Schildfarn: Pflanzen, Kultur und Pflege

Schildfarn: Pflanzen, Kultur und Pflege

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 13. August 2025  durch Alexandra 12 min.

Polystichum in Kürze

  • Polystichum sind Farne mit glänzenden, dunkelgrünen, fein gegliederten Wedeln!
  • Sie sind immergrün und bleiben auch im Winter dekorativ
  • Sie sind leicht zu kultivieren und pflegeleicht
  • Pflanzen Sie sie in Schatten oder Halbschatten, in humusreichen, frischen, drainierenden Boden
  • Ideal für einen naturnahen Unterholzgarten oder einen schicken, modernen, dekorativen Garten!
Schwierigkeit

Wort unserer Expertin

Polystichum, auch Steifer Schildfarn genannt, sind immergrüne Farne mit ausladendem Wuchs, aus dem wunderschön fein gegliederte Wedel hervorgehen. Sie verleihen dem Garten ein üppiges Erscheinungsbild und bilden eine ideale Kulisse für farbenprächtige Blüten! Es gibt mehr als 270 Polystichum-Arten sowie gärtnerische Sorten. Im Garten ist Polystichum setiferum eine der häufigsten Arten: Er bildet schöne dunkelgrüne Wedel, die bis zu 1,20 m hoch werden. Auch Polystichum acrostichoides ist sehr dekorativ. Er bleibt deutlich kleiner und besitzt wunderschönes Laub, das in glänzende, längliche, ungeteilte Abschnitte gegliedert ist.

Polystichum sind ausgesprochen winterharte Farne und vertragen je nach Sorte Temperaturen von –15 bis –20 °C. Sie sind leicht zu kultivieren und gedeihen im Schatten oder Halbschatten in einem frischen, humusreichen, aber drainierenden Boden, da sie winterliche Staunässe nicht vertragen. Im Garten können Sie sie im Unterholz oder in einem Steingarten pflanzen, aber auch in Töpfen oder Kübeln auf Ihrer Terrasse kultivieren! Einmal etabliert, benötigen Polystichum nur wenig Pflege.

Beschreibung und Botanisches

Steckbrief

  • Gebräuchlicher Name Steifer Schildfarn, Schildfarn
  • Blüte keine
  • Höhe 40 cm bis 1,20 m
  • Exposition Schatten oder Halbschatten
  • Art des Bodens frisch, humusreich, drainierend
  • Winterhärte -15 bis -20 °C

Polystichum sind Farne mit schönen, immergrünen Wedeln in Dunkelgrün, die oft doppelt gefiedert sind. Sie sind mehrjährig und umfassen etwa 276 Arten sowie Hybriden. Ihr weltweites Verbreitungsgebiet ist sehr groß (Asien, Amerika, Afrika, Europa …). Die größte Vielfalt findet sich in Asien, besonders in China, obwohl auch viele Arten aus Nordamerika stammen. Es handelt sich um terrestrische oder saxicole Pflanzen, die auf der Erde oder auf Felsen wachsen. In der Natur findet man sie meist im Unterholz auf frischen, nährstoffreichen Böden, die sauer oder neutral sind, manchmal auch in Geröllfeldern, zwischen Felsblöcken oder an Bachufern. Doch auch im Garten werden diese Farne wegen ihres Zierwerts geschätzt. Eine der am häufigsten dafür gepflanzten Arten ist Polystichum setiferum. Polystichum tsus-simense wird gelegentlich als Zimmerpflanze kultiviert.

Polystichum gehört zur Familie der Dryopteridaceae, die mehr als 1.800 Arten umfasst. Zu ihr gehört auch Dryopteris, ein weiterer Zierfarn, der in Frankreich auch wild vorkommt.

Botanische Illustration von Polystichum aculeatum

Polystichum aculeatum: botanische Illustration

Der Name Polystichum stammt aus dem Griechischen: polys bedeutet „zahlreich“ und stikhos „Reihe“ – ein Hinweis auf die Reihen der Sori auf der Unterseite der Wedel. Der Artname P. setiferum bedeutet „Borsten tragend“ (seta: Borste, fero: tragen) und bezieht sich auf die Schuppen an Blattstiel und Spindel. Auf Deutsch werden sie meist Schildfarne genannt.

Polystichum bildet eine Krone ausladender Wedel, die aus einem aufrechten oder leicht ausläuferbildenden Rhizom wachsen. Die Pflanzen werden 40 cm bis 1,20 m hoch. Die größten sind Polystichum setiferum und Polystichum munitum. Zu den kleinsten zählen Polystichum acrostichoides, P. rigens und P. tsus-simense, die nur 40 bis 50 cm hoch werden.

Polystichum bildet weder Blüten noch Samen, sondern vermehrt sich durch Sporen. Auf der Unterseite der Blätter bilden Farne winzige Sporen. Sie sitzen in sogenannten Sporangien, die wiederum zu Sori gruppiert sind. Bei der Reife öffnen sich die Sporangien und geben die staubfeinen Sporen frei, die vom Wind verbreitet werden.

Bei Polystichum sind die Sori rund und von einer kleinen, ebenfalls runden Haut bedeckt, dem Indusium. Dadurch lässt sich Polystichum von anderen Farnen wie Dryopteris unterscheiden, deren Indusien nierenförmig sind.

Zur Vermehrung benötigen Polystichum Wasser. Auf dem Boden keimen die Sporen und bilden winzige Organismen, die Prothallien. Diese entwickeln männliche und weibliche Gameten, die sich mithilfe des Wassers treffen und verschmelzen können. Anschließend wächst direkt aus einem Prothallium ein neuer kleiner Farn.

Auch wenn dieses Verfahren anspruchsvoller ist als die Aussaat von Samen, können Sie die Sporen von Polystichum aussäen und neue Farne gewinnen!

Die Sporen von Polystichum

Auf der Unterseite der Wedel bilden Farne Sporen, die sich zu Sori genannten Gruppen sammeln. Hier: Polystichum × arendsii (Foto Erwin Gruber) und Polystichum_acrostichoides (Foto Krzysztof Ziarnek)

Beim Austrieb sind die Wedel zunächst zu eingerollten Farnwedeln aufgerollt, die eine schöne, mit braunen Schuppen bedeckte Spirale bilden. Bei Polystichum sind diese jungen Wedel charakteristisch nach hinten gebogen. Anschließend entrollen sie sich zu prachtvollen, zarten und fein gegliederten Wedeln. Sie sind meist dunkelgrün, wobei junge Wedel gewöhnlich heller, teils gelbgrün gefärbt sind, und glänzen oft. Außerdem sind sie dick, ledrig und manchmal etwas rau. Die Wedel sitzen auf einem Blattstiel, der sich in eine Mittelachse, die Spindel, verlängert. An ihr sitzen die Fiedern. Blattstiel und Spindel tragen meist braune Schuppen. Die Wedel sind gewöhnlich doppelt gefiedert: Sie bestehen aus Fiedern, die ihrerseits in Fiederchen geteilt sind. Diese sind zugespitzt, asymmetrisch und meist mit einem kleinen Anhängsel versehen. So lässt sich Polystichum leicht von anderen Farnen wie Dryopteris unterscheiden, deren Abschnitte eher symmetrisch sind.

Einige Arten wie Polystichum acrostichoides und Polystichum munitum haben deutlich weniger stark geteilte Wedel, die nur einmal gegliedert sind. Die ungeteilten, gelappten Fiedern stehen beiderseits der Spindel, der Mittelachse als Verlängerung des Blattstiels. Sie ähneln den Wedeln von Tüpfelfarnen.

Bei Polystichum setiferum ‘Plumosum Densum’ wirken die Wedel gefiedert, sehr weich und zugleich dicht und kompakt. Diese Sorte bringt eine besonders interessante Struktur in den Garten!

Polystichum setiferum ‘Proliferum’ bildet Brutzwiebeln: kleine Jungfarne, die entlang der Mittelader (Spindel) der Wedel wachsen. Bei Bodenkontakt können sie Wurzeln bilden und neue Farne hervorbringen.

Die Wedel von Polystichum sind immergrün: Sie bleiben sogar mitten im Winter erhalten! Dieser Farn belebt den Garten daher das ganze Jahr über.

Junge Wedel und Wedel von Polystichum

Junge eingerollte Wedel von Polystichum setiferum ‚Pulcherrimum Bevis‘ (Foto Dominicus Johannes Bergsma) sowie Wedel von Polystichum tsus-simense (Foto David J. Stang), Polystichum setiferum (Foto Christian Guthier) und Polystichum munitum (Foto Jami Dwyer)

Die wichtigsten Schildfarn-Arten

Die beliebtesten Sorten
Unsere Lieblingssorten
Weitere Sorten zum Entdecken
Japanischer Glanzschildfarn - Polystichum polyblepharum

Japanischer Glanzschildfarn - Polystichum polyblepharum

Auch Japanischer Glanzschildfarn genannt, bildet dieser Farn anmutige, gebogene Wedel in glänzendem Grün. Blattstiel und Spindel sind mit braunen Schuppen bedeckt. Er verträgt schwere, lehmige Böden.
  • Höhe bei Reife 70 cm
Weicher Schildfarn - Polystichum setiferum

Weicher Schildfarn - Polystichum setiferum

Dieser Farn, auch Weicher Schildfarn genannt, bildet eine elegante, fein geteilte, immergrüne Wedelgruppe in mattem Grün. Blattstiel und Spindel tragen braune Schuppen. Ausgezeichnet mit dem Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society (RHS).
  • Höhe bei Reife 60 cm
Amerikanischer Weihnachtsfarn - Polystichum acrostichoides

Amerikanischer Weihnachtsfarn - Polystichum acrostichoides

Auch Amerikanischer Weihnachtsfarn genannt, bleibt er mit seinen immergrünen Wedeln selbst im Winter dekorativ! Die glänzend grünen Wedel sind einfach gefiedert, mit breiten, ganzrandigen Fiedern, die Lappen bilden. Er verträgt trockene Böden!
  • Höhe bei Reife 40 cm
Westamerikanischer Schwertfarn - Polystichum munitum

Westamerikanischer Schwertfarn - Polystichum munitum

Dieser Farn ähnelt mit seinen Wedeln dem Dolch-Farn, wird aber deutlich größer! Zudem sind seine Lappen länger und schmaler als bei P. acrostichoides. Er bildet eine schöne, aufrechte, ausladende Wedelgruppe und verträgt sonnige Standorte!
  • Höhe bei Reife 1,10 m
Weicher Schildfarn Plumosum Densum - Polystichum setiferum

Weicher Schildfarn Plumosum Densum - Polystichum setiferum

Diese Sorte bietet dichtes, gefiedertes Laub und bringt Volumen ins Beet. Ihre prächtigen, hellgrünen, stark geteilten Wedel sorgen für eine interessante Textur im Garten!
  • Höhe bei Reife 50 cm
Weicher Schildfarn Proliferum - Polystichum setiferum

Weicher Schildfarn Proliferum - Polystichum setiferum

Dieser Farn trägt in feine Segmente geteilte Wedel, die dadurch weich und gefiedert wirken. Besonders sind die Brutzwiebeln entlang der Hauptrippe (Spindel).
  • Höhe bei Reife 60 cm

 

Tsus-Sima-Schildfarn - Polystichum tsus-simense

Tsus-Sima-Schildfarn - Polystichum tsus-simense

Dieser kleine Schildfarn bildet feine, schlanke und sehr dekorative Wedel. Sie sind dunkelgrün und glänzend, mit zugespitzten Fiedern. Er eignet sich für Topf oder Kübel und findet auch im schattigen Steingarten Platz.
  • Höhe bei Reife 40 cm
Weicher Schildfarn Dahlem - Polystichum setiferum

Weicher Schildfarn Dahlem - Polystichum setiferum

Diese Sorte bildet aufrechte Wedel, die zunächst hellgrün und später dunkelgrün sind. Sie bleibt etwas niedriger als die Art Polystichum setiferum. Wie die Sorte 'Proliferum' trägt sie Brutzwiebeln an den Wedeln.
  • Höhe bei Reife 80 cm
Steifer Schildfarn - Polystichum rigens

Steifer Schildfarn - Polystichum rigens

Dieser Farn bildet eine kleine, immergrüne Wedelgruppe mit schlanken, zugespitzten, dunkelgrünen Wedeln – besonders dekorativ! Junge Wedel zeigen zudem eine schöne grün-gelbe Färbung.
  • Höhe bei Reife 40 cm

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Pflanzung

Wo pflanzen?

Da Polystichum natürlicherweise im Wald wächst, gedeiht er im Garten im Schatten oder Halbschatten. Auch recht dichten Schatten verträgt er. Pflanzen Sie ihn gern in einen Waldgarten: Seine ausladenden Wedel mit natürlicher Wuchsform kommen dort zusammen mit anderen Stauden sehr schön zur Geltung und schaffen eine üppige Waldatmosphäre. Polystichum bevorzugt meist eine eher feuchte Umgebung, außer im Winter.

Polystichum gedeiht in frischem, lockerem und humusreichem Boden. Vor der Pflanzung und während der Kultur empfehlen wir, gut verrotteten Kompost einzuarbeiten, um den Boden anzureichern und seine Struktur zu verbessern. Allerdings verträgt Polystichum winterliche Staunässe schlecht. Deshalb sollte er in drainierenden Boden gepflanzt werden. Außerdem bevorzugt er neutrale oder leicht saure Böden. Schließlich können Sie Polystichum auch problemlos in einen Schattengarten mit Steinen pflanzen.

Einige Arten kommen jedoch mit anderen Bedingungen zurecht: Polystichum acrostichoides scheint trockene Böden zu vertragen, während Polystichum munitum Sonne toleriert.

Wann pflanzen?

Wir empfehlen, Polystichum im Frühjahr (etwa im April) oder im Herbst (September bis November) zu pflanzen, wenn die Temperaturen mild sind. Vermeiden Sie Pflanzungen bei Frost oder großer Hitze.

Wie pflanzen?

Pflanzen Sie Polystichum am besten in Gruppen statt einzeln, um eine schöne Wirkung zu erzielen. Sie können ihn auch mit anderen Farnen kombinieren und so eine frische, üppige Atmosphäre schaffen.

Pflanzung im Freiland:

  1. Stellen Sie den Wurzelballen in eine mit Wasser gefüllte Schale.
  2. Wählen Sie einen geeigneten Standort und heben Sie ein Pflanzloch aus, das etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen ist.
  3. Geben Sie etwas gut verrotteten Kompost auf den Boden des Pflanzlochs und mischen Sie ihn mit Gartenerde.
  4. Setzen Sie den Farn in das Pflanzloch.
  5. Füllen Sie das Pflanzloch mit einer Mischung aus Erde und gut verrottetem Kompost auf.
  6. Gießen Sie reichlich.
  7. Wir empfehlen, den Horst zu mulchen, damit der Boden länger frisch bleibt. Verwenden Sie beispielsweise zerkleinertes Holz, Kiefernrinde oder vertrocknete Wedel.

Pflanzung im Topf:

  1. Wählen Sie einen großen Topf oder Kübel. Er muss Abzugslöcher im Boden haben, damit Wasser abfließen kann und die Wurzeln nicht faulen.
  2. Legen Sie eine Drainageschicht an, etwa aus Blähton oder Kies.
  3. Füllen Sie Blumenerde in den Topf, eventuell gemischt mit Moorbeeterde.
  4. Pflanzen Sie Polystichum.
  5. Füllen Sie rundherum weiteres Substrat ein und drücken Sie es leicht an.
  6. Gießen Sie reichlich.
  7. Sie können außerdem eine Mulchschicht auf der Oberfläche verteilen. Sie wirkt dekorativ und hält den Boden frisch.

Stellen Sie den Topf an einen schattigen Platz und gießen Sie weiterhin regelmäßig.

Junge Wedel von Polystichum polyblepharum

Polystichum polyblepharum (Foto: harum.koh)

Pflege

Der Schildfarn ist wie die meisten Farne sehr pflegeleicht. Bei längerer Trockenheit sollte er jedoch gegossen werden. Im Topf regelmäßig ganzjährig gießen. Eine organische Mulchschicht um den Horst hält das Substrat länger frisch, reichert es an und hemmt Unkraut. Entfernen Sie im Spätwinter trockene und beschädigte Wedel.

Im Topf sollten Sie den Schildfarn von Zeit zu Zeit umtopfen. Wählen Sie jeweils einen etwas größeren Topf. Ist er bereits in einem großen Topf, genügt es, die obersten Zentimeter Substrat abzutragen und durch neue Blumenerde zu ersetzen.

Der Schildfarn kann von Taphrina wettsteiniana befallen werden. Dieser Pilz bildet bis zu 8 mm große, runde, dicke, braune Gallen an den Wedeln. Winterliche Nässe begünstigt den Befall. Kultivieren Sie den Schildfarn daher in durchlässigem Substrat oder schützen Sie ihn im Winter vor zu viel Feuchtigkeit.

Vermehrung

Aussaat von Sporen

Obwohl Polystichum keine Samen bildet, können Sie die Sporen aussäen. Das ist zwar eine heikle Aufgabe, kann aber gelingen, wenn Sie für geeignete Bedingungen sorgen: insbesondere ein steriles, feuchtes Substrat und eine geschlossene Umgebung.

  1. Ernten Sie die Sporen von Polystichum.
  2. Nehmen Sie ein durchsichtiges Gefäß aus Kunststoff oder Glas.
  3. Füllen Sie Blumenerde hinein und befeuchten Sie sie.
  4. Stellen Sie das Gefäß etwa 10 Minuten in die Mikrowelle, um die Blumenerde zu sterilisieren.
  5. Warten Sie, bis das Substrat abgekühlt ist, und säen Sie dann die Sporen von Polystichum aus. Verteilen Sie sie möglichst gleichmäßig auf der Substratoberfläche, bedecken Sie sie jedoch nicht!
  6. Verschließen Sie das Gefäß mit einem sauberen, sterilisierten, durchsichtigen Deckel.
  7. Stellen Sie die Aussaat an einen hellen Standort ohne direkte Sonne. Ideal ist eine Temperatur zwischen 15 und 18 °C.
  8. Sobald die jungen Farne sichtbar werden, können Sie das Gefäß öffnen und bei Bedarf gießen.
  9. Später können Sie sie pikieren, sobald sie groß genug sind, um sie zu handhaben.

Weitere Informationen zur Aussaat von Farnsporen finden Sie in unserem Ratgeber!

Teilung von Rhizomen

Im Frühjahr können Sie die Rhizome von Polystichum teilen.

Wählen Sie zunächst einen ausgewachsenen, kräftigen und gut entwickelten Horst aus. Graben Sie ihn aus, indem Sie rundherum großzügig tief einstechen. Entfernen Sie überschüssige Erde. Anschließend können Sie das Rhizom mit einem scharfen Messer in mehrere Stücke teilen. Achten Sie darauf, dass jedes Teilstück Wedel und Wurzeln besitzt, damit es wieder anwachsen kann. Pflanzen Sie jedes Teilstück sofort ins Freiland oder in einen Topf und gießen Sie reichlich.

Entnahme von Brutzwiebeln

Einige Sorten wie Polystichum setiferum ‚Proliferum‘ oder Polystichum setiferum ‚Dahlem‘ bilden an ihren Wedeln kleine Brutzwiebeln, die entlang der Spindel (Mittelachse) erscheinen. Es handelt sich um junge Farne, die direkt am Laub sitzen und neue Pflanzen bilden können, wenn sie in die Erde gesetzt werden. Die Brutzwiebeln werden im Herbst entnommen.

Bereiten Sie dazu zunächst einen Topf mit lockerer, drainierender Blumenerde vor und gießen Sie, bis sie feucht ist. Schneiden Sie anschließend das Wedelstück mit den Brutzwiebeln ab und legen Sie es auf das Substrat. Bedecken Sie die Basis der Brutzwiebeln ganz leicht mit Erde. Stellen Sie den Topf an einen hellen Standort ohne direkte Sonne und halten Sie das Substrat durch regelmäßiges Gießen leicht feucht.

Schildfarne im Garten kombinieren

Wie viele Farne eignet sich der Schildfarn ideal für einen Unterholzgarten. Er fühlt sich im Schatten wohl und wächst natürlicherweise in Wäldern. Eine sehr natürliche Atmosphäre schaffen Sie zum Beispiel in Kombination mit Geranium nodosum, Salomonssiegel, Brunnera, Paris polyphylla und Funkie… Entdecken Sie auch die zarte gelbe Blüte von Erythronium ‘Pagoda’! Auch einige Gräser lassen sich integrieren, etwa Luzula sylvatica. Als Bodendecker begeistert Cornus canadensis mit prächtigen wirteligen Blättern und eleganten Blüten aus vier weißen Hochblättern.

Kombinationsidee mit dem Schildfarn in einem Unterholzgarten

Der Schildfarn eignet sich ideal für einen Unterholzgarten mit weiteren Pflanzen, die frische, schattige Standorte lieben! Hier: Galium odoratum (Foto David J. Stang), Polygonatum multiflorum (Foto Radio Tonreg), Polystichum braunii, Pachysandra terminalis ‚Cutleaf‘ (Foto Krzysztof Ziarnek), Geranium nodosum ‚Le Clos du Coudray‘ und Cornus canadensis (Foto Brian Gratwicke)

Zögern Sie auch nicht, den Schildfarn mit anderen Farnen zu kombinieren! Besonders empfehlen wir Dryopteris erythrosora, der im Frühjahr prächtige kupferfarbene Wedel trägt. Entdecken Sie auch Athyrium niponicum ‘Pictum’ mit silbrig-purpurfarbenen Wedeln sowie Onoclea sensibilis, der dichte Teppiche aus leuchtend gefärbten Wedeln bildet, meist grün-gelb, manchmal rötlich. Alle diese Farne haben ähnliche Kulturbedingungen: Sie fühlen sich im Schatten auf frischem, leichtem, humusreichem Boden wohl.

Der Schildfarn findet auch in einem modernen, dekorativen Garten seinen Platz. Sie können ihn zum Beispiel in einen Topf pflanzen und in einem Innenhof eines Stadtgartens aufstellen. Kombinieren Sie ihn dort mit Schachtelhalm, Bambus, Ophiopogon, Hakonechloa macra und Stipa pennata… Bei den Blüten eignen sich zum Beispiel weiß blühende Schmucklilien, Allium oder Gaura lindheimeri. Wählen Sie am besten eher dezente Farbtöne wie Weiß, Schwarz, Purpur und Schokoladenbraun, um einen stilvollen, klar gestalteten Garten zu schaffen!

Nützliche Ressourcen

Häufig gestellte Fragen

  • Kann Polystichum im Garten wuchern?

    Nein, Schildfarn wird nicht invasiv und breitet sich nicht aus. Beim Gewöhnlichen Adlerfarn (Pteridium aquilinum) schon – er ist jedoch keine Zierpflanze.

  • Muss ich düngen?

    Im Freiland ist Düngen unnötig: Jährlich Kompost oder Lauberde um die Horste geben und leicht einharken. Im Topf eventuell Langzeitdünger geben.

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