Hanggestaltung: Welche Möglichkeiten?
Ideen & Tipps für einen lebendigen, bunten Garten
Inhaltsverzeichnis
Ein steiles Hanggrundstück wird mit Ideen zum einzigartigen Garten. Unsere Tipps zu Ebenen, Materialien und Pflanzen machen ihn schön und pflegeleicht.
Herausforderungen bei starker Hanglage
Bevor Sie mit der Gestaltung beginnen, sollten Sie die Besonderheiten Ihres stark geneigten Grundstücks genau analysieren und berücksichtigen. Denn erst die Abwägung der Vor- und Nachteile ermöglicht es, die besten Lösungen auszuwählen.
Das größte Problem bei einem Hanggrundstück ist die Erosion. Bei Regen fließt das Wasser sehr schnell ab und nimmt dabei Erde, Bodenpartikel und Nährstoffe mit. Zudem hat das abfließende Wasser keine Zeit, in den Boden einzudringen und das Wurzelsystem der Pflanzen zu versorgen. Deshalb ist es wichtig, die Entwässerung sorgfältig zu planen und den Abfluss von Regenwasser zu verhindern. Entwässerungsrinnen, Drainagen oder Rohrleitungen können dabei helfen, Regenwasser von empfindlichen Bereichen wegzuleiten. Auch die Pflanzung bestimmter Bodendecker kann zur Stabilisierung des Bodens beitragen. Diese Pflanzen bilden eine dichte Pflanzendecke, die den Boden vor abfließendem Wasser schützt und die Versickerung fördert. Darauf gehen wir in einem späteren Abschnitt noch ausführlicher ein.
Für die optimale Gestaltung eines Hanggrundstücks müssen Sie außerdem die Bodenart und den Neigungswinkel kennen. Ein lehmiger Boden stellt selbstverständlich andere Anforderungen als ein sandiger Boden, insbesondere bei Entwässerung und Stabilität. Zur Bestimmung der Bodenart gibt es Tests für eine professionelle Bodenanalyse, mit denen sich die physikalischen Eigenschaften (Textur) und chemischen Merkmale (Säuregehalt, Nährstoffgehalt …) ermitteln lassen. Olivier erklärt in seinem Beitrag ebenfalls einige Grundlagen: Bodenanalyse: Warum und wie? Auch die Ausrichtung des Hangs sollten Sie berücksichtigen. In einem sonnigen Hangbeet werden andere Pflanzen gesetzt als in einem vollständig schattigen.

Die größten Schwierigkeiten bei Hanggrundstücken sind Erosion und abfließendes Wasser
Außerdem ist es wichtig, die Hangneigung zu ermitteln, um geeignete Maßnahmen gegen Erosion oder einen möglichen Erdrutsch zu planen. Je nach Neigungsgrad müssen Sie die passende Lösung zur Hangsicherung finden.
Denken Sie auch an die Zugänge zu den verschiedenen Bereichen dieses an einem steilen Hang angelegten Gartens. Vergessen Sie dabei nicht die Pflege. Die Anlage eines Rasens scheint ausgeschlossen, da das Mähen schwierig oder sogar unmöglich ist. Dennoch dürfen Sie das Bewässern und den Rückschnitt nicht vernachlässigen.
Nachdem all diese Aspekte betrachtet und analysiert wurden, sollten Sie unbedingt eine Skizze oder einen Plan anfertigen, um das Projekt als Ganzes zu visualisieren und die einzelnen Bereiche festzulegen. Auch wenn Ihnen dieses Vorhaben mühsam und voller Hindernisse und Schwierigkeiten erscheint, sollten Sie nie vergessen, dass ein Hanggrundstück mit seinen unterschiedlichen Perspektiven die Gestaltung eines dynamischen und außergewöhnlichen Gartens ermöglicht. Außerdem bietet Ihnen ein solches Grundstück einzigartige Ausblicke auf die umliegende Landschaft.
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Bei stark abschüssigem Gelände sind Erosion und das Abfließen von Regenwasser besonders ausgeprägt. Die Erosion erreicht ihr Maximum, schnell können sich Risse und Löcher bilden. Dadurch dringt das Wasser nicht in den Boden ein und nimmt dabei Nährstoffe mit. Deshalb ist es unerlässlich, das Gelände so zu gestalten, dass ein Anbau möglich wird. Die beste Lösung sind Terrassen oder Stufen, die ebene Flächen in unterschiedlichen Größen schaffen. Diese flachen Bereiche lassen sich leichter gestalten oder nutzen und ermöglichen zugleich einen besseren Wasserabfluss.
Für den Bau solcher Terrassen oder Stufen gibt es verschiedene Methoden. Je nach Ihren Möglichkeiten können Sie selbstverständlich auch einen Fachbetrieb mit der Umsetzung beauftragen. Einige Techniken erfordern Fachkenntnisse und handwerkliches Geschick, andere großen körperlichen Einsatz. Alte Techniken wie die Restanques im Süden können als Inspiration dienen.

Terrassen und Stufen mildern die Hangneigung ab
- Eine Trockenmauer eignet sich ideal für naturnahe oder mediterrane Gärten. Sie ist eine traditionelle, von den Restanques inspirierte Konstruktion und überzeugt durch ihre natürliche Optik, Langlebigkeit und hohe Durchlässigkeit. Dabei werden mehr oder weniger flache Steine sorgfältig aufeinandergeschichtet, ganz ohne Mörtel oder Bindemittel wie Zement. Eine Trockenmauer ist besonders interessant, weil sie flexibel ist und Bodenbewegungen sowie Frost und Tauwetter in kälteren Regionen standhält, ohne zu reißen. Form, Größe und Position der Steine werden sorgfältig gewählt, um die Stabilität des Bauwerks zu gewährleisten. Meist verwendet man Kalk-, Granit- oder Schiefergestein aus der Region, damit sich die Mauer in die Landschaft einfügt und die Beschaffung erleichtert wird.
- Holzterrassen können eine Lösung für modernere Gärten oder kleinere Flächen sein. Allerdings haben solche Konstruktionen eine kürzere Lebensdauer, besonders bei Feuchtigkeit. Wenn Sie sich für eine Lösung aus Rundhölzern, Brettern, Balken oder Kanthölzern entscheiden, sollten Sie Holzarten wie Eiche, Esskastanie oder exotisches Holz wählen, da sie härter und dichter als Tannenholz sind. Um die Lebensdauer des Holzes zu verlängern, empfiehlt es sich, vor dem Auffüllen ein verrottungsfestes Vlies auszulegen.
- Eine niedrige Betonmauer ist ebenfalls möglich, alternativ können Sie Gabionen verwenden, also mit Steinen gefüllte Metallkörbe. Diese derzeit sehr beliebte Lösung stabilisiert den Boden an Hängen wirksam und sorgt zugleich für eine natürliche Drainage. Außerdem ist diese Gestaltungstechnik langlebig, umweltfreundlich, ästhetisch, flexibel und relativ einfach zu montieren.
Zugänge und Wege planen
Bei starkem Gefälle erleichtern Treppen aus Stein, Holz oder Metall und gut drainierte Wege aus Pflaster, Kies oder Trittsteinen den Zugang zu den Terrassen.
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Natursteine gliedern Hänge und stabilisieren sie. Auch Wasserläufe, Kaskaden, Kiesel, Wasserpflanzen und dezente Beleuchtung werten steile Gärten auf.
Die besten Pflanzen auswählen
Auf einem stark abfallenden Grundstück ist die Wahl der Pflanzen entscheidend, um den Boden zu stabilisieren und zugleich eine ansprechende Gestaltung zu schaffen. Ganz logisch wählt man Bodendecker, deren Wurzelsystem die Erde festhält und die Erosion begrenzt. Doch auch einige Sträucher oder Gräser eignen sich sehr gut für die Bepflanzung eines Hangs.
Unsere Pflanzvorschläge:
- Bodendecker für sonnige Standorte: Efeu (Hedera), Thymian, Flammenblume, Glockenblume, Storchschnabel, Mittagsblume, Fetthenne, Blaukissen, Katzenminze, Kleines Habichtskraut (Cerastium), Woll-Ziest (Stachys), Teppichverbene (Lippio nodiflora), Kriechender Günsel (Ajuga reptens), Zwerg-Grasnelke (Armeria maritima), Bodendecker-Schafgarbe (Achillea crithmifolia), Sündermanns Schaumkresse (Arabis), Berufkraut (Erigeron) …

Einige perfekte Bodendecker für stark abfallende Gärten
- Bodendecker für halbschattige oder schattige Standorte: Pfriemen-Mastkraut (Sagina subulata), Soleirolia, Funkie, Immergrün, Lungenkraut, Purpurglöckchen …
- Gräser: Schaf-Schwingel, Segge …
- Sträucher: Lavendel, Bodendecker-Rose, Strauch-Geißblatt (Lonicera nitida), Fächer-Zwergmispel, Waagerechter Wacholder (Juniperus horizontalis) …
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