Gämswurz, Doronicum: pflanzen, vermehren, pflegen

Gämswurz, Doronicum: pflanzen, vermehren, pflegen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 13. August 2025  durch Eva 7 min.

Gämswurz kurz erklärt

  • Gemswurz kündigt im März und April mit leuchtend gelben Margeritenblüten die ersten Sonnenstrahlen an.
  • Die Blüten bilden langsam wachsende Teppiche unter Sträuchern, am Waldrand oder neben Frühlingszwiebeln und Vergissmeinnicht.
  • In frischen, drainierenden Boden im Halbschatten oder Morgensonne pflanzen, an einem im Sommer schattigen Platz.
Schwierigkeit

Das Wort unserer Expertin

Gämswurz bildet feine, leuchtende Blütenkörbchen mit orangegelber Mitte und goldgelben Zungenblüten über frischgrünem Laub. Die Blütezeit von März bis Juni lockert Frühlingsbeete mit Tulpen und Narzissen auf. Sie passt gut zum Himmelblau des Vergissmeinnichts und betont das Orange des Isländischen Mohns.

Doronicum plantagineum ist eine robuste, sommergrüne Staude aus Portugal, Spanien, Frankreich und Italien bis Großbritannien, wo sie eingebürgert ist. Ihr knolliges, kriechendes, behaartes Rhizom bildet große Kolonien in Wiesen, Heiden und Wäldern. Die Blütenstiele tragen im Mai und Juni 1 bis 3 Blütenkörbchen, danach zieht sich die Pflanze zurück. Sie verträgt Sonne und Schatten, sofern der Boden frisch bleibt. Diese Art brachte den spektakulären Kultivar ‘Excelsum’ (Syn. ‘Harpur Crewe’) mit 10 cm großen Blütenkörbchen hervor. Die andere häufigere Art, Doronicum orientale (Syn. caucasicum), ist in Südosteuropa verbreitet: von Italien bis Ungarn, über Sizilien, den Kaukasus, die Türkei und den Libanon. In der Türkei kommt sie in Wäldern und Gebüschen auf im Sommer trockenem Boden in Höhenlagen von 50 bis 1900 m vor. Diese Art ist empfindlich gegenüber zu viel Feuchtigkeit und Humus, wodurch der Wurzelstock fault. Sie brachte die Kultivare ‘Magnificum’ mit großen zitronengelben Blüten, ‚Little Leo‘ und ‘Frühlingspracht’ mit gefüllten Blüten sowie ‘Finesse’ mit besonders feinen Zungenblüten hervor.

Diese Stauden eignen sich hervorragend als Randbepflanzung dank ihres kompakten Laubs und als wunderschöne Schnittblumen mit langen Blütenstielen, die nach dem Winterende das Haus verschönern.

Doronicum ist eine noch recht neue, pflegeleichte und sehr winterharte Gartenpflanze bis mindestens –15 °C, deren Lebensdauer jedoch manchmal kurz ist. Sie benötigt keine besondere Pflege. Schneiden Sie Verblühtes zurück, belohnt sie Sie vielleicht mit einer zweiten Blüte im Herbst!

Beschreibung und Botanik

Steckbrief

  • Gebräuchlicher Name Östliche Gämswurz, Wegerichartige Gämswurz
  • Blüte März bis Juni
  • Höhe 0,20 bis 1 m
  • Exposition Sonne oder Halbschatten
  • Art des Bodens jeder lockere, frische bis mäßig trockene, gut drainierte Boden
  • Winterhärte ausgezeichnet (-20 °C und mehr)

Die Gattung Doronicum umfasst fast 35 Arten krautiger Stauden, die von Eurasien bis Sibirien heimisch sind. Dort wachsen sie in Wäldern, Gebüschen, Wiesen, Heiden, Geröllhalden und felsigen Schutthalden. In der Türkei kommt die Art orientale (Syn. Doronicum caucasicum) bis in 1900 m Höhe vor. In unseren Gärten kultiviert man vor allem die Östliche Gämswurz (Doronicum orientale) und Doronicum plantagineum, die in Frankreich häufig ist, sowie deren Sorten und Hybriden.

Diese kräftigen, sommergrünen Stauden besitzen knollige oder Ausläufer bildende Wurzeln und fleischige Rhizome, außen braun und innen weiß, die sich langsam ausbreiten. An geeigneten Standorten bilden sie mit der Zeit große Kolonien. Die herzförmigen oder ovalen Grundblätter sind manchmal gezähnt und fein flaumig behaart, besonders bei D. plantagineum. Sie sitzen an langen Blattstielen und bilden dichte Horste, über denen sich lange, zarte, zylindrische, flaumig behaarte und wenig oder unverzweigte Blütenstängel von 20 bis 100 cm Höhe erheben. Diese tragen einige kleine, ungestielte, fast stängelumfassende Blätter. Das Laub erscheint früh im Frühjahr, bald gefolgt von den Blüten, und verschwindet bei großer Sommerhitze oder winterlicher Kälte.

Die Blütenstände bestehen aus solitären Blütenkörbchen mit einem Durchmesser von 2,5 bis 5 cm. Sie ähneln gelben Margeriten und besitzen sehr feine, goldgelbe Zungenblüten in einer einzigen Reihe, die eine kanariengelbe Mitte umgeben. Das Blütenkörbchen sitzt auf einer Hülle aus gleich langen Hochblättern, die in 2 oder 3 Reihen dachziegelartig angeordnet sind. In der Natur reicht die Blütezeit von März bis Juli, im Garten liegt sie bei der Art orientale eher im April und bei plantagineum im Mai und Juni. Mit den Jahren wird die Blüte üppiger. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn das Laub im Sommer verschwindet. Hitze und Trockenheit führen besonders bei D. orientale oft zu einer Ruhephase. Im Herbst treibt die Pflanze erneut aus und blüht manchmal sogar noch einmal, wenn Sie die verblühten Blüten entfernt haben. Die Lebensdauer der Pflanze ist sehr unterschiedlich: Sie reicht von sehr kurz bis sehr lang, sofern der Standort geeignet ist, also sonnig und der Boden reich, frisch und drainierend.

Gämswurz

Doronicum orientale: botanische Illustration und Blüte

Die Früchte sind Achänen, länglich und zylindrisch, behaart und von tiefen Furchen durchzogen. Es gibt zwei Typen: Die Achänen in der Mitte tragen eine seidige Aigrette, während die äußeren kahl sind. Dadurch lassen sich Doronicum-Arten von der Gattung Arnica unterscheiden, deren sämtliche Achänen eine Aigrette tragen und im Übrigen kaum gefurcht sind.

Wichtigste Gämswurz-Arten

Sorten von Doronicum orientale

[produkt sku=“80213″ blog_description=“Rhizombildende Staude, die sich langsam ausbreitet und im zeitigen Frühjahr hübsche, leuchtend gelbe, gefüllte Gänseblümchenblüten bildet. Liebt Sonne und durchlässigen Boden.“ template=“listing1″ /]

[produkt sku=“8190″ blog_description=“Frühblühende Staude mit zitronengelben Großblumigen Garten-Margeriten und fein gezähnten Blütenblättern über hellgrünem, herzförmigem Laub.“ template=“listing1″ /]

Sorten von Doronicum plantagineum

[produkt sku=“80779″ blog_description=“Ausläuferbildende Staude mit 10 cm großen, gelben Margeriten über hellgrünem, oval-lanzettlichem Laub. Winterhart, robust, pflegeleicht; bevorzugt frischen Boden.“ template=“listing1″ /]

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Pflanzung

Wo pflanzt man Gemswurz?

Pflanzen Sie Gemswurz an einem sonnigen bis halbschattigen Standort in frischen, drainierenden, vorzugsweise sandig-lehmigen und nährstoffreichen Boden. Die Pflanze wird selten von Parasiten befallen. Vermeiden Sie jedoch schweren, nassen Boden, in dem ihr Wurzelstock faulen kann, besonders bei orientale.

Bei sehr sandigem Boden eine Handvoll Torf einarbeiten, um die Feuchtigkeit besser zu halten.

Wann pflanzen?

Pflanzen Sie Gemswurz bevorzugt im Herbst, von September bis November, oder im Februar und März.

Wie pflanzen?

Diese Pflanze ist pflegeleicht.

  • Den Anzuchttopf in einen Wassereimer tauchen, bis der Wurzelballen gut durchfeuchtet ist.
  • Ein Pflanzloch ausheben, das mindestens dreimal so breit wie der Wurzelballen ist, da die Wurzeln recht oberflächlich wachsen und sich weit ausbreiten.
  • Einige Handvoll Sand und Kies einarbeiten, damit das Wasser rund um die Wurzeln gut abfließen kann. Bei schwerem Boden auf einen Hügel oder in einen Steingarten pflanzen.
  • Bei sandigem Boden eine Gabe Hornspäne hinzufügen.
  • Die Pflanze in das Pflanzloch setzen und den Hals der Pflanze leicht mit Erde bedecken.
  • Mit Erde auffüllen und leicht andrücken.
  • Gießen und bei trockenem Klima mulchen.

Gemswurz

Pflege

  • Gießen Sie den Boden ab April, wenn der Frühling trocken ist.
  • Entfernen Sie verblühte Blüten, damit der Wurzelstock nicht geschwächt wird.
  • Mulchen Sie den Boden im Sommer, damit er frisch bleibt.
  • Ein regnerischer Sommer kann Falschen Mehltau am Laub begünstigen. Entfernen Sie befallene Blätter und spritzen Sie bei Bedarf Schachtelhalmjauche.
    Zu viel Feuchtigkeit im Winter kann den Wurzelstock faulen lassen. Pflanzen Sie die Pflanze in einen Steingarten oder geben Sie Kies auf den Grund des Pflanzlochs.

Vermehrung

Die einfachste Vermehrung erfolgt durch Teilen des Wurzelstocks im Herbst oder Aussaat im Frühjahr.

Wurzelstock teilen

Teilen Sie die Blattrosetten im Herbst und pflanzen Sie sie sofort in Erde oder Töpfe mit sandhaltiger Blumenerde.

Aussaat

Säen Sie die im Sommer geernteten Samen von Februar bis April unter kaltem Frühbeetglas aus.

Pikieren Sie die Keimlinge, sobald sie handhabbar sind, und pflanzen Sie die Jungpflanzen im folgenden Herbst ins Freiland.

Verwendung und Kombinationen

Mit ihrem wilden Erscheinungsbild und ihrer Robustheit bilden Gämswurzen hübsche Teppiche im Unterholz sommergrüner Gehölze mit noch knospenden Zweigen, wenn Primeln, Akeleien, Lungenkraut, Frauenmantel, Bärlauch, Narzissen und Blausterne blühen – eine etwas wilde Komposition, die Bienen erfreut!

Gämswurz kombinieren

Ein schönes Beispiel für eine Kombination im Halbschatten: Hyacinthoides hispanica und Allium ursinum, Doronicum (‚Little Leo‘, ‚Magnificum‘), Hosta sieboldiana var. elegans und Euphorbia polychroma

Sie eignen sich auch als Beetumrandung oder zur Unterpflanzung von Frühjahrssträuchern wie Zierquitten und sommergrünen Säckelblumen sowie für den Steingarten. Zwischen Frühlingszwiebeln wie Tulpen setzen sie leuchtende Akzente – neben dem Blau des Vergissmeinnichts und dem Orange des Isländischen Mohns.

Für eine besonders dekorative Wirkung legen Sie einen schwarzen Teppich aus Ophiopogon niger an, ergänzt durch einige Horste der Gämswurz und eine oder mehrere Zwiebeln der außergewöhnlichen Schachblume Persica Adiyama. Diese Kombination passt auch in einen großen farbenfrohen Kübel, denn Gämswurz eignet sich für die Kultur in Schalen und Töpfen.

Pflücken Sie die Blüten ruhig beim Öffnen der Knospen für leuchtende Frühlingssträuße.

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