Es gibt viele gute Gründe, einen Gemüsegarten anzulegen. Dazu gehört auch die Möglichkeit, außergewöhnliches Gemüse anzubauen, das im Handel nur schwer erhältlich ist. Dazu zählen asiatische Gemüsearten, aber auch Kräuter, die – sofern Sie nicht im 13. Arrondissement von Paris wohnen – auf den Marktständen nur selten zu finden sind.

Diese chinesischen, aber auch japanischen Gemüsearten sind manchmal ungewöhnlich, gedeihen unter unseren klimatischen Bedingungen jedoch oft sehr gut. Hier finden Sie eine kleine Auswahl, die Liebhaber der exotischen Küche ebenso begeistert wie Freunde traditioneller Gerichte.

1) Daikon oder Rettich

Der Daikon (Raphanus sativus longipinnatus) ist ein großer weißer Winterrettich. Als Verwandter des schwarzen Rettichs besitzt er ein mildes, saftiges Fleisch und lässt sich sehr gut lagern.

In der japanischen Küche wird er roh im Salat verzehrt, ähnlich wie geraspelte Möhren. Manchmal wird er eingelegt, gedämpft oder kurz angebraten. Da er entwässernd und harntreibend wirkt, gilt er häufig als besonders gesundes Lebensmittel.

Der Anbau im Gemüsegarten ist problemlos, wenn Sie den Boden vorher gründlich lockern.

2) Pak Choi oder Bok Choy

Der Pak Choi, auch als Bok Choy (Brassica rapa chinensis) bekannt, ist ein Chinakohl mit zarten Köpfen aus hellgrünen Blättern und weißen Blattstielen. Sein Geschmack erinnert zugleich an Chicorée, klassischen Kohl und Rübe.

Sie können ihn roh oder gegart zubereiten, kurz im Wok anbraten oder schmoren. Sein Geschmack harmoniert gut mit Ingwer und auch mit Shiitakepilzen, sofern Sie diese in Ihrer Nähe finden. In der Natur müssen Sie nicht danach suchen: Diese japanischen Pilze wachsen bei uns nicht wild.

3) Pe-Tsai oder Chinakohl

Der Pe-Tsai, auch Chinakohl genannt (Brassica rapa pekinensis) ist ein weiterer Chinakohl, der sich deutlich vom Pak Choi unterscheidet. Er ähnelt unseren klassischen Kopfkohlsorten etwas stärker und bildet schöne, dichte, längliche Köpfe. Seine glänzend grünen Blätter besitzen kräftige Blattadern.

Sie werden seinen milden, feinen Geschmack roh im Salat ebenso schätzen wie kurz im Wok mit knackigem Gemüse gegart. Dieser Chinakohl eignet sich auch für weniger exotische Rezepte und passt zu Würstchen sowie anderen Wurstwaren.

Im Gemüsegarten bauen Sie beide Kohlarten ähnlich wie klassische Kohlsorten an. Sie benötigen jedoch etwas mehr Wärme. Alles Wissenswerte zum Anbau erfahren Sie in unserem Ratgeber: Chinakohl erfolgreich anbauen.

Asiatische Gemüsearten: die Kohlarten

Pak Choi und Pe-Tsai: zwei sehr unterschiedliche asiatische Kohlarten

4) Knollenziest

Der Knollenziest (Stachys affinis) gehört zur Gruppe der mehrjährigen Gemüsearten. Diese rhizombildende Gemüsepflanze wird nicht wegen ihrer oberirdischen Pflanzenteile angebaut, sondern wegen ihrer Knollen. Ihre Form erinnert mich an die Wurzeln des Knolligen Glatthafers.

Der Knollenziest ist wegen seines feinen Geschmacks beliebt. Dieser liegt zwischen Artischocke und Topinambur. Außerdem wird er zu hohen Preisen verkauft, weil sich seine Ernte nicht mechanisieren lässt.

Im Garten gedeiht er am besten in einem recht nährstoffreichen, eher sandigen Boden. Da Sie die Knollen mit der Grabegabel ausheben müssen, wird die Ernte erleichtert. Achtung: Die Pflanzen ähneln etwas der Minze. Pflanzen Sie sie deshalb nicht in deren Nähe. So ersparen Sie sich das „Entwirren“ vor der Ernte!

Der Knollenziest wurde bereits im 19. Jahrhundert nach Frankreich eingeführt. Daher hatte er genügend Zeit, sich in unseren Küchen zu etablieren. Dort wird er meist auf französische Art zubereitet, ähnlich wie Kartoffeln: gebraten, frittiert oder als Püree.

Japanisches Gemüse: der Knollenziest

Knollenziest: ein asiatisches Wurzelgemüse

5) Mizuna oder Japanischer Senf

Der Mizuna (Brassica rapa nipposinica) gehört wie die Rucola zur großen Familie der Kreuzblütler. Er ist ein angenehmer Pflücksalat mit fein lacinierten Blättern. Dieses japanische Gemüse besitzt einen eher milden Geschmack mit einer pfeffrigen Note, die im Salat hervorragend zur Geltung kommt.

Im Garten lässt sich Mizuna sehr einfach anbauen. Sie können ihn von Mai bis September direkt ins Freiland oder unter geschütztem Anbau, etwa im Gewächshaus oder Frühbeet, aussäen. Er wächst schnell und treibt rasch wieder aus. Dadurch liefert er auch im Winter köstliche Blätter.

In der Küche wird Mizuna besonders gern im Salat verwendet. Er eignet sich aber auch als Grundlage für Pesto und zum Dekorieren sowie Begleiten unterschiedlichster asiatischer Gerichte. Gegart können Sie ihn ähnlich wie Spinat zubereiten: kurz angebraten oder als Suppe.

Asiatische Gemüsearten: Mizuna

Mizuna: ein japanischer Pflücksalat zum Entdecken!

Entdecken Sie alle unsere Tipps für den erfolgreichen Anbau von Mizuna.

6) Japanische Große Klette Takinogawa oder Gobo

Die Japanische Große Klette (Arctium lappa) ist eine große Pflanze, die wegen ihrer langen Wurzel angebaut wird. Form und Geschmack erinnern an Schwarzwurzel. Sie ist zweijährig, doch Sie müssen nicht lange auf die Ernte warten: Bereits drei Monate nach der Aussaat können Sie die Wurzel aus dem Boden holen.

Die vitaminreiche Klettenwurzel ist außerdem für ihre vielfältigen Eigenschaften bekannt, unter anderem für ihre entschlackende, antiseptische und pilzhemmende Wirkung.

Ich möchte Ihnen nichts vormachen: Die Klette ist im Gemüsegarten nicht einfach anzubauen. Sie stellt hohe Ansprüche an den Boden, der locker und tiefgründig sein sollte. Auch während der gesamten Kulturzeit benötigt sie regelmäßige und reichliche Wassergaben. Wenn Sie guten Boden und eine zuverlässige automatische Bewässerung haben, lohnt sich ein Versuch!

Die lange, braune Wurzel können Sie roh oder gegart verzehren. Dieses in Frankreich äußerst seltene Wurzelgemüse ist etwas faserig. Sie können es fein raspeln und im Salat verwenden oder in Streifen schneiden und anschließend anbraten.

Asiatisches Wurzelgemüse: die Klette

7) Zitronengras

Das Zitronengras (Cymbopogon citratus) dürfen Sie nicht mit Melisse oder Zitronenstrauch verwechseln. Es ist eine krautige Pflanze, die auch als Madagaskar-Zitronengras bekannt ist. Im Englischen heißt es „lemongrass“. Tatsächlich gehört es zu den Süßgräsern und verströmt einen köstlichen Zitronenduft. In ganz Südostasien ist es weit verbreitet. Wer es auf einer Reise nach Vietnam oder Thailand kennengelernt hat, bewahrt meist eine wunderbare Erinnerung daran.

Im Garten schätzt Zitronengras nährstoffreiche Böden, Wärme und ausreichend Wasser, besonders während der Wachstumszeit. Es ist frostempfindlich und nicht winterhart. Deshalb wird es häufig im Topf kultiviert und im Winter geschützt aufgestellt. In Regionen mit milden Wintern ist auch der Anbau im ungeheizten Gewächshaus möglich. Hier in der Bretagne hat sich das erfolgreich bewährt.

Übrigens gilt Zitronengras, sowohl als Pflanze als auch als ätherisches Öl, als Mittel, das Mücken fernhält.

In der Küche verwenden Sie die unteren Enden der Halme. Schälen Sie sie und schneiden Sie sie anschließend fein, um Saucen für helles Fleisch – etwa das berühmte „Zitronengras-Hähnchen“ –, Fisch, Brühen und Marinaden zu aromatisieren. Zitronengras harmoniert sehr gut mit Ingwer, Curry und Kokosmilch.

[caption id="attachment_25685" align="aligncenter" width="800"]Asiatisches Küchenkraut: das Zitronengras Zitronengras: ein aromatisches Gewächs, das Sie auf eine kulinarische Reise mitnimmt!

Diese Liste asiatischer Gemüsearten ist natürlich nicht vollständig. Wenn Sie neugierig sind, exotische Aromen schätzen und Freude am Reisen haben – und sei es nur auf kulinarische Weise –, lade ich Sie ein, unsere Auswahl „Aromen aus aller Welt“ zu entdecken. Sie umfasst eine schöne Auswahl an Obst, Gemüse und Kräutern von allen fünf Kontinenten, die Sie in Ihrem Garten anbauen können.