Griseline: Pflanzen, Rückschnitt und Pflege

Griseline: Pflanzen, Rückschnitt und Pflege

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 13. August 2025  durch Olivier 11 min.

Griseline kurz erklärt

  • Die Griseline bildet einen schönen, buschigen Strauch oder kleinen Baum mit immergrünem, leuchtend grünem, fast gelbem Laub
  • Diese Pflanze für mildes Klima sollte nur im Süden oder an der Küste kultiviert werden, idealerweise als freiwachsende Hecke
  • Der Strauch ist zudem salzluftverträglich und daher ideal für Küstengärten
  • Die zwar unscheinbare Blüte ist sehr bienenfreundlich und nektarreich
Schwierigkeit

Das Wort unseres Experten

Ob Griselinia, Griseline, Griselinie oder einfach Englisches Pfaffenhütchen genannt: Griselinia littoralis ist ein charmanter, buschiger Strauch aus Neuseeland mit immergrünem Laub in einem schönen, recht hellen leuchtenden Grün.

Seine Widerstandsfähigkeit gegen Gischt und Wind macht ihn zur idealen Wahl für eine frei wachsende Hecke in Küstengärten. Sein schnelles Wachstum ist ein Segen für junge Gärten. Achten Sie jedoch darauf, ihm genügend Platz zu lassen, sonst müssen Sie womöglich allzu häufig zur Gartenschere greifen.

Leider ist die Griseline nicht überall in Frankreich winterhart und verträgt nur kurze Fröste bis -10 °C. Sie ist daher eine Pflanze für mildes Klima und sollte nur im Süden, an der Atlantikküste oder in der Bretagne kultiviert werden, wo sie inzwischen sehr verbreitet ist.

Die Blüte ist zwar unscheinbar, erscheint in der Sonne aber sehr zahlreich und ist ausgesprochen bienenfreundlich sowie nektarreich. Sie lockt zahlreiche bestäubende Insekten an und versorgt sie mit Nahrung.

Die Griseline liebt leichte Erde und sonnige Standorte, wächst aber auch in Töpfen auf einer Terrasse sehr gut.

Botanik und Beschreibung

Steckbrief

Griselinien stammen aus den gemäßigten Regionen der Südhalbkugel, vor allem aus Chile und Neuseeland. Die Gattung umfasst etwa zehn Arten, doch bei uns finden Sie fast ausschließlich Griselinia littoralis oder Dichte Griseline und manchmal Griselina lucida, beide aus Neuseeland. Weitere Trivialnamen sind Neuseeländische Griseline und Englisches Pfaffenhütchen. Früher wurden Griselinien der Familie der Hartriegelgewächse zugeordnet, heute gehören sie (seit APG II) zu ihrer „eigenen“ Familie, den Griseliniaceae. Für Neugierige und Sammler folgen hier die weiteren Griselinia-Arten: G. carlomunozii, G. jodinifolia, G. racemosa, G. ruscifolia, G. scandens und G. alata.

Es handelt sich um einen Strauch oder kleinen Baum, der in seiner Heimat eine Höhe von 10 Metern erreichen kann, bei uns jedoch selten höher als 3 Meter wird. Die Wuchsform ist buschig, kompakt und gut verzweigt. Die Rinde ist glatt und gräulich, bekommt im Alter jedoch Risse. Die Wachstumsgeschwindigkeit hängt von der Sorte ab, bei Griselinia littoralis beträgt sie jedoch etwa 50 cm pro Jahr. Griselina lucida wächst stärker, in unseren Regionen bis zu 5 m hoch, und hat etwas dunkleres Laub.

Das Laub der Griseline ist alternierend und immergrün: Die Blätter werden mit der Zeit dicker und ledrig. Die Blätter glänzen und sind apfelgrün, während Blattadern und Blattstiel heller, fast gelb, als die Blattspreite bleiben. Die Blattunterseiten sind ebenfalls heller und matter. Jedes Blatt ist 4 bis 12 cm lang, oval und gewölbt. Es gibt auch Kultivare mit weiß oder gelb panaschiertem Laub sowie mit smaragdgrünem Laub.

Der Strauch ist diözisch, es gibt also männliche und weibliche Pflanzen. Die Blüte ist für unsere Augen unscheinbar, lockt jedoch zahlreiche bestäubende Insekten an und dient ihnen als Nahrung. Die Blüten erscheinen zwischen Mai und Juni und stehen in achselständigen Rispen mit Hunderten winziger, grünlicher Blüten von wenigen Millimetern Größe. Sie sind kronblattlos und besitzen 5 Staubblätter sowie 3 Griffel; bei weiblichen Pflanzen werden sie von einem Kelch mit 5 Kelchblättern geschützt.

griselinia

Griselinia littoralis mit leuchtend apfelgrünem Laub und Griselinia littoralis ‚Bantry Bay‘ mit wunderschön cremefarben panaschiertem Laub

Nach der Befruchtung entwickeln sich auch bei den weiblichen Pflanzen kleine Trauben mit Beeren, die zunächst grün und bei Reife schwarz sind und nur einen Samen enthalten.

Die wichtigsten Sorten

Griseline - Griselinia littoralis

Griseline - Griselinia littoralis

Die Typusart aus Neuseeland: dicht buschiger, immergrüner Strauch mit auffälligem Apfelgrün. Ideal als Windschutz an der Küste. Die unscheinbare Blüte lockt Bestäuber an.
  • Blütezeit Juni, Juli
  • Höhe bei Reife 2,50 m

Griseline Redge - Griselinia littoralis

Kompakter und weniger wüchsig als die Typusart (nur 30 cm Jahreszuwachs). Viele Verzweigungen und glänzendes Laub vor fast schwarzen Zweigen – ideal für niedrigere Hecken.
  • Blütezeit Juni, Juli
  • Höhe bei Reife 1,80 m

 

DéEntdecken Sie andere Griselinia

58
Ab 3,30 € Kleine Töpfe von 8/9 cm

Erhältlich in 2 Größen

Nicht lieferbar
Ab 24,50 € Topf mit 4L/5L
1
Ab 20,50 € Topf mit 2L/3L
Nicht lieferbar
Ab 4,90 € Kleine Töpfe von 8/9 cm
Nicht lieferbar
Ab 16,50 € Topf mit 4L/5L
Nicht lieferbar
Ab 16,50 € Topf mit 3L/4L
Nicht lieferbar
Ab 18,50 € Topf mit 4L/5L

Griseline pflanzen

Wo Griseline pflanzen?

Obwohl sie nur mäßig winterhart sind, fühlen sich Griselinen vor allem in Südfrankreich und an der Küste wohl, da sie salzhaltige Gischt vertragen. Das überrascht nicht, denn in ihrer Heimat wachsen sie entlang der Küsten.

Der schöne Strauch passt sich verschiedenen Böden an, bevorzugt jedoch sandige Böden. Ein neutraler Boden eignet sich bestens, und die meisten Sorten vertragen Kalk sehr gut (‚Pointe du Raz‘ bevorzugt dagegen leicht saure Böden). Selbstverständlich pflanzen Sie Ihre Griseline in gut durchlässigen Boden: Staunässe an den Wurzeln im Winter würde sie nicht vertragen und könnte zum Absterben führen.

Für eine üppige Blüte und glänzendes Laub wird sie meist in voller Sonne gepflanzt. Sie kann jedoch auch problemlos im Halbschatten stehen. Dort wächst sie sehr gut, blüht aber etwas weniger.

Sie ist besonders wind- und salzgischtverträglich und eignet sich daher hervorragend für Hecken in Küstengärten.

Wann pflanzen?

Wie alle immergrünen Sträucher sollte die Griseline im Frühherbst, also von September bis Oktober, gepflanzt werden. Wenn Sie diesen Termin verpasst haben, kein Problem: Auch eine Pflanzung zwischen April und Juni ist ideal. Da der Strauch im Container kultiviert wird, können Sie ihn theoretisch jederzeit pflanzen, außer bei großer Hitze oder Frost. Achten Sie dann aber auf ausreichendes Gießen!

Wie pflanzen?

  • Tauchen Sie den Topf Ihrer Griseline zunächst einige Minuten in einen Eimer mit lauwarmem Wasser.
  • Heben Sie ein Pflanzloch aus, das zwei- bis dreimal so groß wie der Wurzelballen ist.
  • Ist Ihr Boden weder sandig noch besonders durchlässig, mischen Sie den Aushub mit etwas Kies und Blumenerde. Das verbessert die Drainage.
  • Geben Sie einige Handvoll gut verrotteten Mist oder reifen Kompost auf den Grund des Pflanzlochs, damit die Wurzeln gut anwachsen.
  • Nehmen Sie die Pflanze aus dem Topf und lockern Sie den Wurzelballen vorsichtig, um die Wurzeln freizulegen.
  • Setzen Sie den Strauch in die Mitte des Pflanzlochs und füllen Sie es mit der Mischung aus Erde, Kies und Blumenerde auf.
  • Der Hals der Pflanze muss über der Erde bleiben. Drücken Sie die Erde mit den Fingern leicht fest.
  • Gießen Sie am Fuß der Pflanze reichlich, um Lufteinschlüsse zwischen Wurzeln und Erde zu vermeiden.
  • Eine Mulchschicht ist empfehlenswert, besonders in den ersten Jahren.
Griseline

Griseline-Hecke

Pflege und Schnitt

Pflege

Im Freiland sollten Sie im Jahr nach der Pflanzung bei trockenem Wetter regelmäßig gießen. Eine Mulchschicht am Fuß hält den Boden länger frisch.

Die Kultur im Kübel ist etwas anspruchsvoller: Achten Sie darauf, dass das Substrat nie austrocknet, und schützen Sie Ihren Strauch unbedingt mit Wintervlies, wenn die Temperatur unter -5 °C sinkt und er dem Wind ausgesetzt ist. Im Kübel ist der Strauch nämlich empfindlicher als im Freiland.

Rückschnitt

Der Rückschnitt darf nur nach der Blüte erfolgen – die Insekten werden es Ihnen danken! Schneiden Sie daher nur im Juli oder September. Wenn Sie nicht so oft (oder gar nicht!) schneiden möchten, können Sie Sorten mit geringem Wuchs wählen.

Der Rückschnitt ist einfach: Kürzen Sie lediglich die Triebe, die zu weit aus dem Busch herausragen, damit die Verzweigung kompakt bleibt. Wenn Sie dagegen lockere, naturnahe Hecken bevorzugen, lassen Sie alles wachsen!

Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Kein „Schädling“ wird Ihre Griseline befallen. Bodenfeuchtigkeit, besonders im Winter, ist ihr dagegen abträglich. Sie kann zudem Pilzkrankheiten begünstigen: Das Laub bekommt schwärzliche oder orangefarbene Flecken und fällt schließlich ab. Der Strauch verliert deutlich an Wuchskraft. Ist dies bei Ihnen der Fall, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder Sie versetzen ihn an einen geeigneteren Standort, oder Sie verbessern dort die Drainage, indem Sie den Boden mit Sand und Kies mischen.

Griseline vermehren: Stecklinge

Zu welcher Zeit?

Beim Rückschnitt im Spätsommer: Ende August bis Anfang September schneiden Sie etwa 20 cm lange, halbverholzte Triebspitzen (noch nicht lignifiziert).

Wie vermehrt man Griseline durch Stecklinge?

  • Entfernen Sie alle Blätter bis auf die beiden obersten. Dies ist bei Stecklingen generell nötig, um den Wasserverlust durch Verdunstung zu begrenzen.
  • Schneiden Sie die Triebe unten schräg direkt unter einer Knospe (oder einem Auge) mit einem sauberen, desinfizierten Schneidewerkzeug an (mit Flamme oder 90-prozentigem Alkohol). Der schräge Schnitt vergrößert die Kontaktfläche zwischen Trieb und Substrat.
  • Bereiten Sie ein sehr durchlässiges Substrat vor: 1/3 Universalerde und 2/3 Sand.
  • Füllen Sie Töpfe oder besser die Anzuchtschale eines Mini-Gewächshauses (möglichst mit hoher Haube).
  • Tauchen Sie die Stecklinge in Bewurzelungshormon, falls vorhanden. Einige Stunden in Wasser eingeweichte Weidenrindenscheiben können das Bewurzelungshormon ersetzen: Tauchen Sie die Stecklinge darin ein oder gießen Sie sie mit dem Wasser.
  • Stecken Sie die Stecklinge bis zu den letzten Blättern in das Substrat.
  • Befeuchten Sie die Blumenerde und decken Sie sie mit einem Plastikbeutel, einer halbierten Wasserflasche oder der Haube des Mini-Gewächshauses ab, damit die Stecklinge unter gespannter Luft (warm und feucht) bleiben. Tipp: Stecklinge bewurzeln sich besser und schneller, wenn sie nahe am Rand des Topfes oder der Schale stehen.
  • Stellen Sie die Stecklinge in den Halbschatten (aber dennoch hell) und keinesfalls in die Sonne! Innerhalb weniger Minuten würden sie verbrennen (wirklich!).
  • Lassen Sie sie eine Woche lang unberührt. Sie können gelegentlich nachsehen, ob alles in Ordnung ist, aber am besten bleibt alles geschlossen (durch die Haube oder den Plastikbeutel können Sie ohnehin hindurchsehen).
  • Manchmal verlieren Stecklinge ihre Blätter. Solange die Triebe nicht schwarz werden, besteht kein Grund zur Sorge.
  • Überwintern Sie die Stecklinge frostfrei und pflanzen Sie sie ab dem folgenden April ins Beet.

→ Mehr dazu in unserer Anleitung: Wie vermehrt man Griseline durch Stecklinge?

Pflanzenkombinationen im Garten

In einer frei wachsenden Hecke im Küstengarten

Griselinia littoralis fühlt sich in einer frei wachsenden Hecke im Küstengarten rundum wohl. Dazu passt die charmante Hybrid-Grevillea juniperina ‚Canberra Gem‘ mit buschiger Wuchsform und unermüdlicher rosaroter Blüte. Auch die Erythrina X Bidwillii mit dem ungewöhnlichen Namen kann die Hecke ergänzen. Der spektakuläre Strauch trägt riesige Trauben in leuchtendem Rot. Dazu passt auch ein „einfacher“ Callistemon citrinus ‚Burgundy‘, ein Zylinderputzer mit tief bordeauxroten Blüten. Ergänzen wir das Ganze mit einer schönen Escallonia laevis ‚Gold Ellen‘ mit goldenem immergrünem Laub und kräftig rosafarbener Blüte sowie, warum nicht, einem kleinen Ceanothus pallidus ‚Marie Simon‘, dessen zarte Blüte die kräftigeren Farben der anderen Sträucher ausgleicht. Diese freundliche Hecke blüht einen großen Teil des Jahres. Außerdem trotzt sie Gischt und Wind und bietet Ihnen Schutz im Garten. Die meisten genannten Sträucher sind immergrün und bringen das ganze Jahr Farbe in den Garten.

Im Topf auf der Terrasse

Griselinia littoralis ‚Redge‘ ist eine kompaktere Sorte als die Art und daher besonders für die Kultur im Topf geeignet. Sie wird weniger als zwei Meter hoch und etwa einen Meter breit; mit einigen gezielten Schnitten lässt sich ihr Wachstum bremsen. Aber keine Sorge: Sie wächst langsamer als die Art, etwa 30 cm pro Jahr. Dazu passt die erstaunliche Melaleuca gibbosa oder Niaouli mit außergewöhnlich langer mauvefarbener Blüte, in mildem Klima manchmal sogar das ganze Jahr über. Der Strauch gedeiht gut im Topf und verträgt Trockenheit bestens. Der Eucalyptus gunnii ‚France Bleue Rengun‘ ist eine französische Neuheit. Dieser Eukalyptus mit sehr feinem, sanft aromatischem bläulichem Laub und architektonischer, säulenförmiger Silhouette ist ein echtes Pflanzenjuwel auf Ihrer Terrasse. Trotz seiner späteren Höhe von zwei Metern gedeiht der kleine Baum sehr gut in einem großen Topf. Einige Schmucklilien ‚Blue Storm‘ mit blauer Blüte ergänzen das Bild, ebenso wie eine schöne Agave americana, deren bläuliche Töne auf das Laub des Eukalyptus antworten. Gräser lockern Pflanzungen durch ihre im Wind tanzenden Ähren auf einzigartige Weise auf. Einige Horste von Pennisetum setaceum ‚Rupellianum‘ machen sich neben Ihrer Griseline hervorragend.

Schon gewusst?

  • Die Griseline stammt aus Neuseeland. Wie viele aus diesem Land eingeführte Pflanzen hat sie sich an Meeresküsten, besonders an der Atlantikküste, schnell eingebürgert.
  • Ihr Name ehrt den italienischen Naturforscher Francesco Griselini aus dem 18. Jahrhundert

 

Nützliche Ressourcen

  • Finden Sie alle unsere Griseline in unserer Online-Baumschule.
  • Entdecken Sie unseren Ratgeber „Griseline: Hecke anlegen und pflegen„

Häufig gestellte Fragen

  • Kann ich Griseline im Norden anbauen?

    Griseline: riskant, aber möglich. Sie hält kurzzeitig bis -10 °C aus. Geschützt, sonnig und drainiert bleibt sie Jahre; im Topf frostfrei überwintern.

Kommentare

Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.

Griselinie