Kalmus, Lakritz-Kalmus, Spanisches Rohr: Anbau, Pflege
Inhaltsverzeichnis
Kalmus kurz erklärt
- Acorus gramineus und Acorus calamus sind leicht zu kultivierende Stauden, ideal für Teichränder und Sumpfbereiche
- Als halb eingetauchte Wasserpflanzen wachsen Kalmus-Arten im nassen Beet ebenso wie im Wassergefäß auf der Terrasse
- Sie wachsen in dekorativen, halbimmergrünen, grünen oder panaschierten Horsten
- Sie bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte
- Winterhart und robust gedeihen sie in schwerem, feuchtem Boden und geben Wasserszenen mehr Volumen
Wort unserer Expertin
Kalmus, Acore, auch „Japanischer Kalmus“ genannt, ist eine elegante Staude für feuchte Ufer. Sie bildet schöne, aufrechte Horste mit lang zugespitztem, sehr dekorativem Laub. Besonders beliebt ist der Kalmus wegen seiner panaschierten Sorten wie Acorus gramineus ‚Variagetus‘, ‚Ogon‘ oder Acorus gramineus ‚Argenteostriatus‘.
Diese teilweise untergetauchte aquatische Pflanze wird auch aufgrund ihrer positiven Wirkungen in der Pflanzenheilkunde verwendet, insbesondere die Art Acorus calamus, der „Duftende Kalmus“: Ihre nach Süßholz duftenden Rhizome setzen einen Wirkstoff frei, der trotz jahrhundertelanger Verwendung das Krebsrisiko erhöhen soll. Dies ist jedoch weiterhin umstritten.
Vom nur 15 cm hohen Zwerg-Acorus gramineus ‚Hakuro Nishiki‘, der häufig im Hintergrund eines Aquariums verwendet wird, bis zum großen Acorus calamus, der über 1 m hoch werden kann, bieten Kalmus-Arten viele weitere Vorzüge. Sie können einfach zur Verschönerung der Ufer eines Teichs oder als aquatische Kübelpflanze auf der Terrasse verwendet werden!
Wie die Segge ist Kalmus ein Schein-Gras, das mit den Füßen im Wasser wächst, stets in feuchtem bis nassem Boden gedeiht und sich in seichtem Wasser ausbreitet.
Kälteresistent und wenig anspruchsvoll an den Boden, ist Kalmus in Sonne oder Halbschatten leicht zu kultivieren, überall dort, wo der Boden feucht bleibt, denn Trockenheit verträgt er nicht.
Ideal für schweren, feuchten, sumpfigen Boden und unverzichtbar am Rand von Gewässern, verleiht Kalmus Bepflanzungen am Wasser schönes Volumen und setzt mit seinem dekorativen Laub leuchtende Akzente.
Entdecken Sie unsere Kalmus-Auswahl zur Gestaltung Ihrer Gartenteiche und lassen Sie sich von unserer Auswahl an Stauden für feuchte Ufer begeistern.
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Lateinischer Name Acorus
- Gebräuchlicher Name Kalmus, Gras-Kalmus, Aromatischer Kalmus, Spanisches Rohr
- Blüte Juni–Juli
- Höhe 0,20 bis 1,20 m
- Exposition Sonne, Halbschatten
- Art des Bodens feuchter Boden
- Winterhärte -5 bis -15 °C
Der Kalmus, Acorus oder Spanisches Rohr, auch „Gras-Kalmus“ oder „Aromatischer Kalmus“ genannt, ist eine krautige Staude aus der Familie der Araceae, zu der auch der Aronstab gehört. Diese aquatische Pflanze stammt aus Japan, Korea und Ostasien, wo sie an Flussufern, feuchten Gräben, in flachem Wasser und in Sumpfgebieten wild wächst.
Man findet zwei kultivierte Arten: Acorus calamus, den Kalmus, und Acorus gramineus, den Gras-Kalmus. Sie haben einige Kultivare hervorgebracht, darunter ‚Variegatus‘ und ‚Ogon‘, die sich durch cremeweiß oder leuchtend gelb panaschiertes Laub auszeichnen. Acorus gramineus ‚decoratus‘ und Acorus gramineus ‚Pusillus‘ sind bei Aquarienliebhabern sehr beliebt, da sie zur Gestaltung von Aquarien verwendet werden, die nicht höher als 15 cm sind.
Der Kalmus entwickelt sich aus einem Wurzelstock mit wenig ausläuferbildenden Rhizomen recht langsam zu einem aufrechten, leicht fächerförmig ausladenden Horst. Bei Acorus calamus wird er 15 cm bis 1,20 m hoch und 60 cm breit. Acorus gramineus bleibt kleiner und bildet bescheidenere Horste von höchstens 30 cm Höhe. Im Laufe einiger Jahre wird der Horst durch seine dünnen, verzweigten und sich ausbreitenden Rhizome dichter, ohne jemals lästig zu werden. Sie vertragen eine Überflutung mit 10 bis 15 cm Wasser. Die Rhizome sind essbar und verströmen einen starken, an Süßholz erinnernden Duft.
Der Kalmus besticht durch sein halbimmergrünes Laub in mildem Klima, das einen großen Teil des Jahres sehr dekorativ und grasartig geformt ist. Aus den oberflächlichen oder halb eingetauchten Rhizomen wachsen lange, linealische und spitze, schwertförmig aufrechte Blätter. Sie sind 8 bis 35 cm lang, etwa 2 cm breit, derb und dick, mit ausgeprägter Mittelblattader und fein gewellten Rändern. Die glänzenden, scharf wirkenden Blätter ähneln langen Bändern und sind fächerförmig ineinander angeordnet. Sie erinnern an die Blätter der Gelben Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudoacorus), verströmen beim Zerreiben jedoch einen leichten Anis- oder Mandarinenduft. Das aromatische Laub ist ebenfalls essbar und verleiht Salaten eine feine Würze.

Acorus calamus – botanische Illustration
Die beiden Wildarten Acorus calamus und Acorus gramineus mit ihrem schön glänzenden, grünen Laub haben Kultivare mit prächtig panaschierten und dezent cremeweiß sowie gelb gestreiften Blättern hervorgebracht: chartreusegrün mit goldgelbem Rand bei ‚Ogon‘, leuchtend grün mit cremeweißen Streifen bei Acorus calamus ‚Variegatus‘ und bei Acorus gramineus ‚Variegatus‘ sowie silbern gestreift bei Acorus gramineus ‚Argenteostriatus‘. Beim Austrieb schimmern die jungen Triebe rosa.
Auch wenn diese aquatische Pflanze durch die Leuchtkraft ihres Laubes überrascht, ist ihre Blüte, wenn sie erscheint, deutlich unauffälliger, denn der Kalmus blüht nur, wenn seine Füße im Wasser stehen. Die unscheinbaren gelbgrünen Blüten mit sechs Blütenblättern erscheinen von Juni bis Juli in kleinen zylindrischen Ähren und sind kaum von Zierwert.
Die Winterhärte des Kalmus variiert je nach Sorte, doch er ist winterhärter als oft angenommen und verträgt Temperaturen von -5 °C bis -15 °C, unter geeigneten Kulturbedingungen manchmal auch darunter. In kalten Regionen empfiehlt sich die Kultur im Topf, der in der kalten Jahreszeit geschützt aufgestellt wird.
Er gedeiht in schwerem, dauerhaft feuchtem Boden oder sogar in flachem Wasser, in den südlichen Regionen im Halbschatten, um Sorten mit panaschiertem Laub zu schonen, sonst in voller Sonne.
Der Kalmus ist die ideale Pflanze für die Ufer eines Teichs oder Tümpels, um eine kühle Gartenecke aufzuhellen. Er eignet sich auch als Einfassung eines dauerhaft feuchten Beets oder Weges sowie für Tröge oder als Wasserpflanze im Topf.
Das getrocknete Rhizom von Acorus calamus, dem „Kalmus“, besitzt aromatische und heilende Eigenschaften und wird seit Jahrtausenden in der Kräuterkunde als Tee sowie in der Phytotherapie zur Förderung der Verdauung verwendet.
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In unseren Gärten finden sich zwei Kalmus-Arten, aus denen beide sehr leuchtende, panaschierte Kultivare für halbschattige Standorte hervorgebracht haben:
- Acorus calamus, auch „Kalmus“ genannt, ist aromatisch, heilkräftig und mit bis zu 1,20 m Höhe die größere Art. Der Kultivar Acorus calamus ‚Variegatus‘, auch „panaschierter Kalmus“ genannt, bleibt mit höchstens 1 m Höhe kleiner.
- Acorus gramineus, der Gras-Kalmus, ähnelt der vorherigen Art, bleibt mit nur 20 bis 30 cm Höhe jedoch deutlich kleiner. Auch ihn gibt es als panaschierte Kultivare wie Acorus gramineus ‚Variegatus‘ und Acorus gramineus ‚Ogon‘.
Unsere Favoriten
Acorus gramineus Variegatus - Gras-Kalmus
- Blütezeit Juli, August
- Höhe bei Reife 30 cm
Acorus gramineus Ogon - Gras-Kalmus
- Blütezeit Juli, August
- Höhe bei Reife 40 cm
Acorus calamus Variegatus - Kalmus
- Blütezeit Juli, August
- Höhe bei Reife 50 cm
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Pflanzung
Wo pflanzt man Kalmus oder Japanisches Gras?
Diese rhizombildende, halb-aquatische Staude ist nur mäßig winterhart und verträgt je nach Sorte Temperaturen von -5 °C bis -15 °C, wobei Acorus calamus die winterhärteste Art ist.
In raueren Lagen kann sie starke Fröste unter -10 °C möglicherweise nicht überstehen. Deshalb empfiehlt es sich, Kalmus im Topf zu kultivieren und im Winter in einem hellen, frostfreien Raum unterzubringen. Junge Pflanzen sind frostempfindlich, doch sobald sie gut eingewachsen sind, nimmt ihre Winterhärte zu.
Da Kalmus salzhaltige Gischt verträgt, ist er eine gute Pflanze für die Küste und eignet sich ideal für einen Küstengarten.
Pflanze für feuchte Ufer, er liebt nasse und halbschattige Bereiche im Garten. In warmen Regionen sollte ein halbschattiger Standort gewählt werden, damit die pralle Sonne das Laub panaschierter Kalmus-Sorten nicht schädigt.
Kalmus wächst in eher saurem, nährstoffreichem und humusreichem Boden, der ganzjährig feucht bleibt. Er bevorzugt lehmige Böden. Selbst eine dauerhafte Überflutung in geringer Wassertiefe von 10–15 cm wird vertragen.
Wählen Sie den Standort sorgfältig, denn sobald Kalmus gut eingewachsen ist, lässt er sich nicht gern umpflanzen.
Als Solitär oder in Gruppen gepflanzt, strukturiert Kalmus oder Japanisches Gras den Raum und bringt Struktur, Fülle und Helligkeit in frische, feuchte Gartenbereiche. An einem Teichrand ist er unverzichtbar. Mit seiner dekorativen Wirkung eignet er sich auch als Beet- oder Wegrandpflanze an dauerhaft feuchten Stellen. Im Topf oder großen Kübel, dessen Erde ständig nass gehalten werden muss, lässt sich mit ihm ein Mini-Wassergarten gestalten. Auf Terrassen sorgt er für eine fantasievolle, moderne Note.

Acorus gramineus
Wann pflanzt man Kalmus oder Japanisches Gras?
Kalmus wird vorzugsweise im Frühjahr, von März bis Mai, gepflanzt, sobald keine Frostgefahr mehr besteht.
Wie pflanzt man Kalmus?
Ob im Freiland oder im Topf: Achten Sie darauf, dass die Pflanze niemals austrocknet. In unserem Video erfahren Sie, wie Sie eine Staude richtig pflanzen!
Im Freiland
Setzen Sie Kalmus im Anzuchttopf mit etwa 30 cm Abstand und pflanzen Sie je nach Endgröße etwa 7 Pflanzen pro m², um eine schöne Dichte im Beet zu erzielen. Pflanzen Sie mindestens 3 Pflanzen derselben Sorte. Japanisches Gras kann in nicht staunassem, aber frischem bis feuchtem Boden mit etwas Schatten gepflanzt werden.
- Lockern Sie den Boden gründlich und heben Sie ein Pflanzloch aus, das zwei- bis dreimal so groß wie der Topf ist
- Setzen Sie den Wurzelballen von Kalmus in die Mitte des Lochs, in eine Mischung aus Gartenerde und Lauberde
- Füllen Sie das Loch und treten Sie die Erde leicht fest
- Mulchen Sie den Fuß mit organischem Mulch, damit der Boden frisch bleibt, und gießen Sie nach der Pflanzung reichlich. Anschließend regelmäßig gießen, damit die Erde stets feucht bleibt
Kalmus am Teichrand pflanzen
Kalmus ist eine Sumpfpflanze, die am Ufer eines Teichs nahe am Wasser, aber nicht im Wasser gepflanzt werden kann. Damit er sich nicht zu stark ausbreitet, kann man ihn in Gefäße am Ufer pflanzen. So lässt sich die Pflanze in kalten Regionen leichter überwintern.
- Vergraben Sie die Rhizome in einem mit organischer Substanz angereicherten Boden etwa 10 bis 15 cm tief
Kalmus im Topf pflanzen
- Füllen Sie einen mindestens 50 cm breiten Topf oder eine Zinkwanne ohne Abflusslöcher mit Blumenerde für Wasserpflanzen
- Pflanzen Sie den Wurzelballen direkt oder in einen durchbrochenen Pflanzkorb für Wasserpflanzen
- Gießen Sie so, dass das Substrat ständig feucht bleibt
- Stellen Sie den Topf im Herbst in kalten Regionen frostfrei auf

Acorus gramineus ‚Ogon‘ eignet sich bestens für die Kultur im Topf!
Pflege
Kalmus lässt sich in Regionen mit milden Wintern leicht kultivieren.
Diese Sumpfpflanze verträgt keine Trockenheit: Achten Sie im Topf und im Freiland darauf, dass das Substrat ständig nass bleibt, und gießen Sie entsprechend.
Schützen Sie den Wurzelbereich mit einer guten organischen Mulchschicht (aus Falllaub), um die Bodenfeuchtigkeit im Sommer zu bewahren und die rhizomatösen Wurzeln im Winter vor Kälte zu schützen – besonders nördlich der Loire und mindestens in den ersten 2 bis 3 Jahren.
Kalmus im Topf freut sich im Frühjahr und Sommer über eine organische Düngung (zum Beispiel mit Hornspänen oder Kompost). Gießen Sie während des Wachstums reichlich: Die Erde darf auch im Winter niemals austrocknen.
Die Pflege beschränkt sich auf einen einfachen Rückschnitt der Horste im Spätwinter: Schneiden Sie welke, vertrocknete oder vollständig vergilbte Blätter bodennah ab und entfernen Sie verblühte Blütenstände. Befolgen Sie die richtigen Schritte mit unseren Tipps zum Rückschnitt von Gräsern!
In Regionen mit kälteren Wintern überwintern Sie Ihren Kalmus in einem kühlen, hellen Raum, geschützt vor Frost, und gießen Sie weiterhin.
Teilen Sie alle drei bis vier Jahre die ältesten Horste, um sie zu verjüngen, denn wie alle Stauden verlieren auch diese Pflanzen im Laufe der Jahre an Wuchskraft.
Abgesehen von Schlammschnecken, häufigen Süßwasserschnecken in Teichen und Becken, die gelegentlich junge Blätter fressen können, hat Kalmus keine Feinde: Entfernen Sie die unter den Blättern haftenden Eigelege und fangen Sie die Schnecken mit auf dem Wasser schwimmenden Kopfsalatblättern, die Sie anschließend entsorgen.
Vermehrung
Die Vermehrung von Kalmus erfolgt im Frühjahr durch Teilung des Wurzelstocks. So bleibt die Pflanze erhalten und wird verjüngt. Teilen Sie gut eingewurzelte, 3 bis 4 Jahre alte Pflanzen.
- Stechen Sie mit dem Spaten am Rand einige Wurzelstockstücke mit mehreren Blättern und Knospen ab
- Kürzen Sie die Blätter um die Hälfte
- Pflanzen Sie die Wurzelstockstücke sofort in Töpfe oder ins Freiland, in eine Mischung aus guter Gartenerde und Lauberde
- Halten Sie die Erde stets feucht
→ Kalmus durch Teilung des Wurzelstocks vermehren
→ Sehen Sie sich die wichtigsten Schritte in unserem Video an!
Kalmus kombinieren
Mit seinem eleganten, teils cremeweiß oder gelb panaschierten Blattwerk und seiner sehr dekorativen Wuchsform bringt der Kalmus in feuchte Gartenbereiche und an Teichränder stets viel Helligkeit, Volumen und Struktur. In mildem Klima sorgt sein wintergrünes Blattwerk auch im Winter für einen schönen Garten.
Mit seinem halb aquatischen Gräsercharakter lässt er sich mit zahlreichen Pflanzen kombinieren und fügt sich in jeden zeitgenössischen, naturnahen oder natürlichen Garten ein. Er verdient einen Ehrenplatz am Teichrand, in einem großen, nassen Beet oder auf einer modernen Terrasse.
In Wassergärten ist er unverzichtbar, zusammen mit anderen Stauden für feuchte Ufer wie Astilbe, Segge, Binse, Geissbart, Eisenhut, Frauenmantel, Sumpf-Wolfsmilch, Spanischem Rohr, Schaublatt und Mädesüß.

Eine Idee für ein feuchtes Ufer: Pontederia cordata, Hakonechloa macra ‚Aureola‘, Ligularia dentata ‚Desdemona‘, Matteuccia struthiopteris und Acorus gramineus ‚Ogon‘
Seine schlanken Blätter bilden einen schönen Kontrast zur üppigeren, lockeren Wuchsform von Königsfarn, Funkie und Sumpf-Wolfsmilch.
Umgeben Sie den Kalmus in einem feuchten Beet mit blühenden Pflanzen und aufrechter Wuchsform, etwa Gelber Sumpf-Schwertlilie, Japanischer Schwertlilie, Blutweiderich, Gedrängtblütigem Gilbweiderich, Goldkolben und Etagen-Primel..
Nützliche Ressourcen
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