Blattbambus pflanzen und pflegen
Inhaltsverzeichnis
Blattbambus kurz erklärt
- Phyllostachys-Bambus ist ausläuferbildend und wächst schnell
- Eine Rhizomsperre bändigt den Ausbreitungsdrang
- Er zählt zu den höchsten Bambusarten!
- Farbige Halme erreichen bis zu 15 m Höhe
- Sehr winterhart und ideal als immergrüner Sichtschutz
Das Wort unserer Expertin
Blattbambus sind ausläuferbildende Bambusse, die für ihr oft rasantes Wachstum, ihre beeindruckende Höhe und … ihre Ausbreitungsfreude bekannt sind! Die imposanten Pflanzen erreichen beim Phyllostachys bissetii bis zu 8 m Höhe, der Riese Phyllostachys vivax ‚Aureocaulis‘ sogar 15 m. Besonders beliebt sind Phyllostachys aurea und Phyllostachys nigra, die goldgelbe beziehungsweise schwarze Stoppeln bilden.
Diese Bambusart eignet sich ideal, um schnell einen Bambuswald oder einen wirksamen Sichtschutz mit exotischer Ausstrahlung zu schaffen!
Die vollkommen winterharten Phyllostachys halten mindestens bis -20 °C stand. Sie sind leicht zu kultivieren und werden in frischen Boden an einen sonnigen, vor starkem Wind geschützten Standort gepflanzt. Sie müssen lediglich ausreichend Platz einplanen und ihre Ausbreitung durch eine Rhizomsperre begrenzen. Alle diese Bambusse lassen sich problemlos in großen Gärten pflanzen, teilweise auch in großen Kübeln auf der Terrasse oder sogar auf dem Balkon.
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Phyllostachys aerosulcata spectabilis, Phyllostachys nigra und Phyllostachys aerocaulis
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Gebräuchlicher Name Phyllostachys
- Blüte sehr selten und unbedeutend
- Höhe 2 bis 15 m und mehr
- Exposition Sonne, Halbschatten
- Art des Bodens leicht, frisch, durchlässig
- Winterhärte unter -15 °C
Die Phyllostachys-Bambusse sind als ausläuferbildende Bambusse bekannt, die sich durch schnelles Wachstum und einen schwer einzudämmenden Ausbreitungsdrang auszeichnen. Wie die nicht ausläuferbildenden, horstbildenden Bambusse gehören sie zur Familie der Süßgräser. Es handelt sich um riesige Gräser mit verholzten Halmen. Sie stammen größtenteils aus China.
Die Gattung Phyllostachys umfasst etwa 80 Arten, darunter einige der größten Bambusse, die in gemäßigtem Klima kultiviert werden können: Phyllostachys bissetii, sehr wuchsfreudig und winterhart, Phyllostachys aurea, auch Goldener Flachrohrbambus genannt, Phyllostachys nigra oder Schwarzer Bambus, der einzige Vertreter der Gattung mit Ebenholzschwarzen Halmen, Phyllostachys bambusoides, ein Holzbambus, Phyllostachys vivax, ein weiterer außergewöhnlicher und sehr frostharter Holzbambus, Phyllostachys humilis, einer der kleinsten Bambusse der Gattung Phyllostachys, sowie Phyllostachys aureosulcata, der an der Basis zickzackförmige Halme entwickelt.

Laub von Phyllostachys aurea und Halme von Phyllostachys heterocycla
Phyllostachys sind große Bambusse, die sich dank ihrer ausläuferbildenden Rhizome rasch vermehren. Es sind verholzende Stauden. Anders als andere Bambusse gelten sie als stark ausbreitungsfreudig und benötigen eine Rhizomsperre, um ihre Ausbreitung einzudämmen. Schnell bilden sie ein dichtes, unentwirrbares Netz unterirdischer Rhizome, aus denen neue Triebe oder Turionen entstehen.
Sie bilden rasch dichte, aufrechte Horste. Ihre geraden, stabilen Halme erreichen je nach Art und Kulturbedingungen eine Höhe von 4 bis über 15 m, in unserem Klima jedoch selten mehr als 6 bis 12 m. In ihrer Heimat können sie bis zu 30 m hoch werden. Riesensorten mit einer Endhöhe von über 10 m erreichen ihre volle Größe erst nach 7 bis 10 Jahren. Ihr Wachstum ist schnell, manchmal sogar rasant. Einige Phyllostachys wie Phyllostachys vivax können mehrere Zentimeter pro Tag wachsen, andere sogar bis zu 1 m!
Die Halme sind unterschiedlich schmal oder breit und erreichen einen Durchmesser von 2 bis 10 cm. Jeder Halm ist geriffelt. Phyllostachys zeichnen sich durch eine Furche an den Internodien ihrer Halme aus. Es gibt zahlreiche Sorten mit unterschiedlich dekorativen Halmen. Während die meisten gerade und aufrecht wachsen, zeigen die Halme von Phyllostachys aureosulcata an der Basis eine Zickzackform. Junge Halme sind manchmal mit einem weißen, schnell verschwindenden Reif bedeckt; häufig fallen auch weiße Halmscheiden später ab. Die Halmfarbe reicht von Grün über Goldgelb bis Schwarz. Bei manchen Arten wirken die Internodien gestreift und sind über ihre gesamte Länge von feinen Linien durchzogen. Im Laufe der Zeit kann sich die Farbe verändern, wenn die Halme der Sonne ausgesetzt sind.
Die oft schon von der Basis an verzweigten Halme teilen sich in zarte Zweige mit Blättern. Diese Art unterscheidet sich von anderen Bambussen durch unterschiedlich große Zweige, die an jedem Knoten paarweise, manchmal mit einem dritten, kleineren Zweig, angeordnet sind. Phyllostachys trägt ein schönes, sehr dichtes Laub und eignet sich ideal für besonders dichte Hecken. Das immergrüne Laub besteht aus schmalen, lanzettlichen, an der Spitze zugespitzten Blättern. Sie sind glänzend, dunkel- bis hellgrün, manchmal leicht cremefarben panaschiert, etwa 20 cm lang und entlang der Halme in dichten Büscheln angeordnet. Ihre Blattunterseiten sind heller.
Die Blüte der Bambusse ist selten und unbedeutend. Sie erscheint erst nach Jahrzehnten der Kultur in Form kleiner, an Gräserähren erinnernder Ähren und bedeutet meist den Tod der Pflanze.
Die Turionen aller Phyllostachys-Arten sind nach dem Dämpfen oder Kochen essbar. Der Halm von Phyllostachys wird traditionell in der chinesischen Medizin verwendet, insbesondere zur Remineralisierung des Körpers.
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Sollte man Bambus in seinem Garten pflanzen?Wichtigste Arten
Bisset-Bambus - Phyllostachys bissetii
- Höhe bei Reife 6 m
Goldrohr Bambus - Phyllostachys aurea
- Höhe bei Reife 6 m
Rauher Gelbrinnen-Bambus Aureocaulis - Phyllostachys aureosulcata
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Schwarzer Bambus - Phyllostachys nigra
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Gelber Furchen Bambus Aureocaulis - Phyllostachys vivax
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Gelber Furchen Bambus Sulphurea - Phyllostachys viridis
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Blattbambus pflanzen
Wo pflanzen?
Blattbambus wird wie jeder andere Bambus kultiviert. Als ausgesprochen winterharte Pflanzen vertragen sie mindestens –24 °C. Sie sind anspruchslos und gedeihen in Sonne oder Halbschatten, geschützt vor kalten, trockenen Zugwinden, in jedem Gartenboden. Sonne vertragen sie recht gut, solange der Boden nicht austrocknet. Sie besiedeln schnell jeden feuchten, sauren oder neutralen Boden, sofern er nährstoffreich, locker, frisch, kalkarm und gut durchlässig ist. Staunässe vertragen sie schlecht, besonders im Winter.
Ausläuferbildender Bambus ist imposant und breitet sich sehr schnell aus. Seine Stärke ist zugleich sein Nachteil: In geeignetem Boden breitet er sich rasend schnell aus und wird sehr invasiv. Deshalb ist eine Rhizomsperre aus dickem, stabilem Polypropylen erforderlich. Überlegen Sie daher genau, wie viel Platz Sie ihm zugestehen können, und wählen Sie einen entsprechend großen Standort!

Blattbambus, eingefasst mit einer Rhizomsperre (© Gwenaëlle David)
⇒ Lesen Sie unseren Ratgeber, um zu erfahren, wie Sie eine Rhizomsperre installieren.
Riesen wie Phyllostachys bambusoides bilden im Garten schnell spektakuläre Bambuswälder. Ihr ganzjährig immergrünes Laub eignet sich zudem, um rasch wind- und sichtgeschützte grüne Wände zu schaffen. Sie sind ideal, um störende Einblicke in beengten Bereichen abzuschirmen.
Sie können auch als Solitär, in einer Gruppe oder als frei wachsende Hecke gepflanzt werden. Auch am Rand von Gewässern fühlen sie sich wohl, da sie die dortige Feuchtigkeit schätzen.
Kleinere Exemplare finden im Topf auf der Terrasse Platz und verleihen ihr eine moderne Note.
Wann Blattbambus pflanzen?
Die Pflanzung erfolgt im Frühjahr, von März bis Juni nach den letzten Frösten, oder besser im Frühherbst, zwischen September und November nach der großen Hitze. Bambus wächst besser an, wenn der Boden gut erwärmt ist und häufiger Regen fällt.
Wie pflanzen?
Im Freiland einen Pflanzabstand von mindestens 1 m zwischen zwei Pflanzen einhalten.
- Boden jäten und gründlich lockern
- Einen breiten, tiefen Graben oder ein Pflanzloch ausheben
- Rhizomsperre senkrecht um die Pflanze setzen und 2–3 cm überstehen lassen
- Wurzelballen in die Mitte des Lochs setzen; der Hals muss auf Höhe der Bodenoberfläche liegen
- Eine 5 cm hohe Kiesschicht als Drainage ausbringen
- Mit ausgehobenem Gartenboden auffüllen, gemischt mit Torf und Sand
- Bei Bedarf organischen Dünger wie Horngrieß oder getrocknetes Blut einarbeiten. Nach dem Pflanzen reichlich gießen und den Fuß mulchen, damit die Feuchtigkeit erhalten bleibt
Im Topf
Die Kultur in großen Kübeln ermöglicht es, die Ausbreitung dieses schnell wachsenden Bambus zu kontrollieren! Achten Sie auf regelmäßiges Gießen, denn das Substrat trocknet im Topf schneller aus. Ihre Bambuspflanzen dürfen niemals unter Wassermangel leiden.
Aufgrund des starken Wachstums dieser großen Bambusarten sollten Sie einen mindestens 50 cm breiten und ausreichend hohen Topf wählen, da sie dem Wind viel Angriffsfläche bieten. Der Topf muss schwer genug sein, damit er nicht umkippt. Wählen Sie eher schwach wachsende Sorten, da sie den Topf sonst sprengen könnten.
- Eine Schicht Blähton auf den Boden des Topfs mit Abzugsloch geben (¼ der Gefäßhöhe)
- Mit einem nährstoffreichen, lockeren Substrat aus Pflanzenerde oder Rosenerde und Sand auffüllen
- Gießen und anschließend regelmäßig, sehr häufig bewässern
- Topf an einen sonnigen, aber nicht zu heißen und windgeschützten Standort stellen
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Im Freiland
Während der Vegetationsperiode regelmäßig und reichlich gießen: im Sommer mindestens einmal pro Woche. Bei Trockenheit die Blätter abends oder morgens abduschen, um ein Austrocknen zu vermeiden.
Damit sie gut anwurzeln, brauchen junge Bambusse in den ersten beiden Jahren nach der Pflanzung regelmäßig Wasser. Generell sind Bambusse trockenheitsempfindlich und haben einen hohen Wasserbedarf. Gießen Sie auch im Winter, wenn der Boden gefroren ist, denn Frost kann verhindern, dass Ihre Bambusse Wasser aus dem Boden aufnehmen.
Mulchen Sie junge Wurzelstöcke. Mit der Zeit bilden die zu Boden gefallenen, trockenen Blätter eine natürliche Mulchschicht.
Geben Sie im Februar und März sowie im Juli und August stickstoffhaltigen Dünger.
Entfernen Sie im Winter den Schnee, der sich auf den Stoppeln sammelt und diese unter seinem Gewicht zum Brechen bringen kann.
Entfernen Sie jedes Jahr am Ende des Winters die trockenen Halme, indem Sie sie an der Basis abschneiden.
⇒ Alles über die Pflege und den Rückschnitt Ihres Bambusses erfahren Sie in unserem Ratgeber „Bambus: Pflege und Rückschnitt“

Die zu Boden gefallenen Blätter von Phyllostachys bilden eine dicke Mulchschicht (© Cultivar 413)
Im Topf
Gießen Sie Topfbambus im Sommer häufig (bis zu 5 Liter Wasser täglich), ohne den Boden zwischen den Wassergaben austrocknen zu lassen. Düngen Sie von April bis August monatlich, um das Wachstum anzuregen. Im Winter weniger gießen. Schützen Sie den Topf im Winter vor kaltem, trockenem Wind. Je nach Entwicklung alle 2 bis 3 Jahre umtopfen.
Mögliche Krankheiten und Schädlinge
Blattbambus ist wenig krankheitsanfällig. Schützen Sie junge Triebe im Frühjahr vor Schneckenfraß. Hier finden Sie natürliche Tipps!
Bambus im Topf wird manchmal von Wollläusen befallen. Spritzungen mit Pflanzenöl, 90-prozentigem Alkohol und Schmierseife ersticken sie.
Vermehrung
Ausläuferbildender Phyllostachys lässt sich im Frühjahr teilen: 3-jährige Horste ausgraben, Halme kürzen, Basisblätter erhalten, sofort pflanzen und gut feucht halten.
Kombinieren
Phyllostachys-Bambus passt zu vielen Gartenstilen – von modern über exotisch und asiatisch bis hin zu Natur- und Wassergärten.
Riesenbambus ist wegen seiner imposanten Wirkung manchmal schwer zu kombinieren und wirkt oft für sich allein. Andere Phyllostachys-Arten lassen sich vielseitig vergesellschaften.
In einem Wassergarten mit frischem Boden harmoniert er mit großwüchsigen Pflanzen wie Mammutblatt, Astilbe, Segge, Binse, Geissbart, Japangras oder Funkie ‚Big Daddy‘.
In einem üppigen, exotischen Beet umgeben Sie ihn mit ausladenden, farbenfrohen Stauden wie Canna und hohen Dahlien, die sein Laub zum Leuchten bringen.
Auch mit anderen asiatischen Pflanzen wie Japangras und Chinesischen Palmen lässt er sich wunderbar kombinieren.
Für mehr Volumen, Leichtigkeit und Höhe im Strauchbeet können Sie kompaktere Pflanzen wie Hortensien (Annabelle, Fraise Melba, H. quercifolia) zu seinen Füßen pflanzen.
In einem modernen Gartenstil kombinieren Sie ihn mit hohen Ziergräsern wie Federborstengras, Schmiele oder Chinaschilf.
Wenn Ihnen die Inspiration fehlt: Bambus lässt sich auch hervorragend mit Bambus kombinieren. Wählen Sie Sorten mit unterschiedlich gefärbten Halmen und gestalten Sie ein exotisches Pflanzenbild!
Gwenaëlle hat 6 Pflanzideen für Gärten verschiedener Stilrichtungen entworfen, um Bambus zu kombinieren!

Eine ausgesprochen exotische Kombination aus Phyllostachys aurea mit Fatsie, Hakonechloa macra, Gewöhnlicher Schusterpalme und Funkie ‚Big Daddy‘
Nützliche Ressourcen
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