Apfelwicklerfallen: wann und wie einsetzen?
Sehr wirksame Lockstoffe gegen Schädlinge an Kultur-Apfel, Birnbaum, Quitte & Co.
Inhaltsverzeichnis
Apfel- und Birnenwickler: Schäden und biologische Bekämpfung. Wann und wie Sie Fallen gegen Männchen und Weibchen im Obstgarten einsetzen.
Lebenszyklus des Apfelwicklers verstehen
Lernen wir zunächst Herrn und Frau Cydia pomonella kennen.
Ein schwer zu entdeckender Schmetterling
Dieser Schmetterling aus der Familie der Wickler ist ein äußerst unauffälliger Nachtfalter. Zum einen fliegt er nachts und ist dadurch fast unsichtbar. Zum anderen fällt er durch seine geringe Größe kaum auf. Der Apfelwickler wird kaum mehr als 20 mm lang. Seine graubraune Färbung lässt ihn unscheinbar wirken und tagsüber, auf einer Rinde verborgen, nahezu unsichtbar werden. Er ist jedoch an seinen gestreiften Vorderflügeln zu erkennen, die an der Spitze einen braunen, ovalen Fleck tragen, sowie an der kupferfarbenen Färbung der Hinterflügel.
Je nach Region fliegen die Falter von Anfang April bis Juni bei Temperaturen um 15 °C und trockenem Wetter erstmals aus ihrer Puppe aus. Dieser Paarungsflug dauert je nach Wetterbedingungen nur etwa zwei Wochen. Die Männchen finden die Weibchen mithilfe der von ihnen abgegebenen Pheromone. Direkt nach der Paarung beginnt die Eiablage an Blättern, jungen Trieben, Zweigen oder reifenden Früchten. Jedes Weibchen legt 50 bis 100 linsenförmige, graue Eier mit einem orangefarbenen Ring.
Der Apfelwickler befällt vor allem Äpfel und Birnen, aber auch Quitten, Aprikosen, gelegentlich Pfirsiche und Pflaumen sowie Walnüsse.
Besonders gefräßige Apfelwicklerlarven
Fünfzehn Tage später schlüpfen die Raupen. Bei einer Länge von 1,5 mm sind sie zunächst weißlich und haben einen schwarzen Kopf sowie einen braunen Fleck am Brustabschnitt. Fünf Tage lang wandern sie auf der Suche nach einer Frucht an den Zweigen entlang und fressen dabei einige Blätter an. In diesem sogenannten Wanderstadium sind die Larven zahlreichen Fressfeinden ausgesetzt. Sobald sie eine Frucht gefunden haben, bohren sie einen spiralförmigen Gang bis zu den Kernen. Dort bleiben sie etwa vier Wochen und durchlaufen ihre fünf Entwicklungsstadien. Befallene Früchte sind am kleinen Eingang mit schwarzem Kot zu erkennen.
Mitte Juli verlassen die satt gefressenen, hellrosa gewordenen Larven die Frucht und spinnen in den Zwischenräumen von Stämmen oder dicken Zweigen einen Kokon. Bei günstiger Witterung erfolgt die Verpuppung sehr schnell. Dann kann eine zweite Generation entstehen, die für die deutlich reiferen Früchte besonders schädlich ist. Andernfalls gehen die Larven bis zum folgenden Frühjahr in die Winterruhe. Einige finden möglicherweise im Boden Schutz.

Ein Befall mit Apfelwicklern macht die Früchte ungenießbar
Mehr erfahren: Der Apfelwickler: Bekämpfung des Fruchtwurms
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ApfelwicklerLockmittel: Was genau sind diese Fallen?
Wenn Sie zur biologischen Bekämpfung der zahlreichen Schädlinge greifen, die Früchte, aber auch Gemüse, Bäume oder Sträucher befallen, kennen Sie vermutlich bereits Pheromonfallen. Nicht? Dann sind einige Erklärungen nötig, bevor wir auf Lockstoffe eingehen.
Was ist eine Pheromonfalle?
Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass all diese Fallen völlig ökologisch und umweltfreundlich funktionieren, da sie frei von Pestiziden sind. Sie locken Schadinsekten an und fangen sie mit verschiedenen Methoden. Konkret sind Pheromonfallen Sexualfallen: Synthetische Pheromone, die den von weiblichen Faltern während des Hochzeitsflugs abgegebenen Pheromonen ähneln, locken die Männchen unweigerlich an und fangen sie. Die abgelenkten Männchen können so ihre Fortpflanzungsfunktion nicht mehr erfüllen. Diese Fallen werden nicht nur zum Fangen der Männchen eingesetzt, sondern auch zur Überwachung ihres Flugs, um gezielter reagieren zu können – vor allem in großen Obstgärten. In kleinen Obstgärten oder an einem isolierten Baum kann dagegen eine Pheromonfalle pro Baum ausreichen, um jede Fortpflanzung zu verhindern.
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Eine andere Falle: der Lockstoff für Männchen und Weibchen
Ein Lockstoff gegen Apfelwickler ist eine andere Art von Falle. Er richtet sich gleichzeitig gegen Männchen und Weibchen und ermöglicht so eine verstärkte und noch wirksamere biologische Bekämpfung. Lockstoffe wirken auf zwei Arten: über den Sexualtrieb wie Pheromonfallen, aber auch über Appetit und Fresslust. Sie geben Sexualpheromone ab, um Männchen zu fangen, sowie Futterköder, die Männchen und Weibchen gleichermaßen ansprechen. So vermehren sich Apfel- und Birnbaumwickler deutlich weniger, wodurch die Ausbreitung der Population begrenzt wird.
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Wann und wie pflanzen?
Männliche und weibliche Lockstoffe gegen Apfel- und Birnenwickler werden zum Hochzeitsflug der Falter angebracht.
Wann die Lockstoffe anbringen?
Der erste Hochzeitsflug beginnt bereits Anfang April und dauert relativ lange. Je nach Witterung können innerhalb eines Jahres zwei bis drei Generationen aufeinanderfolgen. Für eine wirksame Bekämpfung sollten die Lockstoffe daher mindestens bis September angebracht bleiben. Zur Erinnerung: Die Falter werden vor allem in der Dämmerung aktiv, wenn das Thermometer mindestens 15 bis 16 °C anzeigt.
Da diese Lockstoffe 8 bis 10 Wochen lang wirken, müssen die Kapseln erneuert werden, um den Zeitraum von Mitte April bis September abzudecken.
Die als Kapseln angebotenen Lockstoffe dürfen nur mit Schmetterlingsfallen derselben Marke verwendet werden, die in zwei verschiedenen Formen erhältlich sind: entweder als einfache Kunststoff-Trichterfallen oder als Delta-Fallen.

Kapseln mit männlichen und weiblichen Lockstoffen werden in Trichterfallen eingesetzt
Wie werden sie angebracht?
- Den luftdichten Beutel mit den Pheromonen mit Handschuhen oder einer Pinzette öffnen. Die Kapsel nicht mit den Fingern berühren, da dies die von den Pheromonen ausgesendeten Signale beeinträchtigen kann.
- Die Kapsel in die dafür vorgesehene Halterung einsetzen.
- Die Falle mithilfe der Halterung in der Mitte der Verzweigung anbringen.
- Pro Baum ein bis zwei Lockstoffe verwenden.
Werden die Lockstoffe nicht sofort nach dem Kauf verwendet, müssen sie ein Jahr lang im Kühlschrank bei 3 bis 5 °C oder zwei Jahre lang im Gefrierschrank aufbewahrt werden.
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Ohrwurmhotel bauen: Obst schützenWeitere Maßnahmen zur Bekämpfung
Damit Sie bei der Ernte keine noch von Würmern befallenen Früchte entdecken, sollten Sie zur Vorbeugung gegen Apfelwickler besser weitere Methoden anwenden:
- Nützlinge das ganze Jahr über fördern, insbesondere Gartenvögel wie Blau- und Kohlmeisen sowie Fledermäuse, die in der Dämmerung die Falter fangen. Oft genügt es, im Obstgarten oder Garten mehrere Futterstellen und Nistkästen anzubringen. Zugleich sollten Sie die Biodiversität fördern, indem Sie Beerensträucher und bienenfreundliche Pflanzen setzen. Auch Ohrwürmer sind gefürchtete Fressfeinde der Larven. Sie lassen sich mit einem umgedrehten, mit Stroh gefüllten Topf anlocken
- Wellpappestreifen um die Stämme legen: Die Larven können sich darin zur Verpuppung verstecken. Zur richtigen Zeit werden die Streifen einfach abgenommen und verbrannt. Sie werden ab Ende Mai bis zur Ernte in etwa 20 cm Höhe über dem Boden angebracht
- Ab Ende Juni alle von Raupen befallenen und zu Boden gefallenen Früchte regelmäßig aufsammeln, um eine zweite Generation zu verhindern
- Nach dem Ausdünnen die reifenden Früchte in Kraftpapiertüten verpacken – bis einen Monat vor der Ernte
- Eine Weißblühender-Beifuß- oder Balsamkraut-Infusion auf die Früchte sprühen: Der Geruch soll die Falter irritieren, da er den Duft der Früchte überdeckt
- Im Herbst die Stämme mit Kalk bestreichen, um die in der Rinde verborgenen Larven in Winterruhe abzutöten
- Alle möglichen Verstecke entfernen, in denen Larven überwintern könnten: Paletten, Schnittgut, Wurzelstöcke … und sämtliche Holzunterlagen
- Ihre Hühner in den Garten oder Obstgarten lassen. Sie finden selbst die kleinste Larve
Die direkte Bekämpfung erfolgt mit Bacillus thuringiensis (Bt), das gegen Raupen relativ wirksam ist. In manchen Regionen sollen Apfelwickler jedoch bereits resistente Stämme entwickeln.
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