Der Winter-Jasmin mit botanischem Namen Jasminum nudiflorum ist mit seiner Kaskade gelber Blüten mitten im Winter besonders leuchtkräftig und lässt sich leicht vermehren. Sie können ihn absenken, doch die Stecklingsvermehrung über Triebe ist eine einfache und zuverlässige Methode, die auch für Anfänger geeignet ist.

Wenn Sie kostengünstig und schnell neue Pflanzen für den Garten oder zum Verschenken gewinnen möchten, entdecken Sie unsere Tipps und die Technik zur Vermehrung Ihres Winter-Jasmins.

Alles Wissenswerte über die Kultur von Jasmin finden Sie außerdem in unserem Pflanzenporträt: Jasmin: Pflanzung, Pflege, Rückschnitt

Wann sollten Sie Winter-Jasmin durch Stecklinge vermehren?

Winter-Jasmin lässt sich am besten am Ende des Sommers durch Stecklinge vermehren. Schneiden Sie die Stecklinge im August oder September von halb verholzten Trieben, die beginnen, sich zu verholzen. Sie können die Stecklingsvermehrung auch im zeitigen Frühjahr, etwa im März, mit noch nicht verholzten Trieben versuchen.

Wie vermehren Sie Winter-Jasmin durch Stecklinge?

Das Material

Die Technik

  • Füllen Sie die Töpfe mit der Blumenerde-Mischung. Planen Sie für jeden Steckling einen kleinen Topf ein.
  • Feuchten Sie die Blumenerde leicht an.
  • Schneiden Sie mit der Gartenschere halb verholzte Kopfstecklinge. Der Trieb bleibt noch biegsam, beginnt sich aber bereits zu verholzen. Schneiden Sie Triebe mit einer Länge von 10 bis 15 cm.
  • Entfernen Sie die kleinen Blätter am unteren Ende.
  • Bohren Sie mit dem Bleistift ein 5 cm tiefes Loch in die Blumenerde, um den Steckling hineinzustecken.
  • Stecken Sie die Triebe hinein und versenken Sie sie zu zwei Dritteln im Topf.
  • Drücken Sie die Blumenerde vorsichtig um den Trieb an, damit er gerade steht.
  • Feuchten Sie das Substrat mit der Sprühflasche sehr leicht an, damit die Erde am Steckling haftet.
  • Stellen Sie die Töpfe in einen kalten Frühbeetkasten oder an einen schattigen, geschützten Platz ohne direkte Sonne. Lassen Sie sie dort etwa 4 Wochen lang stehen, bis sich Wurzeln gebildet haben. Feuchten Sie das Substrat mit der Sprühflasche mäßig an, damit es leicht feucht bleibt.
  • Sobald die Bewurzelung eingesetzt hat, bildet der Steckling neue kleine Blätter. Topfen Sie ihn nach etwa einem Monat einzeln um. Verwenden Sie dafür größere Töpfe und nährstoffreiche Blumenerde.
  • Überwintern Sie die Jungpflanzen bei einer Temperatur zwischen 7 °C und 10 °C.
  • Im folgenden Frühjahr können Sie die neuen Winter-Jasmin-Pflanzen ins Freiland setzen.

Hinweis: Sie können Stecklinge auch unter gespannter Luft ziehen. Umgeben Sie den Anzuchttopf oder Topf dafür mit einer durchsichtigen Folie oder stülpen Sie eine Glasglocke darüber. Lüften Sie regelmäßig. Mit dieser Methode bilden sich schneller Wurzeln. Nach 3 Wochen bis 1 Monat ist das Wurzelsystem gut entwickelt. Bei Bedarf können Sie den Steckling dann in einen größeren Topf umsetzen.

Steckling von Winter-Jasmin, Vermehrung von Jasminum nudiflorum durch Stecklinge

⇒ Weitere Informationen zur Stecklingsvermehrung finden Sie in unserem Ratgeber: „Stecklingsvermehrung: Alles über die verschiedenen Techniken und unsere Tipps für erfolgreiche Stecklinge“.

Wie senken Sie Winter-Jasmin ab?

Die langen, biegsamen Triebe des Winter-Jasmins eignen sich auch gut zum Absenken. Bei dieser Methode bildet die Pflanze ausgehend von der Mutterpflanze und ihren Trieben neue Wurzeln. Dazu versenken Sie einen Trieb in der Erde, ohne ihn von der Mutterpflanze zu trennen. So entsteht eine neue Pflanze, die an Ort und Stelle bleiben oder häufiger umgepflanzt werden kann.

Winter-Jasmin wächst bis zu 3, gelegentlich sogar 4 m hoch. Dadurch bietet er gute Voraussetzungen zum Absenken. Außerdem lassen sich seine Triebe mühelos biegen.

Wann sollten Sie Triebe des Winter-Jasmins absenken?

Beim Absenken von Trieben des Jasminum nudiflorum gehen Sie im Frühjahr, im April oder Mai, vor. Zu diesem Zeitpunkt beginnt sich der Boden zu erwärmen, und die Niederschläge fördern die Wurzelbildung.

Das Material

  • eine Hacke
  • ein desinfiziertes Pfropfmesser
  • ein U-förmiger Haken, beispielsweise ein Zelthering, oder ein großer Stein
  • etwas Sand, um das Substrat aufzulockern
  • ein kleiner Stützstab (optional)

Die Technik

  • Suchen Sie einen der längsten Triebe aus, der aus dem unteren Bereich des Jasmins wächst. Der Trieb muss gesund und kräftig sein.
  • Bereiten Sie den Absenker vor: Entfernen Sie die kleinen Blätter vom Trieb, und zwar auf der gesamten Länge, die in die Erde kommt. Das sind etwa 20 bis 30 cm. Ritzen Sie den Trieb anschließend oberflächlich ein, damit sich leichter Wurzeln bilden.
  • Lockern Sie den Boden auf und entfernen Sie Unkraut sowie vorhandene Wurzeln. Ziehen Sie eine 5 bis 10 cm tiefe Furche, in die Sie den Trieb legen.
  • Bringen Sie den vorbereiteten Triebabschnitt mit der Erde in Kontakt. Biegen Sie ihn so weit nach unten, dass er gut bedeckt werden kann. Füllen Sie die Furche mit Erde, die Sie mit Blumenerde angereichert und mit etwas Sand aufgelockert haben. Drücken Sie die Erde leicht an.
  • Fixieren Sie den Absenker mit einem Haken, beispielsweise einem Zelthering, oder ersatzweise mit einem großen Stein.
  • Richten Sie das aus der Erde ragende Triebende auf und befestigen Sie es gegebenenfalls an einem Stützstab. Ein Stützstab von 50 cm Länge ist dafür ausreichend.
  • Gießen Sie während der gesamten Bewurzelungszeit regelmäßig, aber nicht zu viel.
  • Nach etwa einem Jahr beginnt der Trieb, Wurzeln zu bilden. Manchmal geht es etwas schneller. Neue Triebe am Absenker zeigen, dass die Bewurzelung eingesetzt hat.
  • Dann können Sie die neue Pflanze von der Mutterpflanze „abnabeln“. Durchtrennen Sie dafür den Trieb an der Stelle, an der er in den Boden eintritt.
  • Topfen Sie den bewurzelten Absenker ein und pflanzen Sie ihn im folgenden Herbst aus.

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