Die Zierquitte ist mit ihren prächtigen, leuchtenden Blüten ein wahres Schmuckstück für jeden Garten. Wussten Sie, dass Sie sie ganz einfach durch Stecklinge vermehren können? In dieser Anleitung erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie diesen Strauch vermehren und kostenlos neue Pflanzen gewinnen. Legen Sie einfach los – das gelingt jedem!

Über die Zierquitte

Die ursprünglich aus Asien stammenden Zierquitten (Chaenomeles japonica, Chaenomeles superba und Chaenomeles speciosa) sind dekorative Sträucher, die wegen ihrer leuchtend roten, rosafarbenen oder manchmal weißen Blüten sehr beliebt sind. Diese öffnen sich bereits am Ende des Winters. Der Strauch eignet sich hervorragend für Hecken und Beete. Außerdem wird er wegen seiner säuerlichen, essbaren Früchte geschätzt, die sich auch zum Beduften des Hauses verwenden lassen. Die Früchte der Zierquitte werden zwar manchmal zu Gelee verarbeitet, können jedoch nicht mit denen der „echten“ Quitte (Cydonia oblonga) mithalten. Die Zierquitte ist winterhart und leicht zu kultivieren. Sie gedeiht in vielen verschiedenen Böden und verträgt regelmäßigen Rückschnitt gut. Damit ist sie eine ausgezeichnete Wahl für jeden Garten.

Alle Informationen zur Kultur der Zierquitte finden Sie im Pflanzenporträt von Virginie.

Vermehrung durch Stecklinge der Zierquitte
Chaenomeles superba

Wann sollten Sie die Zierquitte durch Stecklinge vermehren?

Die beste Zeit für die Stecklingsvermehrung der Zierquitte liegt zwischen Sommer und Herbst, in der Regel zwischen Juli und September. In dieser Zeit befinden sich die halbverholzten Triebe in einem idealen Entwicklungsstadium. So können sie leichter Wurzeln bilden.

Benötigtes Material

  • Saubere und gut geschärfte Gartenschere
  • Töpfe oder Anzuchttöpfe
  • Mischung aus Universalerde und Sand (50/50) oder spezielle Blumenerde für „Aussaat und Stecklinge“
  • Wurzelaktivator (optional, aber empfehlenswert)
  • Plastikbeutel oder Mini-Gewächshaus, um eine feuchte Atmosphäre aufrechtzuerhalten

Wie vermehren Sie die Zierquitte durch Stecklinge?

  • Wählen Sie den richtigen Trieb: Schneiden Sie einen etwa 15 cm langen, halbverholzten Trieb ohne Blüten oder Früchte ab.
  • Bereiten Sie den Steckling vor: Schneiden Sie ihn direkt unter einem Knoten ab, an dem ein Blatt befestigt war. Entfernen Sie die Blätter an der unteren Hälfte des Triebs, sodass nur zwei bis vier Blätter übrig bleiben. Dadurch verringern Sie den Wasserverlust durch Verdunstung.
  • Stecken Sie das untere Ende optional in Wurzelaktivator, um die Wurzelbildung zu fördern.
  • Pflanzen Sie den Steckling: Stecken Sie den Trieb in eine Mischung aus Blumenerde und Sand oder in eine sehr lockere Blumenerde. Lassen Sie etwa 5 cm aus dem Substrat herausragen.
  • Richten Sie ein Mini-Gewächshaus ein: Stülpen Sie einen durchsichtigen Plastikbeutel oder den unteren Teil einer Plastikflasche über den Topf. Alternativ können Sie ihn in ein Mini-Gewächshaus stellen, um eine gleichmäßige Feuchtigkeit zu gewährleisten.

Gut zu wissen: Junge, durch Stecklinge vermehrte Pflanzen blühen bereits im ersten Jahr. Zierquitten aus Samen bilden dagegen erst fünf Jahre später Blüten. Zierquitten können auch durch Absenken vermehrt werden. Wenn Sie möglichst schnell Blüten sehen möchten, wählen Sie eine Sorte von Chaenomeles speciosa. Sie blüht oft etwas früher.

Stecklingsvermehrung der Zierquitte

Einige Fehler, die Sie vermeiden sollten

Auch wenn die Stecklingsvermehrung der Zierquitte für jeden möglich ist, können einige Fehler Ihre Bemühungen zunichtemachen.

1. Einen ungeeigneten Trieb auswählen

  • Warum ist das ein Fehler? Zu junge, krautige Triebe sind empfindlich und nicht stabil genug, um gut Wurzeln zu bilden. Zu alte, holzige Triebe haben dagegen eine harte Rinde und nur begrenzte Fähigkeit, neue Wurzeln zu bilden.
  • Wie vermeiden Sie diesen Fehler? Wählen Sie halbverholzte Triebe mit einer Konsistenz zwischen biegsam und leicht fest. Diese ausgewogenen Triebe liegen zwischen Weich- und Hartholz.

2. Zu viel gießen

  • Warum ist das ein Fehler? Zu viel Wasser lässt die Wurzeln ersticken und begünstigt Pilze oder Fäulnis, insbesondere wenn das Substrat nicht gut durchlässig ist.
  • Wie vermeiden Sie diesen Fehler?
    • Prüfen Sie immer, ob der Topf Abzugslöcher hat.
    • Gießen Sie mäßig. Das Substrat sollte leicht feucht bleiben, aber niemals nass sein.
    • Stecken Sie zur Kontrolle einen Finger in die Blumenerde. Ist sie in der Tiefe noch feucht, müssen Sie nicht gießen.

3. Den Steckling direkter Sonne aussetzen

  • Warum ist das ein Fehler? Direkte Sonne, besonders im Sommer, lässt Stecklinge schnell austrocknen, selbst wenn das Substrat feucht ist. Auch die jungen Blätter reagieren empfindlich auf Sonnenbrand.
  • Wie vermeiden Sie diesen Fehler? Stellen Sie Ihre Stecklinge an einen hellen, aber geschützten Ort. Geeignet ist beispielsweise ein Platz an einem Fenster im Haus oder draußen unter einem Baum mit leichtem Schatten.

4. Die Hygiene von Werkzeugen und Substrat vernachlässigen

  • Warum ist das ein Fehler? Krankheiten und Bakterien verbreiten sich leicht über schmutzige Werkzeuge oder verunreinigtes Substrat. Dadurch können die Stecklinge schlecht anwachsen.
  • Wie vermeiden Sie diesen Fehler?
    • Desinfizieren Sie Ihre Gartenschere vor dem Schneiden mit Brennspiritus.
    • Verwenden Sie neue oder sterilisierte Blumenerde. Diese ist im Beutel erhältlich oder kann im Backofen erhitzt werden, um Pathogene abzutöten.

5. Die Luftfeuchtigkeit nicht kontrollieren

  • Warum ist das ein Fehler? Eine zu trockene Atmosphäre führt schnell zum Austrocknen, besonders wenn die Blätter weiterhin frei liegen. Zu viel Feuchtigkeit ohne Luftaustausch begünstigt dagegen Schimmel.
  • Wie vermeiden Sie diesen Fehler?
    • Halten Sie die Umgebung feucht, indem Sie den Steckling mit einem perforierten Plastikbeutel oder einem Mini-Gewächshaus abdecken.
    • Öffnen Sie die Abdeckung regelmäßig, um übermäßige Kondensation zu vermeiden, und lüften Sie leicht.

Pflege der jungen Stecklinge

Achten Sie darauf, dass das Substrat stets leicht feucht bleibt, aber nicht zu nass wird, damit die Stecklinge nicht faulen.

Stellen Sie Ihre Stecklinge an einen hellen Ort ohne direkte Sonne.

Die Wurzelbildung kann mehrere Wochen dauern. Sobald sich ausreichend Wurzeln entwickelt haben, in der Regel nach sechs bis acht Wochen, pflanzen Sie die Stecklinge in einen größeren Topf um. Im Frühjahr können Sie sie auch direkt ins Freiland pflanzen, sofern es die klimatischen Bedingungen erlauben.