Entgegen der Meinung mancher missmutiger Gärtner (zum Glück sind sie in der Minderheit!) dienen die Empfehlungen von Naturschutzorganisationen, Hecken zwischen März und Ende Juli nicht zu schneiden und in diesem Zeitraum keine Bäume auszulichten, nicht dazu, Sie zu ärgern. Es handelt sich schlicht um eine sinnvolle, ja sogar unverzichtbare Empfehlung für das Überleben der Vögel und eines Teils der Tierwelt in Gärten und landwirtschaftlich genutzten Gebieten. Das Schneiden von Hecken, insbesondere mit lauten Geräten, zerstört Nester und verschreckt erwachsene Vögel.

Das ist für die Vögel wichtig!
Hecken bieten Vögeln Unterschlupf und Nahrung. Das hängt von den Gehölzarten ab, aus denen die Hecke besteht. Diese Schnittpause ist vor allem wichtig, damit Vögel wie Amsel, Singdrossel, Heckenbraunelle und Rotkehlchen ungestört brüten können. Die Brutzeit liegt zwischen Frühlingsbeginn und dem Ende des Sommers. Je nach Vogelart und Klima, manchmal sogar abhängig vom Wetter, unterscheiden sich die Brutzeiten. Mit anderen Worten: Es ist nicht ungewöhnlich, dass Paare bereits vor dem 15. März mit dem Nestbau beginnen und noch nach Ende Juli brüten. Man musste also einen Kompromiss finden und legte der Einfachheit halber feste, wenn auch etwas willkürliche Termine fest.
In Veröffentlichungen zu diesem Thema ist meist vom Heckenschnitt die Rede. Das gilt jedoch ebenso für den Baumschnitt. Ohnehin ist dies weder für den Baum noch für die dort lebende Tierwelt der richtige Zeitraum für einen Rückschnitt.

Was sagt die Gesetzgebung?
In Frankreich und Belgien sind Landwirte aufgrund von Umweltschutzbestimmungen verpflichtet, diese Vorgaben einzuhalten. In Frankreich dürfen Landwirte ihre Hecken vom 15. März bis zum 31. Juli nicht mit motorisierten Geräten schneiden. Dies gilt seit einer Verordnung vom 24. April 2015. In der Wallonie müssen Landwirte diese Vorgabe seit 2018 vom 1. April bis zum 15. August einhalten.
Für Privatpersonen handelt es sich derzeit lediglich um eine Empfehlung von Naturschutzorganisationen: in Frankreich allen voran die LPO, in Belgien Natagora (Wallonie) und Natuurpunt (Flandern).
Beachten Sie, dass auch die Region Brüssel Privatpersonen verbietet, zwischen dem 1. April und dem 15. August Hecken zu schneiden.
Weitere Informationen zu den gesetzlichen Regelungen in Frankreich finden Sie in einem Rechtsratgeber der LPO zum Schutz von Hecken, Bäumen und Gehölzen.
Wann sollten Sie Ihre Hecken schneiden?
Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt für den Rückschnitt und nehmen Sie Rücksicht auf die Pflanzen und die dort lebende Tierwelt. Schneiden Sie entweder vor dem Saftanstieg der Bäume und Sträucher am Ende des Winters sowie leicht im Herbst: im Januar oder Februar, außerhalb möglicher Frostperioden, und anschließend im November oder Dezember. Achten Sie dennoch auf kleine Tiere, die am Fuß Ihrer Hecke Winterschlaf halten könnten, etwa Haselmaus oder Igel.
In einem biodiversitätsfreundlichen Garten können Sie Ihre Gehölze auch natürlich wachsen lassen, zum Beispiel in einer frei wachsenden, naturnahen Hecke. Kurz gesagt: Hecken und Bäume im Frühling und Sommer in Ruhe zu lassen, ist vor allem eine Frage des gesunden Menschenverstands und des Respekts vor der Natur, zu der auch wir gehören.

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