Wenn Sie Blumenerde im Handel kaufen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass sie Torf enthält. Torf wird wegen seiner physikalischen Eigenschaften, insbesondere wegen seiner Leichtigkeit und seiner Fähigkeit, Wasser zu speichern, fast systematisch Substraten beigemischt. Doch die weitverbreitete Verwendung von Torf hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Umwelt! Dafür werden Feuchtgebiete zerstört, die ökologisch von großer Bedeutung sind. Glücklicherweise gibt es Lösungen, um sie zu schützen. Sehen wir uns gemeinsam die Vorteile von Torf im Garten und die Folgen seiner Verwendung an. Erfahren Sie außerdem, wie Sie diese Ressource schonen können!

1 – Was ist Torf und woher kommt er?

Torf ist ein fossiles organisches Material, das durch die langsame Ansammlung organischer Substanz in einem sauren, wassergesättigten und sehr sauerstoffarmen Lebensraum entsteht. Diese Bedingungen verhindern, dass Mikroorganismen, Bakterien und Pilze die organische Substanz zersetzen. Sie sammelt sich daher nach und nach an. Diese besonderen Lebensräume werden als Torfmoore bezeichnet.

Da die organische Substanz nicht zersetzt wird, sind diese Lebensräume sehr arm an Mineralstoffen. Dadurch entwickelt sich dort eine besondere Tier- und Pflanzenwelt. In Torfmooren findet man außerdem viele fleischfressende Pflanzen wie Sonnentau und Fensterfalle. Sie fangen Insekten, um ihren Nährstoffbedarf zu ergänzen, da sie ihre Nährstoffe nicht aus dem zu nährstoffarmen Boden aufnehmen können.

Die Bildung von Torf kann 1.000 bis 7.000 Jahre dauern. Auf menschlichen Zeitskalen ist er daher nicht erneuerbar. Nach einer Million Jahren wandelt sich die organische Substanz, aus der Torfmoore bestehen, schließlich in Kohle um.

Das Torfmoor Haut-Chitelet bei Xonrupt-Longemer in den Vogesen
Das Torfmoor Haut-Chitelet in den Vogesen

Es gibt verschiedene Torfarten:

  • Weißtorf: Er stammt von Torfmoosen. Er ist relativ jung, etwa 3.000 bis 4.000 Jahre alt, und faserig. In einem Torfmoor befindet er sich in den obersten Schichten. Weißtorf kann besonders viel Wasser speichern, da sich die Torfmoose mit Wasser vollsaugen. Er wird im Gartenbau und für den Garten am häufigsten verwendet.
  • Brauntorf: Er entsteht aus holzigen Pflanzen wie Bäumen und Sträuchern, außerdem aus Seggen, Binsen und Heidekrautgewächsen. Er ist älter, etwa 5.000 Jahre, und befindet sich in tieferen Schichten. Auch er kann im Garten verwendet werden, kommt jedoch seltener zum Einsatz.
  • Daneben gibt es Schwarztorf, der noch älter ist und bis zu 12.000 Jahre alt sein kann. Er wird hauptsächlich zur Abwasserbehandlung verwendet.

Je dunkler der Torf ist, desto älter ist er.

2 – Die Vorteile von Torf im Garten

Torf besitzt viele Eigenschaften, die für Pflanzen wichtig sind. Deshalb ist es schwierig, ihn zu ersetzen. Nicht ohne Grund ist er in handelsüblicher Blumenerde fast überall enthalten.

Torf wirkt wie ein Schwamm: Er speichert Wasser und Mineralstoffe und verhindert, dass das Substrat zu schnell austrocknet. Seine Fähigkeit, Wasser zu speichern, ist ausgezeichnet. Daher eignet sich Torf ideal für Topfpflanzen. Da er Wasser speichert, können Sie die Gießabstände vergrößern oder gelegentlich das Gießen vergessen, ohne dass die Pflanzen darunter stark leiden. Torf ist besonders leicht und luftig und verdichtet sich nicht. Dadurch ermöglicht er eine gute Wurzelentwicklung. In Töpfen neigt das Substrat nämlich schnell dazu, sich zu setzen und die Wurzeln zu ersticken. Außerdem bildet Torf ein stabiles Substrat, das sich nicht zersetzt und seine Eigenschaften kaum verändert.

Torf eignet sich besonders für Substrate zum Umtopfen von Zimmerpflanzen, blühenden Pflanzen für die Terrasse und ähnlichen Pflanzen. Auch für die Kultur fleischfressender Pflanzen wird er häufig verwendet, da er ihrem natürlichen Lebensraum genau entspricht.

Außerdem gibt es getrocknete Torfquelltöpfe, die vor allem für die Aussaat verwendet werden. Sobald sie wieder befeuchtet werden, quellen sie auf. Torf wird auch zur Herstellung gepresster Torftöpfe verwendet, die biologisch abbaubar sind.

3 – Welche Probleme verursacht die Verwendung von Torf?

Da Torfmoore sehr besondere Lebensräume sind – sauer, wassergesättigt und sauerstoffarm –, entwickelt sich dort im Laufe der Zeit eine einzigartige Pflanzen- und Tierwelt, die anderswo nicht vorkommt. Viele seltene und geschützte Arten leben in Torfmooren und können sich an andere Lebensräume nicht anpassen. Es handelt sich vor allem um Pflanzen, die feuchte und saure Böden bevorzugen. Torfmoose sind besonders typisch für Torfmoore. Sie gehören zu den Moosen, saugen sich mit Wasser voll und tragen dazu bei, den Lebensraum anzusäuern. Auf ihnen beruht die Entstehung der Torfmoore. In diesen Feuchtgebieten wachsen außerdem fleischfressende Pflanzen sowie Heidekrautgewächse, Sauergräser, Wollgras und Binsen. Auch einige Pflanzen wie Königsfarn, Besenried und Seggen bilden Bulten. Sie wachsen auf ihren alten Wurzeln und abgestorbenen Blättern, die sich nicht zersetzen können. So entstehen kleine hügelartige Strukturen.

Die typische Pflanzenwelt der Torfmoore: fleischfressende Pflanzen, Torfmoos, Moorbeere, Wollgras ...
Einige typische Pflanzen der Torfmoorflora: der fleischfressende Rundblättrige Sonnentau Drosera rotundifolia, das Torfmoos Sphagnum palustre (Foto Bernd Haynold), die Moorbeere Vaccinium uliginosum und das Schmalblättrige Wollgras Eriophorum angustifolium (Foto Udo Schmidt)

Neben ihrer großen biologischen Vielfalt wirken Torfmoore wie ein riesiger Schwamm – nicht nur im Substrat oder in der Blumenerde, sondern auch im Maßstab ganzer Regionen. Sie verringern die Überschwemmungsgefahr und geben in Trockenzeiten Wasser ab. Damit spielen sie eine entscheidende Rolle im Wasserhaushalt bestimmter Regionen. Außerdem speichern Torfmoore große Mengen Kohlenstoff, da sie zu 50 % aus Kohlenstoff bestehen können, und tragen so dazu bei, die globale Erwärmung zu begrenzen. Sie helfen, das Klima weltweit zu regulieren, und schaffen zudem kühle Mikroklimata. Torfmoore haben auch die Fähigkeit, Wasser zu filtern. Sie reinigen es, indem sie verschiedene Schadstoffe entfernen, und wirken dadurch wie eine natürliche Kläranlage. Das Wasser, das sie an die Umwelt abgeben, ist daher besonders sauber.

Torf bildet sich mit einer äußerst geringen Geschwindigkeit von etwa 1 mm pro Jahr oder sogar langsamer. Auf menschlichen Zeitskalen ist er daher nicht erneuerbar. Seine Bildung dauert Tausende von Jahren!

Die Bedeutung der Torfmoore ist nicht „nur“ ökologischer Art, sie besitzen auch einen hohen historischen Wert. Da Torf sehr langsam entsteht und die organische Substanz nicht zersetzt wird, bleiben Gegenstände sowie pflanzliche und tierische Überreste erhalten. So lässt sich die Geschichte einer Region genau nachvollziehen. Torfmoore sind wahre archäologische Archive! In Torfmooren wurden mumifizierte menschliche Körper gefunden, die mehrere Tausend Jahre alt und hervorragend erhalten waren. Auch Pollenkörner bleiben im Torf sehr gut erhalten. Dadurch können die Vegetation und das Klima einer Region Tausende Jahre zurückverfolgt werden.

Das Torfmoor Vénec im Département Finistère, als nationales Naturschutzgebiet ausgewiesen
Das Torfmoor Vénec in der Bretagne (Foto Moreau Henri)

Der Abbau von Torfmooren ist eine ökologische Katastrophe. Die Moore werden entwässert und trockengelegt, um Torf zu gewinnen. Anschließend wird der Boden meist trocken und nährstoffarm. Die typischen Pflanzen der Torfmoore können dann nicht zurückkehren.

Die Zerstörung von Torfmooren ist leider nicht neu. In der Vergangenheit galten sie häufig als nutzlose und nicht bewirtschaftbare Lebensräume. Deshalb wurden sie entwässert, um landwirtschaftliche Flächen zu schaffen.

Die Zahlen sind erschreckend: In Frankreich ist in den vergangenen 50 Jahren die Hälfte der Torfmoore verschwunden. Glücklicherweise stehen die verbliebenen Moore heute unter Schutz. Das verhindert jedoch nicht den Abbau in anderen Ländern. Fast 70 % des in Frankreich für den Gartenbau verwendeten Torfs stammen aus den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen oder aus Irland. Das Problem bleibt daher bestehen, denn nun sind die Torfmoore dieser Länder bedroht.

Aus einem Torfmoor abgebauter Torf
Der Abbau von Torf aus einem Torfmoor

4 – Unsere Tipps und bewährte Maßnahmen zum Schutz dieser Ressource

Glücklicherweise gibt es Alternativen zu Torf. Einige Materialien sind leicht und luftig, speichern aber gleichzeitig Wasser und Nährstoffe. Dazu gehören Kokosfasern, kompostierte Rinde, Holzfasern und Kiefernrinde. Auch Vermiculit eignet sich ideal, um das Substrat aufzulockern. Daneben gibt es patentierte Ersatzstoffe, die echte Alternativen darstellen, wie Turbofibre® – eine Faser aus Nadelholzrinde als Ersatz für Weißtorf – oder Hortifibre® aus Holzfasern.

Wenn Sie säureliebende Pflanzen kultivieren, empfehlen wir Ihnen die Verwendung von kompostierten Kiefernnadeln oder kompostierter Kiefernrinde.

Auch Laubkompost ist eine gute Alternative zu Torf. Er hat außerdem den Vorteil, reich an Mineralstoffen und Mikroorganismen zu sein. Sie können Ihre Blumenerde daher selbst herstellen, indem Sie gut verrotteten Kompost, Gartenerde und Sand mischen.

Heute sind immer mehr torffreie Blumenerden auf dem Markt erhältlich. Sie bestehen häufig aus Kokosfasern, Rinde, Holzfasern und ähnlichen Materialien. Ihre Qualität ist ausgezeichnet. Entdecken Sie zum Beispiel die Universalerde Père François Or Brun oder die torffreie Universalerde mit Ecolabel.

Seien Sie jedoch bei der Kennzeichnung „Bio“ vorsichtig. Sie garantiert nicht, dass die Blumenerde torffrei ist – im Gegenteil! Da Torf von Natur aus ein natürliches und organisches Material ist, darf er durchaus in „Bio“-Blumenerde enthalten sein. Lesen Sie die Etiketten aufmerksam und prüfen Sie die Zusammensetzung, bevor Sie kaufen. Bevorzugen Sie das Ecolabel. Es garantiert torffreie Blumenerde.

Wenn Sie weiterhin Blumenerde mit Torf verwenden, tun Sie dies sparsam. Beschränken Sie den Einsatz beispielsweise auf Zimmerpflanzen und besonders empfindliche Pflanzen in kleinen Töpfen mit geringen Wasser- und Nährstoffreserven oder auf Pflanzen, die Trockenheit nicht vertragen. Für weniger empfindliche Pflanzen im Freien, die in großen Gefäßen wachsen, können Sie selbst ein Substrat aus Kompost, Gartenerde und grobem Sand herstellen.

Das Torfmoor und Sumpfgebiet von Ponts-de-Martel
Das Torfmoor von Ponts-de-Martel in der Schweiz

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