Rippenfarn pflanzen, kultivieren und pflegen
Inhaltsverzeichnis
Blechnum kurz erklärt
- Rippenfarne sind immergrüne Farne und bringen exotisches Flair in den Garten
- Diese außergewöhnlichen Farne sind noch selten in Gärten und verdienen mehr Beachtung
- Einige von ihnen sind vollkommen winterhart!
- Ihre dekorativen Wedel sind länglich und in feine Segmente geteilt
- Sie gedeihen an einem kühlen, schattigen Platz im Garten
Das Wort unserer Expertin
Blechnum sind elegante, immergrüne Farne für schattige, humusreiche Böden. Tipps zu Sortenwahl, Pflanzung, Pflege und Kombinationen.
Botanisch
Steckbrief
- Gebräuchlicher Name Blechnum, Rippenfarn
- Blüte Keine
- Höhe 10 bis 50 cm
- Exposition schattig
- Art des Bodens frisch, humusreich, eher sauer
- Winterhärte –10 bis –20 °C
Die Blechnum umfassen etwa 140 Arten immergrüner, rhizomatöser Farne aus gemäßigten und tropischen Regionen. Die meisten stammen aus Neukaledonien, einige Arten findet man aber auch in Südamerika, etwa Blechnum brasiliense und Blechnum chilense aus Brasilien und Chile, sowie in Australien und Neuseeland (Blechnum novae-zelandiae) … Blechnum spicant wächst in Frankreich wild in weiten Teilen des Mutterlandes sowie in Nordamerika und Asien. Er wächst im Wald auf humusreichen, durchlässigen und eher sauren Böden.
Die Blechnum gehören zur großen Gruppe der Pteridophyten, zu der Farne, Schachtelhalme und Moosfarne zählen. Diese Pflanzen vermehren sich durch Sporen, statt Blüten und Früchte zu bilden. Es handelt sich um ursprüngliche Pflanzen, die lange vor den Blütenpflanzen existierten! Die ältesten Farne erschienen vor fast 400 Millionen Jahren, noch vor den Dinosauriern! Farne sind für ihre Fortpflanzung auf Wasser angewiesen. Deshalb findet man sie vor allem auf frischen oder feuchten Böden, manchmal in der Nähe von Gewässern.
Einige Blechnum-Arten sind ausreichend winterhart für die Kultur im Freien. Dazu gehören insbesondere Blechnum spicant, Blechnum penna-marina und Blechnum novae-zelandiae. Blechnum penna-marina verträgt bis zu –20 °C. In freier Natur wächst er auf alpinen Wiesen, manchmal in über 1000 m Höhe, und übersteht eine Schneebedeckung. Blechnum spicant wächst bis in 2500 m Höhe und ist bis –25 °C winterhart.
Andere, frostempfindlichere Blechnum-Arten werden eher als Zimmerpflanzen kultiviert, insbesondere Blechnum brasiliense und Blechnum gibbum.
Die Blechnum gaben der Familie der Rippenfarngewächse ihren Namen, die fast 220 Arten umfasst. Dazu gehört unter anderem die Gattung Woodwardia, die ebenfalls als Zierfarn kultiviert wird.
Der Name Blechnum stammt vom griechischen Blechnon, der früher die Farne bezeichnete. Der Artname spicant leitet sich vom lateinischen spica ab, was Ähre bedeutet. Daher wird die Pflanze auf Französisch auch Blechnum en épi genannt. Blechnum spicant wird manchmal auch Struthiopteris spicant genannt. Der Artname penna-marina bedeutet auf Latein „Meeresfeder“, da die Wedel dieses Farns an Meerestiere erinnern, die als Seefedern bezeichnet werden.

Blechnum können sehr unterschiedliche Formen annehmen: Blechnum gibbum ist baumartig, Blechnum novae-zelandiae bildet Horste (Foto Krzysztof Ziarnek) und Blechnum penna-marina wächst teppichartig (Foto Daderot)
Die Blechnum besitzen mit braunen Schuppen bedeckte Rhizome, die aufrecht oder ausläuferbildend sein können. Viele Arten haben ein ausläuferbildendes Rhizom, darunter Blechnum spicant und Blechnum penna-marina. Diese Farne breiten sich daher mit der Zeit aus. Besonders gut zeigt sich diese Eigenschaft bei Blechnum penna-marina, das dank seines stark verzweigten Rhizoms einen dichten Teppich aus kleinen Blättern bildet! Bei einem aufrechten Rhizom kann die Pflanze einen kleinen Stamm bilden und eine baumartige Form annehmen!
Die Größe der Blechnum variiert je nach Art stark. Blechnum penna-marina gehört zu den kleinsten Arten und wird nur 10 bis 20 cm hoch. Er breitet sich jedoch leicht aus und bildet einen schönen Bodendecker. Blechnum spicant wird 20 bis 50 cm hoch und 60 cm breit. Er besitzt kurze Rhizome, die sich langsam ausbreiten. Blechnum novae-zelandiae ist deutlich größer: Unter unseren klimatischen Bedingungen wird er bis zu 60 cm hoch und 1,50 m breit, während seine Wedel in der Heimat bis zu 2 m lang werden können!
Es gibt sogar baumartige Blechnum-Arten! Dazu gehören beispielsweise Blechnum tabulare und Blechnum gibbum, die kleine, bis zu 1 m hohe Stämme bilden! Blechnum tabulare verträgt bis zu –5 °C und kann daher in Regionen mit geringem Frostrisiko im Freien kultiviert werden. Blechnum gibbum eignet sich dagegen eher für die Zimmerkultur.

Die Wedel von Blechnum spicant, Blechnum novae-zelandiae (Foto Muriel Bendel) und Blechnum penna-marina
Wie andere Farne bilden auch die Blechnum weder Blüten noch Früchte. Stattdessen produzieren sie Sporen.
Bei Blechnum und anderen Farnen spricht man nicht von Blättern, sondern von Wedeln. Die Blechnum besitzen zwei Wedeltypen: immergrüne sterile Wedel und fertile Wedel, die Sporen tragen und im Sommer erscheinen. Anfangs sind sie eingerollt, bevor sie sich allmählich entfalten. Die jungen Wedel von Blechnum penna-marina und Blechnum novae-zelandiae zeigen zunächst wunderschöne rötliche, kupferfarbene Töne, bevor sie grün werden. Auch Blechnum brasiliense, das als Zimmerpflanze kultiviert wird, trägt leuchtend rote junge Wedel.
Die Wedel der Blechnum sind dick und relativ derb. Sie sind länglich; meist ist die Blattspreite einfach geteilt und bildet regelmäßige Fiedern. Blechnum spicant besitzt lange, dunkelgrüne und recht schmale Wedel. Sie werden 15 bis 50 cm lang. Die Wedel stehen in Horsten und besitzen 20 bis 60 Segmentpaare. Die Wedel von Blechnum spicant und B. novae-zelandiae entspringen der Horstmitte und breiten sich waagerecht oder schräg aus, wodurch ein schöner, überhängender Horst entsteht. Sie stehen nicht aufrecht, sondern neigen dazu, zum Boden hin abzufallen.
Die Blechnum sind immergrün: Sie behalten ihre Wedel im Winter.
Im Sommer, meist zwischen Juni und September, bilden die Blechnum fertile Wedel, die in der Horstmitte aufrecht wachsen. Bei Blechnum spicant und Blechnum penna-marina bestehen diese fertilen Wedel aus voneinander entfernten Fiedern mit schmaler Blattspreite. Dadurch entsteht eine außergewöhnliche Fischgrätenform. Auf der Unterseite dieser Wedel befinden sich braune Sporangien, also kleine „Säcke“ mit den Sporen. Sobald sie reif sind, öffnen sie sich und geben die Sporen frei. Die Sporangien sitzen in Linien auf der Wedelunterseite zu beiden Seiten der Blattadern. Die fertilen Wedel welken im Herbst.

Die Sporen von Blechnum spicant (Foto James K. Lindsey) und Blechnum brasiliense (Foto Vojtěch Zavadil), die sich in Linien entlang der Blattadern anordnen
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[produkt sku=“81168 “ blog_description=“Dieser kleine Farn wird nur bis zu 20 cm hoch. Er bildet einen schönen Bodendecker für schattige Gartenbereiche. Zudem färben sich die jungen Wedel wunderschön kupferrot.“ template=“listing1″ /]
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Pflanzung
Wo pflanzen?
Wie die meisten Farne fühlt sich Blechnum im Unterholz, im Schatten von Bäumen und Sträuchern wohl, da dies seinem natürlichen Lebensraum entspricht. Zusammen mit anderen Schattenpflanzen können Sie eine schöne, naturnahe Pflanzung gestalten. Blechnum spicant verträgt jedoch auch Sonne, solange der Boden frisch bleibt.
Blechnum bevorzugt frische Böden und eine feuchte Umgebung. Sie können ihn daher am Rand eines Teichs oder kleinen Wasserfalls pflanzen. Gleichzeitig sollte der Boden relativ drainierend sein und im Winter nicht zu nass bleiben. Blechnum liebt humusreiche, fruchtbare Böden, wie sie im Wald vorkommen. Bei der Pflanzung können Sie gut verrotteten Kompost oder Lauberde einarbeiten, um den Boden anzureichern. Außerdem bevorzugt er saure Böden. Auch neutrale Böden sind geeignet, kalkhaltige Böden verträgt er jedoch nicht.
Blechnum eignet sich auch für einen schattigen Steingarten, zum Beispiel zusammen mit Steinbrech und anderen Farnen.
Wählen Sie den Standort passend zur kultivierten Art: Blechnum penna-marina ist eine kleine Art, die sich leicht in einen Steingarten integrieren lässt, sich mit der Zeit jedoch eher ausbreitet. Blechnum novae-zelandiae wird recht groß (bis zu 1,50 m Durchmesser). Wählen Sie daher einen Standort mit ausreichend Platz für seine Entwicklung. Blechnum spicant bleibt dagegen relativ klein. Es sollte nicht schwer sein, einen Platz im Garten zu finden; außerdem können Sie ihn im Topf kultivieren.
Wann pflanzen?
Die besten Pflanzzeiten für Blechnum sind das Frühjahr, etwa im April, und der Herbst, im Oktober. Vermeiden Sie Frostperioden und große Hitze.
Wie pflanzen?
- Stellen Sie Blechnum zunächst in eine mit Wasser gefüllte Schale, damit sich der Wurzelballen wieder mit Wasser vollsaugt.
- Heben Sie anschließend ein Pflanzloch aus, das zwei- bis dreimal so groß wie der Wurzelballen ist.
- Mischen Sie gut verrotteten Kompost unter die Pflanzerde, um das Substrat anzureichern.
- Nehmen Sie Blechnum aus dem Topf und setzen Sie ihn in das Pflanzloch.
- Füllen Sie das Loch mit Erde auf und drücken Sie diese mit der flachen Hand leicht an.
- Gießen Sie anschließend reichlich. Bei Bedarf können Sie mit Holzhäckseln oder Laub mulchen, damit der Boden frisch bleibt.

Blechnum novae-zelandiae (Foto: Krzysztof Golik)
Lesen Sie auch
Wie säen Sie Farnsporen aus?Pflege
Blechnum: Pflegeleicht, robust und selten krank. Nach der Pflanzung gießen, bei Trockenheit mulchen und im Topf regelmäßig wässern.
Vermehrung
Die Teilung von Horsten ist die beste Methode, um Blechnum zu vermehren, da die Aussaat von Sporen deutlich länger dauert und anspruchsvoller ist.
Horstteilung
Sie können die Horste von Blechnum spicant und Blechnum penna-marina im Frühjahr teilen.
- Wählen Sie einen gut entwickelten, ausgebreiteten Horst aus, der mehrere Blattbüschel bildet.
- Graben Sie ihn vorsichtig aus. Heben Sie dabei großzügig Erde aus, damit Rhizom und Wurzeln nicht beschädigt werden.
- Entfernen Sie bei Bedarf überschüssige Erde, um das Rhizom freizulegen.
- Schneiden Sie es in mehrere Stücke. Achten Sie darauf, dass jedes Stück einige Wurzeln und Wedel trägt.
- Pflanzen Sie die Teilstücke sofort ins Freiland oder in einen Topf und gießen Sie großzügig.
Aussaat von Sporen
Sie können die Sporen auch sammeln und aussäen. Sie erscheinen im Sommer auf der Unterseite der fertilen Wedel. Diese erkennen Sie leicht daran, dass sie aufrechter als die übrigen Wedel stehen und eine sehr schmale Blattspreite haben. Sobald sie reif sind, werden die Sporen braun und lösen sich von selbst. Sie ähneln Staub und werden sichtbar, wenn Sie die Wedel schütteln.
Die Aussaat von Sporen ist sinnvoll, wenn Ihre Blechnum noch klein sind und sich nicht teilen lassen. Außerdem können Sie damit viele Keimlinge gewinnen, ohne die bereits im Garten etablierten Pflanzen zu stören.
Säen Sie die Sporen möglichst bald nach der Ernte aus, solange sie noch frisch sind, da sie dann leichter keimen. Der beste Zeitpunkt für die Aussaat ist daher der Sommer, etwa im August.
- Bereiten Sie ein leichtes, luftiges Substrat vor, indem Sie Blumenerde und Sand mischen. Gießen Sie es und stellen Sie es anschließend 10 Minuten in die Mikrowelle, um es zu sterilisieren.
- Nehmen Sie eine Anzuchtschale oder eine durchsichtige Tupperdose mit Deckel. Sie können das Gefäß ebenfalls reinigen und sterilisieren. Füllen Sie anschließend das Substrat ein.
- Verteilen Sie die Sporen vorsichtig auf der Oberfläche, bedecken Sie sie jedoch nicht mit Substrat!
- Setzen Sie den Deckel wieder auf die Anzuchtschale oder Tupperdose. Sie können auch Frischhaltefolie verwenden. So entsteht ein steriles, sehr feuchtes Milieu.
- Stellen Sie die Aussaat an einen hellen Ort ohne direkte Sonne!
- Gießen Sie gelegentlich, indem Sie Wasser aufsprühen, sobald das Substrat austrocknet.
- Nach einigen Monaten bildet sich an der Oberfläche ein feiner grüner Belag, der Moos ähnelt. Dabei handelt es sich um Prothallien. Sie tragen die Fortpflanzungsorgane; bei ausreichender Feuchtigkeit kann die Befruchtung stattfinden. Daraus entstehen neue Keimlinge in der uns bekannten Form.
- Die Farne entwickeln sich aus diesen Prothallien. Sobald sie groß genug zum Umpflanzen sind, können Sie sie in einzelne Töpfe setzen.
Mehr erfahren Sie in unserem Ratgeber „Wie sät man Farnsporen aus?“
Verband
Blechnum fügt sich sehr leicht in einen Waldgarten ein, da dies seinem natürlichen Lebensraum entspricht. Kombinieren Sie ihn mit Stauden, die frische, schattige Lagen bevorzugen, etwa Funkien, Polygonatum, Waldmeister, Atlantischen Hasenglöckchen, Brunnera macrophylla, Geranium nodosum … Denken Sie auch an weitere Farne wie Frauenfarne oder Dornfarne. So entsteht eine sehr natürliche Atmosphäre! Entdecken Sie die prachtvolle Tricyrtis, auch Krötenlilie genannt, mit ihren originellen, purpurgefleckten Blüten.

Mit Blechnum spicant (Foto Drahkrub), Thalictrum aquilegifolium, Onoclea sensibilis, Geranium nodosum ‚Le Clos du Coudray‘ und Astrantia major ‚Ruby Star‘ gestalten Sie eine schöne Waldgartenszene
Blechnum eignet sich auch hervorragend für einen schattigen Steingarten. Für diesen Standort empfehlen wir besonders Blechnum spicant und Blechnum penna-marina. Pflanzen Sie daneben Steinbrech, Lerchensporn und Gräser wie Carex morrowii oder Hakonechloa macra sowie Elfenblumen und Ajuga reptans. Ergänzen Sie nach Belieben einige Farne wie Tüpfelfarne, Asplenium trichomanes und Hirschzungenfarne.
Entdecken Sie unseren Ratgeber: „10 Pflanzen für einen schattigen Steingarten“
Blechnum spicant findet auch in einem dekorativen, modernen Garten seinen Platz, mit klaren Linien und dezenten Farbtönen (Grün, Weiß, Schokolade, Braun, Purpur …). Für Höhe sorgen Schachtelhalme, insbesondere Equisetum hyemale, und Bambus. Sie können auch Schmucklilien und Knoblauch pflanzen und die Beete mit Ophiopogon planiscapus ‚Nigrescens‘ einfassen. Ergänzen Sie außerdem das Gras Hakonechloa macra ‚Aureola‘ und den Farn Athyrium niponicum. Als Sträucher eignen sich beispielsweise Fächer-Ahorne.
Blechnum novae-zelandiae fügt sich leicht in einen exotischen, üppigen Garten ein. Wählen Sie dazu weitere Pflanzen mit prachtvollem Laub, etwa Baumfarne, Matteuccia struthiopteris, Bananen, Astilboides tabularis, Fatsia japonica, Tetrapanax und Palmen … Weitere Kombinationsideen finden Sie in Ingrids Artikel auf unserem Blog: „10 exotische und winterharte Pflanzen für einen Dschungelgarten“
Nützliche Ressourcen
- Entdecken Sie unser Blechnum-Sortiment!
- Unser großes Farn-Sortiment sowie passende Ratgeber
- Fernatic, die Website für Farnliebhaber
- Mehr dazu im Buch Winterharte Farne für den Garten von Cédric Basset und Olivier Ezavin, 2013 bei ULMER erschienen
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