Gartenbesucher: Eichhörnchen

Gartenbesucher: Eichhörnchen

Dieser kuriose Rotschopf

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 12. Januar 2026  durch Olivier 5 min.

Eichhörnchen im Garten: Nutzen für Biodiversität und Samenverbreitung, aber auch Schäden. Tipps für friedliche Koexistenz und artgerechte Fütterung.

Schwierigkeit

Das Eichhörnchen: Leben und Werk...

Das Eichhörnchen, wissenschaftlich Sciurus vulgaris (Familie der Sciuridae), wird auch Eurasisches Eichhörnchen genannt. Diese Bezeichnung bezieht sich auf sein Verbreitungsgebiet, das große Teile Europas und Nordasiens umfasst. Es lebt hauptsächlich im Wald und bevorzugt besonders Nadel- und Laubwälder, in denen es in den Bäumen Schutz findet. Sein Nest, der sogenannte Kobel, ist ein sorgfältig gebautes Geflecht aus Zweigen und Blättern in luftiger Höhe.

Seine Nahrung ist vielfältig: Sie reicht von Nadelbaumsamen über Früchte bis hin zu einigen Insekten. Häufig legt es Wintervorräte an, indem es Nüsse oder Samen im Boden vergräbt. Dadurch trägt es zugleich zur Verbreitung von Pflanzen in seiner Umgebung bei.

Zur Fortpflanzung ist das Eichhörnchen vor allem zwischen Dezember und Juli aktiv. Nach einer Tragzeit von etwa 38 Tagen bringt das Weibchen drei bis sechs Junge zur Welt, die das Nest nach sieben bis acht Wochen verlassen. In freier Wildbahn kann das Eichhörnchen sechs bis sieben Jahre alt werden, stirbt jedoch oft schon deutlich früher durch Hunger, den Straßenverkehr und zahlreiche Fressfeinde, etwa Marder, tag- und nachtaktive Greifvögel sowie gelegentlich Haushunde und -katzen.

Leider ist das Eichhörnchen heute durch die Zerstörung seines Lebensraums infolge von Verstädterung und Abholzung bedroht. Außerdem konkurriert es mit seinem Verwandten, dem Grauhörnchen (Sciurus carolinensis), einer aus Amerika stammenden invasiven Art, die krankheitsresistenter ist und Nahrung effizienter findet. Diese Faktoren zusammen machen das Überleben des Eichhörnchens zunehmend unsicher und erfordern besondere Aufmerksamkeit für seinen Schutz.

Sciurus vulgaris

Ein Eichhörnchen legt Vorräte an, um seinen Unterschlupf in einem Baum einzurichten

Rotes Eichhörnchen: Gewinn für die Biodiversität

Das Vorkommen des Eichhörnchens in einem Garten wird oft als bezaubernder Anblick empfunden, doch seine Rolle geht weit über den bloßen ästhetischen Reiz hinaus. Tatsächlich trägt dieses kleine Säugetier wesentlich zur Biodiversität und zum Gleichgewicht des Ökosystems bei. Dank seiner abwechslungsreichen Ernährung beteiligt sich das Eichhörnchen aktiv an der Verbreitung von Samen. Indem es Nüsse und andere Samen als Wintervorrat vergräbt, fördert es das Wachstum neuer Pflanzen und bereichert so die heimische Flora. Dies ist besonders in Gärten von Vorteil, in denen die Pflanzenvielfalt mitunter begrenzt sein kann.

Es hilft nicht nur bei der Verbreitung von Pflanzen, sondern ist auch ein wichtiges Glied der Nahrungskette. Als Beute bestimmter Fressfeinde, etwa Greifvögel, trägt es dazu bei, deren Bestände zu regulieren und so das Gleichgewicht zwischen den Arten zu sichern. Zudem schafft seine unermüdliche Nahrungssuche eine Dynamik, die sich positiv auf das Bodenökosystem auswirken kann, insbesondere indem sie zur Belüftung des Bodens beiträgt.

Das Eichhörnchen ist somit weit mehr als ein bloßer Besucher, sondern ein wichtiger Akteur im Ökosystem. Seine Anwesenheit im Garten ist ein Zeichen für eine intakte Umwelt, weshalb sein Schutz für alle, die einen artenreichen und vielfältigen Grünbereich erhalten möchten, Priorität haben sollte. Es verkörpert die Symbiose zwischen Tier- und Pflanzenwelt und zeugt vom Reichtum und Gleichgewicht eines gesunden Ökosystems.

Sciurus vulgaris, Eichhörnchen im Garten

Ein kleiner, manchmal schelmischer Wichtel...

Das Eichhörnchen mit seinem leuchtend roten Fell und seinen flinken Bewegungen erinnert oft an einen kleinen, schelmischen Kobold, der fröhlich durch die Bäume springt. Sein niedliches Aussehen und sein verspieltes Verhalten erfreuen Groß und Klein. Dennoch sollte man die Schäden nicht unterschätzen, die es im Garten anrichten kann. Zu den häufigsten Problemen gehört das Leeren von Vogelfutterstellen, was für Vogelfreunde besonders ärgerlich ist. Dank seiner großen Geschicklichkeit und seines ausgezeichneten Gleichgewichts gelangt das Eichhörnchen mühelos an die Futterstellen und frisst deren Inhalt – zum Leidwesen der Gartenvögel, die dadurch ihrer Nahrungsquelle beraubt werden.

Außerdem kann das kleine Tier Pflanzen schädigen, indem es den Boden umgräbt, um dort seine Futtervorräte zu verstecken. Zwiebeln bestimmter Zierpflanzen werden dabei ausgegraben, was ihr späteres Wachstum beeinträchtigen kann. Auch seine Vorliebe für Früchte kann zum Problem werden, vor allem wenn in Ihrem Garten Obstbäume wachsen. Teilweise angefressene und anschließend liegen gelassene Äpfel, Kirschen oder Pfirsiche können den Gärtner schnell frustrieren, der große Hoffnungen in seine Ernte gesetzt hatte.

Trotz dieser kleinen Unannehmlichkeiten sollte man nicht vergessen, dass das Eichhörnchen ein Lebewesen und ein wichtiger Teil unseres Ökosystems ist. Bevor Sie drastische Maßnahmen ergreifen, um diesen schelmischen Besucher fernzuhalten, sollten Sie umweltfreundlichere Lösungen erwägen – etwa eichhörnchensichere Vogelfutterstellen oder Pflanzen, die für diese kleinen Nagetiere weniger attraktiv sind. So ist ein friedliches Zusammenleben mit diesem charmanten, wenn auch manchmal störenden Gartenbewohner möglich.

Sciurus vulgaris, écureuil

Das Eichhörnchen profitiert meist mehr als Sie von den Haselnüssen im Garten!

 

Friedlich mit einem Eichhörnchen zusammenleben?

Ein friedliches Zusammenleben mit diesen kleinen Tieren ist durch einige Anpassungen und Vorsichtsmaßnahmen durchaus möglich. Um die „Schäden“ an Ihren Pflanzen zu begrenzen, können Sie weniger attraktive Pflanzen für Eichhörnchen wählen. So schrecken stark duftende Arten wie Rosmarin oder Lavendel sie meist ab.

Um zu verhindern, dass Eichhörnchen die Futterstellen für Vögel plündern, sollten Sie Modelle aufstellen, die speziell für sie unzugänglich sind. Diese Futterstellen verfügen oft über Mechanismen, die sich schließen, sobald das Eichhörnchen versucht, an das Futter zu gelangen. Außerdem können Sie Schutzvorrichtungen um die Stämme von Bäumen anbringen, damit das Eichhörnchen nicht hinaufklettern kann.

Wenn Sie Eichhörnchen lieber füttern als vertreiben möchten, ist Mais eine gute Wahl – möglichst an einer Ähre, aber keinesfalls aus der Dose! Eichhörnchen lieben ihn. Übertreiben Sie es jedoch nicht und sorgen Sie für Abwechslung auf dem Speiseplan, etwa mit Haselnüssen, Nüssen, Sonnenblumensamen sowie Obst und Gemüse wie Äpfeln, Weintrauben und einer Möhre. Achten Sie darauf, das Futter in angemessenem Abstand zu den Bereichen aufzustellen, die Sie schützen möchten, und vergessen Sie eine Schale mit frischem Wasser nicht!

Wenn Sie dagegen Eichhörnchen vertreiben möchten, können Repellentien auf Capsaicin-Basis wirksam sein. Dabei handelt es sich um einen natürlichen Stoff aus Chilis, der die Sinne des Tieres beeinträchtigt, ohne ihm zu schaden. Es wird vermutlich fluchend weiterziehen und sich über den kleinen Umweg ärgern, zu dem Sie es zwingen.

Letztendlich erfordert das Zusammenleben mit einem Eichhörnchen etwas Überlegung und Vorbereitung, doch die Ergebnisse sind die Mühe wert. Sie schützen nicht nur Ihren Garten, sondern tragen auch zu einem gesünderen und ausgewogeneren Ökosystem bei.

Sciurus vulgaris

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Eichhörnchen (Sciurus vulgaris)