Erythrina, Korallenbaum: Pflanzung, Pflege
Inhaltsverzeichnis
Erythrina oder Korallenstrauch kurz erklärt
- Erythrina, auch Korallenstrauch, ist ein schöner sommergrüner Strauch aus Südamerika
- Im Sommer zeigt sie ungewöhnliche, leuchtende Trauben rot-oranger Erbsenblüten
- Da sie relativ frostempfindlich ist, kann sie in unseren milden Regionen nicht im Freiland wachsen
- In kalten Regionen gedeiht sie gut im großen Topf, muss aber bei den ersten Frösten eingeräumt werden
- Sie wächst in der Sonne auf jedem gut durchlässigen Boden
Wort unserer Expertin
Erythrina (Korallenbaum): exotischer, bedingt winterharter Strauch mit scharlachroter Blüte. Sorten, Kultur und Überwinterung.
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Gebräuchlicher Name Korallenstrauch, Brandschopf
- Blüte Juni bis August
- Höhe 1,50 bis 2 m
- Exposition Sonne
- Art des Bodens nährstoffreich, leicht, gut durchlässig
- Winterhärte -10 °C
Erythrina ist ein kleiner Baum aus der Familie der Fabaceae wie Erbse, Blauregen, Bohne und auch die Seidenakazien. Sie stammt aus Südamerika, insbesondere aus Bolivien, Brasilien und Uruguay. In tropischen und subtropischen Regionen ist sie heimisch. Daher bevorzugt Erythrina warme Standorte und ist nur mäßig winterhart. Natürlich wächst sie am Rand feuchter Wälder, an Gewässern sowie in Sümpfen und Feuchtgebieten.

Abbildung einer Erytrhina caffra
Die Gattung Erythrina umfasst rund 108 sommergrüne oder halbimmergrüne Baum- und Straucharten. In unseren Gärten ist sie vor allem durch Erythrina crista-galli, den Gewöhnlichen Korallenbaum, vertreten, die als winterhärteste Art gilt. Sie hat einige interessante Kultivare und Hybriden wie Erythrina x Bidwillii hervorgebracht. In den wärmsten Regionen gilt sie als Strauch und bildet dort einen kleinen Baum, während sie in kontinentaleren Gärten wie eine krautige Staude behandelt wird, die nicht höher als 2 m wird.
An der Côte d’Azur findet man auch Erythrina lysistemon sowie Erythrina caffra, eine weitere schöne, aber wenig winterharte Art.
In ihrer Heimat wächst die Erythrine zu einem 4 bis 9 m hohen Baum heran. In unseren Gärten erreicht sie eine Höhe von 2 bis 4 m und eine Breite von 1 bis 2 m. Die Form ‚Compacta‘ bleibt im Alter von 10 Jahren in allen Richtungen unter 1,50 m. Die Pflanze entwickelt sich aus einer kräftigen Pfahlwurzel, die Luftstickstoff binden kann. Dies ist eine Anpassung an nährstoffarme Böden. Erythrina besitzt eine etwas knorrige Wuchsform und wirkt ein wenig prähistorisch. Meist bildet sie nur einen kräftigen Stamm mit rissiger, kreuzförmig gemusterter Rinde, an dem sich manchmal einige gebogene schwarze Dornen befinden.

Erythrina biwilldii, Erytrhina caffra und Erythrina crista-galli
Die Krone ist breit, ausladend und leicht schirmförmig, manchmal auch überhängend. Die dornigen Zweige entwickeln eine üppige Belaubung. Erythrina ist ein sommergrüner Baum, der während der Trockenzeit und im Herbst seine Blätter verliert und im Frühjahr neue bildet. Die wechselständigen, 10 bis 15 cm langen Blätter sind in drei große, herzförmige, ledrige Fiederblättchen geteilt und besitzen einen dornigen Blattstiel. Sie sind glänzend blaugrün bis apfelgrün und je nach Sorte manchmal auch panaschiert.
Erythrina wird für ihre ebenso ungewöhnliche wie überwältigende Blüte geschätzt. Die großen scharlachroten Trauben haben dem Strauch die Namen „Brandschopf“ und „Korallenstrauch“ eingebracht. Je nach Klima beginnt die Blüte unterschiedlich früh: In milden Regionen schon im Juni, andernorts eher ab Mitte August. Die Blüten erscheinen an den Spitzen und entlang der diesjährigen Triebe. Sie stehen in Trauben, die oft über 70 cm lang werden und manchmal eine Länge von 1 m erreichen. Für Schmetterlingsblütler sind sie recht ungewöhnlich. Die 5 bis 7 cm langen Blüten bestehen aus fünf unterschiedlich großen, miteinander verwachsenen Kelchblättern. Das obere und zugleich größte bildet eine nach unten gerichtete Fahne. Die übrigen, verkümmerten Blütenblätter formen eine schiffchenartige Struktur, aus der ein gebogenes, hervorstehendes Rohr mit den Blütenorganen ragt: ein Büschel Staubblätter und der Stempel. Mit ihren in der Mitte gefalteten Fahnen unterscheidet sich Erythrina x bidwillii durch besonders lange, fast röhrenförmige Blüten. Die meisten leuchten orangerot, daher der Name „Brandschopf“ (Crista-galli bedeutet auf Latein „Hahnenkamm“).
Als bienenfreundliche und nektarreiche Blüten ziehen die zinnoberroten Blüten zahlreiche bestäubende Insekten wie Bienen und Schmetterlinge an. Anschließend bilden sich lange, bräunliche Schoten in Form langer Bohnen, die schwarze Samen enthalten.
In der traditionellen Heilkunde besitzen einige Erythrina-Arten wie Erythrina caffra therapeutische Eigenschaften und werden zur Behandlung von Arthritis, Rheuma und Zahnschmerzen eingesetzt.
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Erythrina crista-galli Compacta - Korallenstrauch
- Blütezeit Juli für September
- Höhe bei Reife 1,50 m
Erythrina crista-galli - Korallenstrauch
- Blütezeit Juli für September
- Höhe bei Reife 2 m
Erythrina bidwillii - Korallenstrauch
- Blütezeit Juli für Oktober
- Höhe bei Reife 2 m
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Korallenbaum pflanzen
Wo pflanzen?
Erythrina ist eine eher frostempfindliche Pflanze, deren Wurzelstock mit Schutz bis etwa -10/-15 °C winterhart ist, während die oberirdischen Teile schon bei leichtem Frost Schaden nehmen können. Sie eignet sich hervorragend für Gärten im Süden Frankreichs. Für eine üppige Blüte ist ein sehr sonniger und warmer Standort unerlässlich. In Regionen mit kurzen, wenig strengen Frösten pflanzen Sie sie an eine Südwand, geschützt vor kalten Winden, und bedecken den Wurzelstock im Winter mit einer dicken Mulchschicht. Deshalb sollte dieser Strauch in unseren Regionen nur in Gegenden mit milden, mediterranen oder mild-atlantischen Wintern ins Freiland gepflanzt werden. Gärtner in kontinentaleren Regionen kultivieren sie als Kübelpflanze und überwintern sie frostfrei.
Im Freiland gedeiht sie in der Sonne, geschützt vor vorherrschenden Winden, die ihre prächtige Blüte beeinträchtigen könnten. Erythrina stammt von den sumpfigen Ufern Südamerikas. Sie wächst zwar auch in relativ trockenem Boden, bevorzugt während der Blüte jedoch Böden, die frisch bleiben. Anspruchslos, verträgt sie magere Böden und gedeiht in jeder guten, mäßig nährstoffreichen, sehr drainierenden und eher sandigen Gartenerde. Vermeiden Sie lehmige Böden: Staunässe und zu verdichtete Böden, in denen ihre Wurzeln faulen, verträgt sie nicht.
Ob im Topf oder im Freiland: Dieser Strauch verleiht Gärten und Terrassen eine intensiv gefärbte, exotische Note. Er kann in der Mitte oder im Hintergrund eines Beets oder einzeln gepflanzt werden.

Eine prächtige, in der Provence ausgepflanzte Erythrina
Wann Erythrina pflanzen?
Erythrina pflanzt man vorzugsweise im April und Mai, sobald keine Frostgefahr mehr besteht.
Wie pflanzen?
Im Freiland
Lockern Sie den Boden beim Pflanzen unbedingt mit drainierendem Material auf, wenn er Wasser zurückhält.
- Heben Sie ein Pflanzloch aus, das 3- bis 5-mal breiter als der Wurzelballen ist (mindestens 60 cm breit und tief).
- Legen Sie eine gute Drainageschicht aus Lavagranulat, Blähton oder Kies auf den Grund des Pflanzlochs.
- Pflanzen Sie den Strauch auf Höhe des Halses in die Mitte des Lochs. Verwenden Sie eine Mischung aus je einem Drittel Blumenerde, Gartenerde und grobem Sand.
- Treten Sie die Erde fest.
- Mulchen Sie den Fuß des Strauchs.
- Gießen Sie nach dem Pflanzen reichlich und danach regelmäßig, besonders in den ersten Sommern.
Im Topf
Auch hier ist eine gute Drainage unerlässlich. Wählen Sie einen Topf mit mindestens 50 cm Durchmesser.
- Bringen Sie eine ausreichend dicke Drainageschicht aus Kies oder Blähton ein.
- Pflanzen Sie in ein leicht sandiges Substrat aus je einem Drittel Gartenerde, Blumenerde und Sand (oder einfach in eine Mischung aus Geranienerde und einem Drittel Sand).
- Stellen Sie den Topf in kalten Regionen bei den ersten Frösten frostgeschützt auf.
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In den ersten Jahren sollten Sie im Sommer auf regelmäßiges Gießen achten. Dieser Strauch liebt im Sommer einen frischen Boden. Gießen Sie während der gesamten warmen Jahreszeit reichlich und regelmäßig, damit der Wurzelbereich frisch, aber keinesfalls nass bleibt. Lassen Sie die Erde zwischen den Wassergaben abtrocknen.
Auch wenn Erythrina im Sommer kühle Wurzeln bevorzugt, freut sie sich in der kalten Jahreszeit über eine gute Abdeckung ihres Wurzelbereichs. Mulchen Sie den Wurzelstock im Herbst großzügig (etwa 30 cm hoch), um ihn vor Frost zu schützen, insbesondere in den ersten Wintern. Mit einem jährlichen Rückschnitt und einer dicken Mulchschicht übersteht sie Kälte besser.
Eine Gabe organischen Düngers ein- bis zweimal jährlich im Frühjahr und Herbst wird empfohlen.

Erythrina crista-galli
Im Topf
Gießen Sie den ganzen Sommer über regelmäßig. Während des Wachstums geben Sie zur Förderung der Blüte alle 15 Tage einen Flüssigdünger für Blütenpflanzen. Ab Oktober holen Sie den Topf in ein Kalthaus oder einen hellen, wenig beheizten Wintergarten, in dem die Temperatur nicht unter 3 °C sinkt. Gießen Sie weiterhin etwa einmal im Monat. Erneuern Sie das Substrat nach 4–5 Jahren, und führen Sie dies nach der Blüte durch.
Wie wird sie geschnitten?
In unserem gemäßigten Klima wird sie meist eher als krautige Pflanze im Freiland denn als Strauch kultiviert, da sie nach einem starken Rückschnitt aus dem Wurzelstock neu austreibt und im Hochsommer rasch schöne, sehr blühfreudige Triebe bildet. Wenn Sie also ihr Wachstum fördern und sie üppig blühend erhalten möchten, verträgt sie einen starken jährlichen Rückschnitt.
- Kürzen Sie die Triebe vor oder nach den Frösten auf 10 cm über dem Boden zurück – je nach Klima im zeitigen Frühjahr oder im November. Mulchen Sie anschließend den Wurzelstock, um ihn vor Frost und winterlicher Nässe zu schützen.
- Entfernen Sie regelmäßig verblühte Blüten, um die Blütezeit zu verlängern.
Vermehrung
Die Vermehrung des Korallenbaums durch Aussaat oder Stecklingsvermehrung ist möglich. Die Fruchtbildung ist in unseren kälteren Regionen jedoch unsicherer und schwieriger. Außerdem brauchen Sie Geduld: Sämlinge blühen in jedem Fall erst nach 3–4 Jahren. Wir empfehlen eher die einfacher gelingende Stecklingsvermehrung.
Aussaat
Wenn Sie bereits einen Korallenbaum im Garten haben, sammeln Sie die Samen vom Baum aus den Schoten, sobald diese braun und trocken geworden sind.
- Weichen Sie die Samen 2 Tage lang ein
- Säen Sie sie auf gute Aussaaterde und bedecken Sie sie mit 2 cm Erde
- Stellen Sie die Aussaat bei mindestens 25 °C warm und unter gespannter Folie auf
- Halten Sie das Substrat bis zum Auflaufen feucht
- Pikieren Sie die Jungpflanzen in den Garten oder in einen Topf, sobald sie groß genug sind
Stecklinge
Halbverholzte Stecklinge, die im Spätsommer geschnitten werden, sind einfach und zuverlässig zu bewurzeln.
- Schneiden Sie im Spätsommer direkt unter einem Auge 4–5 cm lange Triebe ab, die gerade verholzen
- Entfernen Sie die Blätter am unteren Drittel
- Stecken Sie die Stecklinge in eine leichte, gut drainierende Mischung aus Sand und Blumenerde
- Halten Sie das Substrat unter gespannter Folie feucht, bis die Stecklinge schnell Wurzeln bilden
- Topfen Sie sie in einzelne Töpfe
- Stellen Sie sie den Winter über an einen warmen, hellen Ort
- Topfen Sie Ihre Stecklinge im folgenden Frühjahr um
Kombinieren
Der Korallenstrauch besticht den ganzen Sommer über mit einer leuchtend roten Blüte und verleiht dem Garten ebenso wie einer sonnigen Terrasse eine ausgesprochen exotische Note. Er trägt zu farbenfrohen und originellen sommerlichen Pflanzbildern bei.
In mildem Klima können Sie ihn in einem Sträucherbeet mit dem Leucadendron ‚Safari Sunset‘ (mit purpurfarbenem Laub und daher besonders interessant), der Grevillea rosmarinifolia ‘Clearview David’ oder einer Lagerstroemia indica ‚Rubra‘ kombinieren, die ebenfalls eine prächtige scharlachrote Blüte zeigen, oder einfach mit Sommerflieder. In einem exotischen oder mediterran inspirierten Garten lässt er sich mit Pflanzen kombinieren, die dieselben Kulturbedingungen schätzen, etwa mit dem Herbst-Salbei ‚Violette de Loire‘, Prachtkerzen, Neuseelandflachs oder hohen Fetthennen wie dem Sedum ‘Black Knight’, das mit seinem sehr dunklen, fast schwarzen Laub und seiner rosarot-roten Blüte von September bis November besonders interessant ist.
Er kommt besonders gut zur Geltung, wenn er aus einer wogenden Pflanzung aus Stauden herausragt. Für einen farblichen Blütenkontrast können Sie seinen Fuß mit sommerblühenden, blau blühenden Sträuchern wie Salbei oder Teucrium fruticans umgeben. Im Herbst begleitet er die ebenso farbenfrohen Astern.

Erythrina crista-galli, Leucadendron ‚Safari Sunset‘, Sommerflieder und Grevillea rosmarinifolia ‚Canberra Gem‘
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