Bäume und Sträucher nach trockenem Sommer stärken

Bäume und Sträucher nach trockenem Sommer stärken

Tipps zur Regeneration

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 9. September 2026  durch Ingrid 6 min.

Trockener Sommer stresst Bäume und Sträucher. Herbst: So helfen Sie bei der Erholung und bereiten sie auf den Winter vor.

Sommer Schwierigkeit

Hat mein Baum oder Strauch Trockenschäden?

Schäden beurteilen

Bevor Sie Maßnahmen ergreifen, nehmen Sie sich Zeit, Ihre Pflanzen zu beobachten. Mattes Laub, Blätter, die sich gelb verfärben und vorzeitig abfallen, sowie scheinbar trockene Zweige sind klassische Anzeichen für Wasserstress. Das ist an sich kein Grund zur Sorge: Manche Arten verlieren im Sommer ganz natürlich einen Teil ihres Laubs, um die Verdunstung zu begrenzen, während andere trotz erheblichem Wassermangel fast normal aussehen. Nicht alle Pflanzen reagieren gleich.

Nutzen Sie diese Kontrolle auch, um möglichen Schädlings- oder Krankheitsbefall zu erkennen. Eine geschwächte Pflanze ist anfälliger für Parasiten und opportunistische Pilze.

Ein Strauch mit einigen trockenen Blättern im Sommer (durch KI verbessert)

Totholz entfernen

Sie können ausschließlich Totholz und abgebrochene Zweige entfernen. Verschieben Sie den Rückschnitt dagegen auf später, in den Herbst oder das Spätwinterende, damit Baum oder Strauch nicht zusätzlich geschwächt werden.

Um festzustellen, ob ein Zweig noch lebt, genügt ein ganz einfacher Test: Kratzen Sie mit dem Fingernagel leicht an der Rinde.
Wenn darunter Grün sichtbar wird, fließt der Pflanzensaft noch und der Zweig lebt.
Ist die Stelle braun oder schwärzlich, ist dieses Holzstück abgestorben und kann später entfernt werden.
Ein weiterer Hinweis: Biegen Sie einen jungen Zweig vorsichtig. Bleibt er biegsam, ist alles in Ordnung. Bricht er glatt durch, ist er vertrocknet.
Der Ölbaum erklärt Ihnen all dies in einem Video:

Gießen, ja – aber richtig

  • Gießen Sie lieber reichlich und in größeren Abständen, statt viele kleine, oberflächliche Wassergaben zu verabreichen. So wird der Baum angeregt, tiefer statt oberflächlich zu wurzeln.
  • Rechnen Sie bei einem jungen Baum oder einem großen Strauch mit etwa 5 bis 10 Litern Wasser, die Sie langsam ausbringen, damit das Wasser tief in den Boden eindringen kann. Je nach Bodenart 1- bis 2-mal pro Woche wiederholen: Ein durchlässiger, nährstoffarmer Boden speichert weniger Wasser als ein schwerer Boden.
  • Berücksichtigen Sie auch die Pflanzenart: Junge Bäume und Sträucher reagieren mit ihrem noch wenig entwickelten Wurzelsystem empfindlicher auf Wassermangel und benötigen regelmäßigere Wassergaben als gut eingewachsene Pflanzen. Auch manche Sorten kommen besser mit Trockenheit zurecht als andere.
  • Gießen Sie immer früh morgens oder abends, niemals in der prallen Sonne.
  • Verwenden Sie möglichst Regenwasser, da es weniger kalkhaltig ist als Leitungswasser.

Gießkanne

Boden hacken: lüften und gut bewässern

Nach Trockenheit verkrustet der Boden und wird oft wasserabweisend: Wasser erreicht die Wurzeln nicht. Hacken und eine Gießmulde helfen.

Mulch ausbringen oder erneuern

Mulch bleibt einer der besten Helfer, damit sich Bäume und Sträucher erholen. Er begrenzt die Wasserverdunstung und hält die Temperatur im Wurzelbereich stabiler, während er durch seine Zersetzung nach und nach die Bodenstruktur verbessert.

Bringen Sie eine 5 bis 10 cm dicke Schicht aus organischem Mulch wie Holzspänen, BRF, Laub oder Rinde aus. Lassen Sie dabei einige Zentimeter Abstand zum Stamm, um zu viel Feuchtigkeit am Stammfuß zu vermeiden.

Mulch am Fuß eines Strauchs

Den Boden statt die Pflanze nähren

Nach schwierigem Sommer im Spätsommer/Herbst reifen Kompost oder organischen Dünger unter Mulch ausbringen. Stickstoff meiden: zarte Triebe frieren leichter.

Der Versuchung widerstehen, zu schnell zu ersetzen

Ein Strauch, der im Spätsommer sehr mitgenommen aussieht, ist nicht unbedingt verloren. Manche Arten brauchen mehrere Wochen oder sogar Monate, um ihr Laub wieder auszubilden oder neue Knospen zu entwickeln.

Solange unter der Rinde noch Grün vorhanden ist, ist nichts verloren! Warten Sie daher besser bis zum folgenden Frühjahr, bevor Sie das endgültige Absterben einer Pflanze annehmen. Diese Geduld verhindert, dass Sie Pflanzen herausreißen, die dank ihrer Reserven oder noch lebender Wurzeln wieder austreiben können.

Ist das Holz dagegen vollständig trocken und sind die Wurzeln abgestorben, können Sie die Pflanze ohne schlechtes Gewissen ersetzen.

Pflanzung eines Strauchs

Künftige trockene Sommer einplanen

Für kommende Hitzewellen: passende Pflanzen wählen, Boden mulchen, selten tief gießen, Schatten schaffen und den Garten klimaresilient gestalten.

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