Ziergräser erleben seit einigen Jahren eine wahre Blütezeit. Und das völlig zu Recht! Natürlich, luftig und vom Wind bewegt, zeigen sich diese Gräser mindestens neun Monate im Jahr von ihrer schönsten Seite. Im Laufe der Jahreszeiten wirken sie oft ganz unterschiedlich. Inzwischen sind sie aus vielen Gärten nicht mehr wegzudenken. Auch die Züchter wissen das und bringen jedes Jahr neue Sorten auf den Markt, die das ohnehin schon große Sortiment erweitern. Da fällt die Auswahl nicht leicht – besonders, wenn Sie sich gerade erst für diese Pflanzen interessieren!

Hier finden Sie daher eine kleine Auswahl mehrjähriger Gräser: 10 bewährte Sorten, die ideal sind, um erste Erfahrungen mit „wilden Gräsern“ zu sammeln!

1) Calamagrostis acutiflora 'Karl Foerster'

Dies ist sicherlich eines der bekanntesten Gräser – und das völlig zu Recht. Es ist eine ausgesprochen zuverlässige Sorte! Dieses Reitgras ist äußerst dekorativ. Im Frühjahr trägt es glänzend grünes Laub, das sich im Winter goldgelb färbt. Die schlanke Pflanze bildet im Spätsommer hohe, federartige, bronzefarbene Ähren. Das Gras wächst straff aufrecht, ohne steif zu wirken. Es benötigt wenig Platz und gibt einem Beet eine klare Struktur. Außerdem wiegen sich die Halme angenehm gelassen im Wind. Diese gelassene Bewegung können Sie gemeinsam mit der Pflanze genießen, denn der Pflegeaufwand ist gering. Kurz gesagt: Dieses Gras vereint vieles, was wir an Ziergräsern schätzen!

Im Garten pflanzen Sie es in ein Beet, zusammen mit dem gesamten Sortiment an Stauden für naturnahe Gärten. Es wächst schnell und eignet sich auch hervorragend als Sichtschutz.

  • Höhe – Breite: 2 m x 50 cm
  • Boden: alle Böden
  • Standort: Sonne, Halbschatten
  • Winterhärte: unter -15 °C
  • Rückschnitt: im März oder April zurückschneiden

Calamagrostis acutiflora 'Karl Foerster'

2) Carex oshimensis 'Everest'

Dieses leuchtende Gras begeistert mit blaugrünem Laub, das je nach Standort mehr oder weniger breit cremeweiß berandet ist. Die leicht überhängenden Blätter verleihen ihm eine weich fließende Silhouette. Es eignet sich hervorragend für den Rand eines Beetes oder für große Kübel und wächst problemlos im trockenen Schatten unter Bäumen. Als immergrüne Pflanze setzt es das ganze Jahr über Akzente und ist ein guter Begleiter für Frühlingszwiebeln, zum Beispiel für silberlaubige Brunnera. Dank seines dekorativen Wuchses können Sie es auch in größeren Gruppen in modernen Gärten oder in einem zeitgemäßen Balkonkasten pflanzen.

  • Höhe – Breite: 30 cm x 35 cm
  • Boden: frisch bis feucht, verträgt jedoch vorübergehende Trockenheit
  • Standort: alle Standorte, bevorzugt Halbschatten
  • Winterhärte: -15 °C
  • Rückschnitt: nicht erforderlich; bei Bedarf auskämmen

Carex oshimensis 'Everest' – Oshima-Segge

PS: Einige Leserinnen und Leser dieses Blogs achten besonders genau auf solche Details. Daher möchte ich darauf hinweisen, dass Carex aus botanischer Sicht kein Gras, sondern ein Sauergras ist. Es gehört also zur Familie der Cyperaceae und ist nicht mit den Cupressaceae zu verwechseln. Wegen seines feinen Laubs wird es dennoch üblicherweise zur Gruppe der Ziergräser gezählt.

3) Deschampsia cespitosa 'Goldschleier'

Diese hübsche Sorte begeistert alle, die Leichtigkeit und Natürlichkeit lieben. Die spektakuläre Rasen-Schmiele bildet einen kompakten Horst aus sehr feinen, grünen Blättern. Die Blätter bleiben immergrün und sind das ganze Jahr über präsent. Im Spätsommer erscheinen elegante, locker aufgebaute Blütenstände mit goldgelben, zart silbrig überhauchten Ähren.

Dieses leuchtende Gras lässt sich sehr vielseitig verwenden und ist leicht zu kultivieren. Sein Wuchs erinnert an weite, wilde Wiesen. Seine durchscheinende Wirkung ist im Beet besonders reizvoll. Die goldene, später silbrige Färbung der Blütenstände bildet am Ende der Blütezeit einen schönen Kontrast zu dunklen Pflanzen.

  • Höhe – Breite: 1 m x 80 cm
  • Boden: eher feucht, auch schwer
  • Standort: Sonne, lichter Schatten
  • Winterhärte: unter -15 °C
  • Rückschnitt: im März oder April nur die trockenen Blütenstiele zurückschneiden. Wenn Sie eine Selbstaussaat zulassen möchten, lassen Sie die Pflanze ungeschnitten.

Deschampsia cespitosa 'Goldschleier'

4) Blau-Schwingel 'Elijah Blue'

Diese Sorte ist eine verbesserte Form des klassischen Blau-Schwingels (Festuca glauca). Ihre für Einsteiger überraschende Färbung zeigt wunderschöne Stahlreflexe, die ihre Wirkung noch verstärken. Im Frühsommer blüht sie an dünnen Stielen mit feinen, silbrigen Ähren.

Dieser anspruchslose Schwingel bildet niedrige, dichte, halbkugelige Polster. Er eignet sich perfekt für schwierige Standorte, denn er verträgt trockene und nährstoffarme Böden sehr gut. Außerdem ist 'Elijah Blue' die langlebigste Sorte!

Als charmanter Beetabschluss lässt sich dieser Schwingel auch verwenden, um „Wellen“ aus blauem Gras zu gestalten. Seine ungewöhnliche Farbe ist vielseitiger, als es zunächst scheint. Sie bringt sowohl Grüntöne als auch Rosa und Purpur besonders gut zur Geltung. Im Garten oder im Kübel können Sie ihn wunderbar mit Heide oder Purpurglöckchen kombinieren.

  • Höhe – Breite: 25 cm x 25 cm
  • Boden: trocken, nährstoffarm
  • Standort: Sonne, lichter Schatten
  • Winterhärte: -15 °C
  • Rückschnitt: die Blütenstiele zurückschneiden und bei Bedarf das feine Laub Ende Februar etwas einkürzen

Blau-Schwingel 'Elijah Blue' – Festuca glauca

5) Hakonechloa macra 'All Gold'

Hakonechloa macra 'All Gold' ist ein äußerst dekoratives japanisches Gras, das durch die klare Zeichnung und die Leuchtkraft seines Laubs auffällt. Es bildet ein großes Polster aus überhängenden Blättern, die ihm eine kaskadenartige Form verleihen. Dieses Gras eignet sich für Schatten und Halbschatten. Es wächst eher langsam und kann in jedem frischen Boden viele Jahre alt werden. Im Garten sollten Sie es bevorzugt in einer Unterholz-Atmosphäre pflanzen. Dort harmoniert es wunderbar mit Fächer-Ahorn, Funkie und Farnen.

  • Höhe – Breite: 40 cm x 50 cm
  • Boden: humusreich, frisch bis feucht
  • Standort: Schatten, Halbschatten
  • Winterhärte: -15 °C
  • Rückschnitt: nicht erforderlich. Das Gras reinigt sich fast selbst; das alte Laub löst sich im Frühjahr sehr leicht, sobald neues Laub erscheint.

Japangras – Hakonechloa macra 'All Gold'

6) Molinia arundinacea 'Transparent'

Kennen Sie viele Pflanzen, die durch ihre Durchsichtigkeit auffallen? Hier ist eine davon! Dieses hohe, luftige Gras mit gebogenen Blättern bezaubert durch seine zarte goldene Blüte und die feinen Blütenstiele, die sie tragen. Diese Molinie fühlt sich in lehmigem, frischem Boden besonders wohl und wächst schnell. Mit ihrem architektonischen, dekorativen Wuchs lässt sie sich fast überall kombinieren. Besonders schön wirkt sie, wenn die Strahlen der Abendsonne durch ihre Halme fallen. Trotz ihrer Größe bilden die Ähren eine sehr leichte Wolke. Pflanzen Sie sie an den Beetrand und kombinieren Sie sie mit Pflanzen in kräftigen Farben, etwa Dahlie, Sonnenhut oder Sonnenblume. So mildern Sie die Farben ab und schaffen eine natürlichere Wirkung.

  • Höhe – Breite: 1,80 m x 60 cm
  • Boden: humusreich, frisch bis feucht
  • Standort: Schatten, Halbschatten
  • Winterhärte: -15 °C
  • Rückschnitt: im März oder April nur die trockenen Blütenstiele zurückschneiden

Molinia caerulea subsp. arundinacea 'Transparent'

7) Miscanthus sinensis 'Gracillimus'

Als echter Bestseller ist dieses Chinaschilf in modernen Gärten sehr beliebt. Es ist zugleich die älteste Sorte. Sie können also sicher sein: Es hat sich vielfach bewährt! Es bildet einen schönen Horst aus sehr feinen Blättern mit einer weißen Mittelrippe. Die relativ späte Blüte beginnt Ende September. Dann erscheinen hübsche, kupferfarbene, federartige Blütenstände, während sich das Laub goldgelb färbt.

Auch dieses Chinaschilf lässt sich sehr vielseitig verwenden. Sie können es als Solitär oder in ein Beet pflanzen, zusammen mit Stauden, die im Herbst blühen, und sogar als Hecke verwenden. Außerdem ist es eine nützliche Pflanze: Zerkleinertes Laub ergibt einen sehr guten Mulch.

  • Höhe – Breite: 1,80 m x 60 cm
  • Boden: nährstoffreich, frisch, aber gut durchlässig
  • Standort: Sonne
  • Winterhärte: unter -15 °C
  • Rückschnitt: im März oder April zurückschneiden

Miscanthus sinensis 'Gracillimus' – Chinaschilf

8) Panicum virgatum 'Rehbraun'

Dieses Ruten-Hirse, auch als „Rutenhirse“ bekannt, ist eine hervorragende Sorte. Die Halme wachsen aufrecht, und Laub sowie Blüten nehmen im Spätsommer leuchtende Rot- und Orangetöne an. Dieses aus Nordamerika stammende Gras ist ausgesprochen spektakulär und zugleich sehr anpassungsfähig. Es verträgt sowohl Trockenheit als auch Feuchtigkeit und ist außerdem bemerkenswert winterhart. Im Garten können Sie es mit anderen Gräsern kombinieren oder mit Sträuchern pflanzen, die sich im Herbst attraktiv färben, etwa Berberitze oder Pfaffenhütchen 'Red Cascade'. So ist die Pflanzung perfekt abgerundet.

  • Höhe – Breite: 1,20 m x 50 cm
  • Boden: tolerant
  • Standort: Sonne
  • Winterhärte: unter -15 °C
  • Rückschnitt: im März oder April zurückschneiden

Rutenhirse – Panicum virgatum 'Rehbraun'

9) Pennisetum alopecuroides 'Hameln'

Diese Sorte des Federborstengrases ist ein echtes Muss! Mit einer mittleren Wuchshöhe von 50 cm bildet sie einen kompakten Horst aus schmalen Blättern. Im Spätsommer und Herbst schmückt sie sich mit weichen, cremeweißen Ähren, die sich bei Reife braun färben. Ihre dekorative Wirkung reicht bis in den Winter, besonders wenn Raureif die hübschen Blütenstände überzieht. Das vielseitige und leicht zu kultivierende Pennisetum 'Hameln' eignet sich für große Flächen, als Bodendecker oder für den Beetrand. Im Beet wirkt es besonders schön mit etwas wild wirkenden Stauden wie Sonnenhut, Prachtkerze oder Argentinischem Eisenkraut. Wie alle im Herbst blühenden Gräser harmoniert es auch hervorragend mit Astern.

  • Höhe – Breite: 50 cm x 50 cm
  • Boden: tolerant, sofern er gut durchlässig ist
  • Standort: Sonne
  • Winterhärte: unter -15 °C
  • Rückschnitt: im März oder April zurückschneiden

Pennisetum alopecuroides 'Hameln'

10) Stipa gigantea

In der Gattung Stipa kennt man vor allem das Federgras „Engelshaar“ (Stipa tenuifolia), die (sehr) große Schwester Stipa gigantea dagegen deutlich weniger. Dieses spektakuläre Riesen-Federgras beeindruckt durch seine Größe von 200 cm und seine zarte Blüte. Es bildet einen dichten Horst aus sehr feinen, blaugrünen Blättern. Im Sommer erscheinen darüber zarte, silbrig-purpurfarbene Ährchen, die sich später goldgelb färben. Dieses Gras stammt aus dem Mittelmeerraum, wächst an vielen Standorten gut und fürchtet nur zwei Dinge: Staunässe im Winter und sehr strenge Winter. Im Garten sorgt es für Höhe und passt hervorragend zu sommerblühenden Stauden, etwa Wolfsmilch in einem Trockengarten oder Wasserdost an einem etwas frischeren Standort.

  • Höhe – Breite: 2 m x 1 m
  • Boden: tolerant, sofern er gut durchlässig ist
  • Standort: Sonne
  • Winterhärte: -10 °C
  • Rückschnitt: im März oder April nur die trockenen Blütenstiele zurückschneiden

Stipa gigantea – Riesen-Federgras

→ Entdecken Sie Stipa gigantea in unserem Video „Ziergräser für den Sommer“.

Wenn diese kleine Auswahl Ihr Interesse an Ziergräsern geweckt hat, entdecken Sie gerne die verschiedenen Ratgeber und Steckbriefe, die wir ihnen bei Promesse de fleurs im Garten widmen!