Gemeine Nachtviole: pflanzen, säen, pflegen
Inhaltsverzeichnis
Gemeine Nachtviole kurz erklärt
- Die Weiße Nachtviole, auch Gemeine Nachtviole genannt, zählt zu den ältesten Gartenblumen
- Ihre lila, violetten oder weißen Blüten verströmen vor allem abends einen zarten Jasminduft
- Von Mai bis Juli bildet sie beeindruckende, große, aufrechte Blütenstände
- Sie wächst in jeder guten Gartenerde und sät sich dort frei aus
- In Bauerngärten weit verbreitet, ist sie im Landgarten, Naturgarten, Beet, Steingarten und an Wegrändern unverzichtbar
Das Wort unserer Expertin
Mit ihrem nostalgischen Charme gehört die ‚Hesperis oder Gemeine Nachtviole zu den vertrauten Blumen in Großmutters Gärten und Landhausgärten, wo sie sich frei aussät. Meist wird Hesperis matronalis kultiviert, eine kurzlebige Staude, die bis zu 1,50 m hoch wird. Beliebt sind ihre lockere, anmutige Blüte und die lilafarbenen Blumen. Es gibt auch einfach oder gefüllt weiß blühende Sorten wie Hesperis matronalis ‚Alba‘ und Hesperis matronalis ‚Flore Pleno‘. Ihr größter Vorzug ist der intensive Jasminduft, der sich in der Dämmerung verstärkt. Daher trägt die Pflanze den Namen Hesperis, der in der griechischen Mythologie Abendstunde bedeutet.
Mit dem Charme einer Wildpflanze blüht die Nachtviole den ganzen Sommer in jeder guten Gartenerde. Ihre Blätter sind essbar und verfeinern sowohl Sträuße als auch Sommersalate!
Diese winterharte, üppig blühende Staude passt in naturnahe und ländliche Gärten und lässt sich vielseitig kombinieren.
Entdecken Sie die Gemeine Nachtviole – eine anspruchslose Blume für jeden Garten!
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Gebräuchlicher Name Gemeine Nachtviole, Gewöhnliche Nachtviole, Duft-Goldlack, Silberstab, Nachtviole, Damenveilchen
- Blüte April bis Juli
- Höhe 0,45 bis 1,50 m
- Exposition Sonne, Halbschatten
- Art des Bodens alle, gut durchlässige Böden
- Winterhärte -15 °C und darunter
Ursprünglich aus Europa, Sibirien und Asien stammend, ist Hesperis oder Gemeine Nachtviole, auch „Gewöhnliche Nachtviole“, „Garten-Nachtviole“, „Gemeine Nachtviole“ oder mit ihrem anderen Namen „Weiße Nachtviole“ genannt, eine kurzlebige Staude aus der Familie der Kreuzblütler, zu der auch Raps und Senf gehören. In freier Natur wächst sie auf Wiesen, Brachland oder in Wäldern, ist aber auch in einigen Bergregionen wie den Alpen zu finden, wo sie eingebürgert ist. Obwohl die Gemeine Nachtviole theoretisch mehrjährig ist, verhält sie sich oft zweijährig.
Die Gattung umfasst sechzig einjährige, zweijährige oder mehrjährige Arten. Dazu gehört Hesperis matronalis mit ihrer üppigen rosavioletten Blüte, die als einzige in unseren Gärten verbreitet ist. Sie wird jedoch in Kultivaren mit einfachen oder gefüllten roten, rosafarbenen oder weißen Blüten angeboten, etwa H. matronalis ‚Alba‘. Außerdem gibt es H. matronalis var. Albiflora, eine botanische Varietät. Die auch als Sisymbrium luteum bezeichnete Hesperis lutea ist dagegen eine Art mit hellgelben Blüten.
Die Pflanze wächst sehr schnell und bildet eine aufrechte, krautige Rosette von 60 cm bis 1,20 m Höhe. Diese kurzlebige Staude wird nicht älter als 3 Jahre, sät sich jedoch reichlich selbst aus.
Die hohen, stark verzweigten und flaumig behaarten Stängel tragen sommergrünes Laub. Es besteht aus großen, glatten, 10 bis 25 cm langen, lanzettförmigen, sitzenden Blättern mit gezähntem Rand, die alternierend an den Zweigen angeordnet sind. Die glänzenden Blätter sind an der Basis zahlreicher und dunkelgrün bis dunkelgrün gefärbt. Einige Sorten wie ‚Variegata‘ zeichnen sich durch stark gelb panaschiertes grünes Laub aus. Die jungen Blätter sind essbar und haben einen leicht bitteren Geschmack, der Salate verfeinert.

Hesperis matronalis – botanische Illustration
Die besonders anmutige Blüte erscheint je nach Klima von April bis Juli an den Triebspitzen. Die aus 4 kreuzförmig angeordneten, 2 bis 4 cm großen Blütenblättern bestehenden Blüten stehen in endständigen Trauben oder Rispen. Diese Blütenstände wirken zugleich luftig und beeindruckend. Meist einfach, zeichnen sich einige Kultivare durch halbgefüllte oder vollständig gefüllte Blüten aus, die oft stärker duften als Sorten mit einfachen Blüten. Aus ihnen ragt ein Büschel aus 6 Staubblättern.
Die Blüten von Hesperis matronalis sind rosaviolett. Bei Hesperis lutea gibt es jedoch auch Sorten mit weißen, roten oder sogar gelben Blüten.
Sie eignen sich hervorragend als Schnittblumen und wirken in zarten, romantischen Sträußen besonders schön.
Abends verströmen die sehr duftenden kleinen Blüten einen intensiven, köstlichen Jasminduft. Der Name Hesperis, der auf Griechisch „Abend“ bedeutet, spielt auf den Duft an, der gegen Tagesende intensiver wird.
Diese bienenfreundliche, duftende Blüte wird häufig von Insekten, Bienen und Schmetterlingen besucht, die ihre Bestäubung sicherstellen.
Die Früchte der Gemeinen Nachtviole sind kleine, aufrechte, aufspringende Schoten, die sich im Garten leicht selbst aussäen – ein Glücksfall für diese kurzlebige Staude.
Sie ist bis -15 bis -20 °C und darunter sehr winterhart und gedeiht in allen unseren Regionen. Die Hesperis matronalis ist anspruchslos und begnügt sich mit jedem guten, gut durchlässigen Gartenboden. In warmen Regionen steht sie in der Sonne oder im Halbschatten. Sie eignet sich gut für naturnahe Gärten und ist eine typische Bauerngartenpflanze, in denen sie sich üppig selbst aussät und eine wilde Note einbringt.
Lesen Sie auch
Die Pflege mehrjähriger PflanzenWichtige Arten und Sorten
Am beliebtesten
Gemeine Nachtviole - Hesperis matronalis
- Blütezeit Juni für August
- Höhe bei Reife 90 cm
Gemeine Nachtviole Flore Pleno - Hesperis matronalis
- Blütezeit Juni für August
- Höhe bei Reife 70 cm
Unsere Favoriten
Gemeine Nachtviole Alba - Hesperis matronalis
- Blütezeit Juni für August
- Höhe bei Reife 70 cm
DéEntdecken Sie andere Hesperis - Nachtviole
Alles ansehen →Erhältlich in 1 Größen
Erhältlich in 2 Größen
Erhältlich in 0 Größen
Erhältlich in 0 Größen
Erhältlich in 1 Größen
Erhältlich in 1 Größen
Erhältlich in 1 Größen
Pflanzung
Wo Gemeine Nachtviole pflanzen?
Sehr winterhart (bis unter -15 °C), passt sich die Nachtviole überall in Deutschland an. Da ihre Blüte im Laufe der Jahre nachlässt, wird sie jedoch oft zweijährig kultiviert.
Die Pflanze gedeiht sowohl in der milden Sonne als auch im lichten Halbschatten der wärmsten Regionen. Sie akzeptiert jeden guten Gartenboden, blüht jedoch üppiger in tiefgründigem, nährstoffreichem, frischem und gut drainiertem Boden. Sie bevorzugt einen Boden, der in der Tiefe nicht zu stark austrocknet und im Sommer frisch bleibt. Ihre Wurzeln vertragen keine Staunässe im Winter, da sie sonst faulen können.
Mit ihrem buschigen Wuchs passt die Nachtviole in Bauerngärten, naturnahe und naturalistische Gärten sowie Blumenwiesen. Sie bringt Farbe in Blütenbeete und Rabatten.
Wann Gemeine Nachtviole pflanzen?
Die Nachtviole wird im Frühjahr (März bis Mai) oder Herbst (September bis November) gepflanzt. Wichtig ist, Frostperioden und starke Hitze zu vermeiden.
Wie Gemeine Nachtviole pflanzen?
Im Freiland
Pflanzen Sie die Nachtviole in Gruppen von 6 bis 8 Pflanzen pro 1 m² mit 30 bis 45 cm Abstand, ohne den Hals zu bedecken.
- Boden gründlich umgraben
- Ein Loch ausheben, das 2- bis 3-mal breiter als der Wurzelballen ist
- Für die Drainage eine Kiesschicht auf dem Lochgrund verteilen
- Wurzelballen mittig einsetzen, den Hals 2 cm unter der Erdoberfläche
- Loch schließen und Erde festdrücken
- Reichlich gießen
Im Topf
Die Gemeine Nachtviole lässt sich auch problemlos im Topf kultivieren. Pflanzen Sie 3 bis 4 Pflanzen zusammen in ein Gefäß mit etwa 60 cm Durchmesser.
- Kies oder Blähton auf dem Topfboden verteilen
- Wurzelballen in ein drainierendes Gemisch aus 70 % Blumenerde und 1/3 Gartenerde pflanzen
- Nach dem Pflanzen gießen
Weitere Tipps zum richtigen Pflanzen von Stauden finden Sie in unserem Blog!

Die Gemeine Nachtviole mit der Rose ‚Gertrude Jekyll‘ und dem purpurfarbenen Laub des Cotinus ‚Grace‘ / Die Gemeine Nachtviole gibt es auch in Weiß (Weiße Nachtviole ‚Alba‘)!
Lesen Sie auch
Die Aussaat mehrjähriger Pflanzen erfolgreich durchführenPflege der Gemeinen Nachtviole
Die Nachtviole gedeiht problemlos und blüht lange, ohne viel Pflege zu benötigen.
Sie bevorzugt frische, aber nicht durchnässte Böden. Gießen Sie vor allem bei großer Hitze und Trockenheit, um die Blüte zu fördern. Im Topf gießen Sie regelmäßiger, sobald die Erde an der Oberfläche trocken ist.
Arbeiten Sie im Herbst und Frühjahr etwas Kompost oberflächlich in den Boden am Fuß der Pflanze ein.
Schneiden Sie verblühte Stängel zurück, um neue Blüten zu fördern und die Blütezeit zu verlängern. Dadurch verhindern Sie jedoch, dass sich die Pflanze aussät.
Lassen Sie sie nach der Blüte Samen bilden, damit sie sich spontan aussät. Diese kurzlebige Staude blüht im Lauf der Jahre zunehmend weniger. Lassen Sie sie sich daher ruhig aussäen. Schneiden Sie die Horste nach der Blüte zurück, wenn Sie eine Selbstaussaat vermeiden möchten.
Schnecken, die ihr junges Laub begehrlich finden, sind ihre einzigen Feinde: Befolgen Sie unsere Tipps gegen Schneckenfraß.
Vermehrung
Die Gemeine Nachtviole sät sich im Garten von selbst aus. Sie können aber auch gezielt aussäen, um diese kurzlebige Staude im Garten zu erhalten. Sammeln Sie die Samen daher, sobald sie reif sind, und bewahren Sie sie in Papiertüten auf.

Samen von Hesperis matronalis
Aussaat
Sie können die Samen der Gemeinen Nachtviole von April bis Juli aussäen, sobald die Temperaturen 18–20 °C erreichen. Eine Aussaat unter geschütztem Standort ist auch im Herbst möglich. Die Pflanze verhält sich wie eine zweijährige Pflanze: Die Blüten erscheinen erst im Jahr nach der Aussaat.
Entdecken Sie in unserem Blog unsere Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Aussaat mehrjähriger Pflanzen!
Unter geschütztem Standort
- Füllen Sie eine Anzuchtschale mit spezieller Aussaaterde.
- Säen Sie die Samen auf der Oberfläche aus.
- Bedecken Sie sie mit einer dünnen Substratschicht und halten Sie sie bis zur Keimung feucht.
- Gießen Sie vorsichtig mit feinem Brausestrahl.
- Sobald die Jungpflanzen zwei Blätter haben, pikieren Sie sie in Anzuchttöpfe.
- Pflanzen Sie die Jungpflanzen nach dem letzten Frost und bei Außentemperaturen über 18 °C in den Garten.
- Halten Sie einen Abstand von etwa 50 cm ein.
- Gießen Sie, damit die Pflanzen gut anwachsen.
Direktsaat
Sobald die Temperaturen auf 18 °C gestiegen sind, können Sie auch direkt ins Freiland säen.
- Säen Sie in Reihen.
- Halten Sie den Boden bis zur Keimung feucht.
- Nach dem Auflaufen vereinzeln Sie die Sämlinge und lassen nur etwa alle 50 cm eine Jungpflanze stehen.
Gemeine Nachtviole im Garten kombinieren
Hesperis oder Nachtviole wächst buschig und blüht je nach Sorte in duftendem Flieder, Weiß oder Rosa. Sie passt in naturnahe Gärten, Landhausgärten sowie Duft- und Cottagegärten und verleiht ihnen Leichtigkeit. Pastelltöne schaffen eine sanfte, harmonische Stimmung.
In einem Mixed Border nahe am Haus können Sie ihren köstlichen Jasminduft mit Garten-Goldlack, Indigolupine, Sibirischem Vergissmeinnicht, Bergenie und Baldrian genießen. Auch mit Glockenblumen harmoniert die zarte Blüte!

Ein schönes Beispiel für eine natürliche Kombination: Hesperis matronalis, Thalictrum aquilegifolium, Fenchel ‚Bronze‘, Aquilegia chrysantha ‚Yellow Queen‘, Digitalis purpurea ‚Alba‘, Wolfsmilch (Euphorbia wallichii zum Beispiel), Anthriscus sylvestris ‚Ravenswing‘, Angelica sylvestris, Astrantia major ‚Shaggy‘, Cirsium rivulare ‚Trevor’s Blue Wonder‘
Im Frühlingsbeet passt sie zu Narzissen und Tulpen.
In einer üppigen Pflanzung erscheinen ihre blütenreichen Ähren zwischen buschigen Stauden wie Storchschnabel mit langer, oft mauvefarbener, rosa oder weißer Blüte, Duftnessel und Purpur-Leinkraut – allesamt pflegeleicht.
Im weißen Garten passen elegante weißblühende Sorten zu Jungfer im Grünen, Epilobium angustifolium ‚Album‘, Ehrenpreis, weißen Indianernesseln, Antirrhinum majus ‚Royal Bride‘, Großblumiger Garten-Margerite und Papaver orientale ‚Royal Wedding‘.
Für sanfte Sommerfarben kombinieren Sie sie mit Lavendel, Aster, Prachtkerze, Silberblatt, Wollziest und Katzenminze. Rosa Töne werden durch das graue Laub von Silbrigem Beifuß ausgeglichen. Ihre üppige, natürliche Blüte verleiht Beeten einen wildromantischen Charakter und harmoniert mit Rittersporn, Sonnenhut und Frauenmantel.
Im Duftgarten umgeben Sie sie mit Löwenmaul, Dianthus plumarius und hoher Flammenblume.
→ Entdecken Sie in unserem Ratgeber 9 schöne Kombinationen mit Nachtviole
Nützliche Ressourcen
- Lassen Sie sich inspirieren, wie Sie Gemeine Nachtviolen kombinieren: Naturgarten
- Pflegeleicht und den ganzen Sommer blühend, macht sich die Nachtviole im Landhausgarten unverzichtbar
- Setzen Sie die Gemeine Nachtviole in ein farbenfrohes Mixedborder, das Bestäuber anlockt!
- Abonnieren Sie
- Inhaltsverzeichnis
Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.
Kommentare