Asseln: Erstaunliche Helfer im Garten
Landasseln: unverzichtbar für gesunden Boden und einen blühenden Garten
Inhaltsverzeichnis
Kellerasseln sind kleine Landkrebse. Sie zersetzen organische Reste, fördern fruchtbaren Boden und zeigen Biodiversität im Garten. Entdecken Sie sie!
Asseln: Beschreibung und Anpassung ans Landleben
Wie erkennt man eine Kellerassel?
Die Kellerassel ist ein kleines Gliederfüßer aus der Untergruppe der Krebstiere und somit keineswegs ein Insekt. Sie wird meist 1 bis 2 Zentimeter lang. Ihr Körper ist länglich, abgeflacht und in mehrere starre Platten gegliedert. Diese Segmente schützen sie vor Fressfeinden und ermöglichen es ihr, sich bei Bedrohung zu einer Kugel zusammenzurollen – eine Besonderheit, die vor allem bei Arten wie Armadillidium vulgare vorkommt. Dieses Abwehrverhalten schützt sie wirksam.

Armadillidium vulgare
Kellerasseln besitzen sieben Beinpaare, ein wichtiges Erkennungsmerkmal. Ihre kurzen, gegliederten Fühler sind an das Landleben angepasst. Die Farbe reicht je nach Art von Grau bis Braun, teils mit dunkleren Nuancen oder gefleckten Mustern. Ihr Körper wirkt zwar starr und robust, doch diese kleinen Krebstiere sind erstaunlich wendig und können sich in die kleinsten Ritzen des Bodens zwängen.
Als einziges Landkrebstier hat sich die Kellerassel angepasst
Im Gegensatz zur großen Mehrheit der Krebstiere, die im Wasser lebt, hat die Kellerassel als einzige Gruppe der Krebstiere den Lebensraum Land vollständig erobert. Diese Anpassung entstand durch zahlreiche morphologische und physiologische Veränderungen. Zur Atmung besitzen Kellerasseln sogenannte Pleopoden unter dem Hinterleib, die als an die Luft angepasste Kiemen funktionieren. Damit diese Atmungsorgane funktionsfähig bleiben, benötigen Kellerasseln jedoch eine feuchte Umgebung. Deshalb findet man sie häufig unter Steinen, in Laub oder an anderen kühlen, feuchten Orten.
Kellerasseln haben außerdem eine wachsartige Haut auf ihrem Panzer entwickelt, die den Wasserverlust durch Verdunstung verringert – ein großer Vorteil für das Überleben an Land. Ihre nächtliche Lebensweise hilft ihnen zudem, tagsüber eine Austrocknung zu vermeiden.
Einige häufige Arten in Frankreich
- Armadillidium vulgare : Diese für ihre Fähigkeit zum Einrollen bekannte Kellerassel gehört zu den häufigsten Arten. Sie ist graubraun, 10 bis 18 mm lang und lebt unter Steinen und Laub. Dort trägt sie zum Abbau organischer Substanz und damit zur Bodenfruchtbarkeit bei.
- Porcellio scaber : Diese Kellerassel ist an ihrer rauen Rückenoberfläche und der dunkelgrauen bis braunen Farbe erkennbar. Sie bevorzugt sehr feuchte Lebensräume, bewegt sich schnell vor Fressfeinden und trägt zur Durchlüftung und Zersetzung des Bodens bei.
- Oniscus asellus : Diese bis zu 20 mm große Kellerassel bevorzugt feuchte, bewaldete Gebiete. Sie ist wichtig für den Abbau organischer Substanz und trägt zur Bildung humusreichen Bodens bei. Häufig findet man sie unter Baumrinde und in Laubhaufen.
- Weitere Arten : Auch andere Kellerasseln wie Porcellionides pruinosus (blaugrau), Philoscia muscorum (gelblichbraun) und Trichoniscus pusillus (blassrosa) kommen in französischen Gärten vor und tragen zum Abbau organischer Substanz und zur Bodenstruktur bei.

Porcellio scaber, Oniscus asellus und rechts Philoscia muscorum
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Gartenhelfer: TigerschnegelLebenszyklus der Kellerassel
Der Lebenszyklus der Kellerassel umfasst drei Hauptstadien: Ei, Jungtier und erwachsenes Tier. Die Weibchen legen ihre Eier in eine Bruttasche unter dem Hinterleib, wo sie bis zum Schlüpfen nach 3 bis 9 Wochen geschützt bleiben. Junge Kellerasseln durchlaufen mehrere Häutungen, wachsen und entwickeln sich über mehrere Monate zur ausgewachsenen Form. Ausgewachsene Kellerasseln erreichen nach etwa einem Jahr die Geschlechtsreife und können bis zu 3 Jahre alt werden.
Die Fortpflanzung findet hauptsächlich im Frühjahr und Herbst statt, kann unter günstigen Bedingungen aber ganzjährig erfolgen. Ihr Lebenszyklus wird stark von Temperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflusst: Sie gedeihen bei mäßigen Temperaturen (15–25 °C) und benötigen eine feuchte Umgebung, um nicht auszutrocknen. Diese Umweltfaktoren bestimmen ihr Wachstum, ihre Aktivität und ihre Fortpflanzungsfähigkeit.

Eine junge Kellerassel
Ernährung der Asseln
Asseln sind vor allem Zersetzer und ernähren sich hauptsächlich von verrottendem organischem Material. Ihr Nahrungsspektrum umfasst verschiedene abgestorbene Pflanzenteile wie herabgefallene Blätter, verrottende Holzstücke und abgestorbene Wurzeln sowie bestimmte Algenarten. Sie fressen auch Pilze, Flechten und gelegentlich verrottende tierische Substanz und spielen damit eine wichtige Rolle beim Nährstoffrecycling im Gartenökosystem.

Asseln findet man oft auf Holz oder Moos, von dem sie sich ernähren.
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Beitrag zur Zersetzung organischer Stoffe
Indem sie sich von abgestorbenen Pflanzenresten ernähren (siehe oben), beschleunigen Kellerasseln den Zersetzungsprozess. Dieser Prozess ist entscheidend, um organische Stoffe in Humus umzuwandeln, eine stabile und nährstoffreiche Form. Der entstehende Humus reichert den Boden an, macht Nährstoffe für Pflanzen besser verfügbar und fördert ein gesundes Wachstum.
Beim Zersetzen dieser organischen Stoffe tragen Kellerasseln zur Freisetzung wichtiger Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium bei, die für eine gute Pflanzenentwicklung unerlässlich sind. Ihre Tätigkeit verhindert außerdem die Ansammlung organischer Rückstände und verringert das Risiko von Fäulniskrankheiten.
Verbesserung der Bodenstruktur durch ihre Tätigkeit
Indem Kellerasseln sich im Boden bewegen und Gänge graben, verbessern sie dessen physikalische Struktur. Dadurch entstehen Hohlräume im Boden, die seine Belüftung verbessern und das Eindringen von Wasser erleichtern. Ein gut belüfteter Boden ermöglicht es Pflanzenwurzeln, sich freier zu entwickeln und leichter an Wasser und Nährstoffe zu gelangen. Außerdem tragen Kellerasseln zur Bildung einer krümeligen Bodenstruktur bei, indem sie Pflanzenreste in feinere Stücke zersetzen. Diese ist ideal für die Wasserspeicherung und ermöglicht zugleich eine gute Drainage.

Oniscus asellus
Bedeutung für die Bodenbiodiversität und das ökologische Gleichgewicht
Als Zersetzer interagieren Kellerasseln mit zahlreichen anderen Bodenorganismen, etwa Bakterien, Pilzen, Regenwürmern und Insekten. Ihre Anwesenheit fördert ein komplexes Nahrungsnetz, in dem jede Art eine bestimmte Rolle spielt. Ein biodiverser Boden ist widerstandsfähiger gegen Krankheiten, Schädlinge und ungünstige Umweltbedingungen.
Doch das ist nicht alles: Kellerasseln sind auch ein wichtiger Teil der Nahrung von Igeln, Spitzmäusen, einigen insektenfressenden Vögeln, Tausendfüßern, Kröten, Eidechsen und sogar bestimmten Spinnen.
Wie lassen sich Kellerasseln im Garten fördern?
Kellerasseln benötigen eine feuchte Umgebung, um zu gedeihen, da sie empfindlich auf Austrocknung reagieren. Sorgen Sie im Garten für schattige, feuchte Bereiche und lassen Sie Laubhaufen, verrottende Holzstücke oder Steine liegen, unter denen sie Schutz finden.
Eine natürliche Pflanzendecke auf dem Boden, etwa aus organischem Mulch, hilft ebenfalls, die Feuchtigkeit zu bewahren und einen geeigneten Lebensraum für Kellerasseln zu schaffen. Schließlich ist Kompostieren vorteilhaft, da dabei kontinuierlich zersetztes organisches Material entsteht, das Kellerasseln fressen können, und so ein gesunder Nährstoffkreislauf unterstützt wird.
Sind Asseln schädlich für Pflanzen?
Nein! Kellerasseln werden oft zu Unrecht beschuldigt, Pflanzen zu schädigen – vor allem wegen ihres Aussehens und ihrer Gewohnheit, sich in großer Zahl an feuchten Stellen im Garten zu sammeln. Diese Einschätzung ist jedoch stark übertrieben und beruht eher auf Vorurteilen als auf Tatsachen.
Ihre Nahrung besteht aus zersetztem organischem Material, etwa Falllaub, morschen Holzstücken und anderen pflanzlichen Überresten. Diese abgestorbenen, sich zersetzenden Nahrungsquellen bevorzugen sie deutlich gegenüber lebenden Pflanzen. Daher befallen Kellerasseln in den allermeisten Fällen keine gesunden Pflanzen und verursachen keine nennenswerten Schäden an Kulturen.
Der Mythos, Kellerasseln seien Schädlinge lebender Pflanzen, beruht oft auf falschen Beobachtungen. Kellerasseln können beispielsweise an kranken oder absterbenden Pflanzen beobachtet werden, sind jedoch meist nicht die Ursache dieser Probleme. Sie fressen vielmehr bereits zersetztes Gewebe. Auch ihr Auftreten in Blumentöpfen oder Gewächshäusern wird häufig falsch gedeutet: Sie sammeln sich dort lediglich, weil sie die zum Überleben nötige Feuchtigkeit und organische Abfälle vorfinden.
Wann Kellerasseln zum Problem werden können
Obwohl Kellerasseln für lebende Pflanzen normalerweise harmlos sind, können sie unter bestimmten Umständen Probleme verursachen – vor allem bei zu großen Populationen oder Bedingungen, die eine starke Vermehrung begünstigen.
- Junge oder empfindliche Pflanzen: Kellerasseln können gelegentlich junge Sämlinge, Stecklinge oder sehr empfindliche Pflanzen schädigen, besonders wenn diese direkten Bodenkontakt haben oder von zersetztem organischem Material umgeben sind. Dann knabbern sie mitunter an zarten Wurzeln oder Stängeln und verursachen geringe, aber sichtbare Schäden.
- Begrenzte oder feuchte Bereiche: In Gewächshäusern oder Blumentöpfen, wo die Luftfeuchtigkeit hoch und viel organisches Material vorhanden ist, können Kellerasseln zahlreicher werden und neue Nahrungsquellen erkunden – auch die unteren Pflanzenteile.

Eine starke Vermehrung von Kellerasseln weist oft auf einen sehr feuchten Bereich hin
Lösungen:
- Übermäßige Feuchtigkeit reduzieren: Kontrollieren Sie zunächst die Feuchtigkeit in den betroffenen Bereichen. Sorgen Sie für eine ausreichende Drainage in Töpfen und Pflanzgefäßen und vermeiden Sie übermäßiges Gießen. Weniger Feuchtigkeit rund um Sämlinge kann einem Befall vorbeugen.
- Organische Abfälle von empfindlichen Pflanzen fernhalten: Wenn Sie Sämlinge oder Stecklinge kultivieren, halten Sie zersetztes organisches Material möglichst von den Pflanzen fern. Verwenden Sie trockenes Mulchmaterial oder Stroh, das Kellerasseln weniger anzieht.
- Natürliche Fressfeinde fördern: Fördern Sie Vögel, Kröten und bestimmte räuberische Insekten, die Kellerassel-Populationen auf natürliche Weise regulieren.
Häufig gestellte Fragen
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Sind Kellerasseln schädlich für Pflanzen?
Asseln fressen totes Material und sind meist harmlos. Bei großer Anzahl knabbern sie an Wurzeln und zarten Stängeln. Jungpflanzen vom Boden fernhalten. -
Kellerasseln im Garten eindämmen: Was hilft?
Kellerasseln bekämpfen: Staunässe vermeiden, Boden drainieren, Pflanzenreste reduzieren. Kartoffel- oder Melonenschalen als Fallen; Vögel und Kröten helfen. -
Können Kellerasseln ins Haus gelangen?
Kellerasseln meiden Häuser, doch Feuchtigkeit und organische Stoffe am Fundament locken sie an. Luftfeuchte senken, Ritzen an Türen und Fenstern schließen. -
Sind Kellerasseln ein Problem im Garten?
Asseln im Garten sind meist ein gutes Zeichen: Sie zeigen humusreichen Boden. Zu viele deuten auf Nässe oder verrottendes Material hin. Verbessern Sie Drainage und Belüftung. -
Sind Kellerasseln gesundheitsschädlich?
Asseln sind harmlos: Sie beißen und stechen nicht, übertragen keine Krankheiten. Im Garten zeigen sie Biodiversität und ein gesundes Umfeld.
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