Ah, der Ritterstern! Dieser Star der Weihnachtszeit und des Jahreswechsels begeistert mit großen, spektakulären Trompetenblüten, die in Ihrem Wohnzimmer wie ein Feuerwerk aufblühen. Doch warum sollten Sie versuchen, ihn erfolgreich zu kultivieren, wenn Sie stattdessen genau das Gegenteil tun können? Befolgen Sie diese absurden Tipps, damit Ihr Ritterstern oder Hippeastrum garantiert traurig endet. Ganz nebenbei erfahren Sie, was Sie wirklich tun sollten. Wie bringen Sie einen Ritterstern zum Blühen und erneut zum Blühen? Bloß nicht mit diesen „Tipps“.

Ritterstern zum Blühen und erneut zum Blühen bringen

Lektion Nr. 1: Pflanzen Sie die Zwiebel verkehrt herum

Wie könnten Sie besser beweisen, dass der Ritterstern eine robuste Pflanze ist, als ihm eine botanische Denksportaufgabe zu stellen? Stellen Sie sich diese arme Zwiebel vor: Sie steckt kopfüber in der Erde, ihre Wurzeln zeigen zum Himmel, und ihre Blätter versuchen verzweifelt, eine kompakte Erdschicht zu durchbrechen. Lustig, oder? Für die Zwiebel allerdings nicht.

Und seien wir ehrlich: Wurzeln werden doch überschätzt, oder? Warum sollten Sie ihnen den Komfort geben, sich in lockerer Blumenerde auszubreiten, wenn Sie sie stattdessen in unterirdische Ausdauersportler verwandeln können? Und wie befriedigend ist es, mehrere Wochen später festzustellen, dass gar nichts gewachsen ist! Spannung pur!

Was Sie tun sollten: Pflanzen Sie die Zwiebel mit der Spitze nach oben und lassen Sie etwa ein Drittel der Zwiebel aus der Erde ragen. Die Wurzeln sollten bequem in der Blumenerde liegen und bereit sein, ihre Arbeit aufzunehmen.

Lektion Nr. 2: Gießen Sie ihn, als wäre er eine Seerose

Warum sollten Sie sich schließlich mit einer Pflanze begnügen, wenn Sie ihren Topf in einen echten Miniteich verwandeln können? Der idyllische Charme eines kleinen Sumpfes in Ihrem Wohnzimmer: Die Ritterstern-Zwiebel badet fröhlich in stehendem Wasser, begleitet von einigen Pilzen und vielleicht sogar einer Mückenkolonie, wenn Sie Glück haben. Ein Bild ganz im Stil Monets!

Seien wir ehrlich: Wer braucht schon Blüten, wenn sich vor den eigenen Augen ein aquatisches Biotop entwickelt? Und dann erst die Spannung, ob die Zwiebel vor oder nach dem Auftreten des Schimmels verfault.

Was Sie tun sollten: Gießen Sie mäßig. Geben Sie erst Wasser, wenn sich die Blumenerde trocken anfühlt. Rittersterne mögen keine nassen Füße, vor allem nicht an der Zwiebel, die sonst faulen kann.

Lektion Nr. 3: Lassen Sie ihn in einer dunklen und eiskalten Ecke stehen

Warum sollten Sie Ihrem Ritterstern einen hellen Standort bieten, wenn eine dunkle und eiskalte Ecke genauso gut geeignet ist? Wählen Sie einen Schrank, einen Keller oder eine ungeheizte Garage – am besten den düstersten Ort, den Sie finden können. So testen Sie seine Fähigkeit, in völliger Dunkelheit Photosynthese zu betreiben.

Ihre arme Zwiebel wird im Dunkeln frieren und von einem Sonnenstrahl träumen, den sie niemals sehen wird. Wenn sie sprechen könnte, würde sie vermutlich sagen: „Warum ich?“ Kein Licht, keine Wärme, kein Wachstum … Was für ein perfektes Rezept für einen traurigen, reglosen Topf!

Was Sie tun sollten: Stellen Sie Ihren Ritterstern an einen hellen und warmen Standort. Eine Temperatur von etwa 20 °C und viel natürliches Licht machen den entscheidenden Unterschied.

Lektion Nr. 4: Schneiden Sie die Blätter ab, sobald sie erscheinen

Was sind Blätter eigentlich? Grüne Dinge, die Platz beanspruchen und den Blick auf die prächtigen Blüten verdecken, oder? Also schnipp, sobald sie ihre Spitzen zeigen. Ihr sichtlich verwirrter Ritterstern wird verzweifelt versuchen, neue Blätter zu bilden, während Sie sie unermüdlich abschneiden. So erhalten Sie eine elegant „kahle“ Pflanze, aber ganz sicher keine Blüten.

Photosynthese? Nun ja, wozu soll das gut sein? Braucht Ihre Pflanze wirklich Blätter, um Energie zu speichern und die nächste Blüte vorzubereiten? Wahrscheinlich nicht. Dennoch wird Ihre Zwiebel ohne ihr Laub genauso leistungsfähig sein wie ein Telefon ohne Akku.

Was Sie tun sollten: Die Blätter sind entscheidend, damit die Zwiebel Energie speichern kann. Lassen Sie sie in Ruhe, bis sie verwelken.

Lektion Nr. 5: Vergessen Sie die wohlverdiente Ruhephase

Warum sollten Sie sich um die Bedürfnisse Ihres Rittersterns kümmern? Blüten zu produzieren, ist schließlich seine Aufgabe, oder? Also keine Pause und kein Urlaub: Gießen Sie ihn, stellen Sie ihn ins Licht und erwarten Sie das ganze Jahr über Blüten, als wäre er ein automatischer Spender für Schönheit. Das Ergebnis: eine erschöpfte Zwiebel, die sich still weigert, erneut zu blühen, oder – noch schlimmer – vollständig eingeht. Herzlichen Glückwunsch, Sie haben eine majestätische Pflanze in einen leblosen Dekorationsgegenstand verwandelt. Gut gemacht!

Was Sie tun sollten: Lassen Sie die Blätter nach der Blüte weiterwachsen und düngen Sie die Zwiebel regelmäßig. Anschließend gönnen Sie ihr eine zwei- bis dreimonatige Ruhephase an einem kühlen und trockenen Standort. Danach kommt sie wieder zu voller Kraft!

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