Nemesie: Pflanzen, Pflege & Standort
Inhaltsverzeichnis
Nemesie kurz erklärt
- Nemesie: ein Muss für Fans exotischer Blumen
- Blüht 6 Monate lang fast ununterbrochen auf Balkon und im Garten
- Frostempfindlich, meist einjährig kultiviert
- Sehr pflegeleicht
- Bringt Duft und Farbe in Kästen, Töpfe, Ampeln, Beete und sonnige Steingärten
Worte unserer Expertin
Die Nemesie, auch Elfenspiegel genannt, ist eine bemerkenswerte, leicht zu kultivierende einjährige Pflanze. Sie ist die ideale Sommerpflanze: Von Mai bis zum ersten Frost blüht sie unermüdlich.
Ihre bezaubernden kleinen, duftenden Blüten mit exotischer Ausstrahlung öffnen sich in großer Zahl und sorgen in Ampeln und Balkonkästen für eine spektakuläre Wirkung.
Nemesia fruticans und Nemesia strumosa werden in unseren Regionen wegen ihrer geringen Frosthärte meist als einjährige oder zweijährige Pflanzen kultiviert.
Heute gibt es zahlreiche Hybride der Nemesie, etwa Nemesia ‚Sunsatia‘: Sie blühen üppiger, sind stärker verzweigt und gut wetterfest. Von hängender Nemesie bis hin zu blauer oder orangefarbener Nemesie bieten alle leuchtende Farben und sind im Garten einfach spektakulär – in sonnigen Beeten und Steingärten ebenso wie auf Terrasse oder Balkon.
Entdecken Sie diese kleine Pflanze, die für ihre einfache Kultur ebenso geschätzt wird wie für ihre strahlende, exotische Ausstrahlung.
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Gebräuchlicher Name Nemesie, Elfenspiegel
- Blüte Mai bis Oktober
- Höhe 0,15 bis 0,30 m
- Exposition Sonne oder Halbschatten
- Art des Bodens Alle, gut drainiert
- Winterhärte frostempfindlich oder -5 °C je nach Art
Die Nemesia, Nemesie oder Elfenspiegel ist je nach Sorte eine kriechende bis hängende krautige Pflanze aus der Familie der Braunwurzgewächse, zu der auch Löwenmaul und Fingerhut gehören. Sie wächst auf sandigen Küstenböden und im Brachland Südafrikas.
Die Gattung umfasst etwa 50 mehrjährige, einjährige oder als Untersträucher wachsende Arten. Am häufigsten findet man in unseren Gärten Nemesia fruticans (Syn. Nemesia caerulea), eine frostempfindliche Staude für milde Regionen, und Nemesia strumosa, eine frostempfindliche Art. Beide werden in unseren Regionen wegen ihrer geringen Frosthärte meist als einjährige oder zweijährige Pflanzen kultiviert.
Nemesia strumosa ist Ausgangsart zahlreicher Gartensorten, darunter die dicht wachsenden, reichblühenden und stärker verzweigten Hybridsorten ‚Sunpeddle‘ und ‚Sunsatia Plus‘. Außerdem gibt es außergewöhnliche Kultivare mit kompakter Wuchsform und leuchtenden, vielfältigen Farben, etwa ‚Pink Lemonade‘, ‚Danish Flag‘ (‚Dänische Flagge‘) mit roten und weißen Blüten sowie ‚KLM‘ mit blau-weißer Blüte.
Je nach Sorte ist die Wuchsform buschig und aufrecht oder kriechend bis hängend. Die schnell wachsenden kleinen Sträucher bilden kompakte Büschel und werden höchstens 15 bis 30 cm hoch.
Die manchmal flaumigen, schlanken und bereits am Grund stark verzweigten Stängel tragen je nach Klima hellgrünes, dunkelgrünes oder graugrünes, halbimmergrünes oder sommergrünes Laub. Es besteht aus kleinen, gegenständigen, 2 bis 7 cm langen Blättern. Sie sind ganzrandig, lanzettlich, oft stark gezähnt und leicht flaumig behaart.
Die Nemesie ist für ihre reiche Blüte und ihre exotisch schöne, manchmal geradezu fantasievolle Blüte bekannt, die sich vor dem dichten, anmutigen Laub abhebt. Nemesien haben die Besonderheit, fast ununterbrochen zu blühen – je nach Klima manchmal bereits ab dem Winterende bis in den Herbst. Nemesia fruticans blüht remontierend, wobei die Blüte gelegentlich pausiert und anschließend umso üppiger wieder einsetzt.
Von Juni bis Oktober oft ohne Unterbrechung verschwindet das dichte Laub unter einer Vielzahl kleiner, symmetrischer Blüten mit 1 bis 3 cm Durchmesser. Sie erscheinen in den Blattachseln oder stehen in großen, eher kurzen, endständigen Trauben an den aufrechten Stängeln und bilden eine luftige, unendlich zarte Blütenwolke.

Die Blüten der Nemesie sind zweilippig. Die Oberlippe besteht aus vier Blütenblättern, die Unterlippe aus zwei verdickten, miteinander verwachsenen Blütenblättern. In der Mitte befindet sich ein goldgelber oder weißer Schlund. Die präzise Zeichnung verleiht den Blütenständen das Aussehen von Schmuckstücken und erinnert an die Form bestimmter Orchideen oder des Stiefmütterchens. Daher stammt auch der Beiname ‚Juwel vom Kap‘.
Die Nemesia cheiranthus ‚Shooting Stars‘ zeichnet sich durch besonders exotisch wirkende Blüten aus, die mit ihrem ausgefransten weißen Kamm an Sternschnuppen erinnern.
Die Blüten der Nemesie erscheinen in unendlich vielen ein- oder zweifarbigen, pastelligen und samtig leuchtenden Farbtönen: Blau, Weiß, Rosa, Lilarosa, Violett und Gelb, aber auch in auffälligeren Farben wie Rot und Orange, etwa bei Nemesia strumosa ‚Mello Red & White‘.
Die Blüte mancher Hybriden verströmt einen köstlich süßen Duft nach Honig und Kokosnuss, der den ganzen Sommer über bestäubende Insekten anlockt.
Die Nemesie ist eine relativ frostempfindliche Pflanze. Einige Arten vertragen kurze Fröste von etwa -7 oder -8 °C und sollten nur in Regionen mit milden Wintern ins Freiland gepflanzt werden. Anderswo wird diese Pflanze gewöhnlich einjährig kultiviert.
Die Nemesia gedeiht am besten in einem leichten, fruchtbaren, humusreichen und sehr drainierenden Boden, der sogar kalkhaltig sein darf, an einem sonnigen oder eventuell halbschattigen Standort.
Sie eignet sich für Staudenbeete und als Wegbegrenzung, wirkt aber besonders spektakulär in Hängeampeln und Balkonkästen.
Die Nemesie verdankt ihren Namen Nemesis, der griechischen Göttin des gerechten Zorns.
Wichtige Arten und Sorten
Die häufigsten Arten in unseren Gärten sind Nemesia strumosa, die frostempfindlich ist, und Nemesia fruticans, eine frostempfindliche Staude für Regionen mit milden Wintern. Deshalb wird die Nemesie bei uns meist einjährig kultiviert. Heute gibt es interessante Serien hybrider Nemesien, die durch Blütenreichtum und lange Haltbarkeit überzeugen. Sie bieten eine vielfältige, oft zweifarbige, manchmal gewagte oder sogar ungewöhnliche Farbpalette! Alle Nemesien wirken im Garten sowie auf Terrassen in Ampeln und Blumenkästen wirklich spektakulär.
Unsere Favoriten
Nemesia strumosa Sunsatia Plus Berry Delight
- Blütezeit Juni für November
- Höhe bei Reife 25 cm
Nemesia Honey White
- Blütezeit Juni für November
- Höhe bei Reife 25 cm
Nemesia Sunpeddle Painted Rose
- Blütezeit Juni für November
- Höhe bei Reife 30 cm
Nemesia strumosa Sunsatia Plus Little Vanilla
- Blütezeit Juni für November
- Höhe bei Reife 30 cm
Nemesia Pink Lemonade
- Blütezeit Juni für November
- Höhe bei Reife 30 cm
Nemesia strumosa Compacta Tapestry (Samen)
- Blütezeit Juli für November
- Höhe bei Reife 25 cm
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Pflanzung
Wo Nemesie pflanzen?
Wenn Nemesie auch sehr einfach zu kultivieren ist, reagiert sie empfindlich auf Kälte und verträgt Temperaturen unter -3 bis -8 °C kaum. Deshalb wird sie in unseren Breiten meist einjährig kultiviert. In milden, völlig frostfreien Regionen kann sie ins Freiland gepflanzt werden und mehrjährig wachsen. Anderswo sollte sie im Topf kultiviert werden.
Nemesie ist jedoch recht wind- und regenfest sowie tolerant gegenüber sommerlicher Trockenheit – ideal für Töpfe und Balkonkästen.
In warmen Regionen wächst sie in voller Sonne oder im lichten Schatten.
Nemesie benötigt einen gut drainierten, vorzugsweise nährstoffreichen, lockeren, auch sandigen Boden.
Die vielseitige Pflanze schmückt Terrassen und Gärten. Im Sommer passt sie in jedes Staudenbeet, an Wegränder und dank ihrer teils überhängenden Wuchsform hervorragend in Ampeln, Balkonkästen und alle Arten von Schalen. Ihre herausragenden Bodendecker-Eigenschaften machen sie auch in sonnigen Steingärten unverzichtbar.
Wann Nemesie pflanzen?
Pflanzen Sie Nemesie im Freiland im Frühjahr, im April und Mai nach den letzten Frösten. Die Pflanze verträgt keine Minusgrade: unsere Nemesien als Mini-Wurzelballen sollten sofort nach Erhalt pikiert und einige Wochen geschützt gelagert werden. Pflanzen Sie sie erst ins Freie, wenn keine Frostgefahr mehr besteht.
Wie Nemesie pflanzen?
Im Freiland
Setzen Sie 4 bis 5 Nemesien pro m² und halten Sie zwischen den Pflanzen 25 cm Abstand ein.
- Heben Sie ein Pflanzloch aus, das zwei- bis dreimal so groß wie der Wurzelballen ist
- Geben Sie eine gut drainierende Schicht aus Blähton oder Kies auf den Grund des Pflanzlochs
- Setzen Sie den Wurzelballen mittig ein und füllen Sie das Loch wieder auf
- Gießen Sie regelmäßig, aber sparsam, damit die Pflanze gut anwächst
Nemesie im Topf kultivieren
Nemesie ist die ideale Pflanze für Balkonkästen, Schalen und Pflanzgefäße! Das Substrat muss sehr gut drainiert sein, damit keine Staunässe an den Wurzeln entsteht.
- Füllen Sie einen breiten, tiefen Topf mit einer guten Drainageschicht aus Kies oder Blähton
- Pflanzen Sie sie in eine leicht sandige Mischung aus Geranienerde
- Gießen Sie, ohne das Substrat zu durchnässen

Charmante Pflanzgefäße mit Nemesia ‚Pink Lemonade‘
Wann und wie Nemesie säen
Die Aussaat von Nemesien-Samen erfolgt im März geschützt für eine frühere Blüte oder im Mai direkt ins Freiland. Achtung! Nemesien-Samen sind so fein, dass sie mit bloßem Auge kaum sichtbar sind.
Geschützte Aussaat
- Säen Sie die Nemesien-Samen in Töpfe oder Schalen mit gut angefeuchteter Blumenerde
- Bedecken Sie die Samen mit einer dünnen Kompostschicht und stellen Sie die Aussaat hell und warm bei 20 bis 25 °C auf
- Halten Sie das Substrat feucht, aber nicht nass, bis die Keimung nach 7 bis 14 Tagen einsetzt
- Verpflanzen Sie die Jungpflanzen mit 3 Blättern in größere Töpfe
- Pflanzen Sie sie im Mai ins Freiland, sobald sich der Boden erwärmt, oder stellen Sie die Töpfe nach den letzten Frösten in den Garten
Direktsaat ins Freiland
- Säen Sie die Nemesien-Samen im Mai breitwürfig oder in flachen Furchen in gut bearbeiteten, gelockerten Boden
- Bedecken Sie sie mit einer dünnen Schicht Blumenerde
- Gießen Sie regelmäßig bis zur Keimung
- Vereinzeln Sie die Pflanzen auf einen Abstand von 25 cm
Pflege, Rückschnitt & Pflege
Ob im Topf oder im Freiland: Nemesie regelmäßig, aber stets mäßig gießen, da sie sehr empfindlich auf Staunässe reagiert, die Wurzelfäule verursacht.
Bei Trockenheit regelmäßiger gießen, das Substrat jedoch nie durchnässen.
Vor dem Winter den Fuß winterharter Nemesien im Freiland mulchen.
Ab Ende Mai zur Unterstützung der Blüte bei Topfpflanzen „Dünger für Blühpflanzen“ ausbringen.
Die Töpfe im Winter frostgeschützt ins Gewächshaus oder in den Wintergarten stellen, nachdem Sie die Triebspitzen um zwei Drittel eingekürzt haben.
Rückschnitt der Nemesie
Um die Blüte zu verlängern, verblühte Blüten und abgeblühte Triebe regelmäßig entfernen.
Auch ohne eigentlichen Rückschnitt empfiehlt sich ein leichter Rückschnitt zwischen zwei Blühphasen, um die Bildung neuer Blüten anzuregen.
Ein kräftiger Rückschnitt im Sommer schadet ihr nicht. Im Juli und August können Sie die Nemesie auf 10–15 cm über dem Boden zurückschneiden und so eine erneute Blüte anregen.

Mögliche Krankheiten und Schädlinge
Die Nemesie kann von Mehltau befallen werden. Unsere Tipps gegen Mehltau.
Schnecken können junge Triebe befallen: So halten Sie sie fern.
Auch Blattläuse können auftreten: Spritzen Sie mit Schwarzseifenlösung.
Bei feuchtem Wetter verursachen winzige Thripse Blattmarmorierungen. Vorbeugend bei Wärme und Trockenheit regelmäßig gießen und Knoblauchbrühe mit Schwarzseife spritzen.
Vermehrung
Die Nemesie lässt sich im Sommer leicht durch krautige Stecklinge vermehren.
Nemesien-Stecklinge: So geht’s
- An den Triebspitzen etwa 8 bis 10 cm lange Triebe schneiden
- Untere Blätter entfernen und Blütenknospen ausbrechen
- Stecklinge bis zum ersten Blatt in Töpfe mit einem leichten, drainierenden Substrat aus Sand und Blumenerde stecken
- Warm und hell aufstellen und die Blumenerde feucht halten
- Sobald sich 2 oder 3 neue Blätter gebildet haben, in den Garten oder Balkonkasten pflanzen
Nemesien kombinieren
Die Blüte der Nemesie ist ideal, um schnell Lichttupfer zu setzen oder Gärten und sonnigen Terrassen einen exotischen Touch zu verleihen. Die reiche Farbpalette ihrer Blüten ermöglicht reinblütige Bepflanzungen in zarten oder gewagteren Kombinationen. Sie darf in einem Rosengarten oder für ein Beet mit exotischer Note nicht fehlen.
In einem frischen, farbenfrohen Balkonkasten kombinieren Sie Nemesien mit Doppelhörnchen, Storchschnabel, Lobelie, Verbene oder Petunie.

Eine Kombinationsidee: Diascia ‚Breezee Plus Pastel‘, Verbena ‚Lilac Eye‘, Nemesia ‚Sunpeddle Painted Rose‘ und Lobelia ‚Hot Water Blue‘
Im Vordergrund eines strahlenden Beets aus Einjährigen lässt sie sich leicht mit Eiskraut, Schmuckkörbchen, Jungfer im Grünen, Lein und Goldmohn kombinieren.
Sorten in zarten Farbtönen können zwar nicht mit leuchtenden, auffälligen Farben konkurrieren, wirken aber neben Pflanzen mit silbrigem, samtigem Laub wie Ziest sehr schön.
Zwischen sommerblühenden Stauden sorgt sie für Höhe im Beet. Kombinieren Sie sie mit feineren, verzweigten Pflanzen wie Verbena hastata, Verbena bonariensis und Baldrian oder mit Zwiebelpflanzen wie Zierlauch.

Eine weitere Kombinationsidee: Rose ‚Bonica‘, Centranthus ruber, Verbena hastata, Allium ‚Mount Everest‘ (Foto: Patrick Standish) und Nemesia ‚Sunpeddle Blue Rose‘ (Foto: PAP)
Ihre zarten Blüten bilden einen vorteilhaften Vordergrund für Pflanzen mit kompakteren Blütenständen wie Fetthennen oder Garbe.
Am Wegesrand oder im Steingarten setzt sie zusammen mit Zwergrosen, Schleierkraut und Dorotheanthus difformis einen raffinierten Akzent.
Besonders schön wirkt sie, um den Fuß einer Kletterpflanze mit exotischer Ausstrahlung wie einer Amerikanischen Klettertrompete oder einfach einer Waldrebe zu kaschieren.
Nützliche Ressourcen
- Die schönste Auswahl an Nemesien im Miniballen finden Sie bei uns!
- Lassen Sie sich inspirieren, um Terrassen und Balkone zum Blühen zu bringen!
- Entdecken Sie auf unserem Blog unsere schönsten ein- und zweijährigen Pflanzen!
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