Die großen Nadelbäume sind unverzichtbare Bäume, um einen Garten im Winter wie im Sommer zu strukturieren und auszugleichen. Ihr schnelles oder langsames Wachstum, ihre immergrünen oder sommergrünen Nadeln, ihre dekorativen Zapfen und ihre unterschiedlichen Wuchsformen sind ebenso viele Gestaltungskriterien, die den Charakter eines Gartens unterstreichen und ihm eine eigene visuelle Identität verleihen. Nadelbäume „signieren“ Landschaften, setzen die Architektur von Gebäuden in Szene und geben einem zeitgenössischen, japanisch inspirierten oder eher klassischen Garten seinen Stil.

Um etwas mehr Klarheit zu schaffen und Ihnen zu Jahresbeginn einige Ideen zu geben, stelle ich Ihnen meine 5 großen Nadelbäume vor, die mir besonders gut gefallen. Wählen Sie je nach Ihrem Stil und dem verfügbaren Platz und lassen Sie sich von Ihren Wünschen leiten.

1) Die Blaue Atlas-Zeder (Cedrus libani ssp. atlantica ‘Glauca’) für einen klassischen Garten im französischen Stil

Unter den großen Nadelbäumen ist die Blaue Atlas-Zeder sicherlich eine der am häufigsten gepflanzten Baumarten in unseren Gärten. Dieser absolut winterharte, pflegeleichte und anspruchslose Nadelbaum mit sehr ausgebreiteter Wuchsform bietet ganz von selbst einen Hauch von Exotik. Die Atlas-Zeder ist fast ebenso hoch wie breit – etwa 15–20 m hoch und 10–15 m breit – und besitzt zunächst eine pyramidale Wuchsform, die sich mit der Zeit verbreitert und schließlich schirmförmig wird. Ihre Seitenzweige tragen bläuliche Nadeln, die mit dem Himmel zu verschmelzen scheinen. Sie bilden eine harmonische, fächerförmige Silhouette, die schon aus der Ferne leicht zu erkennen ist.

Dank dieser bemerkenswerten landschaftsprägenden Struktur wird verständlich, warum dieser Nadelbaum meist als Solitär gepflanzt wird. Er thront häufig inmitten einer großen Rasenfläche und setzt so die umgebende Landschaft oder die Architektur eines Anwesens in Szene. Sie sollten über eine Gartenfläche von mindestens 2.000 m² verfügen, damit die ausgebreitete Silhouette dieses Baumes richtig zur Geltung kommt. Weitere Bäume müssen Sie nicht daneben pflanzen. Seine Präsenz ist so eindrucksvoll, dass er im Garten einen starken Blickfang bildet. Halten Sie einen Pflanzabstand von mindestens 20 m zu einem Haus oder einem anderen Baum ein. In der Jugend wächst dieser Nadelbaum langsam, später etwas schneller. Seine endgültige Silhouette entwickelt er erst nach mehreren Jahrzehnten. Sie brauchen also Geduld!

Eine sehr alte Blaue Atlas-Zeder inmitten eines großen Parks. Wenn Sie die unteren Zweige nicht zurückschneiden, verzweigt sich der Baum leichter und entwickelt diese so dekorative, schirmförmige Wuchsform.

Hinweis: Trotz seines Artnamens „libani“ stammt dieser Baum nicht aus dem Libanon, sondern aus Marokko, wo er in den Bergen des Atlas gedeiht. Die Atlas-Zeder ist eine geografisch isolierte Unterart der Libanon-Zeder, die sich unabhängig von ihrer ursprünglichen Art entwickelt hat.

2) Der Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) für einen naturnahen, frischen und feuchten Garten

Trotz seines vielversprechenden Namens ist dieser Nadelbaum kein Riese, anders als seine amerikanischen Verwandten Sequoiadendron giganteum und Sequoia sempervirens. Was bei diesem Nadelbaum zuerst auffällt, ist sein Stamm. Er ist geriffelt, tief gefurcht und manchmal wulstig – als wäre er direkt einem fantastischen Märchen entsprungen. Auch sein sehr leichtes Laub ist ausgesprochen dekorativ. Es zeigt ein frisches Apfelgrün und nimmt im Herbst warme, fuchsrote Farbtöne an. Wie die Europäische Lärche ist auch der Urweltmammutbaum sommergrün. Sie müssen seine Blätter nicht zusammenharken: Seine feinen Nadeln zersetzen sich sehr schnell und ergeben hervorragenden Kompost.

Dieser aus China stammende Nadelbaum mit pyramidaler Wuchsform erreicht in unseren Gärten eine Höhe von 25 bis 35 m. Das mag noch sehr viel erscheinen, doch dieser Nadelbaum passt sich gut an seine Umgebung an. Nur als Solitär erreicht er eine Breite von etwa 10 m. Sobald er in der Nähe anderer Bäume wächst, wird seine Wuchsform schmaler und sein Stamm länger, sodass er stärker in die Höhe wächst. Sie können ihn daher problemlos in ein großes Beet integrieren, ohne dass er zu viel Bodenfläche beansprucht. Er gedeiht in sauren, frischen bis feuchten und nährstoffreichen Böden. Unter diesen Bedingungen wächst er schnell. Pro Jahr kann er 50 cm bis mehr als 1 m zulegen.

Links der Urweltmammutbaum mit seiner leichten Verzweigung. Rechts der Stamm

Hinweis: Verwechseln Sie den Urweltmammutbaum nicht mit der Sumpfzypresse. Beide Nadelbäume wachsen auf feuchten Böden, besitzen einen ähnlich aussehenden Stamm und sind sommergrün. Wie lassen sie sich unterscheiden? Der Urweltmammutbaum besitzt gegenständige Blätter, während sie bei der Sumpfzypresse wechselständig angeordnet sind. Außerdem bildet er keine Atemwurzeln.

Links ein Zweig des Urweltmammutbaums, rechts ein Zweig der Sumpfzypresse.

3) Die Wald-Kiefer (Pinus sylvestris) für einen zeitgenössischen Garten mit südlichem Akzent

Die Wald-Kiefer ist die gewöhnliche Kiefer, die in vielen europäischen Wäldern wächst. Sie ähnelt der Strand-Kiefer (Pinus pinaster), mit der sie im Erwachsenenalter die breite und oft knorrige Silhouette teilt. Die Wald-Kiefer bevorzugt Kälte und ist besser an nördliche Regionen angepasst als ihre südliche Verwandte.

Ihre Wuchsform ist zunächst pyramidal. Mit zunehmendem Alter verändert sie sich, wird breiter und entwickelt diese so exotisch wirkende Schirmform, die in unseren Gärten im Norden für eine leichte Beschattung sorgt. Anders als die meisten Nadelbäume lässt die Verzweigung der Wald-Kiefer Licht und Regenwasser hindurch. Ihre Wurzeln dringen tief in den Boden ein. Deshalb bleibt die Erde unter ihrem Fuß frisch. Auf die Frage „Kann man Pflanzen unter einer Kiefer pflanzen?“ lautet die Antwort: Ja! Viele Pflanzen für saure Böden, darunter Kamelie, Alpenrose und Schattenglöckchen, können in der Nähe dieser Kiefer wachsen.

Zunächst wächst sie langsam, da sie ihr Wurzelsystem ausbildet. Nach einigen Jahren beschleunigt sich ihr Wachstum. Sie kann dann 1 m pro Jahr zulegen und innerhalb von nur 10 Jahren problemlos eine Höhe von 6 bis 8 m erreichen! Pflanzen Sie sie in einen mageren, sehr gut durchlässigen und tiefgründigen Boden. Dann erhalten Sie einen eleganten Nadelbaum mit ungewöhnlicher Silhouette.

Je nach Erziehungsschnitt, Standort und Klima sieht die Wald-Kiefer unterschiedlich aus. Links bildet die sehr breite Verzweigung bei voller Sonne und ohne Erziehungsschnitt eine so exotisch wirkende Schirmform (Quelle: Jim Champion – flickr). Rechts steht die Kiefer am Waldrand. Ihr von Zweigen befreiter Stamm verleiht ihr eine aufrechtere Wuchsform (Quelle: Jean Yves Bernoux, ChampYves).

4) Der Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum) für einen exotischen Garten mit ursprünglichem Charakter

Wie sein Name bereits vermuten lässt, ist der Riesenmammutbaum ein imposanter Baum. Sein Verwandter Sequoia sempervirens übertrifft ihn mit einem Rekord von 115 m Höhe zwar deutlich. Mit einer maximalen Höhe von 85 m und einem Stammumfang von fast 30 m muss sich der Riesenmammutbaum jedoch keineswegs verstecken. In unseren Gärten erreicht dieser Nadelbaum eine durchschnittliche Höhe von 50 m. Er wächst vor allem in die Höhe und behindert dadurch das Wachstum anderer Pflanzen kaum. Seine zunächst pyramidale bis kegelförmige Silhouette wird mit der Zeit aufrechter. Sein Stamm ist von einer prächtigen, faserigen, rötlichen und sehr dicken Rinde bedeckt. Mit zunehmendem Alter wird er breiter und im unteren Bereich astfrei. An der Spitze bleibt schließlich eine Krone aus Zweigen zurück, die einen lichten Schatten spendet.

Als echter Blickfang im Garten sollte der Riesenmammutbaum an einem strategisch günstigen Standort gepflanzt werden. Halten Sie einen Pflanzabstand von mindestens 50 m zu einem Haus ein, damit Sie genügend Abstand haben, um seine monumentale Gestalt zu bewundern. Mit einem schnellen Höhenwachstum von 50 cm bis 1 m pro Jahr wird dieser Nadelbaum schon nach kurzer Zeit im Garten imposant. Nach nur 10 Jahren erreicht er eine Höhe von 10 m, nach 50 Jahren 30 bis 40 m! Er ist außerdem der langlebigste Nadelbaum: In seiner kalifornischen Heimat kann er mehr als 3.000 Jahre alt werden. Dieser Nadelbaum überdauert die Zeit und wird von Generation zu Generation weitergegeben.

Das junge Exemplar links wird erst seit wenigen Jahren kultiviert. Rechts ein mehrere Jahrhunderte altes Exemplar, das in einem Wald der Sierra Nevada wächst (Quelle: Wikipedia).

5) Der Fächerblattbaum (Ginkgo biloba) für einen farbenfrohen asiatischen Garten

Unter den großen Nadelbäumen ist der Ginkgo mit seiner Höhe von 25 bis 30 m im Garten sicherlich nicht der imposanteste. Weniger spektakulär ist er deshalb keineswegs! Sein dekoratives, markantes Laub ist dank seiner Fächerform unverwechselbar. Im Frühjahr apfelgrün, färbt es sich im Herbst vollständig goldgelb, bevor es abfällt. Dadurch zeigt der Baum sein ganzes dekoratives Potenzial.

In seiner Jugend wächst der Ginkgo aufrecht. Mit zunehmendem Alter wird seine Wuchsform breiter. Als Solitär kann er sich bis auf einen Durchmesser von mehr als 9 m ausbreiten. Zusammen mit anderen Bäumen oder im Halbschatten eines großen Beetes bleibt seine Breite geringer. Der Baum behält dann tendenziell seine schlanke Wuchsform. Der pflegeleichte Ginkgo benötigt einen tiefgründigen und eher frischen Boden. Wie der Riesenmammutbaum ist auch er außerordentlich langlebig. Er kann mehr als 1.000 Jahre alt werden.

Links das charakteristische Laub des Ginkgos. Rechts zeigt der Baum im Herbst sein goldgelbes Kleid (Quelle: Wikipedia).

Hinweis: Wie die Nadelbäume gehört auch der Ginkgo zum Stamm der Nacktsamer. Aus genetischer Sicht ist er ihnen zwar nahestehend, taxonomisch ist er jedoch weit von ihnen entfernt. Deshalb haben Botaniker ihn in eine verwandte, aber eigenständige Ordnung eingeordnet: die Ginkgoales.