Die Chilenische Kapuzinerkresse, mit botanischem Namen Tropaeolum ciliatum, wirft bei immer mehr Gärtnern Fragen auf. Ist sie eine invasive Pflanze, vor der Sie sich in Ihrem Garten in Acht nehmen sollten? Ihre leuchtende Blüte und ihre Fähigkeit, Gerüste schnell zu überwachsen, machen sie zwar attraktiv. Ihr invasives Potenzial kann jedoch Probleme verursachen. Dieser Artikel informiert Sie über die Risiken, die diese Kletterpflanze im Hinblick auf eine Ausbreitung im Garten mit sich bringen kann, und zeigt Ihnen wirksame Methoden zu ihrer Kontrolle. Sollten Sie sich also vor der Chilenischen Kapuzinerkresse in Acht nehmen? Wir klären auf.

invasive Kapuzinerkresse
Chilenische Kapuzinerkresse (© Yastay – Wikimedia Commons)

Was ist die Chilenische Kapuzinerkresse?

Die Chilenische Kapuzinerkresse (Tropaeolum ciliatum), auch Indische Kresse genannt, ist eine aus Südamerika stammende Kletterpflanze. Sie kommt vor allem in den Bergregionen Chiles und Argentiniens vor und ist bis -15 °C winterhart. Ihre gelben, röhrenförmigen Blüten haben eine einzigartige Form. Dadurch lassen sie sich leicht von den Blüten anderer Kapuzinerkresse-Arten unterscheiden. Die Triebe von Tropaeolum ciliatum sind windend und ermöglichen es der Pflanze, sich um verschiedene Kletterhilfen zu winden. Feine Haare bedecken die Triebe und verleihen ihnen eine besondere Oberfläche. Die Blätter sind handförmig geteilt. Mit ihrem üppigen Grün und ihrer symmetrischen Anordnung tragen sie zur dekorativen Wirkung der Pflanze bei.

Im Vergleich zur Großen Kapuzinerkresse, die in unseren Gärten sehr beliebt ist, weist die Chilenische Kapuzinerkresse einige deutliche Unterschiede auf. Die Blüten von Tropaeolum majus sind meist größer und können von leuchtendem Rot über Orange bis hin zu Gelb variieren. Die Blüten von Tropaeolum ciliatum sind dagegen ausschließlich gelb und stärker röhrenförmig. Tropaeolum ciliatum wächst deutlich kletternd. Die windenden Triebe erklimmen Kletterhilfen. Die Große Kapuzinerkresse wächst dagegen häufig eher überhängend oder kriechend.

Kapuzinerkresse ist ebenso charmant wie leicht zu kultivieren. Weitere Informationen finden Sie in unserem Beitrag Kapuzinerkresse: säen, pflanzen und pflegen.

Ein eher ausbreitungsfreudiger Charakter!

Die Chilenische Kapuzinerkresse, auch Nasturtium genannt, ist für ihre Wuchskraft und ihr schnelles Wachstum bekannt. In kurzer Zeit kann sie sich stark ausbreiten und dank ihrer windenden Triebe große Flächen bedecken. Dadurch eignet sie sich hervorragend, um Rankgitter, Pergolen oder Zäune zu begrünen. Ohne Kontrolle kann diese Wuchsfreude jedoch auch zum Problem werden. Unter günstigen Bedingungen, insbesondere in Regionen mit gemäßigtem Klima und gut drainierendem Boden, kann sich Tropaeolum ciliatum schnell stark ausbreiten. In einem unbeaufsichtigten Garten kann die Pflanze andere Pflanzen überwuchern und mit ihnen um Licht und Nährstoffe konkurrieren. Außerdem sät sie sich leicht selbst aus. Dadurch können neue Jungpflanzen an unerwünschten Stellen auftauchen.

Invasiv oder nicht?

Zur Erinnerung: Eine invasive Pflanze ist eine gebietsfremde Art, die sich in einer neuen Umgebung schnell ausbreitet, häufig auf Kosten heimischer Arten. Sie kann Ökosysteme beeinträchtigen, die Biodiversität verringern sowie wirtschaftliche und ökologische Schäden verursachen.

Was ihren offiziellen Status betrifft, gilt die Chilenische Kapuzinerkresse derzeit in Frankreich und Belgien nicht als invasive Pflanze. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie sie unbesorgt pflanzen können. Ihr bislang fehlender offizieller Status zeigt zwar, dass sie noch keine erheblichen ökologischen Auswirkungen in großem Maßstab verursacht hat. Berichte örtlicher Gärtner deuten jedoch darauf hin, dass sie sich unter bestimmten Bedingungen invasiv verhalten kann. Dazu zählen ein gemäßigtes Klima und ein drainierender, aber weiterhin frischer Boden. Beobachten Sie daher die Entwicklung der Pflanze aufmerksam. Mit geeigneten Pflegemaßnahmen können Sie ihre Ausbreitung kontrollieren und eine problematische Ausbreitung verhindern.

Wie können Sie Ihre Chilenische Kapuzinerkresse kontrollieren?

Ein regelmäßiger Rückschnitt der Triebe ist entscheidend, um ihre Ausbreitung zu begrenzen und zu verhindern, dass sie zu große Flächen bedeckt. So kontrollieren Sie das Wachstum und halten die Pflanze innerhalb der gewünschten Grenzen. Beobachten Sie außerdem die Selbstaussaat und reißen Sie neu aufgegangene Jungpflanzen von Hand aus. Dadurch verhindern Sie, dass sie sich an unerwünschten Stellen etablieren.

Eine weitere praktische Lösung ist die Kultur im Topf. Sie ermöglicht es Ihnen, den verfügbaren Wuchsraum der Pflanze leichter zu begrenzen und das Risiko einer Ausbreitung zu verringern. Rankgitter und andere Kletterhilfen lenken das Wachstum in die Höhe. Dadurch nimmt die Pflanze weniger Fläche ein und bleibt zugleich dekorativ.

Chilenische Kapuzinerkresse: lieber pflanzen oder darauf verzichten?

Die Frage, ob Sie die Chilenische Kapuzinerkresse weiterhin in Ihrem Garten pflanzen sollten, verdient eine sorgfältige Abwägung. Die Pflanze blüht üppig und prächtig. Ihre gelben, röhrenförmigen Blüten setzen leuchtende Farbakzente. Außerdem überwächst sie Gerüste schnell. Damit eignet sie sich hervorragend, um Rankgitter, Pergolen oder Zäune in kurzer Zeit zu begrünen. Diese Eigenschaft ist besonders in Gärten beliebt, in denen schnell eine üppige, dekorative Wirkung entstehen soll.

Die Kultur von Tropaeolum ciliatum erfordert jedoch Aufmerksamkeit und regelmäßige Pflege. Sie müssen das Wachstum der Pflanze aufmerksam beobachten, damit sie sich nicht unkontrolliert ausbreitet. Der regelmäßige Rückschnitt der Triebe und das Ausreißen von Sämlingen kosten Zeit und Aufmerksamkeit. Diese Pflanze eignet sich daher nicht für jeden Garten, vor allem nicht für Gärtner, die eine pflegeleichtere Kletterpflanze suchen.

Mit anderen Worten: Die Chilenische Kapuzinerkresse ist keine Pflanze, die Sie grundsätzlich aus Ihrer Auswahl streichen müssen. Unter den Kletterpflanzen gibt es jedoch so viele Alternativen, dass es wenig sinnvoll wäre, trotz ihres bekannten Wuchsverhaltens unbedingt an ihr festzuhalten. Derzeit gilt sie zumindest offiziell nicht als invasiv. Vorsicht ist dennoch angebracht. Wenn möglich, greifen Sie daher besser zu einer anderen Kletterpflanze.

Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie Sie die Chilenische Kletter-Kapuzinerkresse kontrollieren? Sehen Sie sich unser Video mit Michaël und Olivier an. Darin stellen sie Ihnen die Pflanze ausführlich vor!