen nicht zu faulen.
Schritt 3: Rhabarber aus dem Winterschutz holen
Etwa im März sollten Sie diesen Schutz entfernen. Auch dieser Schritt ist für die zukünftige Ernte der Stiele entscheidend.
- Beobachten Sie die Knospen: Sobald rote oder grüne Spitzen durch den Mulch brechen, legen Sie die Mitte nach und nach frei.
- Reinigen Sie die Pflanzstelle: Sobald keine starken Fröste mehr drohen, entfernen Sie den restlichen Mulch, damit die Sonne die Erde erwärmen kann. Sie können die Reste des organischen Mulchs in den Boden einarbeiten, um ihn anzureichern.
- Gießen Sie: Wenn das Frühjahr trocken ist, vergessen Sie das Gießen nicht. Rhabarber benötigt viel Wasser, um seine riesigen Blätter zu entfalten.

Besondere Maßnahmen für Rhabarber im Winter
Junge Pflanzen unter zwei Jahren sind noch empfindlich und benötigen besondere Aufmerksamkeit. Das gilt auch für Rhabarber, der im Topf kultiviert wird.
Rhabarber im Topf
Wenn Sie Ihren Rhabarber in einem Kübel kultivieren, ist er deutlich frostgefährdeter, weil die Kälte den Wurzelballen durch die Gefäßwände erreicht.
- Wickeln Sie den Topf ein: Verwenden Sie Jutegewebe, Wintervlies oder sogar Luftpolsterfolie, um die Seitenwände zu isolieren.
- Stellen Sie den Topf erhöht auf: Platzieren Sie ihn auf Holzleisten oder Ziegelsteinen. So vermeiden Sie den direkten Kontakt mit dem gefrorenen Boden und verbessern den Wasserabzug.
- Stellen Sie Ihren Rhabarber um: Wenn möglich, platzieren Sie den Topf an einer nach Süden ausgerichteten Mauer, geschützt vor den vorherrschenden Winden.
Junge Rhabarberpflanzen
Junge Pflanzen haben noch keine tief reichenden Wurzeln. Achten Sie deshalb besonders auf eine ausreichend dicke Mulchschicht. Bei angekündigtem starkem Frost können Sie außerdem eine umgedrehte Obstkiste darüberstellen.
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