Simse: Pflanzen, Kultivieren und Pflegen

Simse: Pflanzen, Kultivieren und Pflegen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 15. Juni 2025  durch Alexandra 11 min.

Scirpus kurz erklärt

  • Simsen sind sehr schöne Uferpflanzen mit meist feinen, aufrechten Halmen
  • Sie bringen viel Vertikalität und dekorative Wirkung an den Teichrand
  • Sie helfen, die Ufer zu stabilisieren und das Wasser zu reinigen
  • Einige Sorten zeichnen sich durch ihre hellen, panaschierten Halme aus
  • Scirpus cernuus eignet sich für die Topfkultur, sofern das Substrat feucht bleibt.
Schwierigkeit

Tipp unserer Expertin

Scirpus (Simse) sind dekorative Stauden für Teichufer. Je nach Art wachsen sie am Ufer oder im Wasser, in Sonne bis Halbschatten.

Botanisch

Steckbrief

  • Gebräuchlicher Name Simse, Zypergras
  • Blüte meist zwischen Juni und August
  • Höhe sehr variabel, 20 cm bis 2 m
  • Exposition volle Sonne
  • Art des Bodens feucht, nährstoffreich, auch lehmig
  • Winterhärte zwischen –8 °C (Scirpus cernuus) und –20 °C je nach Art

Simsen umfassen etwa 110 Arten mehrjähriger Pflanzen mit langen, dünnen Stängeln, die Gräsern oder vor allem Binsen ähneln. Einige wachsen wild in Frankreich, meist in Feuchtgebieten, an Bächen und Flüssen, Ufern oder in Sümpfen. Sie erfüllen eine wichtige ökologische Funktion, da sie zur Stabilisierung und Befestigung von Ufern beitragen und so die Erosion eindämmen. Außerdem dienen sie Fischen und Amphibien als Rückzugsort. Sims sind wenig bekannt, und nur einige Arten werden in Gärten kultiviert.

Simsen sind recht winterhart; die meisten vertragen Temperaturen bis –20 °C. Eine Ausnahme bildet Scirpus cernuus, der Temperaturen unter –8 °C nicht toleriert. Außer in sehr milden Regionen am Mittelmeer oder an der Atlantikküste sollte er daher im Winter geschützt werden.

Simsen gehören zur Familie der Sauergrasgewächse, die etwa 5.000 Arten umfasst. Zu dieser Familie gehören auch Papyrus (Cyperus papyrus), Seggen und Wollgräser (Eriophorum). Die Gattung Scirpus ist eng mit Schoenoplectus verwandt; einige Sims-Arten wurden deshalb umbenannt. So sind Schoenoplectus lacustris und Schoenoplectus tabernaemontani Synonyme von Scirpus lacustris und Scirpus tabernaemontani.

Botanische Illustration der Wald-Simse

Scirpus sylvaticus: Botanische Illustration

Scirpus cernuus wird meist Frauenhaargras genannt, da sein Laub elegant zum Boden herabhängt. Dies ist zugleich die Übersetzung seines Artnamens aus dem Lateinischen cernua: „geneigt“, „hängend“. Im Englischen heißt er Fiber optic grass, also Glasfasergras, wegen seiner zahlreichen fadenförmigen Stängel, die an den Spitzen kleine silbrige Blütenstände tragen und erstaunlich an Glasfasern erinnern. Scirpus lacustris wird dagegen Gewöhnliche Teichsimse oder Salz-Teichbinse genannt, da seine langen Stängel zum Ausstopfen von Stühlen und zur Herstellung von Fässern verwendet wurden. Tatsächlich ähneln Sims sehr den Binsen, die ebenfalls lange Stängel tragen und feuchte Standorte bevorzugen. Sie gehören jedoch nicht zur gleichen botanischen Familie.

Simsen bilden dichte Horste aus langen, dünnen und besonders dekorativen Stängeln. Einige Arten wie Scirpus lacustris und Scirpus tabernaemontani sind rhizomatös und breiten sich mit der Zeit aus, sodass sie große Kolonien bilden können. Die Höhe der Sims ist sehr unterschiedlich: Scirpus cernuus wird höchstens 30 cm hoch und besitzt überhängende Stängel, während Scirpus lacustris und Scirpus tabernaemontani aufrechte Stängel bilden, die bis zu 1,50 m, manchmal sogar 2 m hoch werden. Sie eignen sich daher hervorragend, um einem Teichufer mehr Höhe zu verleihen.

Simsen blühen meist im Sommer, zwischen Juni und August, und tragen an den Stängelenden braune Ährchen. Eine Ausnahme bildet Scirpus cernuus, der beinahe das ganze Jahr über blüht und winzige cremeweiße Ährchen trägt.

Die Blütenstände sind end- oder achselständig und bestehen aus unzähligen Ährchen (zwischen 50 und 500!), die weniger als 4 mm Durchmesser messen und ihrerseits aus winzigen Blüten bestehen. Die Blütenhülle – Blütenblätter und Kelchblätter – ist auf kleine Borsten reduziert (3 bis 6 je Blüte). Die Blüten sind zwittrig: Jede besitzt 1 bis 3 Staubblätter (männliche Fortpflanzungsorgane, die Pollen freisetzen) und einen Griffel (weibliches Fortpflanzungsorgan, das Pollen aufnimmt). Die Bestäubung erfolgt durch den Wind: Er trägt den Pollen zum Griffel einer anderen Blüte (Windbestäubung). Das erklärt, warum Simsenblüten weder duften noch farbenfroh sind, denn solche Merkmale dienen dazu, Insekten zur Bestäubung anzulocken. Sie werden daher niemals Insekten an Simsenblüten beobachten, die Nektar sammeln.

Die Blüte der Simsen

Die je nach Art unterschiedlich stark verzweigten Ährchen der Simsen. Von links nach rechts: Scirpus cernuus, Scirpus lacustris, Scirpus tabernaemontani und Scirpus sylvaticus (Fotos: Krzysztof Ziarnek / AnRo0002 / R. A. Nonenmacher / Robert Flogaus-Faust)

Scirpus cernuus, S. lacustris und S. tabernaemontani besitzen sehr kurze, beinahe nicht vorhandene Blätter, die auf Blattscheiden reduziert sind. Sichtbar und dekorativ sind nur ihre Stängel. Einige Sims-Arten besitzen jedoch echte Blätter: So trägt die Wald-Simse (Scirpus sylvaticus) lange, dünne Blätter, die an Gräser erinnern.

Scirpus tabernaemontani ‚Zebrinus‘ zeichnet sich durch panaschierte, grün-gelb gestreifte Stängel aus, die ihm ein sehr originelles Aussehen verleihen. Scirpus lacustris ‚Albescens‘ besitzt dagegen sehr helle, cremeweiße bis gelbe Stängel. Diese Sorten sind ideal, um Licht in einen Wassergarten zu bringen!

Die Früchte der Simsen sind winzige, dreikantige oder gewölbte, braune Achänen mit einer Größe von 0,5 bis 2 mm. Jede Achäne enthält einen Samen.

Stängel und Blätter der Simsen

Das Laub von Scirpus sylvaticus und die dekorativen Stängel von Scirpus cernuus, Scirpus tabernaemontani ‚Zebrinus‘ und Scirpus lacustris ‚Albescens‘ (Fotos: Roland.aprent / Jerzy Opioła / Krzysztof Ziarnek / David J. Stang)

Wichtige Scirpus-Sorten

Die beliebtesten Sorten

[produkt sku=“99517″ blog_description=“Das Frauenhaargras, auch als geneigte Simse bekannt, ist eine halb-aquatische Staude, die an Ufern oder leicht untergetaucht wächst. Es bildet kleine, dichte Büschel aus steifen, fadenförmigen, leuchtend grünen Halmen mit dekorativer Wirkung.“ template=“listing1″ /]

[produkt sku=“801541″ blog_description=“Auch als Scirpus lacustris ‘Albescens’ (Synonym) oder Gewöhnliche Teichsimse bekannt, trägt diese Sorte steife, grüne Halme mit cremeweißen Längsstreifen, die sie besonders leuchtend machen.“ template=“listing1″ /]

[produkt sku=“801551″ blog_description=“Diese Simse bildet aufrechte, ganz gerade Halme in dunklem Blaugrün mit cremeweißen Streifen. Sehr originell, zieht sie sofort alle Blicke auf sich! Ideal für einen modernen, dekorativen Wassergarten.“ template=“listing1″ /]

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Pflanzung

Wo pflanzen?

Simse bevorzugen volle Sonne, sofern der Boden feucht bleibt, vertragen aber auch Halbschatten. Stellen Sie sie möglichst windgeschützt auf, da der Wind die Halme höherer Arten wie Scirpus lacustris brechen kann.

Sie sind ideal für Wassergärten und zur Begrünung von Teichen. Scirpus lacustris und Scirpus tabernaemontani müssen im Wasser stehen, sodass ihre Wurzeln untergetaucht sind: Pflanzen Sie sie in einer Tiefe von 20 bis 30 cm. Scirpus cernuus kann dagegen in wenigen Zentimetern Wasser gepflanzt werden und teilweise untergetaucht stehen, begnügt sich aber auch mit feuchtem Boden. Er kann daher außerhalb des Wassers am Ufer wachsen. Außerdem eignet er sich für die Kultur im Topf und kann im Haus, etwa in einem Wintergarten oder einem hellen Raum, gehalten werden. Da seine Halme zum Boden hin überhängen, kommt er in einer Blumenampel besonders gut zur Geltung.

Simse sind Wasserreinigungspflanzen und tragen dazu bei, das Wasser mit Sauerstoff anzureichern und zu reinigen. Sie können mit anderen Pflanzen zur biologischen Wasserreinigung kombiniert werden, etwa mit Schilf, Gelber Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus), Wasserminze, Acorus calamus und Breitblättrigem Rohrkolben (Typha latifolia) …

Entdecken Sie unseren Ratgeber „8 sauerstoffspendende Wasserpflanzen für Teich oder Weiher“

Wann pflanzen?

Pflanzen Sie Simse im Frühjahr, etwa im April, oder im Herbst, im September und Oktober. Scirpus cernuus sollte vorzugsweise im Frühjahr gepflanzt werden, damit er sich bei milden Temperaturen gut etabliert, denn er ist frostempfindlicher als die anderen Arten. Vermeiden Sie in jedem Fall Frostperioden und große Hitze.

Wie pflanzen?

Im Teich:

Pflanzen Sie gekaufte Simse möglichst bald ein oder lagern Sie sie bis dahin in einer mit Wasser gefüllten Schale, damit der Wurzelballen nicht austrocknet.

  1. Bevor Sie die Simse in den Teich setzen, empfehlen wir, sie in einen durchlässigen Kunststoffkorb für Wasserpflanzen zu pflanzen. So erleichtern Sie das Einsetzen und können ihre Ausbreitung kontrollieren.
  2. Legen Sie den Boden und die Seiten des Korbs mit Jutegewebe aus (falls vorhanden, andernfalls genügt ein einfacher Stoff). So bleibt das Substrat im Korb, während Wasser hindurchfließen kann.
  3. Füllen Sie anschließend Blumenerde in den Korb. Verwenden Sie möglichst spezielle Blumenerde für Wasserpflanzen oder mischen Sie lehmige Gartenerde mit etwas Blumenerde und grobem Sand.
  4. Nehmen Sie die Simse aus dem Topf und pflanzen Sie sie in die Mitte des Korbs.
  5. Füllen Sie rundum weitere Blumenerde ein und drücken Sie sie leicht an.
  6. Bedecken Sie die Oberfläche anschließend mit einer Schicht Kies oder Lavagranulat.
  7. Gießen Sie den Korb oder tauchen Sie ihn kurz in Wasser, damit die Blumenerde vor dem Einsetzen unter Wasser gut feucht ist. Andernfalls könnten die feinsten Partikel direkt an die Oberfläche aufsteigen.
  8. Setzen Sie den Korb nun in den Teich. Scirpus lacustris und Scirpus tabernaemontani müssen 20 bis 30 cm tief unter Wasser stehen. Scirpus cernuus gedeiht dagegen in wenigen Zentimetern Wasser oder am Ufer, sofern der Boden ausreichend feucht ist.

Im Topf:

Scirpus cernuus eignet sich am besten für die Pflanzung im Topf.

  1. Stellen Sie den Wurzelballen in eine mit Wasser gefüllte Schale, damit er sich wieder mit Wasser vollsaugt.
  2. Nehmen Sie einen Topf und füllen Sie ihn mit Blumenerde.
  3. Setzen Sie die Simse in die Mitte des Topfs.
  4. Füllen Sie rundum weitere Blumenerde ein und drücken Sie sie leicht an.
  5. Stellen Sie einen Untersetzer unter den Topf und achten Sie darauf, dass das Substrat stets feucht bleibt.
  6. Sie können Scirpus cernuus im Freien aufstellen. In einer Blumenampel auf einer sonnigen Terrasse oder einem Balkon entsteht beispielsweise ein besonders schöner Effekt. Er eignet sich aber auch für die Kultur im Haus, etwa in einem Wintergarten oder einem hellen Raum.
Die Teichbinse, Scirpus lacustris

Scirpus lacustris (Foto: Frank Vincentz)

Pflege

Simsen im Teich: kaum Pflege. Scirpus cernuus im Topf feucht halten, im Winter kühl und frostfrei stellen.

Vermehrung

Obwohl sich Binsen aussäen lassen, wird diese Methode nur selten angewandt. Wir empfehlen daher eher die Teilung, die deutlich einfacher und schneller ist.

Horste teilen

Wenn Sie eine seit mehreren Jahren etablierte Binse besitzen, die sich gut entwickelt und etwas ausgebreitet hat, können Sie sie teilen, um mehrere Jungpflanzen zu erhalten, zu verschenken oder an einem neuen Standort einzupflanzen. So verjüngen Sie die Horste und schaffen ihnen mehr Platz. Teilen Sie die Binse im Frühjahr, etwa im April.

  1. Holen Sie die Binse vorsichtig aus dem Topf oder graben Sie sie aus;
  2. Teilen Sie den Horst in mehrere Stücke. Legen Sie dazu das Rhizom frei und schneiden Sie es mit einer Gartenschere durch. Jedes Rhizomstück sollte einige Wurzeln und junge Triebe besitzen;
  3. Entfernen Sie dabei abgestorbene oder beschädigte Triebe;
  4. Pflanzen Sie die Teilstücke sofort am Ufer oder im Teich ein.

Verband

Die Simse eignet sich perfekt für eine sehr natürliche Gestaltung am Teichufer, zum Beispiel in Kombination mit Schilf (Phragmites australis) und Rohrkolben (Typha latifolia). Ihre hohe, üppige Vegetation ergänzt die der Simsen mühelos. Für mehr Helligkeit sorgt das schöne panaschierte Laub des Schilfs Phragmites australis ‘Variegatus’. Genießen Sie außerdem das üppige, fein gefiederte Laub von Farnen wie Matteuccia struthiopteris oder Königsfarnen. Für Blüten setzen Sie an die Ufer Blutweiderich, Bach-Kratzdistel (Cirsium rivulare) und Mädesüß. Das schlanke Laub und die malvenfarbenen Blütenähren von Thalia dealbata, einer besonders eleganten Wasserpflanze, setzen schöne Akzente. Setzen Sie Seerosen (Nymphaea sp.) in den Teich – ihre eleganten Blüten bilden den Mittelpunkt dieser Wasserlandschaft!

Weitere Informationen und Ideen finden Sie in unseren Ratgeberartikeln „Wasserpflanzen für Teich oder Weiher auswählen“ und „10 Wasserpflanzen: untergetaucht oder schwimmend“

Ideen für die Kombination von Scirpus im Teich

Kombinieren Sie die Simse mit anderen Wasser- und Uferpflanzen. Cirsium rivulare ‚Atropurpureum‘, Nymphaea, Butomus umbellatus, Scirpus tabernaemontani, Pontederia cordata und Thalia dealbata (Foto: Lip Kee)

Mit der Simse lässt sich auch eine moderne, dekorative Wasserlandschaft gestalten. Dafür empfehlen wir besonders Scirpus tabernaemontani ‚Zebrinus‘ mit grün-weiß gestreiften Halmen. Kombinieren Sie ihn mit dem panaschierten Laub von Phalaris arundinacea ‘Picta’, den ungewöhnlich spiraligen Halmen der Binse Juncus effusus ‘Spiralis’ und den hohen, sehr aufrechten Halmen des Schachtelhalms, Equisetum – für einen reizvollen Formenkontrast! Ergänzen Sie auch einige Blüten, etwa die dekorativen Dolden von Butomus umbellatus und die kleinen weißen Fruchtstände des Wollgrases, Eriophorum angustifolium.

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