Vor einigen Jahren noch wenig bekannt, erlebt Yuzu oder „Yuzu-Zitrone“ derzeit einen regelrechten Boom. Kein Wunder, denn diese kleine aromatische japanische Zitrone ist in der asiatischen Küche unverzichtbar und wird inzwischen von den besten Köchen und Konditoren verwendet.
Wie so oft bei Gemüse und Obst aus Japan ist es jedoch fast unmöglich, frische Früchte zu kaufen. Wenn Sie diese Herausforderung annehmen und erfolgreich sind, müssen Sie sich auf einen hohen Preis gefasst machen: mehr als 50 Euro pro Kilogramm!
Die beste Lösung ist daher, Ihren eigenen Yuzu-Strauch zu pflanzen!
Bevor Sie loslegen, werfen wir einen Blick auf die Verwendung, den Geschmack und die Vorzüge der Früchte sowie auf den Anbau unter unseren klimatischen Bedingungen.
Yuzu – was ist das?
Der Begriff Yuzu bezeichnet sowohl die Früchte, die Yuzu-Zitronen, als auch den kleinen Baum, an dem sie wachsen.
Diese japanische Zitrone (Citrus junos, Familie der Rautengewächse) wächst als großer Strauch mit stark bedornten Zweigen und immergrünem Laub. Sie soll aus der Hybridisierung der Wildmandarine mit Citrus ichangensis, der Ichang-Zitrone, hervorgegangen sein.
Von ihren Eltern hat die Yuzu eine kräftige Wuchsform und eine gute Winterhärte bis etwa -10 bis -12 °C geerbt. Das ist für eine Zitrusfrucht ungewöhnlich und ermöglicht den Anbau unter unseren klimatischen Bedingungen.
Die Yuzu-Frucht wird zwar oft mit einer Zitrone verglichen, ähnelt aber eher einer großen Mandarine. Sie ist etwa tennisballgroß und von einer dicken, leicht unebenen Schale umgeben, die zunächst grün und bei Reife orangegelb ist. Das Fruchtfleisch enthält viele Samen und liefert eher wenig Saft.
Wie schmeckt Yuzu? Wie lässt sie sich in der Küche verwenden?
Yuzu hat einen einzigartigen, intensiven Geschmack. Die sehr säuerliche Note vereint auf raffinierte Weise Grapefruit, Mandarine und Limette und wird durch würzige Aromen der Goldmelisse ergänzt.
In der Küche passt Yuzu sowohl zu herzhaften als auch zu süßen Speisen:
- Die Schale der Yuzu wird als Würze für Fisch und Meeresfrüchte verwendet. Sie aromatisiert außerdem Butter und verleiht einer Schokoladentorte eine originelle Note.
- Der Yuzu-Saft eignet sich zum Marinieren von Fleisch und Fisch sowie zur Zubereitung kostbarer Sorbets. In der Patisserie verfeinert er fruchtige Mousses und Cremes wie den hervorragenden Yuzu Curd.
Ist Yuzu gesund?
Wie alle Zitrusfrüchte ist Yuzu für ihren hohen Vitamin-C-Gehalt bekannt. Sie wirkt anregend und soll die Abwehrkräfte stärken. Außerdem werden ihr entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften zugeschrieben.
Wussten Sie übrigens, dass in Japan der Volksglaube besteht, man solle zur Wintersonnenwende Yuzu-Bäder nehmen, um sich das ganze Jahr über vor Erkältungen zu schützen?
Sehen Sie selbst – das sieht nach viel Spaß aus!
Kann man Yuzu im Garten anbauen?
Bevor Sie jedoch in einem Yuzu-Bad entspannen können, müssen Sie zunächst Yuzu anbauen – und wie bereits erwähnt, ist das in Deutschland durchaus möglich.
Obwohl Yuzu winterhart ist, bevorzugt sie warme und geschützte Standorte. Der Anbau im Freiland empfiehlt sich daher vor allem in milden Regionen oder in der sogenannten „Olivenbaumzone“ im Mittelmeerraum. In allen anderen Regionen empfehlen wir, den Strauch in einen großen Topf zu pflanzen und ihn bei angekündigter strenger Kälte an einen kühlen, geschützten Ort zu stellen.
Der japanische Zitronenbaum wächst kräftig, in den ersten Jahren jedoch etwas langsam. Meist trägt er ab einem Alter von vier Jahren Früchte. Die Ernte erfolgt im Herbst, von September bis Dezember.
Das erfordert zwar etwas Geduld, wird aber mit einer Ernte köstlicher, seltener und außergewöhnlicher Früchte belohnt!


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